Gefallen in Afghanistan, der Blutzoll steigt
von Sebastian ~ 25. Mai 2011. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.Der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière reagiert wie seine Vorgänger: mit Betroffenheit und dem Bekenntnis, trotz des hohen Blutzolls den Erfolg in Afghanistan erzwingen zu wollen. Nichts als bekannte Durchhalteparolen also? Nein, im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Sicherheitslage wirklich verbessert. In weiten Teilen des Landes sind die Taliban zurückgedrängt worden. Es scheint, dass der Nato-Einsatz tatsächlich kurz vor einem entscheidenden Wendepunkt steht, wie es US-Präsident Barack Obama gestern in London formulierte. Dennoch bleibt fraglich, ob ein massiver Truppenabzug noch in diesem Jahr eingeleitet werden kann, wie nicht nur der Bald-Wahlkämpfer aus dem Weißen Haus hofft. Was mühsam – und mit vielen Opfern – erkämpft worden ist, darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Das wäre auch den Angehörigen des gestern gefallenen Bundeswehrsoldaten schwer zu vermitteln. De Maizière wird ihnen aber erklären müssen, warum es ausgerechnet ihren Liebsten treffen musste, obwohl er doch in einem Panzer unterwegs war. Die Soldaten mit der vermeintlich besten Ausrüstung in den Krieg zu schicken und Opfer dennoch nicht ausschließen zu können – diese Verantwortung wiegt schwer. Zu beneiden ist der Verteidigungsminister wahrlich nicht um seinen Job. Noch viel weniger sind es die Soldaten. (Zitatende)
Kommentiert das “Flensburger Tageblatt” in seiner morgigen Ausgabe.
Kommentar des “Westfalen-Blatt(es)” aus Bielefeld zum getöteten deutschen Soldaten
“Wir werden getroffen werden von Schicksalsschlägen, aber wir werden aufrecht stehen.” Mit diesen Worten hat General Dirk Backen im Februar 1300 Soldaten und damit das größte Kontingent aller Zeiten aus Ostwestfalen-Lippe an den Hindukusch verabschiedet. Es ist kein Trost, dass der gestrige tödliche Anschlag nicht die Lipperlandbrigade traf. Alle 5000 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und deren Angehörige muss die Nachricht zutiefst erschüttert haben. Die Öffentlichkeit mag nach 49 deutschen Gefallenen nicht mehr sonderlich hinhören. Für die Militärs ist jeder Fall ein neuer Horror. Dann ist jedwede Information gefragt. Erst verbreiten die Medien eine unkonkrete Meldung, dann überbringen ein hoher Offizier und ein Militärpfarrer irgendwo in Deutschland die Todesnachricht an die Familie und schließlich folgt die Information, welche Einheit konkret betroffen ist. Nach Stunden extremer Anspannung und Angst können die meisten wieder zur Normalität übergehen – scheinbar, bis zum nächsten Terror nach dem Terror. (Zitatende)
Soldatenglück.de musste heute berichten: 33-jähriger Hauptmann der DSO 49. Gefallener im Afghanistan-Einsatz – Schmerz des Krieges, BundeswehrVerband trauert um in Afghanistan gefallenen Bundeswehrsoldaten und Der 49. Bundeswehr-Soldat ist heute in Afghanistan nahe Kunduz gefallen.
(Textquelle kursiv: Flensburger Tageblatt.de, Westfalen-Blatt.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Spähtrupp mit FENNEK im Einsatzland;
ISAF.int, deutsche Soldaten im ISAF-Einsatz)
























26. Mai 2011 um 00:56 Uhr
Wer das heute-journal gesehen hat, weiß wie der Hase läuft. Inhalt:
Taliban wurden anscheinend beim IED legen beobachtet, aber man hat sie gewähren lassen. Aus Angst vor dem Scharfen Schuss und seinen evtl Konsequenzen. Juristen hätten anscheinend das Sagen. Das ist mM nach ein Skandal.
26. Mai 2011 um 01:00 Uhr
“Die Soldaten mit der vermeintlich besten Ausrüstung in den Krieg zu schicken und Opfer dennoch nicht ausschließen zu können – diese Verantwortung wiegt schwer”
Was nützt die von Ex-IBuK gebrachte Feuerkraft, wenn sie nicht eingesetzt werden darf ? Hier bedarf es öffentliche Aufklärung.
26. Mai 2011 um 09:16 Uhr
@mwk
Den “Hasen” hat man ziemlich eindeutig hoppeln sehen – und auch wie angefressen die Soldaten vor Ort sind.
“Taliban wurden anscheinend beim IED legen beobachtet, aber man hat sie gewähren lassen” – ich füge hinzu: “müssen”!
Unsere Politiker haben kein Rückgrat, belügen die Gesellschaft und den Wähler und verraten vor allem Deutschlands Soldaten. “Betroffene” Worte und Gesichter bei der Trauerfeier – das war´s!