Krieg und Frieden in Afghanistan und die Evangelische Kirche in Deutschland

von Oliver ~ 6. Februar 2011. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.

2007 war die Welt der evangelischen Kirche noch in Ordnung. Da veröffentlichte sie ihre Denkschrift “Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen”. Darin nahm sie Abschied von Thomas von Aquins Lehre von einem “gerechten Krieg”. Auch der Terrorismus, heißt es da, könne die Lehre vom “gerechten Krieg” nicht wiederbeleben. Gerecht sei nur der Friede.

Im Februar 2011 kehrt eine Delegation der Kirche aus Afghanistan zurück, wo deutsche Soldaten so etwas wie Krieg erleben. Sie sollen den Frieden sichern, aber sie töten auch. “Ich glaube nicht, dass Gott gefällt, was wir hier tun”, hat einer von ihnen gesagt. Er sehe aber keinen anderen Weg. Was sagt die Kirche ihm? Es gibt keinen gerechten Krieg, geh nach Hause und überlass das Land den Taliban? Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider weiß keine klare Antwort. Man kann das eine Kapitulation des Ideals vor der Realität nennen. Aber Schneider stellt sich dem. Dafür hat er Respekt verdient.

Respekt hat im Nachhinein auch Margot Käßmann verdient. Sie hat mit ihrem “Nichts ist gut in Afghanistan” eine Debatte ausgelöst. Jetzt zeigt sich, wie wichtig das für die Gesellschaft war, und für ihre Kirche. (Zitatende)

Kommentiert Angelika Wölk von der Westdeutschen Zeitung aus Essen.

Soldatenglück.de berichtete zur Haltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Einsatz deutscher Streitkräfte in Afghanistan: Kirchlicher Afghanistan-Besuch: Bilanz der Spitzendelegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Afghanistan-Einsatz: EKD-Ratsvorsitzender Schneider rückt von Käßmanns Kritik abEKD-Ratsvorsitzender Schneider: Deutschland darf nicht zum Besatzer Afghanistans werden, EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider diskutiert mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, EKD-Ratsvorsitzender Schneider will deutsche Soldaten in Afghanistan besuchen und Predigtzitat “Nichts ist gut in Afghanistan” ist nur durchzuhalten, wenn persönliche Überzeugungskraft uneingeschränkt anerkannt wird.

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int, FEYZABAD, Afghanistan – Members of the German Operational Mentoring and Liaison Team and 106 members of its protection company return to Provincial Reconstruction Team Feyzabad after completing operation ARAGON in Archi district. During the misison the soldiers mentored the Afghan National Army. Official photo by Petty Officer 1st Class Ryan Tabios, ISAF HQ Public;
German Soldiers work to build relationships with local Afghans during a patrol near Mazar-e-Sharif in Balkh Province, Afghanistan. Dec. 2009;
Grafikquelle: EKD.de)

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