Verteidigungsminiter Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seine Entscheidung zur Absetzung des GORCH FOCK Kommandanten, Kapitän zur See Norbert Schatz, gegen Kritik verteidigt. Die Entscheidung sei “sachgerecht und notwendig”, manche Stellungnahme dazu sei “Ausdruck bemerkenswerter Ahnungslosigkeit”, hies es in einer schriftlichen Erklärung.
Der Minister betonte, dass er eine dreistufiges Verfahren im Umgang mit den aktuellen Bundeswehr-Affären angekündigt habe: Aufklären, Abstellen, Konsequenzen ziehen. “Wir befinden und bei der GORCH FOCK immer noch in der ersten Phase: Aufklärung.”
(Bildquelle: Marine.de, im Rahmen seiner Sommerreise besuchte der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg den Marinestandort Wilhelmshaven. Dort besichtigte er den Einsatzgruppenversorger Berlin, Foto vom 28.07.2010)
Das Gorch Fock Lied gesungen vom Lübecker Shantychor:
Gorch Fock Lied
Die hohen Masten und der schlanke Bug
zieh’n immer wieder uns auf See.
Die Angst, die mancher einst im Herzen trug,
verging wie die Seekrankheit in Lee.
Der Bootsmann ist nicht immer angenehm,
gefürchtet ist auch mancher Maat.
Und ist auch ihre Nähe oft recht unbequem,
im Herzen ist doch jeder Kamerad.
Weiß ist das Schiff, das wir lieben,
weiß seine Segel, die sich bläh’n.
Stets hat der Wunsch uns getrieben,
|: hoch vom Mast, weit auf die See hinauszuseh’n.
Wir brassen, entern und wir legen aus
und setzen Segel für die Fahrt.
Das Land entschwindet und es geht hinaus,
wir segeln nach guter alter Art.
Und müssen wir einmal von dannen zieh’n
weil unsere Fahrenszeit vorbei,
der Wunsch bleibt immer in den Herzen drin -
Ich wäre ja so gerne noch dabei!
Weiß ist das Schiff, das wir lieben,
weiß seine Segel, die sich bläh’n.
Stets hat der Wunsch uns getrieben,
|: hoch vom Mast, weit auf die See hinauszuseh’n.
Gorch Fock Marsch – “Gorch-Fock” Ahoi
Weisse Segel, die Masten wie Türme, blauer Himmel und blaue See.
Hagelschauer und tosende Stürme, Gischt und Brecher in Luv und in Lee.
Ist der Törn auch rau und hart, wir laufen große Fahrt.
Gorch Fock Ahoi! Gorch Fock Ahoi! Mit Herz und Hand sind wir dabei.
Blaue Jungs und blaues Meer, fällt der Abschied uns auch schwer,
Mädel es war wunderschön, bis zum nächsten Wiederseh’n.
Gorch Fock Ahoi! Gorch Fock Ahoi! Mit Herz und Hand sind wir dabei.
Kompasslicht und am Himmel die Sterne, Kreuz des Südens, Akkordeonspiel.
Die Gedanken sie zieh’n in die Ferne, und das Heimatland ist unser Ziel.
Und wir segeln mit Gebraus. Irgendwann geht es nach Haus.
Gorch Fock Ahoi! Gorch Fock Ahoi! Mit Herz und Hand sind wir dabei.
Eine Manschaft, so hart wie das Eisen, und ein Schiff so schnell wie der Wind.
Das sind wir, und wir wollen beweisen, dass auf See wir die Besseren sind.
Ob an Deck und in der Nock, wir Männer der Gorch Fock.
Gorch Fock Ahoi! Gorch Fock Ahoi! Mit Herz und Hand sind wir dabei.
(Videoquellen: via YouTube;
Bilderquellen: Marine.de, Foto unten, die GORCH FOCK nach der Kap Hoorn Umsegelung)
Neue Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe und schlampiger Aufklärungen
Das Bundesverteidigungsministerium ist dem Eindruck einer Vorverurteilung des zeitweilig abberufenen Kapitäns des Segelschulschiffs “Gorch Fock” im Zuge der jüngsten Ermittlungen nach dem Tod einer Offiziersanwärterin entgegen getreten. Es gebe “keinerlei Vorverurteilung”, sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber der “Leipziger Volkszeitung” (Montag-Ausgabe). “Kapitän Norbert Schatz erhielt das Kommando als sehr bewährter Offizier”. Dies gelte unverändert, auf jeden Fall bis zur Vorlage der Ergebnisse der eingesetzten Untersuchungskommission. Schatz wird in dieser Woche zurück in Deutschland erwartet.
Diese Kommission, die am Donnerstag an Bord der “Gorch Fock” ihre Arbeit aufnehmen wird, soll dabei, nach Informationen der Zeitung, auch den mittlerweile nicht nur bei Medien sondern auch bei der Marine eingegangenen zahlreichen Vorwürfen im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen nachgehen. Erneut solle in diesem Zusammenhang auch der Fall der 18-jährigen Kadettin nachgeprüft werden, die am 3. September 2008 auf mysteriöse Weise trotz einer 1,50 Meter hohen Reling vor Norderney über Bord des Segelschulschiffes gegangen war und die Tage später vor Helgoland tot aus dem Meer geborgen wurde. Zwischenzeitliche staatsanwaltschaftliche Ermittlungen hatten zu keiner Konkretisierung der Ereignisse geführt. Offenkundig gibt es in diesem Zusammenhang erneute Mutmaßungen über den Verdacht einer vorausgegangenen sexuellen Nötigung oder gar Vergewaltigung an Bord. Beschwert haben sich mittlerweile auch männliche Soldaten, die auf der “Gorch Fock” von Teilen der Stammbesatzung homosexuell belästigt worden seien. Im Zusammenhang mit den internen Marine-Ermittlungen nach dem tödlich geendeten Sturz aus der Takelage von Sarah Lena Seele bei der vorerst letzten Ausbildungsfahrt der “Gorch Fock” haben Soldaten derweil sich Bundeswehr intern über die ihrer Ansicht bewusst zurückhaltende Aufklärung der seinerzeit befassten Marine-Aufklärer beschwert. Von dem “Ehrenkodex des Totschweigens bei der Marine” sprechen ehemalige Soldaten der “Gorch Fock”. Damals bereits vorgebrachte Vorwürfe gegen Teile der Stammbesatzung wegen sexueller Bedrängungen und ausbildnerischen Zwänge hätten die Aufklärer nicht zur vertieften Nachfrage veranlasst, lauten die Klagen, die mittlerweile auch das Amt des Wehrbeauftragten erreicht haben. So sei schon vor Wochen die bordeigene “Kameradschafts-Kasse” beklagt worden, die im Zusammenhang mit sexuellen Erfolgen an Bord regelmäßig aufgefüllt worden sei. Im Fall der Ungereimtheiten beim Feldpost-Transport in Afghanistan, der zu 20 bisher ungeklärten Vorfällen geführt hat, wird, nach dem Bericht der Zeitung, in dem fertig gestellten Untersuchungsbericht unter anderem darauf hingewiesen, dass es sich bei einigen beklagten Post-Öffnungen teilweise doch um interne Maßnahmen, beispielsweise nach Zoll-Kontrollen, gehandelt haben könnte. (Zitatende)
Berichtet die Leipziger Volkszeitung heute.
Die BMVg-Pressemitteilung dazu hat folgenden Wortlaut: Zur Entscheidung den Kommandanten des Segelschulschiffes Gorch Fock von seinen Pflichten zu entbinden
Berlin, 23.01.2011.Zur Entscheidung den Kommandanten des Segelschulschiffes Gorch Fock von seinen Pflichten zu entbinden
Die Entbindung eines Kommandanten von seinen Pflichten ist ein in der Marine in einer solchen Situation übliches Verfahren. Es bedeutet keine Vorverurteilung oder gar, dass dem Kommandanten schon zu diesem Zeitpunkt ein konkretes persönliches Fehlverhalten vorgeworfen wird.
Vielmehr dient diese vorläufige Personalentscheidung, nicht zuletzt auch aus Fürsorgegründen dazu, den Kommandanten von dem unmittelbaren öffentlichen Druck zu entlasten und um eine Situation zu schaffen, die eine sorgfältige, umfassende und zügige Aufklärung aller erhobenen Vorwürfe bestmöglich gewährleistet. (Zitatende)
Der 23-jährige Yannick Nasir erzählt in “Inside al-Qaida” exklusiv von seinen Kontakten zu dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden und von den negativen Folgen seines Ausstiegs. Der SWR-Redakteur und ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt hinterfragt in seinem neuen ARD radiofeature den Umgang deutscher Behörden mit dem ehemaligen al-Qaida-Mitglied. SWR2 sendet das Feature am Mittwoch, 26. Januar, um 22.05 Uhr.
Gemeinsam mit seiner deutschen Mutter und seinem Stiefvater Aleem Nasir, einem Deutschen pakistanischer Herkunft, lebte Yannick Nasir in Germersheim in der Südpfalz.
Geld, elektronische Geräte, vor allem aber Kämpfer hat der Stiefvater im Dienst von al-Qaida aus Deutschland nach Pakistan und Afghanistan geschmuggelt. Seinen Stiefsohn und zwei Islamisten aus Sindelfingen setzte er dabei als Gehilfen ein. Yannick wurde vom Stiefvater unterdrückt. Er hat ihn ausgenutzt und geschlagen.
2007 wendet sich der junge Mann vom Terror ab, stellt sich den Behörden und wird zum Kronzeugen der Anklage. Aleem Nasir wird im Juli 2009 vom OLG Koblenz zu acht Jahren Haft verurteilt. Seit dem Prozess steht Yannick Nasir unter Zeugenschutz. Dennoch sieht er sich heute selbst als Opfer der deutschen Ermittlungsbehörden. Seine Karriere als Berufssoldat der Bundeswehr, für die er auch im Libanon-Einsatz war, musste er auf Druck der Behörden aufgeben. Yannick Nasir: “Für mich hat sich das in keinster Weise gelohnt. Im Gegenteil, ich habe sehr viel einbüßen müssen, ich habe dadurch sehr viel an Lebensqualität verloren. Aber ich bin trotzdem froh, es getan zu haben, und ich bereue es keine Sekunde.” Der Autor Holger Schmidt ist Redakteur beim Südwestrundfunk und seit 2007 ARD-Terrorismusexperte. Er berichtet über islamistischen Terrorismus in Deutschland und über neue Ermittlungen zur “Rote Armee Fraktion”. In seinem Terrorismus-Blog schreibt er zu aktuellen Entwicklungen und berichtet von Gerichtsverhandlungen gegen Terroristen ( http://www.swr.de/blog/terrorismus/ ). Die Redaktion für “Inside al-Qaida” hatte Walter Filz (SWR).
Ihr Auftrag: unter Wasser Haftladungen an gegnerischen Schiffen oder Hafenanlagen anbringen, von See aus eine Bresche für nachrückende Truppen freikämpfen, Menschen aus Kriegsgebieten befreien. Die 42 Kampfschwimmer gehören zur Elite der Bundeswehr. Die Ausbildung ist hart. Wenige halten die 18 Monate durch. Für viele junge Soldaten ist der Traum vom harten Kämpfer schon im Trainingsbecken ausgeträumt. Ein Fernsehteam hat die Kampfschwimmer während der Ausbildung und bei Kampfübungen begleitet.
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Die Kampfschwimmer gehören zur Elite der Bundeswehr. Die Ausbildung ist hart und nur wenige halten sie durch. Für viele Soldaten ist der Traum vom Kämpfer schon im Trainingsbecken ausgeträumt.
(Videoquelle: SWR vom 23.01.2011, Reportage, D 2000, Regie: Günther Henel)
In der Bundesregierung droht ein neuer Konflikt um die Haushaltssanierung. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlangt von Finanzminister Schäuble (CDU) bis 2014 zusätzlich 1,2 Milliarden Euro für den Umbau der Bundeswehr. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende “Rheinische Post” (Montagausgabe) aus Regierungskreisen. Das Geld sei für “attraktivitätssteigernde Maßnahmen” wie etwa Prämien für Freiwillige vorgesehen sowie zur Abdeckung von Kosten der Verkleinerung der Bundeswehr wie beispielsweise Vorruhestandsregelungen. Guttenberg muss laut Sparkonzept der Bundesregierung eigentlich in den kommenden vier Jahren 8,3 Milliarden Euro bei der Bundeswehr einsparen. (Zitatende)
Der SPD-Verteidigungspolitiker Lars Klingbeil hat das Vorgehen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Aufklärung der Bundeswehr-Affären scharf kritisiert. “Der Minister lässt keine klare Linie erkennen. Erst Abwarten, jetzt Aktionismus. Das sorgt für Verunsicherung in der Truppe”, sagte der Bundestagsabgeordnete der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Montagausgabe). Klingbeil fordert den CSU-Minister zu einer umfassenden Aufklärung auf: “Wir erwarten, dass der Minister im Verteidigungsausschuss ausführlich Stellung nimmt zu den Vorfällen auf der Gorch-Fock, dem tödlichen Schuss in Kundus und der geöffneten Feldpost”, so Klingbeil. Sollte sich herausstellen, “dass der Minister die Parlamentarier und die Öffentlichkeit verspätet oder lückenhaft informiert, muss es Konsequenzen geben”. Es könne nicht sein, dass die Leitungsebenen der Bundeswehr und des Ministeriums “aneinander vorbei operieren”. (Zitatende)
Kommenteirt die Rheinische Post aus Düsseldorf.
(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Der Bundesminister der Verteidigung Karl-Theodor zu Guttenberg besucht im Rahmen seiner Sommerreise das Aufklärungsbataillon 6 “Holstein” in Eutin. Dabei nutzt er die Gelegenheit mit den Soldaten zu sprechen, Foto vom 02.09.2010)
Karl-Theodor zu Guttenberg navigiert buchstäblich in schwerer See. So richtig und überfällig die Absetzung des Kapitäns der “Gorch Fock” gewesen sein mag, so sehr wirkt der Bundesverteidigungsminister dabei wie ein Getriebener der Medien, die für ständig neue besorgniserregende Enthüllungen sorgen. Bis eben noch hatte der politische Liebling der Nation Konsequenzen aus dem tragischen Tod einer Marinesoldatin an Bord des Traditionsschiffes mit dem Hinweis abgebügelt, erst einmal müsse alles genau aufgeklärt werden. Nun liegt der Verdacht eines Bauernopfers nahe, um womöglich eigene Versäumnisse zu kaschieren. Dass es zwischen den Offiziersanwärtern und der Stammbesatzung erhebliche Spannungen gegeben haben muss, hätte Guttenbergs Ressort schon im Dezember klar sein müssen. Damals hatte die SPD im Verteidigungsausschuss Gerüchte über einen angeblichen Aufstand an Bord thematisiert. Aber die Sache verlief im Sande. Umso stärker ist Guttenberg nun mit bohrenden Fragen konfrontiert: Warum brauchte es sieben Stunden, bis die Mutter vom tödlichen Unglück ihrer Tochter Kenntnis erhielt? Wie konnte es schon unmittelbar nach dem Vorfall zu einer Karnevalsfeier auf dem Schiff kommen, die jeder Pietät Hohn spricht? Und warum war das Klettern in die Takelage offenbar ein absolutes Muss, obwohl dies laut Dienstvorschrift der Freiwilligkeit unterliegt? Natürlich ist eine Kadettenausbildung kein Sanatoriumsaufenthalt. Wenn aus harter Schulung aber unmenschlicher Drill wird, läuft einiges schief in der Bundeswehr. Der Verteidigungsminister wird in den kommenden Tagen und Wochen noch viel zu erklären haben. (Zitatende)
Die “Gorch Fock” war der Stolz der Marine. Ein wunderschönes Segelschulschiff, das ein Botschafter Deutschlands in den Häfen der Welt war. Dafür will man sich heute fast schämen.
Härtester Drill, Schlafentzug, Schikane, sexuelle Belästigung: Nach dem schrecklichen Tod einer jungen Rekrutin treten Details zutage, die schockieren. Daher ist es richtig, dass Verteidigungsminister zu Guttenberg den Kapitän abgesetzt hat, der einen Tag nach einer geschmacklosen Traueransprache auch noch Karneval feiern ließ. Bloß: Warum erst jetzt? Müssen erst Medien protestieren, damit Shootingstar zu Guttenberg handelt? Oder wusste der Verteidigungsminister lange nichts von den untragbaren Zuständen auf der “Gorch Fock”?
Letzteres ist wahrscheinlich. Denn nicht nur die Presse wird von manchem Bundeswehrsprecher getäuscht, auch Politiker erfahren mitunter nur Halbwahrheiten. Mit falsch verstandenem Korpsgeist und Verschleierungsmanövern muss das Ministerium aufräumen – auf der “Gorch Fock” wie in allen Teilstreitkräften, in denen gegen das Prinzip “Bürger in Uniform” verstoßen wird. Was besonders entsetzt: dass an Bord der “Gorch Fock” Macho-Gehabe und Machtmissbrauch herrschen. Junge Frauen und Männer völlig übermüdet in die Takelage zu schicken ist unverantwortlich. Hier mangelt es an Sinn und Verstand. (Zitatende)
Kommentiert die Neue Onabrücker Zeitung.
(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Das Segelschulschiff Gorch Fock unter vollen Segeln in Fahrt . Die Gorch Fock ist eine Bark, das heißt, die beiden vorderen Masten sind rahgetakelt, der achtere Mast ist gaffelgetakelt. Der Schiffsrumpf und die Masten sind aus Stahl. Über 300 Tonnen Eisenballast im Rumpf geben dem Schiff eine hohe Stabilität. Die 23 Segel und das Tauwerk sind aus Kunststoffmaterialien hergestellt. Zum Befahren von Flussmündungen und bei Windstille steht dem Schiff ein Hilfsmotor als Antrieb zur Verfügung. Die Gorch Fock untersteht der Marineschule Mürwik, Heimathafen ist Kiel. Foto vom 30. Juli 2010)
Schneid gehört sicher zu den hervorstechendsten Eigenschaften des deutschen Verteidigungsministers. Im Fall des Luftschlags von Kundus erklärte zu Guttenberg, kaum im Amt, die Aktion wäre militärisch angemessen gewesen. Er musste sich später korrigieren und entließ prompt seinen Staatssekretär und seinen Generalinspekteur, weil die ihn nicht richtig informiert hätten. Auch im Fall der “Gorch Fock” handelt der CSU-Politiker sofort. Er suspendiert den Kapitän, allerdings ohne ihn vorher angehört zu haben. Der Minister geht damit erneut ein hohes Risiko ein. Denn seine Entscheidung gründet sich allein auf die Berichte, die ihm von den geschundenen Kadetten vorliegen. Dass er im Beisein eines Journalisten vom Dienstwagen aus Anweisungen gibt, tut ein Übriges, um den Eindruck eines vorschnellen Handelns zu verstärken. Ein Telefongespräch mit dem Kapitän des Schiffs hätte wohl noch zeitlich zwischen seine Verfügungen gepasst. Natürlich gilt das Prinzip der zivilen Führung in unserer Demokratie. Aber ein Verteidigungsminister muss Anordnungen treffen, die für seine Soldaten nachvollziehbar sind, bei allem Verständnis für ein konsequentes und hartes Handeln. Zu Guttenberg kann es sich kaum leisten, noch einmal fundamental zu irren. (Zitatende)
Kommentiert Martin Kessler von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.
(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, verlässt den Airbus A310 in Bremen. Es folgt die Weiterfahrt nach Schwanewede. 26.08.2010)