Feuerland-Deutschland: Offener Brief der Stammbesatzung des Marine-Segelschulschiffes GORCH FOCK an Verteidigungsminister zu Guttenberg

von Oliver ~ 28. Januar 2011. Zu lesen unter: Bundeswehr, Marine, SSS GORCH FOCK.

 

“Wir, die Stammbesatzung der ‘Gorch Fock’, fühlen uns sehr alleine gelassen – hier am Ende der Welt” vor Feuerland 54° 48′ S, 68° 18′ W

 


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Sehr geehrter Herr Minister,

mit diesem Brief möchten wir uns als Stammbesatzung zu den Behauptungen, die in der Presse kursieren, äußern. Des Weiteren soll dieser Brief Ausdruck und Zeichen sein, wie sehr die Stammbesatzung hinter ihrem Kommandanten steht.

Unfall Salvador de Bahia

Der Unfall unserer Kameradin in Salvador war für alle ein harter Schlag und nicht leicht zu verarbeiten. Dies hat man sehr deutlich am Zustand der Besatzung feststellen können, vor allem bei den direkt betroffenen Soldaten in der Takelage und an Deck. Daher ist es uns unverständlich, Äußerungen zu hören, welche uns Ausbilder als Menschenschinder bezeichnen. Dies ist ein Schlag ins Gesicht jedes Einzelnen hier an Bord und Rufmord!

Dies alles sind Äußerungen von Petenten, die ein grundsätzliches Problem mit der Gorch Fock haben. In Salvador war eine Besatzungsfeier auf der Pier geplant. Diese wurde natürlich abgesagt. Vielmehr hat der Offizierslehrgang am letzten Tag in Salvador für die Besatzung und die Ausbilder ein Bier ausgegeben, um gemeinsam die Geschehnisse zu besprechen und die gute / richtige Reaktion der Schiffsführung auf diesen Unfall zu würdigen. Dies alles geschah im Gedenken an unsere verstorbene Kameradin und war vom Lehrgang gewünscht und initiiert. Das in der Presse veröffentlichte Bild entspricht somit nicht den Tatsachen!

Umgang mit der Situation

Die Schiffsführung setzte nach dem Unfall die Enterübungen aus und gestaltete den Dienstbetrieb neu und sinnvoll für alle Beteiligten. Unmittelbar nach dem Unfall suchten die Ausbilder und Vorgesetzten das Gespräch mit dem Lehrgang. Nach den administrativen Erstmaßnahmen wurde ein deutscher Pfarrer aus Salvador benachrichtigt, welcher mit zwei ausgebildeten PEERs (Sanitätsmeister der Besatzung) die seelsorgerische Betreuung an Bord übernahm. Hier hat die Schiffsführung unserer Meinung nach richtig gehandelt und sich fürsorglich um die Besatzung gekümmert. Gerade bei dem Thema “Umgang mit der Unfallsituation” hörten wir immer nur das Wort “Kadetten”. Wer denkt dabei an die Ausbilder, die diesen Unfall direkt miterlebt haben und die in der Takelage verbliebenen Kadetten sicher an Deck begleitet haben? Diese Jungs haben in einer extremen Situation hervorragende Arbeit geleistet und die Beherrschung behalten.

Der Lehrgang wurde umgehend unter Deck geschickt, um die verunfallte Kameradin nicht sehen zu müssen. Die Stammbesatzung, sprich die Ausbilder, haben an Oberdeck alles Menschenmögliche getan, um der Kameradin zu helfen und sie vor neugierigen Blicken zu schützen.

Kommandoenthebung des Kapitän zur See Schatz

Auch ist uns allen mehr als unverständlich, einen Kommandanten, der allseits beliebt ist, gut zu seiner Besatzung war und viele Entbehrungen auf sich und seine Familie genommen hat, um das Schiff gut zu führen, so abzuservieren, wie es hier der Fall war. Warum wurde ein zuverlässiger, loyaler Offizier ohne Untersuchung bzw. Untersuchungsergebnis so behandelt und bloßgestellt?

Auch fehlte uns der Rückhalt unserer übergeordneten Dienststellen, welche sich zu keiner Zeit vor uns stellten oder sich nach unserem Befinden erkundigt haben. Dies alles vor dem Hintergrund unbestätigter Anschuldigungen, welche eine Gruppe von Petenten (Offiziersanwärter) in Form einer Eingabe an die Öffentlichkeit gebracht haben.

Vorgaben zur Durchführung einer Segelvorausbildung

Der Lehrgangsteilnehmer soll behutsam und unter Aufsicht physisch und psychisch bis an die Grenzen seiner individuellen Belastbarkeit geführt werden, damit er ruhig, sicher und beherrscht handeln kann, wenn er im Einsatz in die Lage höchster Gefahr für das eigene Leben kommt. Der OA erfährt und verinnerlicht die Grundsätze und Ziele der Inneren Führung, den Sinn von Disziplin, Selbstdisziplin und Gehorsam.

Dabei kommt es darauf an, dass der OA im Rahmen der Segelvorausbildung durch die Vermittlung von theoretischen seemännischen Grundkenntnissen und –fertigkeiten sowie durch drillmäßiges Segelexerzieren den Umgang mit Segeln sowie stehendem und laufendem Gut beherrscht und die erforderlichen Sicherheitsaspekte beachtet.

Umsetzung an Bord:

Die Ausbilder an Deck haben Weisung, bei Erkenntnissen, die eine vorübergehende Einschränkung der Entertauglichkeit nahe legen, die betroffenen Soldaten beim Schiffsarzt vorstellig werden zu lassen. Ein Entern allein auf freiwilliger Basis hat an Bord der Gorch Fock bis zum Unfall am 07.11.2010 nicht stattgefunden. Vielmehr waren alle Kadetten, die die genannten Voraussetzungen erfüllten, gehalten, an den Enterübungen teilzunehmen. Soldaten, die sich bei den Enterübungen schwer taten wurden unter besonderer Aufsicht weiter am Topp bzw. durch einen Ausbilder individuell am Besanmast ausgebildet und dabei behutsam an das Lehrgangsziel herangeführt.

Richtlinien für das Entern ab dem 11.11.2010 (nach dem Unfall in Salvador de Bahia):

Auf Weisung des Kommandanten fanden weitere Enterübungen nur noch auf freiwilliger Basis statt. (Am ersten Tag gingen 20 OAs von 70 nicht in die Takelage, am zweiten Tag nur noch 14).
Wie oben ersichtlich, wurden nach dem Unfall in Salvador einige neue Voraussetzungen festgelegt, um die Sicherheit der Soldaten bei Arbeiten / Ausbildungen in der Takelage zu erhöhen.

Auch hier hat die Schiffsführung richtig – und unserer Meinung nach – nicht überzogen reagiert. Die Darstellungen in der Presse sind falsch und extrem verzerrt.
Natürlich müssen die Ausbilder gegenüber den Soldaten die Stimme erheben, denn wir bewegen hier einen Großsegler, mit ca. 2000 qm Segelfläche im offenen Seeraum. Dieses Segeln findet nicht nur bei angenehmen Wetterverhältnissen statt, sondern auch bei schwerer See mit Windstärken bis zu Bft. 12. Dass ein Befehl beim Segeln für das Schiff und die an Deck befindlichen Soldaten sicherheitsrelevant ist und durch die erhöhten Windgeräusche laut ausgesprochen, bis hin geschrien werden muss, ist nur logisch und im Rahmen der Fürsorgepflicht richtig.

Daher muss im Hafen eine hohe Leistungsbereitschaft der Lehrgangsteilnehmer hergestellt werden, um das Schiff im Seebetrieb sicher zu führen. Der Kommandant hat sogar die Pflicht, eine hervorragende Ausbildung zu verlangen, so dass er mit der Besatzung das Schiff sicher bewegen kann, und das zum Wohl aller an Bord und anderer Verkehrsteilnehmer. Lehrgangsteilnehmer, die mit dieser Situation nicht zurecht kommen, sollten sich überlegen, ob sie den richtigen Beruf gewählt haben. Denn dieser Ausbildungsabschnitt gehört nun mal zur Offizierbasisausbildung dazu.

Vorwürfe wegen sexueller Belästigung

Lapidar geäußerte Sprüche von jungen Soldaten wie die in der Presse aufgeführten sind und bleiben schlechte Sprüche unterhalb der Gürtellinie und sind auch nur SPRÜCHE!

Zu keiner Zeit wurde hier an Bord ein Soldat von einem anderen angefasst oder gar sexuell belästigt. Natürlich ist die Schiffsführung über die gefallenen Äußerungen nicht erfreut gewesen und hat daher entsprechende Konsequenzen gezogen, nämlich eine Musterung mit deutlichen Worten des Kommandanten an die Soldaten. So etwas wurde und wird hier an Bord nicht toleriert!

Der Name GORCH FOCK ist nach diesen Vorfällen nur noch sehr schwer reinzuwaschen. Dies bedauern wir und – wie wir denken – auch ein Großteil der deutschen Bevölkerung, die immer stolz auf ihre “Weiße Lady” war, zutiefst! Wie viele Empfänge und Reisen wurden mit diesem Schiff durchgeführt. Überall, wo es auftauchte, freuten sich die Menschen über das Schiff und unser Land.

Natürlich haben sich Politiker jeder Parteizugehörigkeit und übergeordnete Instanzen sehr gerne im Schein dieses Schiffes gefeiert. Genau diejenigen, die uns jetzt fallengelassen haben.

Wir hoffen, sehr geehrter Herr Minister zu Guttenberg, Sie verstehen nun auch die Sicht der Stammbesatzung, die immer ihr Bestes gegeben hat, um sicher und qualitativ hochwertig Kadetten an Bord auszubilden. Wir werden nun in der Presse als schlechte Menschen, ja gar als Unmenschen dargestellt. Dies macht uns und unseren Familien sehr zu schaffen.

Wir, die Stammbesatzung der Gorch Fock, fühlen uns sehr alleine gelassen – hier am Ende der Welt.

Hochachtungsvoll,

Besatzung Segelschulschiff GORCH FOCK

Absender: 
Besatzung Segelschulschiff GORCH FOCK
* Schweriner Straße 17a, 24106 Kiel

 

Den Adressaten des Briefes, den Inhaber der Befehls und Kommandogewalt in Friedenszeiten den Verteidigungsminister Karl-Theodor Guttenberg, erreichte die Nachricht seiner Soldaten von Bord (zur Webcam) aus den Pazifik-Hafengewässern vor der Insel Feuerland und der südlichsten Stadt der Welt, Ushuaia/Argentinien, am Freitagnachmittag (28.01.2011) per E-Mail in der Schweiz in Davos-Klosters, wo das Bundesregierungsmitglied am Weltwirtschaftsforum teilnimmt.

“Keinerlei Vorverurteilungen”

Zu Guttenberg zeigte Verständnis für die teils emotionalen Aussagen der Verfasser des Schreibens. “Ich nehme solche Briefe von Soldaten grundsätzlich sehr ernst und kann die aufgewühlten Gefühle auch nachvollziehen”, sagte er gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Soldaten würden schon bald eine Antwort erhalten, sicherte der Minister zu.
Zudem liefen derzeit intensive Ermittlungen zu den Vorgängen. Vor deren Abschluss werde es “keinerlei Vorverurteilungen” geben, betonte Guttenberg, so SPIEGEL ONLINE.

*Anmerkung: Die Adresse des Marinestützpunktes Kiel, der Heimathafen der GORCH FOCK, Kiel-Tirpitzhafen.

 

(Textquelle kursiv: Stammbesatzung des Segelschulschiffes GORCH FOCK, derzeit an Bord vor 9410 Ushuaia/Argentina;

Kartenquelle: google maps and earth;
Blderquellen:
Marine.de, die GORCH FOCK mit Sturmsegeln in schwerer See; der maritime Botschafter Deutschlands in den Hafengewässern von Ushuaia/Argentinien vor der Insel Feuerland;
Soldatenglück.de, der Kommandant des Segelschulschiffes GORCH FOCK, Kapitän zur See Norbert Schatz, an Bord in besseren Zeiten mit Soldatenglück.de-Herausgeber Dirk Hamel)


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22 Kommentare zu Feuerland-Deutschland: Offener Brief der Stammbesatzung des Marine-Segelschulschiffes GORCH FOCK an Verteidigungsminister zu Guttenberg

  1. Heijo Fescharek

    Kameraden!
    Ein hervorragender Brief! Ich hoffe, dass einige und auch unser Herr Minister zum Nachdenken angeregt werden. Irgendwann haben wir als Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften gelernt, vor einem Entschluss die Lage zu beurteilen und diese umfassend zu betrachten. Es ist wünschenswert, wenn die Entscheider sich hier wieder an das Gelernte erinnern könnten. Dazu gehört auch, die unterstellten Soldaten aller Ebenen vor Schaden, hier durch reißerische “Veröffentliche Meinung”, zu schützen. Diese Fehlverhalten der Führung ist unausstehlich.
    Heijo Fescharek, Oberstleutnant d.R. , G4

  2. Daniel S.

    Hallo Kameraden,

    ein toller Brief. SPITZE.
    Da kann man erkennen mit wie viel Herzblut ihr dabei seid. Leider werden immer alle Soldaten welche mit Leib und Seele dabei sind, mit den wenigen Idioten welche dumme Sprüche klopfen, über einen Kamm gescheert. Leider.

    Haltet die Ohren steiff, die Segel immer im Wind und seid stolz auf euch!

    Daniel, SU d.R.

  3. Alfons Huber

    Anerkennung auch von “Landratten” aus Niederbayern! Eine weitere Stellungnahme finden Sie bei unserem Gesprächskreis http://www.runder-tisch-niederbayern.de .

  4. Kenny

    Danke dafür, daß ich den Brief im genauen Wortlaut lesen konnte. Es ist sicherlich nicht leicht, sich an der (tatsächlich vorhandenen) militärischen Zensur vorbei in einem offenen Brief direkt an den Minister zu wenden. Aber ich glaube auch in Anbetracht der Situation (der Anschuldigungen, die kursieren & des Renomé des Schiffes) ein richtiger Schritt.
    Nicht alle denken schlecht von der Besatzung oder dem Schiff – es handelt sich um eine Medienkampagne, die lediglich dazu dient, die Auflage zu steigern und Stimmung zu machen.

    Ich kann nur hoffen, daß der Minister nicht unbeschadet aus der Sache geht – meiner Meinung nach war es ein großer Fehler, den Kapitän abzuberufen: Dies gleicht einer Verurteilung.
    Aber es passt zu seiner üblichen Vorgehensweise, medienwirksame Entscheidungen durchzusetzen, ungeachtet der persönlichen Konsequenzen für die Betroffenen. Ich erinnere an den Oberst Klein, der in einer Krisensituation vollkommen folgerichtig gehandelt hat, der aber den Rückhalt des Ministers ebenso schnell verlor, wie es nun auch bei Kapitän Schatz der Fall zu sein scheint.

    Ich hoffe, daß die “Weiße Lady” trotz der Vorfälle wieder gut und sicher im Heimathafen ankommt und daß sich alles zum Guten wendet!

  5. JonathanDoe

    Liebe Kameraden,

    auch wenn ich von der Seefahrt keine Ahnung habe, kann ich Eure momentane Situation nur zu gut verstehen. Leider wird dem Petenten immer mehr Vertrauen entgegen gebracht als dem Beschuldigten. Dies durfte ich 2010 am eigenen Leib erfahren. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Vorwürfe war ich von meinem Ausbildungsauftrag abgelöst. Auch jetzt, nachdem ich rehabilitiert bin (alle Vorwürfe erwiesen sich als unwahr) bin ich anscheinend nicht mehr als Ausbilder tragbar.
    Um weitere Repressalien zu vermeiden, bleibe ich lieber anonym. Euch kann ich nur viel Glück wünschen und darf Euch den Rat mit auf den Weg geben, anwaltliche Unterstützung zu suchen.

    Anonym, UmP

  6. Bauer Gerhard

    Guttenberg muss zurücktreten. Es ist eine Schande wie diese Regierung und die Medien mit seinen Soldaten umgehen.
    Haltet die Ohren steif. Minister kommen und gehen, deutsche Soldaten bleiben deutsche Soldaten.
    Die Herzen der aufrechten Deutschen sind bei euch.

  7. John

    Danke für das Einstellen des Briefes! Wenn ich das lese und die letzten Tage vor Augen habe, kommt in mir doch wieder Wut auf. Der Minister hat bei vielen von uns viel Boden verloren und das ist milde ausgedrückt. Lediglich der Bundeswehrverband hält dagegen. Der Rest, wohl auch der Inspekteur der Marine, inklusive viele Abgeordnete halten an dieser beschissenen Suspendierung fest. Jetzt, wo sie Gegenwind aus der Marine und auch anderen TSK bekommen, machen Sie auf Fürsorge! Loyalität kann keine Einbahnstrasse sein. Das muss der Minister wissen!

  8. Simon

    Der Brief ist gut und richtig! Der Minister hat falsch gehandelt! Eine Katastrophe, weshalb in der Marine aber auch in der Bundeswehr die Hölle los ist. Warum die Admiralität die Klappe hält, ist uns unklar. Durchhalten. Sollten Fehler passiert sein, dann steht man dazu. Das können wir Soldaten. Ich bin allerdings gespannt, ob sich die Enthebung des Kommandanten nachvollziehen lässt. Wenn nicht, muss der Minister zurücktreten!

  9. reinerels

    Hallo,

    wirklich erschreckend an der ganzen Sache ist, was für eine Macht dieses Sensationsblatt mit seinen reißerischen Artikeln hat.
    Genauso erschreckend ist, wie schnell und bereitwillig die Öffentlichkeit bereit ist, diesen Artikeln Glauben zu schenken.
    Umso schlimmer, wenn sich dann auch noch ein Politiker davon beeinflussen läßt.
    Der Schaden, der dadurch den Beteiligten, ob nun Schuldig oder unschuldig, angetan wurde und wird, ist nicht mehr gutzumachen.

    Ich bin mal gespannt, ob Kapitän z. See Schatz, wenn sich seine Unschuld herausstellt, tatsächlich wieder das Kommando über die Gorch Fock zurückbekommt, oder ob er still und leise irgendwo auf einen anderen Posten geschoben wird. (wo ist eigentlich Oberst Klein?)

    Vielleicht sollte er aber auch, aus Protest und als deutliches Zeichen, dieses Kommando nicht mehr annehmen und seinen Abschied nehmen.
    Wär natürlich schön, wenn sich Generäle oder Admiräle gewissermaßen solidarisch mit Schatz/Klein stellen würden, und aus Protest über den Führungsstil des IBUK ihren Abschied nehmen.
    Aber das sind halt auch Beamte in Uniform, die an ihren Posten hängen.

    Auf jeden Fall aber schadet dieser ganze Schlamassel der gesamten Bundeswehr. Nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern bestimmt auch bei den Leuten, die sich demnächst ja freiwilig zum Dienst an der Waffe melden sollen.
    Da überlegt sich doch bestimmt so mancher, ob er in einer Firma, wo er anscheinend schikaniert und beleidigt wird, tatsächlich eintreten soll.

    reinerels

  10. reinerels

    hallo nochmals,

    in den Nachrichten (HR3) wird berichtet, das sich ein weiterer Soldat über die Ausbilder der Gorch Fock beschwert hat. Das schreibt jedenfalls BamS (wer Sonst)
    Der Soldat sei, trotz seiner Höhenangst, gezwungen worden aufzuentern.
    Er soll aus der Mannschaft der verunglückten OA Seele sein.
    Also nehme ich an, auch ein OA.
    Wie kann man so bescheuert sein, sich auf ein Segelschiff zu melden, obwohl man Höhenangst hat und weiß das man in die Masten muss?
    ich hoffe, der Typ ist mittlerweile nicht mehr Soldat oder jedenfalls kein OA mehr.

    reinerels

  11. Luna

    Der Brief folgt wohl dem Sprichwort “Getroffene Hunde bellen laut.” Aber das wird den “feinen” Herren Stammbesetzung nicht viel nützen, denn es sind mittlerweile so viele GorchFuck-Schweinereien an den Tag gekommen, dass sie nicht mehr ungestraft davon kommen. Versetzung von der stillgelegten GF hinzu anderer Verwendung ist absehbar.
    Und der surfende “Apokalypse Now”-Kapitän wird auch noch zur Verantwortung gezogen.

  12. HFw S.

    Kurz und knapp!!!Jungs macht weiter so!!!Wehrt euch!!!

  13. ujay

    Als Salzbuckel in der Freizeit weiß ich, was Ihr durchmacht und meine größte Anerkennung für Eure Arbeit können die Medien nicht schmälern.
    Als Deutscher bin ich allerdings von Politik und Medien genau so alleingelassen wie Ihr. Die aufrechten Deutschen stehen allerdings hinter Euch.
    Der Brief ist ein guter Anfang.
    Weiter so!

  14. Bauer Gerhard

    “Der Soldat sei, trotz seiner Höhenangst, gezwungen worden aufzuentern.”
    Von reinerels

    Wer Angst vorm Bergsteigen hat, soll nicht zu den Gebirgsjägern gehen.
    Wer vor Aufgaben Angst hat, die bei der Marine gestellt werden, sollte sich was anderes suchen.

    Ich kann mir vorstellen, dass schon manchem mulmig wurde als er in die Netze musste, der eine meistert und überwindet seine Angst, den anderen lähmt sie. Das dabei auch Unfälle geschehen können, kann man nie ausschließen.
    Wie wäre die Soldatin denn gezwungen worden aufzusteigen? Mit vorgehaltener Waffe? Wohl kaum.

  15. Bauer Gerhard

    Die Bundeswehr wird demontiert, dazu ist den Feinden Deutschlands jedes Mittel recht. Diesmal sind die Soldaten und Offiziere der Gorch Fock dran.
    Wehrt euch und lasst euch den Schuh aufblasen.

  16. reinerels

    Hallo,
    eine Frage:
    diese Aufenterübungen, bei der die OA umgekommen ist, sind doch im Hafen, also ohne Wetterbeeinflussung des Schiffes durchgeführt worden?
    Werden die Kadetten eigentlich nicht auf ihre körperliche Fitness geprüft, bevor sie auf die Gorch Fock geschickt werden?
    man weiß doch, das der Dienst auf dem Segelschiff besondere körperliche Anforderungen stellt, also müssten die Kadetten doch vorher mehr Sport treiben, oder?
    Oder ist da ein Auge zugedrückt worden, weil der OA ein Mädchen/Frau war?
    Wenn dem so war/ist, muss sich die Untersuchungskommision auch mit diesem Thema beschäftigen, und da vielleicht schärfere Grundvoraussetzungen für den Dienst auf der Gorch Fock stellen.

    reinerels

  17. tschmidt

    Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg sollte zurücktreten. Sein Verhalten vermittelt den Eindruck, dass er nicht für die Bundeswehr arbeitet, sondern gegen sie.

  18. Soldatenglück – vom Streitkräfte-Blog mit dem robusten Mandat « Mit Patriotismus zur Freiheit

    [...] Feuerland-Deutschland: Offener Brief der Stammbesatzung des Marine-Segelschulschiffes GORCH FOCK an … [...]

  19. Antoninus

    Zitat aus dem Brief der Stamm-Bestazung, die nicht angibt, ob wirklich alle “Stämmlinge” des Kapitäns ihn unterschrieben haben:

    „Zu keiner Zeit wurde hier an Bord ein Soldat von einem anderen angefasst oder gar sexuell belästigt.“

    Der Satz ist klasse konstruiert!

    Was wurde da denn vergessen…?

    Jau – Soldat i n n e n…!

    Eigenartig, was des Mannes Schreib-Schwanz nicht ausdrücken kann, das will er auch vergessen.

    Der Rest ist dann Ver-Schweigen.

  20. Dee Ex

    @ Antoninus

    Dieses Gender-Gehabe ist ziemlich tuntig und hat im Krieg sowieso verloren. Ein Soldat ist ein Soldat – da sollte man keine Unterschiede machen. Im Ernstfall kostet es wertvolle Zeit (und Leben), wenn man sich erst noch Gedanken machen muss, wie man seine Kameraden nun nennen oder anpacken DARF… ;)

    Solidarische Grüße
    an unsere (XX+XY) “Jungs”

    von *Mia

  21. Heike

    Ich denke, daß die Soldaten der “Gorch Fock ” zwischenzeitlich und notgedrungen mehr oder minder den Respekt vor ihrem obersten Dienstherrn verloren haben, der durch weitere Untugenden sein Amt so sehr beschädigte, daß sein Verhalten im Falle der “Gorch Fock ” leider nur ein Fall unter mehreren Aus-Fällen von ihm gewesen ist. Ein schwacher Trost, gewiß , aber immerhin.

  22. Richard Keller

    Oh die armen Mädels & Jungs von der Bundeswehr!!!

    Die Fock ist nun mal kein Luxusliner, wer hier anheuert, müßte eigendlich wissen, daß statt Captain’s Dinnner eher Arschaufreissen angesagt ist!

    Mein Arsch hätte sich sicher in der first-class einer Concord wohler gefühlt, aber so weit hat’s bei mir auch nicht gereicht. Keine heiße Saftschubse, keine kühlen Drinks! Statt dessen ein brettharter Stuhl, Frankenstein und Maske.
    Aber dafür “supersonic”, so ‘ne alte Phantom hat halt auch ihren Charm!
    In unseren Jobs brauchen wir keine weichgespülten Mamasöhnchen,

    Wer im Soldatenberuf bestehen will, egal ob Frau oder Mann, muß eine gewisse Härte haben, leider müßen immer mehr Jugendliche diese erst lernen, da sie in einer verweichlichten Umwelt aufgewachsen sind.

    Das man als Vorgesetzter für die Probleme seiner Soldaten stets ein offenes Ohr hat und diese auch ernst nimmt, versteht sich von selbst, ansonsten ist man für diese Funktion untauglich!

    Ich trage zwar “hellblau”, kenne meine Kameraden in “dunkelblau” aber sehr gut. Und ich habe gerade in der Marine immer hervorragende Kameradschaft und Ehrlichkeit erlebt.

    Wenn man hier jemandem einen Vorwurf machen kann, dann doch wohl nur dem Stabsunteroffizier d.R. K.-T. z. G.

    Richard Keller
    OTL d.R. GAF

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