Archiv für Dezember, 2010

Afghanistan: Taliban-Angriffe gegen deutschen Soldaten im Raum Kunduz – tägliche, gefahrvolle Routine

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Erneut Angriff auf deutsche Kräfte nahe Kundus
Berlin/Kundus , 30.12.2010, Einstellzeit: 11.50 Uhr.

Am 30. Dezember gegen 9.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit (13.00 Uhr Ortszeit) wurden deutsche ISAF-Kräfte und Soldaten der afghanischen Streitkräfte (ANA, Afghan National Army) circa 13 Kilometer nordwestlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Kundus mit Handwaffen angegriffen.

Es wurden keine Soldaten verwundet. Es entstanden keine Schäden.

Der Auftrag wird weiter fortgesetzt.

Stand: 11 Uhr (Zitatende)

Soldatenglück.de berichtete noch gestern: Afghanistan: Täglich Angriffe gegen Bundeswehr-Soldaten im ISAF-Einsatz, heute IED-Anschlag auf Patrouille im Raum Kunduz und und Afghanistan: Bundeswehr- und Afghan National Army-Soldaten gemeinsam unter Taliban-Feuer und davor Nordafghanistan: Deutscher Mitarbeiter der Entwicklungshilfe bei Angriff getötet und vor Weihnachten Alltag in Afghanistan (Video) – Feuergefecht am Vorweihnachtstag.
Es hat den Anschein, dass der Gegner Taliban in der westlichen-christlichen Festtagsphase und in der Nachrichten-ärmeren Periode zwischen Weihnachten und Silvester/Neujahr mit aller Macht eine blutige Nachricht fabrizieren oder herbei sprengen will, um in Deutschland den Afghanistan-Krieg mit seinen tödlichen Risiken wieder in de Nachrichtenticker und auf die Titelseiten zu bringen.

(Textquelle kursiv: Bundeswehr.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int,
Benjamin K., a German military servicemember, scans the horizon while securing a 4th Combat Aviation Brigade, 4th Infantry Division CH-47 Chinook supporting an unmanned aerial vehicle recovery mission in northern Afghanistan, Dec. 20. The capable 4th CAB Chinook supported the German troops in sling loading the UAV;
Alexander E., a German military servicemember, scans the horizon while pulling security for a 4th Combat Aviation Brigade, 4th Infantry Division, CH-47 Chinook, during an unmanned aerial vehicle recovery operation Dec. 20. Alexander E. is deployed to Afghanistan in support of Operation Enduring Freedom and the International Security Force forces.
Photograph by U.S. Army Sgt. Sean Harriman, 4th CAB Public Affairs Office)



Bundesverkehrsminister Ramsauer contra Anglizismen

Donnerstag, 30. Dezember 2010

In Zeiten, in denen Fahrgäste der Bahn im Sommer wegen brütender Hitze in Waggons massenweise umfallen und im Winter beinahe zu Eiszapfen erstarren müssen, weil die Heizungen oder Züge reihenweise ausfallen, gibt es für einen Bundesverkehrsminister wahrlich wichtigere Aufgaben, als sich um das Ausmerzen von Anglizismen zu kümmern. Natürlich sollte die deutsche Sprache nicht zum Denglisch verkommen. Das tut sie aber auch nicht. Würde Peter Ramsauer den Menschen wirklich “aufs Maul schauen”, wie er das wenig geschmeidig ausdrückt, würde er sehen, dass die Menschen in ihrer Alltagssprache überwiegend deutsche Begriffe benutzen oder – noch ursprünglicher – Dialekt sprechen. Ramsauers Argument, dass immer mehr Personen durch zu viele englische Begriffe ausgeschlossen werden, greift ebenfalls nicht: Selbst ältere Leute, die aufgewachsen sind, ohne jemals in der Schule Englisch gelernt zu haben, kommen mit – und lernen durch die Anglizismen übrigens auch dazu. Das sollte auch Ramsauer tun – und sich darum kümmern, dass die Bahn nicht ihre englischen Begriffe zurückübersetzt, sondern für einen reibungslosen Ablauf des Bahnverkehrs sorgt. (Zitatende)

Kommentiert die Mitteldeutsche Zeitung aus Regensburg auf hochdeutsch.

Dazu der aktuelle Beitrag von “Der Tagesspiegel” aus Berlin als Nachtrag:
Deutsch-Initiative von Peter Ramsauer: Jetzt gibt es Krach mit dem Verkehrsausschuss

CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer ist mit seiner Initiative zur Entanglifizierung der deutschen Sprache auf heftigen Widerstand im Verkehrsausschuss des Bundestages gestoßen. Der Vorsitzende des Ausschusses, der Grünen-Abgeordnete Winfried Hermann, zeigte sich “entsetzt” darüber, dass sich der Minister und seine Mitarbeiter mit der Rückübersetzung von englischen Begriffen in die deutsche Sprache statt mit den Problemen des Bahnverkehrs beschäftigten. “In einer Zeit, wo die Menschen schon froh darüber sind, dass ihr Zug im Winterchaos überhaupt am Ziel ankommt und Pünktlichkeit zur Seltenheit wird”, sagte Hermann dem Tagesspiegel (Freitagsausgabe), “wundere ich mich sehr darüber, dass der Bahn-Eigentümer kein anderes Problem als die Anglizismen in seinem Ministerium hat.” Hermann warf Ramsauer vor “in der Winter-Krise abzutauchen”. Der Parlamentarier forderte den Verkehrsminister auf, “endlich Konzepte und Strategien zur Überwindung des Elends bei der Bahn” vorzulegen. (Zitatende)

(Textquellen kursiv: Mittelbayerische Zeitung.de, Der Tagesspiegel.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Soldaten informieren sich – Mit Beginn des Wochenendes begeben sich die nicht heimatnah verwendeten Soldaten mit Bahn oderanderen Transportmitteln auf die Heimfahrt zu ihren Familien)

Ukrainisches Kriegsschiff beendet Teilnahme an Antiterror-Operation der NATO

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Die ukrainische Korvette “Ternopil” hat zum fünften Mal an der militärischen NATO-Operation “Operation Active Endeavour” (OAE) teilgenommen. Ziel der Operation, die von der Allianz erstmals nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 durchgeführt wurde, ist es, zur Entdeckung und Abschreckung terroristischer Aktivitäten im Mittelmeerraum beizutragen. Die Ukraine gehörte zu den ersten Nichtmitglied-Staaten, die sich an der Operation beteiligten.

Die Teilnahme war für unser Land von grosser Bedeutung. Die Ukraine hat erneut gezeigt, dass sie ihren internationalen Verpflichtungen ordnungsgemäss nachkommt und zur Stabilität im Mittelmeerraum und im Schwarzen Meer beiträgt. Damit hat unser Land seine Unermüdlichkeit im Kampf gegen den Terrorismus bewiesen”, so Konteradmiral Yuriy Illyin.

Dem ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Leonid Kutschma, ist es zu verdanken, dass die Ukraine einen zufriedenstellenden Dialog mit der NATO (North Atlantic Treaty Organization, Organisation des Nordatlantikvertrags) anstrebte. Obgleich der von 2004 bis 2009 amtierende ukrainische Präsident, Wiktor Juschtschenko , die Idee des NATO-Beitritts der Ukraine förderte, wurde sie von der Mehrzahl der Ukrainer nicht unterstützt und das Land hat seinen bündnisfreien Status beibehalten. Gemäss eines kürzlich erlassenen Gesetzes über die Grundlagen der Innen- und Aussenpolitik, das vom derzeit amtierenden Präsidenten Wiktor Juschtschenko 2010 abgezeichnet wurde, soll die Ukraine auch künftig eine konstruktive Partnerschaft mit der NATO verfolgen.

Die Mannschaft der Korvette beteiligte sich an Surge-Operationen und unterstützte die Seeraumüberwachung des zivilen Seeverkehrs. Informationen über verdächtige Schiffe wurden gesammelt und analysiert und Schiffe mit wichtiger Ladung begleitet. Die Korvette nahm an fünf Patrouillen in den verschiedenen Mittelmeerräumen teil.

Nächstes Jahr wird die Ukraine ihr Kriegsschiff “Lutsk” zur Teilnahme an dem Marineeinsatz entsenden. Auch Marokko und Israel boten für 2011 Schiffe an.

Im Rahmen des Programms haben die NATO-Streitkräfte mehr als 110.000 Handelsschiffe angehalten und 160 verdächtige Schiffe vor Ort überprüft. Mit ihren Seeoperationen im Kampf gegen den Terrorismus hat die NATO mit ihrer Präsenz in diesen Gewässern den Schiffsverkehr durch die Strasse von Gibraltar gefördert. Die erhöhte NATO-Präsenz wirkt sich zudem förderlich auf das Sicherheits-Kooperationsprogramm mit den Ländern des weiteren Mittelmeerraums (Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Mauretanien, Marokko, Tunesien) aus.

Die Beziehungen zwischen der NATO und der Ukraine wurden 1991 offiziell ins Leben gerufen, als die Ukraine dem “North Atlantic Cooperation Council”, dem heutigen “Euro-Atlantischen Partnerschaftsrat” (EAPR, Euro-Atlantic Partnership Council, EAPC) beitrat. 1994 begann die Ukraine als erstes Land der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) die Zusammenarbeit mit dem Nato-Programm “Partnerschaft für den Frieden” (Partnership for Peace, PfP). Die Allianz besteht heute aus 28 unabhängigen Mitgliedsländern und arbeitet mit einer Reihe unterschiedlicher Länder zusammen. (Zitatende)

Dazu der Artikel Ukrainian ship joins NATO’s counter-terrorism surge in eastern Mediterranean bei NATO.int.

(Textquelle kursiv: Worldwide News Ukraine, wnu-ukraine.com:
Bildquelle: NATO.int)

Afghanistan: Bundeswehr-Soldaten auf Patrouille in der Provinz Kunduz (Video)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

mit Rückendeckung durch die Panzerhaubitzen 2000
aus dem PRT Kunduz

 

Sie zeigen militärische Präsenz und versuchen das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Gemeinsam gehen deutsche und afghanische Soldaten in der nordafghanischen Provinz Kunduz auf Patrouille. Noch vor einigen Monaten war die Ortschaft fest in den Händen der Taliban. Im Notfall können die Bundeswehrsoldaten auch mit der Panzerhaubitze 2000 Rückendeckung geben.

Dazu das aktuelle Interview: Afghanistan: “Harte Wochen” stehen bevor mit dem deutschen Commander des ISAF Regional Command North mit rund 11.000 ISAF-Soldaten, Generalmajor Hans-Werner Fritz bei Bundeswehr.de.

[Video-, Textquelle: Bundeswehr.de, Einsatzkameratrupp (EKT), "Präsenz zeigen"]

Militärseelsorge in der Mobilitäts-Offensive, der Prophet kommt zum Soldaten (Video)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt …

 

“Das mobile Pfarramt”. Eine Initiative des evangelischen Militärdekans am Standort Bonn. Er wartet jetzt nicht mehr darauf, dass die Soldatinnen und Soldaten zu ihm kommen, sondern besucht sie an ihrem Arbeitsplatz. Damit erweitert das Pfarramt seine Erreichbarkeit. Zwei Stunden Zeit nimmt er sich jedes Mal für die Hausbesuche. Immer mit dabei: ein rotes Sofa.

(Videoquelle: Bundeswehr.de)

Hintergrundinformationen: Militärseelsorge der Bundeswehr



Westafrikanische Staatschefs wollen Gbagbo in Elfenbeinküste zur Vernunft bringen (Videos)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

 

Côte d’Ivoire

In Abidjan in der Elfenbeinküste sind mehrere Vertreter west-afrikanischer Staaten zur Vermittlung eingetroffen. Die Staatschefs aus Sierra Leone, Benin und Kap Verde wollen versuchen, den sich an sein Amt klammernden Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, dazu zu bringen, endlich seinen Platz zu räumen.

Soldatenglück.de berichte gestern über Westafrika: Elfenbeinküste: Drama mit Signalwirkung (Videos) und die Lage in Nigeria.

 

In der Elfenbeinküste ist weiter unklar, wer Präsident ist. Nach dem Treffen in Abidjan zwischen dem sich an die Macht klammernden Staatschef Laurent Gbagbo und den Vermittlern aus mehreren west-afrikanischen Staaten wurde kein Ergebnis bekannt gegeben. Es wird vermutet, dass Gbagbo bei den Verhandlungen Exil und Straffreiheit angeboten wurde, und dieser das Angebot ablehnte. Gbagbo hatte bereits vor dem Treffen signalisiert, er erkenne keinen auf dem Präsidentenstuhl an außer sich selbst.

(Videoquelle: euronews.net;
Grafikquelle: ECOWAS.int; Logo, westafrikanische ECOWAS-Staaten)

Hintergrundinformationen: United Nations Operations in Côte d’Ivoire (UNOCI, OUNICI); Economic Community Of West African States (ECOWAS); Legion Etrangere (Fremdenlegion)

Schnellboot ZOBEL auf dem Weg zum UNIFIL-Einsatz (Video)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Am Montag, den 3. Januar 2011 um 10 Uhr, heißt es “Leinen los und ein” für das Schnellboot “Zobel”. Vom Marinestützpunkt Wilhelmshaven aus tritt es als erstes Boot der Marine im neuen Jahr den 3.500 Seemeilen (etwa 6.500 Km) langen Transit Richtung Libanesische Küste an.

Aufgrund eines Besatzungstausches mit dem Schnellboot “Puma” befindet sich “Zobel” zunächst unter dem Kommando des “Puma”-Kommandanten, Kapitänleutnant Oliver Ertel (33). Nach einigen Zwischenstopps zur Nachversorgung in Frankreich, Spanien sowie auf Malta und Kreta wird das Schnellboot Mitte Januar im Hafen von Limassol auf Zypern erwartet, um sich anschließend am maritimen Einsatzverband der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) zu beteiligen. Anfang Mai erfolgt die Ablösung der 40 Soldaten durch die eigentliche Besatzung des “Zobel” unter dem Kommando von Korvettenkapitän Volker Hayn (36).

Bereits im Dezember hatte das im 7. Schnellbootgeschwader in Warnemünde beheimatete Schnellboot “Zobel” nach Wilhelmshaven verlegt. Grund war die für Warnemünde, Kiel und den Nord-Ostsee Kanal abzusehende Entwicklung der Eislage.

Hintergrundinformationen

Die Besatzungen der Schnellboote werden ausgetauscht, um einerseits die Belastung für die Soldaten zu verringern und andererseits Transitzeiten und die damit verbundenen Kosten einzusparen.

Hintergründe zum UNIFIL-Einsatz

Der Auftrag des maritimen Einsatzverbandes der Vereinten Nationen besteht darin, die Seewege vor der libanesischen Küste in enger Abstimmung mit den libanesischen Streitkräften zu überwachen und damit den Waffenschmuggel auf dem Seeweg in den Libanon zu unterbinden.

Der Verband setzt sich aus einer wechselnden Anzahl von Schiffen und Booten zusammen, die derzeit unter spanischer Führung aus Griechenland, der Türkei, Indonesien, Bangladesh und Deutschland gestellt werden.

Schwerpunkt des deutschen Kontingentes ist zusätzlich die Ausbildung der libanesischen Marine, mit dem Ziel, diese zur Überwachung ihrer Küstengewässer künftig selbst zu befähigen.

Der Einsatzverband wurde im September 2006 aufgestellt. Das Mandat des Deutschen Bundestages für diesen Einsatz endet nach derzeitigem Stand am 30. Juni 2011. (Ziatende)

Dazu das UNIFIL-Video: DISCOVER UNIFIL – 5 – MTF HESSEN

 

Germany has led UNIFILs Maritime Task Force for 14 months since its inception on the 15th of October, 2006. This episode takes you onboard the Hessen, one of the most advanced naval vessels to have patrolled Lebanons coastal waters as part of UNIFILs Maritime Task Force. Watch how the crew of the Hessen lives and carries out its peacekeeping mission in the service of UNIFIL and Lebanon.

(Text-, Bilderquelle: Marine.de;
Grafikquelle: CIA.gov, Karte Libanon;
Videoquelle: UN Mission UNIFIL.org)

Hintergrundinformationen: United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL), Deutsche Bootschaft Beirut

Afghanistan: Täglich Angriffe gegen Bundeswehr-Soldaten im ISAF-Einsatz, heute IED-Anschlag auf Patrouille im Raum Kunduz

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Sprengfallen-Anschlag auf deutsche Patrouille
Berlin/Kundus, 29.12.2010, Einstellzeit: 13.30 Uhr.

Am 29. Dezember gegen 10.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit (13.45 Uhr Ortszeit) ist ein Fahrzeug einer deutschen ISAF-Patrouille bei Ghara, circa 9 Kilometer südwestlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Kundus, auf eine Sprengfalle (IED) aufgefahren.

Es wurden keine deutschen Soldaten verwundet. An dem Fahrzeug entstand Sachschaden.

Stand: 12 Uhr (Zitatende)

Soldatenglück.de berichtete gestern: Afghanistan: Bundeswehr- und Afghan National Army-Soldaten gemeinsam unter Taliban-Feuer und davor Nordafghanistan: Deutscher Mitarbeiter der Entwicklungshilfe bei Angriff getötet und vor Weihnachten Alltag in Afghanistan (Video) – Feuergefecht am Vorweihnachtstag.
Es hat den Anschein, dass der Gegner Taliban in der westlichen-christlichen Festtagsphase und in der Nachrichten-ärmeren Periode zwischen Weihnachten und Silvester/Neujahr mit aller Macht eine blutige Nachricht fabrizieren oder herbei sprengen will, um in Deutschland den Afghanistan-Krieg mit seinen tödlichen Risiken wieder in de Nachrichtenticker und auf die Titelseiten zu bringen.

(Textquelle kursiv: Bundeswehr.de;
Vergleichsbild: Deutsche ISAF-Soldaten bei der Bergung eines beschädigten DINGO)

Sparziele für die Bundeswehr – Die Last der schneidigen Angebote

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Der Bundeswehrverband hat recht, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch: Mit den aktuellen Sparvorgaben und Zielgrößen werden die Streitkräfte kaum solide umzubauen sein. Dass die Reform eine Anschubfinanzierung braucht, auf dass rasch entstehe, was Kosten dämpft, steht schon in den Vorschlägen der Weizsäcker-Kommission von 2000. Allein, all dies wird ungehört verhallen.

Die Verantwortung dafür trägt zu einem guten Teil der Minister. Es waren seine Steilvorlagen, die die Kanzlerin in die Vorgabe verwandelt hat, 8,3 Milliarden Euro weniger als vorgesehen für Verteidigung auszugeben. Guttenbergs Angebotspolitik mag seinen Ruf als schneidiger Gestalter poliert haben. Für die Armee wird sie zur schweren Last.

Da des Ministers Pläne aus finanz- und nicht aus sicherheitspolitischen Erwägungen abgeleitet sind, passt theoretisch jede Zahl. Das macht seine Position nun schwach, jede noch so gut begründete Nachforderung angreifbar.

Ein Beispiel: Auch wenn es am Ende womöglich gar nicht so kommt – es reicht, dass sich viele Abgeordnete von einer größeren Truppenstärke den Erhalt von mehr Standorten versprechen. So hat sich Guttenberg an diesem Punkt jenen beugen müssen, die Heimatinteressen über das große Ganze stellen.

Wer wollte es ihnen verdenken? Was ein massenhafter Truppenabzug aus einer Stadt wie Wilhelmshaven bedeutet, haben Parlamentarier klar vor Augen. Was der Minister außer Sparen sonst noch will, bleibt dagegen nebulös. (Zitatende)

Kommentiert die Neue Osnabrücker Zeitung.

(Textquelle kursiv: Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, LEOPARD 2 PSO, der Prototyp eines modifizierten Waffensystems für Peace Support Operations, das wie vieles andere der Truppe für den Einsatz nicht zur Verfügung steht)

Gefährder und Geiselnehmer Iran (Video)

Dienstag, 28. Dezember 2010

Mehr Druck

Seit 80 Tagen sitzen zwei deutsche Reporter unschuldig im Iran in Haft. Ihr Vergehen ist lächerlich: Sie reisten mit Touristen- statt mit Journalistenvisa in das Land, um die Familie einer zum Tod durch Steinigung verurteilten Frau zu interviewen. Jetzt sind sie ein weiteres Faustpfand des Ajatollah-Regimes. Es gibt sich einmal mehr wie ein Geiselnehmer-Clan.

Schon oft wurden westliche Ausländer im Iran nach den unsinnigsten Anschuldigungen für Monate oder Jahre eingekerkert, um von den jeweiligen Heimatländern politische Zugeständnisse zu erpressen. Regelmäßig wurden die Opfer im iranischen Staatsfernsehen vorgeführt. Deshalb ist es nicht überraschend, dass auch die beiden Deutschen für die Staatspropaganda herhalten mussten, als Angehörige sie nun erstmals besuchen durften.

Dagegen verwundert es ein wenig, dass sich Außenminister Westerwelle bei seinem iranischen Amtskollegen für dessen “Unterstützung” offiziell bedankt. Schließlich ist der oberste Diplomat der Ajatollahs als bedeutender Kopf des Regimes mitverantwortlich für den kriminellen Akt. Niemandem aus der iranischen Führungsriege gebührt ein Wort des Dankes. Erst gestern ließen die Ajatollahs einen Oppositionellen und einen vermeintlichen Spion Israels hinrichten. Anbiedern hilft nicht – Druck auf Teheran dagegen schon. (Zitatende)

Kommentiert die Neeu Osnabrücker Zeitung.

Die Rheinische Post aus Düsseldorf kommentiert:

Besuch in Iran

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Machthaber im Iran im Falle der beiden inhaftierten deutschen Journalisten Vergeltung üben. Immerhin sitzt Deutschland neben den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates mit am Tisch, wenn es um das umstrittene iranische Atomprogramm geht. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, heimlich an Atomwaffen zu forschen. Die wegen der iranischen Ablehnung von Transparenz und effektiven Kontrollen verhängten Sanktionen trägt Deutschland mit. Nun musste Außenminister Westerwelle Druck machen, er musste seinen Amtskollegen in Teheran bitten, ein Treffen der beiden Inhaftierten mit Verwandten zu ermöglichen. Dass dies nach Zusagen, Verschiebungen und einer zermürbenden Hinhaltetaktik nun möglich war, ist schön. Doch aufatmen können die Deutschen nicht. Teheran signalisiert keine rasche Freilassung der seit fast zwölf Wochen Festgehaltenen. Ihr Vergehen: Sie hatten ohne Journalisten-Visum gearbeitet oder zu arbeiten versucht. Teheran sollte mit einer Freiheits-Geste für positive Schlagzeilen sorgen. Das würde den Umgang mit dem Land erleichtern und helfen, Irans ramponiertes Erscheinungsbild ein wenig zu korrigieren. (Zitatende)

Soldatenglück.de berichtete gestern: Islamische Republik Iran führt Deutschland vor (Video) – Bundesregierung bestellt iranischen Botschafter ein.

Dazu aus der NDR-Sendung WELTBILDERvon 10/2010 das Video:
Iran: Einschwören auf den Kampf

 

U-Boote, Raketen, Aufmärsche der Armee: Der Iran rüstet auf und schwört die Bevölkerung auf künftige Kriege ein.

(Textquelle kusriv: Rheinische Post.de, Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Kartengrafik: CIA.gov)

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