Soldatenglück.de hat in das Einsatzgebiet Kosovo verlegt (Videos)

von Dirk ~ 21. Dezember 2010. Zu lesen unter: Grund(ein)stellung, Video.

Über 8.000 Soldaten der NATO-Truppe Kosovo Force (KFOR) sind noch im Kosovo stationiert, darunter 1.355 deutsche Soldaten und Soldatinnen (110) der Bundeswehr, Tendenz sinkend. Die Soldaten aus Deutschland sind im KFOR Headquartes Pristina und im Feldlager Prizren im Süden des Kosovo im Dienst, auch Weihnachten.

Soldatenglück.de hat luftverlastet bei Schneegestöber via Budapest/Ungarn in den Kosovo verlegt und wird die Weihnachtstage bei und mit den deutschen Soldaten und Polizisten verbringen.
Eine Reise in das Einsatzgebiet Afghanistan ist für 2011 geplant, der Balkan liegt im südöstlichen Vorhof Europas binnen 4 Stunden mit Linienflugzeugen erreichbar und die KFOR-Mission dürfte im Verlauf 2011 ein Auslaufmodell werden.

Die Lage im Kosovo ist nach den Wahlen instabiler geworden, die Regierungsbildung bietet ein Vakuum der Unsicherheit, die neuen-alten Vorwürfe aktuell zusammengefasst vom Europäischen Rat-Sonderermittler Dick Marty (CH) gegen den Gewinner der Wahl, den Premierminister Hacim Thaci von der Partei PDK (Bild unten, die PDK-Parteizentrale mitten in Pristina mit Großbild von H. Thaci), wegen Kriegsverbrechen und Organhandel sowie Beteiligung an der Organisierten Kriminalität, kommen erschwerend hinzu.
Soldatenglück.de berichtete: Kosovos Premierminister Hacim Thaci wird von seiner Vergangenheit eingeholt (Video).

Der zweite maßgebliche Akteur des Kosovo aus UCK-Zeiten, der sich mit seiner Partei AAK in der Vergangenheit an der Regierung des Kosovo beteiligte, ist Ramush Haradinaj, der wegen Verdachtes von Kriegsverbrechen und Mordes an Zeugen in Den Haag/Niederlande beim Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Untersuchungshaft einsitzt und dessen Großbild-Plakate (Bild unten) die Straßen der Hauptstadt Pristina auch im Dezember 2010 zieren.

Eigentlich wollte Ramush Haradinaj derzeit Hafturlaub einlegen, seine Anwälte beantragten die temporäre Haftverschonung des Selbststellers, weil sein drittes eheliches Kind geboren werde, allerdings geht es wohl eher um die Beteiligung an der neuen Regierungsbildung im Mutterland Kosovo, die ihm zwar verboten wäre, aber wenn interessiert das schon im Kosovo. Die Staatsanwaltschaft versagte allerdings den Sonder-Wunsch des Angeklagten. Das Video unten zeigt den ICTY bei der Arbeit gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Ramush Haradaj, der Pristina in Großbildern ziert.

 

 

So sind aktuell in der Kosovo-Presse Spekulationen im Umlauf, dass Hacim Thaci im Januar 2011 den Ramush Haradinaj in Den Haag im Gefängnis besuchen will – vielleicht kann der Strafgerichtshof dann gleich einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Organhändler aus Kriegszeiten mit vollstrecken, dann könnten sich Hacim und Ramush ganz in Ruhe unterhalten, auch gerne etwas länger.

Der Kosovo dürfte wohl der einzige Staat in Europa sein, in dessen Hauptstadt mutmaßliche Kriegsverbrecher regieren oder das Stadtbild mit ihrer Omnipräsenz dominieren. Soldatenglück.de berichtete bereits in 2008: OK steht im Kosovo keineswegs für alles in Ordnung – Beispiel: Ramush Haradinaj (Video).
Eigentlich sind die Dinge im Kosovo schnell durchschaut, doch der Balkan birgt seine Geheimnisse und wer die aufdeckt oder die falschen Frage stellt, lernt die albanische Methode kennen.
Darum ist gut, dass unsere Soldaten hier die längste Zeit gewesen sind, das Versagen der internationalen und UN-Politik (UNMIK) konnte auch eine zigtausendfache Truppenstärke nicht ausbalancieren, die Auftragslage heißt jetzt umso mehr Strafverfolgung, Korruptionsbekämpfung und Demokratisierung von staatlichen Strukturen, also kein militärischer Auftrag mehr.

(Bilderquelle: Soldatenglück.de, verschneiter Flughafen Budapest/Ungarn; Weihnachtmänner und -frauen im muslimisch dominierten Kosovo; PDK-Parteizentrale Pritina; eines der Großbilder von Ramush Haradinaj nahe dem Grand Hotel in der Innenstadt von Pristina
Videoquelle: ICTY.org
)

Hintergrundinformationen: International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY), interaktive Karte des ICTY vom Kosovo,  Inhuman treatment of people and illicit trafficking in human organs in Kosovo: report by Dick Marty, Anhang

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