Töten für den Frieden

von Dirk ~ 1. Dezember 2010. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.

Die Politik, die Kirche und der Krieg

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 23.30 Uhr im Ersten

Im zehnten Jahr des Afghanistan-Krieges hat es den Anschein, als gehörten die Soldatensärge mit Helm und Deutschlandflagge allmählich zum traurigen Teil des Alltags, so wie die Straßenverkehrstoten eben auch. Das Verhältnis der Deutschen zum Krieg hat sich grundlegend verändert.

“Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen”: Die Parole, mit der ausgerechnet Franz Josef Strauß 1949 in den ersten Bundestags-Wahlkampf zog, ist lang schon Geschichte. Nun wird im Zusammenhang mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan offen von Krieg, der ebenso schmerzhaft wie gerecht sei, gesprochen.

Auch Vertreter der Kirchen reihen sich ein in die Schar der Fürsprecher und preisen, wie der evangelische Militärseelsorger in Kunduz, die Soldaten als “Krieger des Lichts”. Was hat sich da verändert?

Der Bericht des NDR dokumentiert die Stationen einer schleichenden Wandlung und hinterfragt die ethischen Grundlagen des Krieges. Töten für den Frieden? Vaterlandsverteidigung am Hindukusch? Oder aber: “Nichts ist gut in Afghanistan”, wie es die einstige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann formulierte?

Autor Tilman Jens hat mitten im afghanischen Kriegsgebiet Soldaten über die im Kreis der Truppe oft tabuisierten Themen Sterben und Töten befragt und diskutiert mit nachdenklichen Zivilisten – vom Theologen Wolfgang Huber bis zur Politikerin Antje Vollmer – am Beispiel Afghanistan die moralische Rechtfertigung des Krieges und mögliche Grenzen des Fünften Gebots “Du sollst nicht töten”.

(Textquelle: ARD.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de)

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2 Kommentare zu Töten für den Frieden

  1. luger

    Mein Ja ist ein Nein

    Tilman Jens schlägt hier den großen Bogen.
    Von der Dresdener Kirchenkanzel über die Gräberfelder von Verdun und Bitburg zum Sargdepot des heimischen Totengräbers.
    Ja, noch immer ist nichts gut in Afghanistan, konstatiert, nach dreißigjährigem Forschungsaufenthalt in Berlin, eine deutsch-afghanische Soziologieprofessorin anläßlich ihrer Kurzvisite in der alten Heimat.
    Aber woran liegt das?
    Daran, dass die BRD ihre sozioökonomischen Spannungen und Depressionen mittels Krieg nach aussen ableitet, behauptet Oskar Negt. Und natürlich auch ein bisschen an Thilo Sarazzin.
    Vielleicht auch daran, dass Deutschland mit seinem militärischen Einsatz die Nazi-Vergangenheit kompensiert und mit der Verteidigung vitaler, auch wirtschaftlicher Interessen in den Kreis “normaler” Staaten zurückkehren will, assistiert Wolfgang Benz.
    Ach was, Schuld ist Antje Vollmer.Da sie eigentlich “Nein” sagen wollte, dann aber mit “Ja” gestimmt hatte. Weil sie den Afghanistan-Einsatz zwar für eine Sünde hielt, aber eine nicht so große, wie den Sturz der rot-grünen Bundesregierung.
    Von Tübingen aus betrachtet, ist Stuttgart ja nicht weit.
    Und was uns da gelungen ist, sollte auch am Hindukusch gelingen.
    Geißler hilf !!!

  2. Politikverdruss

    @ Luger,
    sehr erquicklich, Ihre zutreffende Analyse! Der neue Wahlspruch der Grünen lautet ja auch:”Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun….” Heuchler aller Polit-Windeier vereinigt euch.

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