Archiv für November, 2010

Die neuesten Enthüllungen von Wikileaks zur US-Außenpolitik (Video)

Montag, 29. November 2010

Die Last mit dem Leck

“Enthüllt – wie Amerika die Welt sieht” brüllt uns seit gestern die Schlagzeile an. In Großbuchstaben, natürlich. Im Blatt-Inneren erfahren wir dann, dass “Amerika” – gemeint ist die US-Regierung – “die Welt” offenbar genauso sieht wie Millionen aufmerksame Zeitungsleser, Internet-Surfer und Nachrichtenverfolger auch. “Enthüllt” wird, dass die US-Botschaft in Berlin Westerwelle für keinen Genscher hält. Zudem haben die Diplomaten bemerkt, dass Merkel das Risiko meidet und ihre interne Machtpolitik methodisch, rational und pragmatisch betreibt. Ach ja, und Andrea Nahles steht deutlich links von Frank-Walter Steinmeier, Seehofer ist unberechenbar, Schäuble ziemlich konservativ, Guttenberg ziemlich helle und Niebel ziemlich schräg. Was die “Spiegel”-Redakteure allen Ernstes schreiben ließ: “Amerika, daran besteht kein Zweifel, weiß mehr über die Geheimnisse der deutschen Politik als viele deutsche Politiker” – da konnte man nach lauter Gähnen doch einmal erfrischt auflachen. Staaten unterhalten Botschaften aus genau drei Gründen: Man vertritt die Belange der eigenen Landsleute im jeweiligen Staat, man sammelt Informationen über das Land und leitet diese an die eigene Regierung weiter, man repräsentiert den eigenen Staat auf politischer, wirtschaftlicher, kultureller und militärischer Ebene. Dossiers über maßgebliche Persönlichkeiten und Einschätzungen von Entwicklungen sind also kein Bruch diplomatischer Gepflogenheiten, sondern ihr Bestandteil. Dass dabei nicht höflich geschwafelt, sondern Klartext geschrieben wird, kann niemand bedauern: Schließlich sind die Berichte Grundlage für Regierungshandeln – im vorliegenden Fall einer Supermacht. Also alles kein Grund zur Aufregung? Oh doch, denn im “Spiegel” steht auch ein überaus relevanter Satz: “Das Vertrauen in die Fähigkeit der Amerikaner, ihre Botschaftspost zu schützen, ist erschüttert.” Allerdings! Denn wie kann es sein, dass jemand unbemerkt eine Viertelmillion vertrauliche bis geheime Dokumente des State Department herunterlädt und einem dubiosen Internet-Portal zur Verfügung stellt? Verrückt: Die Angst vor Terroristen hat die Datensicherheit eher geschwächt als erhöht. Die Suche nach dem großen Leck konzentriert sich nicht etwa auf einen Geheimdienstchef in der Sinnkrise (gab es in der bundesdeutschen Geschichte ja auch schon), sondern auf Bradley Manning, einen US-Obergefreiten. Das ist der drittniedrigste Rang beim Militär – aber offensichtlich schon hoch genug, um Zugang zu hunderttausenden vertraulichen Dokumenten der US-Regierung zu haben. Man mag sich gar nicht vorstellen, was erst ein labiler Generalstäbler alles bei Wikileaks abladen könnte. Auf das Verantwortungsgefühl der mysteriösen Internet-Enthüller und ihres charismatischen Oberhaupts Julian Assange sollte man sich lieber nicht verlassen. Schon die vertraulichen Einschätzungen arabischer Machthaber zum iranischen Atomprogramm sind grenzwertig. Jedenfalls werden sie kaum dazu beitragen, die ebenso wichtige wie verwundbare Golfregion sicherer zu machen. Die Motive von Assange und seinen Mitstreitern sind längst nicht von der Transparenz, für die sie angeblich kämpfen. Zumindest fällt auf, dass sie ihre beeindruckenden Fähigkeiten nahezu ausschließlich dazu einsetzen, die US-Regierung zu schwächen. Nun muss man mit einer Supermacht kein Mitleid haben, die durch eigene Unfähigkeit verwundbar geworden ist. Aber die Frage ist erlaubt, wem eine so vorgeführte und geschwächte US-Regierung nützt – und ob uns das nicht am Ende sehr schadet. (Zitatende)

Kommentiert Jörg Helge Wagner vom Weser-Kurier aus Bremen in seiner morgigen Ausgabe.

Das ZDF spezial berichtete heute: Die WikiLeaks-Enthüllungen

 

(Textquellekursv: Weser-Kurier.de;
Bildquelle: White House.gov, U.S. Präsident Barack Obama in seinem Vorzimmer am PC-Arbeitsplatz)
Videoquelle: ZDF via YouTube)



Die jüngste Wikileaks-Enthüllung aus Sicht der Westdeutschen Zeitung (Video)

Montag, 29. November 2010

Weltweit versorgen Botschafter und Konsuln ihre Regierung in der Heimat mit Informationen, Stimmungsbildern und Einschätzungen aus den Ländern, in denen sie “auf Posten” sind. Das ist diplomatisches Tagesgeschäft und hat nichts mit perfider Bespitzelung zu tun, wie sie beispielsweise in der untergegangenen DDR gang und gäbe war. Dass Außenminister Westerwelle als eitel gilt und Bundeskanzlerin Merkel als zögerlich, lässt sich unschwer auf deutschen Polit-Barometern ablesen. Wer solche Erkenntnisse nach Washington kabelt, bedient allenfalls ein allzu menschliches Vergnügen an Klatsch, hat aber keine Erkenntnisse von Substanz mitzuteilen. Bis dahin sind die vor aller Welt offen gelegten US-amerikanischen Depeschen harmlos und banal. Gefährlich, in besonderen Fällen sogar lebensgefährlich, wird es, wenn wahllos und aus reiner Freude am Geheimnisverrat neben Info-Müll auch sensible Interna aus Verhandlungen ausgeplaudert werden, die aus gutem Grund geheim bleiben müssen. Denken wir an Friedensbemühungen im Nahen Osten oder an den Umgang mit Terroristen. Gewissenhafte Medien wissen, wo die Grenzen einer freiheitlichen Gesellschaft verlaufen. Sie bedenken, was sie mit Veröffentlichungen bewirken oder anrichten können, ordnen Erkenntnisse ein und kommentieren sie. Die Datendiebe von Wikileaks hingegen besitzen noch die Niedertracht, vor der Veröffentlichung der Geheimpapiere die US-Regierung aufzufordern, Personen zu benennen, deren Namen geschwärzt werden müssen. Wikileaks-Oberhaupt Julian Assange schwingt sich damit zum Herrn über Wohl und Wehe auf. Jeder kann sich unschwer ausmalen, welche Wirkung eine solche Schwarze Liste hat, wenn Wiki-leaks sie in der nächsten Enthüllungsrunde ins Internet stellt. Eins zeigt der nach den Afghanistan-Papieren zweite Vorstoß der selbsternannten “Kämpfer für Freiheit durch Information” deutlich: dass in einer Welt der Inter-Netzwerke die alten Spielregeln von Vertrauen und Verantwortung mit leichter Hand gebrochen werden und die Grenzen zur Kriminalität fließend sind. Das ist der wirkliche Gau, den Washington in diesen Tagen erlebt und den die Weltmacht mit rechtsstaatlichen Mitteln offenbar nicht in den Griff bekommt. (Zitatende)

Kommentiert Wolfgang Radu von der Westedeutschen Zeitung aus Düsseldorf.die jüngsten Veröffentlichungen von Wikileaks ein.

Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, geht auf die jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen ein.

 

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Zeitung.de;
Videoquelle: White House.gov, White House Press Secretary Robert Gibbs takes first questions before his press briefing from the online audience on WikiLeaks, Unemployment Benefits and the President’s lip injury.)

“Neue Vahr Süd” – Fernsehfilm zum Wehrdienst im (West)Deutschland der 80er Jahre (Videos)

Montag, 29. November 2010

Soldatenglück Kultur

Sendetermin:
Mittwoch, 01.12.10, 20:15 – 21:45
, im ARD, Fernsehfilm Deutschland 2010,
der offizielle Trailer

 

Anfang der 80er Jahre in Bremen:
Der 20-Jährige Frank Lehmann lebt noch bei seinen Eltern in der Neuen Vahr Süd. Er vergisst zu verweigern und muss zur Bundeswehr. Schon nach seiner ersten Woche beim Bund hat sich Franks Vater in seinem Zimmer ausgebreitet, so dass er ausziehen muss.
In der neugegründeten Wohngemeinschaft seines Schulfreundes Martin und zwei weiteren Freunden aus der linken Szene ist ein halbes Zimmer frei.
Frank Lehmanns Alltag wandelt zwischen der linken Chaos-WG und der konservativen Welt der Bundeswehr.
Frank Lehmann hat vergessen, den Wehrdienst zu verweigern. Als er einrücken muss, vereinnahmt Vater Lehmann sein Zimmer in der elterlichen Wohnung für sich. Frank zieht zu Freunden und muss sich zwischen Revolution und Establishment entscheiden.

Frank Lehmann, 20, wohnt noch bei seinen Eltern in der “Neuen Vahr”, einem gesichtslosen, spießbürgerlichen Neubauviertel in Bremen mit direktem Anschluss an die Autobahn. Es ist das Jahr 1980 und Frank wird zur Bundeswehr einberufen. Und das, obwohl er – wie ihm Freunde versichern – “gar nicht der Typ dafür” sei. Doch Frank hat einfach vergessen zu verweigern. Warum? Das weiß er selber nicht. Als er nach der ersten Woche beim Bund wieder nach Hause kommt, hat sich sein Vater in Franks Zimmer ausgebreitet. Rettung naht in Form seines alten Schulfreundes Martin Klapp. Der bezieht gerade mit zwei Freunden aus der linken Szene eine WG im Ostertorviertel, Bremens alternativem Kiez. Frank mietet kurzerhand das noch unbewohnte und eigentlich unbewohnbare Durchgangszimmer. Eine Entscheidung mit Folgen. Denn von nun an pendelt Frank zwischen der Bundeswehrwelt mit ihren starren Regeln, mit ihrem bedingungslosen Gehorsam und Strammstehen und dem Chaos-Kosmos seiner linken Freunde, die die proletarische Weltrevolution predigen.

Frank wird zum Wanderer zwischen den Welten. “Bloß nicht auffallen”, ist sein Motto. Das gelingt ihm jedoch weder in der Kaserne noch an den Wochenenden in Bremens Szene. Und es gelingt ihm auch nicht, sich nicht zu verlieben. Ausgerechnet die Studentin Sibille, in die auch sein bester Freund Martin verliebt ist, hat es ihm angetan. Als Franks nachträgliche Verweigerung scheitert, muss er schließlich Stellung beziehen. Denn beim großen Bundeswehrgelöbnis im Weserstadion stehen sich seine beiden Welten unversöhnlich gegenüber. Doch Frank wäre nicht der spätere Herr Lehmann, wenn ihm kein Ausweg einfiele. Ein vorgetäuschter Selbstmordversuch während des Zusammenstoßes zwischen den Soldaten und Autonomen verschafft ihm den Ausstieg aus dem Grundwehrdienst. Doch das Ostertorviertel ist für ihn keine Heimat mehr, nachdem ihm die WG-Genossen den Stuhl vor die Tür gestellt haben …

Frank Lehmann und die Neue Vahr

 

Frank Lehmann und die Liebe zur Bundeswehr

Das Team über Hermine Huntgeburth

 

Ansteckpferdchen und Soldatenstiefel – Die Abteilung Kostüme stellt sich vor

 

Jakob Ilja über den Score der Neuen Vahr

 

Die Bremer drehen ihre Neue Vahr

 

Die Freunde von Herrn Lehmann über Herrn Lehmann

 

 (Videoquelle: Neue Vahr Süd, der Film, YouTube-Kanal; Bilderquelle WDR, Fotos Thomas Kost)

Hintergrundinformationen: Neue Vahr Süd, der Film bei Das Erste

Bosbach: Wikileaks-Veröffentlichungen führen nicht zu diplomatischen Verwicklungen – Polenz: Flurschaden beträchtlich (Videos)

Montag, 29. November 2010

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), geht nicht davon aus, dass die jüngsten Veröffentlichungen von Wikileaks zu diplomatischen Verwicklungen mit den USA führen. “Das deutsch-amerikanischen Verhältnis ist so gefestigt, darunter wird es nicht leiden”, sagte Bosbach der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Dienstagausgabe). “Wir wissen wie die Amerikaner sind. Sie sind sehr direkt und sagen, was sie meinen. Wir haben uns hingegen eine verklausulierte Sprache angewöhnt. Da gibt es einen Temperamentsunterschied.” Insgesamt bewertet Bosbach die Arbeit von Wikileaks sehr kritisch. Sie kann seiner Meinung nach Frieden und Sicherheit gefährden: “Unsere Sicherheit hängt in hohem Maße davon ab, dass wir unsere Quellen schützen”, betonte Bosbach. (Zitatende)

Berichtet die Rheinische Post aus Düsseldorf.

“Wikileaks: Wie Amerika Deutschland sieht”, berichtet das ZDF.

 

Was amerikanische Diplomaten und Politiker von ihren Kollegen in Deutschland halten hat Wikileaks enthüllt. Darin kommt die deutsche Politprominenz alles andere als gut weg.

Polenz: “Schaden durch Wikileaks” berichtet das ZDF Morgenmagazin.

 

“Die Brisanz lässt sich im Augenblick nicht überblicken”, so Ruprecht Polenz, CDU, Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss im Bundestag, nach der Veröffentlichung von US-Geheimpapieren durch Wikileaks.

Die Rheinische Post aus Düsseldorf berichtet vorab:
Polenz: Wikileaks gefährdet die internationale Diplomatie

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschuss im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), hat die Veröffentlichung von geheimen US-Botschafterdepeschen scharf kritisiert. “Wikileaks macht mit den Dokumenten die Welt nicht sicherer, sondern gefährdet die internationale Diplomatie”, sagte Polenz der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Dienstagsausgabe). Die These von Wikileaks, alles dürfe öffentlich werden, sei “grundfalsch”, so Polenz. “Internationale Politik braucht Vertraulichkeit. Was jetzt passiert ist, ist ein Flurschaden nicht nur für die US-Diplomaten.” (Zitatende)

(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Wolfgang Bosbach MdB.de;
Videoquelle, Textquelle: ZDF.de)

Polizei-Panne: Hunderte Beamte rücken zu abgesagter Kundgebung aus

Montag, 29. November 2010

Mehrere hundert Polizisten sind am Sonnabend nach Halberstadt geschickt worden, um eine Demonstration der NPD abzusichern, die bereits am Vortag von den Rechtsextremen selbst bei der Polizei abgemeldet worden war. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Montag-Ausgabe). Ein Polizeisprecher erklärte, das entsprechende Fax sei am Freitag erst nach Dienstschluss in der Polizeidirektion Nord eingetroffen. “Die Info hat die zuständigen Leute dann nicht mehr erreicht, weil da nicht mehr gearbeitet wurde”, sagte ein Behördensprecher. Hochrangige Polizeibeamte sprachen unterdessen von einem peinlichen Vorgang. (Zitatende)

Berichtet die Mittedeutsche Zeitung aus Halle.

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de)

Hintergrundinformationen: Polizei Sachsen-Anhalt



Desaster für USA

Sonntag, 28. November 2010

Die neue Wikileaks-Affäre ist der größte anzunehmende Unfall für die US-Diplomatie. Nie zuvor sind einer Weltmacht in einem solchen Umfang geheime Protokolle abhandengekommen. Die Enthüllung von mehr als 250 000 Dokumenten, die Belege dafür liefern, wie Washington Verbündete und Feinde einschätzt, wird die angeschlagene Supermacht weiter schwächen. Das Vertrauen von Amerikas Partnern in aller Welt wird durch den Daten-Skandal erschüttert. Auch die deutsch-amerikanischen Beziehungen nehmen Schaden. Das ohnehin schwierige Verhältnis zwischen Angela Merkel und Barack Obama wird weiter abkühlen. Auf der Ebene der Spitzendiplomatie wird es zu empfindlichen Reibungsverlusten kommen. Vor allem Außenminister Guido Westerwelle wurde bloßgestellt: Inkompetent, eitel, amerikakritisch, so das Urteil der US-Diplomaten. Es wird lange dauern, diesen Vertrauensbruch zu überwinden. Die selbst ernannte Aufklärungsmaschine Wikileaks feiert nach den Enthüllungen zum Afghanistan- und Irak-Krieg ihren dritten Coup. Wem nützt das Ende der Geheimdiplomatie aber, wenn dadurch die US-Beziehungen zu Verbündeten und der weltweite Anti-Terror-Kampf aufs Spiel gesetzt werden? (Zitatende)

Kommentiert Carsten Fiedler von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

Die Neue Osnabrücker Zeitung kommentiert:
Sensationslust und Wahrheitssuche

Nichts ist erregender als die Wahrheit. Getreu diesem Motto macht die Internetplattform Wikileaks zum wiederholten Mal Schlagzeilen. Die Enthüllungen sind ohne Frage spannend. Einen solch direkten Blick hinter die Kulissen der US-Diplomatie gab es bislang noch nie.

Zu fragen bleibt aber, ob Wikileaks tatsächlich dem hohen Anspruch gerecht wird, Missstände aufzudecken. Hinweise auf üblen Umgang mit Gefangenen in Guantánamo oder umstrittene Luftangriffe im Irak gehören zweifellos ans Licht der Öffentlichkeit. Wenn nun aber persönliche Einschätzungen amerikanischer Diplomaten über Politiker anderer Länder ins Netz gestellt werden, dann dient dies erkennbar auch der Befriedigung von Sensationslust und Voyeurismus. Und es schadet dem Ansehen sowohl des Urhebers als auch des Geschmähten. Der Erkenntniswert hält sich dagegen in Grenzen.

Hinzu kommt: Wikileaks lässt seine Quellen quasi wahllos sprudeln. Die Einordnung müssen andere vornehmen. Noch schlimmer aber: Persönlichkeitsrechte, die in seriösen Medien geschützt werden, geraten bei der Publikation nach Art von Wikileaks in Gefahr.

Besorgt stimmt freilich auch, welche Berichtskultur US-Botschaften entwickelt haben. Einen Spitzenpolitiker wie Wladimir Putin als Rüden zu bezeichnen, ist eine Unverschämtheit. Und es erstaunt, wie offenbar leichtfertig solche Einschätzungen rund um den Globus verschickt worden sind. (Zitatende)

Der SPIEGEL titelt in seiner heutigen Online-Ausgabe – durch eine verfrühte Auslieferung des Magazins in Basel noch vor der morgigen Printausgabe – zur Vorabberichterstattung gezwungen: Amerikas Diplomaten-Berichte – Geheimdepeschen enthüllen Weltsicht der USA, Titel-Bild des Magazins DER SPIEGEL 48/2010 oben.

Soldatenglück.de berichtete über die Aktivitäten von Wikileaks.

(Textquellen kursiv: Rheinische Post.de; Neue Osnabrücker Zeitung.de;
Bildgrafik: Der Spiegel.de;
Bilderquelle: White House.gov, U.S. Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26.06.2009; Barack Obama, BKin Merkel, Präs.Nicolas Sarkozy, PM Gordon Brown und andere Regierungschefs beim G8 Gipfel am 08.07.2009)

Schweizer Ängste

Sonntag, 28. November 2010

Die kleine Schweiz, das wird gerne vergessen, hat mit 22 Prozent den höchsten Ausländeranteil der Bevölkerung in Europa. Deswegen sollte man sich nicht vorschnell empören, weil die Schweizer ihr Ausländerrecht nun drastisch verschärfen. Es ist nicht von vornherein fremdenfeindlich, über die mögliche Abschiebung straffällig gewordener Ausländer zu diskutieren. Eine solche Praxis gibt es schließlich auch anderswo. Was allerdings beunruhigt, ist die Stimmung in der Schweiz, die der Initiative der stramm rechten Schweizer Volkspartei (SVP) zum Durchbruch verholfen hat. Ein Jahr nach dem ebenfalls per Volksabstimmung durchgesetzten Bauverbot für Minarette sind die Schweizer erneut einer dumpfen Angstkampagne auf den Leim gegangen, bei der es in Wahrheit gar nicht so sehr um ausländische Kriminelle ging als vielmehr darum, Ausländer insgesamt zu Sündenböcken abzustempeln. Dass viele Schweizer angesichts einer als zu lasch empfundenen Politik für eine härtere Gangart waren, mag nachvollziehbar sein. Doch nun haben sie für Regelungen votiert, die in ihrem simplen Automatismus an Kollektivstrafen gemahnen. Kein gutes Signal für ein Land, das bisher stets eine gelassene Weltoffenheit gepflegt hat. (Zitatende)

Kommentiert Matthias Beermann von der Rheinsichen Post aus Düsseldorf.

Soldatenglück.de berichtete über das Schweizer Minarettverbot (Die Kluft zwischen Versprechen und Realität) und meint: “Schweizer Ängste sind auch deutsche Probleme” und zur Schweizer Ausschaffungs-Abstimmung, eine generelle verschärfte Abschiebungs-Vorschrift für schwer-kriminell gewordene Ausländer würde auch im größeren Nachbarland Deutschland bei einer Volksabstimmung die Mehrheit haben, hoffentlich, denn wir müssen nicht auch noch rechtsstaatlich verurteilte, schwer-kriminelle Ausländer resozialisieren und integrieren oder gar zu deutschen Staatsbürgern machen.

(Textquelle kusriv: Rheinische Post.de;
Bildgrafik: Kriminelle-Nein.ch)

Hintergrundinformationen: Kriminelle-Nein.ch, Ausschaffungsinitiative der Schweizer Volkspartei

CDU-Außenpolitiker Andreas Schockenhoff rechnet nach Wikileaks-Enthüllungen mit kühlerem persönlichen Umgang in der Diplomatie

Sonntag, 28. November 2010

Die Veröffentlichung interner amerikanischer Botschaftsberichte auch über deutsche Politiker wird nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers und stellvertretenden Vorsitzenden der Unions-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff, das deutsch-amerikanische Verhältnis nicht belasten. “Dass es interne Einschätzungen gibt, gehört doch zum Leben”, sagte Schockenhoff der “Saarbrücker Zeitung” (Montagausgabe) und fügte hinzug: “Die Partner sind alle hochprofessionell”. Allerdings werde sich der persönliche Umfang künftig wohl ändern. “Man wird sich noch kontrollierter begegnen und sich noch weniger trauen, irgendeine Art von Emotionalität zuzulassen. Denn jeder der Partner muss damit rechnen, dass das alles irgendwann in der Zeitung steht”. Schockenhoff sagte, die Tatsache, dass US-Außenministerin Hillary Clinton Guido Westerwelle wie auch andere Amtskollegen vorab informiert habe, zeige, dass der Vorgang den Amerikanern offensichtlich peinlich sei. Er persönlich bewerte das Vorgehen von Wikileaks weder als gut, noch als schlecht. “Die Veröffentlichungen sind einfach Folge der technischen Möglichkeiten, die es gibt”. Jedoch rate er den deutschen Botschaftern in aller Welt nicht, künftig in ihren Berichten vorsichtiger zu formulieren. Man sei auf zuverlässige und offene Einschätzungen der Botschafter über die Situation in einem Land und auch über dessen Politiker angewiesen. “Es wäre die völlig falsche Konsequenz, solche Berichte einzustellen”, sagte Schockenhoff. (Zitatende)

Berichtet die Saarbrücker Zeitung vorab.

Soldatenglück.de berichtete über die Aktivitäten von Wikileaks.

(Textquelle kursiv: Saarbrücker Zeitung.de;
Bildquelle: Soldatengück.de, U.S. Botschaft Berlin)

Deutsch-Niederländisches Korps übte NATO-geführte Peace Support Operation und den Comprehensive Approach (Video)

Sonntag, 28. November 2010

Nemisis Sword 2010

 

hieß die Großübung. Niederländische und deutsche Einheiten nahmen federführend daran teil, ein Deutsch-Niederländisches Hauptquartier leitete das Übungs-Szenario auf Divisions-und Brigade-Ebene. Einen komplexen Konflikt vergleichbar mit den Lagen des Einsatzes auf dem Balkan und auch in Afghanistan stellten die rund 2.500 Soldaten aus 13 Ländern vom 18. bis 31. Oktober 2010 auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne dar.
Der Comprehensive Approach , das Konzept der Kombination von ziviler Hilfe und militärischen Mitteln für die Stabilisierung und den Wiederaufbau eines instabilen Landes war das übergeordnete Ziel und Rahmen in dieser NATO-geführten Peace Support Operation (PSO) mit fiktivem UN-Mandat zur Übung. So waren zivile Vertreter von z.B. der Polizei, dem DRK, andere zivile Experten oder auch vom UNHCR (Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) Übungsteilnehmer/innen mit dabei, was den realen Einsatzbedingungen entspricht. Militär ist in den Krisengebieten dieser Welt nur einer der Player, der sich aufgrund der im Einsatzland vorhandenen oft hohen Personalstärke (Manpower) häufig selbst überschätzt. Neben dem Comprehensive Approach werden viele andere schöne englische Worte und deren Bedeutung von Militär immer noch viel zu wenig berücksichtigt, deren Bedeutung verkannt oder unterschätzt, wie zum Beispiel auch Local Ownership oder Civil Society.

(Videoquelle: Defensie.nl;
Bild-, Grafikquelle: German Netherland Korps.org)

Allen Kameraden und Freunden allüberall einen schönen 1. Advent (Video)

Sonntag, 28. November 2010

Soldatenglück Kultur

 

und stets Soldatenglück!

Herzlichst, Ihr und Euer Oliver W., Dirk Hamel & Sebastian von der Trenck

(Video, Bildgrafikquelle: Loriot via YouTube)

Hintergrundinformationen: Bernhard Victor (Vicco) Christoph Carl von Bülow alias “Loriot” (die französische Bezeichnung des Wappentiers seiner Familie, des Pirols).