
Bei Gefechten verwundete Bundeswehrsoldaten sollen künftig mit einer neuen Medaille ausgezeichnet werden. “Wir schaffen eine neue Auszeichnung für Soldaten, die im Gefecht standen”, sagte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der “Rheinischen Post” (Samstagausgabe). Diese Ehrung sollten nach Entscheidung der Vorgesetzten gerade auch diejenigen erhalten, die im Einsatz verwundet wurden. Guttenberg wies darauf hin, dass es eine gewisse Distanz der deutschen Soldaten gegenüber Verwundetenabzeichen, wie etwa dem “purple heart” in den USA, gebe. “Und trotzdem sagen sie, in meinen Augen zu Recht, dass es noch mehr geben muss als die ISAF-Medaille, die nur die Teilnahme auszeichnet”, so Guttenberg. Mit der neuen Medaille wolle die Bundeswehr “eine Differenzierung” schaffen, erläuterte der CSU-Politiker. (Zitatende)
Berichtet die Rheinische Post aus Düsseldorf vorab.
(Textquelle kursiv: Rheinische Post.de)

Hintergrundinformationen:
Die US-Streitkräfte verleihen das Purple Heart (dt. Purpurherz), es ist die einzige Verwundetenauszeichnung der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und gleichzeitig der weltweit älteste heute noch verwendete militärische Orden, seine Gecshichte geht zurück bis 1782 als George Washington Präsident der USA war. Es wird an Soldaten verliehen, die im Kampf durch gegnerische Kräfte verwundet wurden, ebenso an den nächsten Angehörigen gefallener Soldaten.
Die deutschen Verwundetenabzeichen in Schwarz, Silber und Gold (Bild ganz oben), Stiftung: 01. September 1939

Das Verwundetenabzeichen war neben dem Eisernen Kreuz eines der Ehrenzeichen, die sofort mit Beginn des Zweiten Weltkrieges gestiftet wurden. Wie das Eiserne Kreuz hatte es zu diesem Zeitpunkt eine, wenn auch kürzere Tradition. Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) hatte Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) am 03. März 1918 das Verwundetenabzeichen mit den Worten gestiftet: “Ich will den im Dienste des Vaterlandes Verwundeten als besondere Anerkennung ein Abzeichen verleihen”. Das Verwundetenabzeichen war zu diesem Zeitpunkt eines der wenigen “von Reichs wegen” gestifteten Ehrenzeichen. In Anlehnung an das Verwundetenabzeichen des Ersten Weltkrieges war auch schon vor 1939 eine Version zur Ausgabe gekommen, und zwar an die deutschen Spanienkämpfer im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939).
Das Verwundetenabzeichen des Zweiten Weltkrieges hatte wieder drei Stufen: Schwarz, Silber und Gold. Die erste Stufe in Schwarz wurde dem Verwundeten bei ein- oder zweimaliger Verwundung verliehen. Die zweite Stufe in Silber, wurde allen für drei- und viermalige Verwundung verliehen, die dritte Stufe kam ab der fünften Verwundung zur Verleihung. Das Abzeichen glich äußerlich dem des Ersten Weltkrieges, das auf dem Stahlhelm angebrachte Hakenkreuz war nach dem Ordensgesetz vom 26. Juli 1957 zu entfernen.
(Bilderquelle: Bundeswehr.de, Pressestatement BM zu Guttenberg – Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gibt zusammen mit Generalleutnant Rainer Glatz, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, ein Statement zu dem Anschlag vom 07. Oktober 2010 auf deutsche Soldaten in der Provinz Baglan in Afghanistan ab.
DoD.gov, Chairman of the Joint Chiefs of Staff Navy Adm. Mike Mullen presents a Purple Heart medal to Army Sgt. Marcus Love at Bagram Air Field, Afghanistan, July 14, 2009. Love, from Delta Company, 1st Battalion, 87th Infantry Regiment, 3rd Brigade Combat Team, 10th Mountain Division out of Fort Drum, N.Y., was presented the medal for a gunshot wound received earlier in the day;
Bildquelle, Textauszug zum Verundetenabzeichen: Ewartha.de;)