Zum Abzug der Briten aus Ostwestfalen-Lippe
von Sebastian ~ 21. Oktober 2010. Zu lesen unter: Alliierte.Der angekündigte Abzug der britischen Streitkräfte aus Ostwestfalen-Lippe lässt vor allem die Grünen jubeln. Sie werden die Chance, nach der Eifel in NRW einen zweiten Nationalpark in der Senne zu errichten, jetzt mit aller Macht nutzen. Denn das Argument der Parkgegner, jede Debatte über eine solche Schutzzone könnte die Briten vertreiben, ist seit Dienstag hinfällig. Es ist unausweichlich, die Situation jetzt neu zu bewerten. Wenn die Abzugspläne in den nächsten zehn Jahren konkrete Gestalt annehmen, sollte die Region gerüstet sein und keine Zeit für neue Entwicklungen verschenken. Aber schon jetzt haben hohe britische Militärs Zweifel am Zeitplan des Abzuges angemeldet. Zudem wurden derartige Pläne schon mehrfach von heute auf morgen geändert. Zudem sollten zwei weitere Fragen schnell geklärt werden, um in der Sache weiterzukommen: Benötigt die Bundeswehr den Truppenübungsplatz, da der Standort Augustdorf aufgewertet werden soll? Und ist es lediglich ein Gerücht, dass die Amerikaner Interesse bekundet haben, Kasernen der Briten zu übernehmen? (Zitatende)
Kommentiert das Westfalen-Blatt aus Bielefeld.
Soldatenglück.de berichtete: Großbritannien zieht die “Rheinarmee” 15 Jahre früher als geplant aus Deutschland ab
(Textquelle kusriv: Westfalen-Blatt.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Ortskampfanlage auf dem TrÜbPl Senne)
Hintergrundinformationen: Geschichte des Truppenübungsplatzes Sennelager























21. Oktober 2010 um 11:34 Uhr
Ich bin gebürtiger Paderborner und lebe seit knapp 30 Jahren in Paderborn, kenne die Senne und den Truppenübungsplatz wie meine Westentasche und begrüße die Abzugspläne der dort stationierten britischen Truppen nicht.
Zum einen ist die Senne als Truppenübungsplatz sehr groß und für militärische Kräfte vielfältig nutzbar. Zudem wurden erst in jüngster Zeit hohe Investitionen im Bereich von “Tin City” getätigt. Wie man ja auch anhand des obigen BIldes erkennen kann. Hier bietet der Truppenübungsplatz fast einmalige Räumlichkeiten und Möglichkeiten, die von den Briten auch genutzt werden. Zudem wird ja auch der Standort Augustdorf (noch) weiter ausgebaut und vergrößert. Die dort stationierten Kräfte nutzen zwar überwiegend den Bereich um Stapel, können und sollten aber auch die Senne weiter nutzen.
Dies ist vor allem im Zusammenhang vom Häuserkampf zu betrachten und die Bundeswehr in Augustdorf müsste nicht unbedingt nach Hammelburg – Bonnland, um dort zu trainieren, sondern könnte auch Tin-City nutzen.
Zudem wird der Truppenübungsplatz auch von anderen Streitkräften unserer Nachbarstaaten genutzt und sollte diesbezüglich nicht aufgegeben werden. Wer aus Gründen der Lärmbelästigung argumentiert, der lebt einfach noch im Kalten Krieg und die Zeiten der wöchentlichen Panzergefechte und Einsatz vom Harrier sind definitiv vorbei.
Außerdem würde Paderborn, Paderborn – Sennelager, Bielefeld und auch Gütersloh einen wirtschafltichlichen Rückschritt erwarten.
Besser wäre es, gewisse Bereiche der Senne einfach nicht mehr militärisch zu nutzen, was ja ohnehin schon aktuell ist.
Aber allgemein heisst es wohl abzuwarten, denn Abzugspläne gab es schon sehr oft.
21. Oktober 2010 um 14:53 Uhr
Ich persönlich komme zwar nicht aus den Bereichen, aber ich persönlich empfinde die Orte mit ausländischen Truppen immer als sehr angenehm. Die meisten profitieren ja davon. Aber mal abwarten… Bis 2020 kann sich noch einiges ändern…
btw: Amerikaner, die Britische Kasernen übernehmen wollen? Das kann ich mir gar nicht vorstellen… Die wollen doch selber andauernt irgendwelche Kasernen schließen… Naja…
21. Oktober 2010 um 16:41 Uhr
Ein Problem wird sich nur nach einer Weiternutzung durch die BW ergeben. Die Anlieger werden sich auf einmal über jede Kleinigkeit beschweren. Auf einmal fahren die MKF viel zu schnell im Straßenland, Marschgesang am Wochenende ist eine Zumutung, und ständig diese Wachposten am Zaun mit ihren gefährlichen Waffen.
Aber dafür gabs ja damals Zugangssperren für Soldaten in den großen Westberliner Pubs.
Solche Töne traten auf, nachdem aus den Montgomery Barracks das Jägerbataillon 1 Berlin wurde. Was alliierte Truppen durften, muß für die BW noch lange nicht gelten.
Und von den schönen Kneipenschlägereien zwischen Iren und Briten mal ganz zu schweigen
22. Oktober 2010 um 12:26 Uhr
Der komplette Abzug der britischen Streitkräfte aus Deutschland bis 2020 wird nach Angaben des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen keine gravierenden Nachteile für die betroffenen Regionen haben. Kurzfristig könnten zwar negative Effekte auftreten, aber der wirtschaftliche Beitrag der Standorte zur regionalen Wirtschaft sei zu gering, um langfristig Schäden zu verursachen, sagte Matthias Vorell vom RWI.