Aufmerksamkeit der Gesellschaft gegenüber den Einsätzen der Bundeswehr rückläufig
von Sebastian ~ 20. Oktober 2010. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.Kirsch: Tod und Verwundung sind Alltag für Soldaten
“Gefecht, Verwundung, aber auch Tod sind Teil des Alltags unserer Soldaten in Afghanistan. Nachrichten darüber gehören in der Heimat jedoch zunehmend zu den im dortigen Alltag untergehenden Meldungen” konstatierte heute der Bundesvorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Oberst Ulrich Kirsch in Bonn.
Wenn die Berichterstattung über die Einsätze der Streitkräfte
sich immer mehr in die Rubrik “Was sonst geschah” verlagere, sei das Anlass zur Sorge, erklärte Kirsch. “Der auch in der Medienberichterstattung zum Ausdruck kommende Rückhalt aus der Heimat ist für die Männer und Frauen im Einsatz sowie für ihre Familien von grundlegender Bedeutung. Die Motivation für ihren lebensgefährlichen Einsatz steht mit ihr in einem unmittelbaren Zusammenhang”. Nicht nur der Bundesminister der Verteidigung, sondern auch alle anderen Mitglieder der Bundesregierung und des Bundestages ständen hier in der Verantwortung, so Kirsch.
Auch gegenüber den gesellschaftlichen Akteuren wie den Gewerkschaften und Kirchen bestehe seitens der Menschen in der Bundeswehr eine berechtigte Erwartungshaltung. Es sei, so der Bundesvorsitzende, nicht allein Aufgabe interessierter Fachkreise, sondern der ganzen Gesellschaft eines Landes, ihren fern der Heimat eingesetzten Soldatinnen und Soldaten die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken – unabhängig davon, ob der Einsatz grundsätzlich als sicherheitspolitisch sinnvoll erachtet werde.
[Text-, Bildquelle: Deutscher BundeswehrVerband, DBwV.de;
Bildquelle oben: Bundeswehr.de, ISAF Einsatz -Provincial Reconstruction Team (PRT) in Kunduz. Absprache zweier Soldaten bevor die Kolonne das Camp verlässt.]
Soldatenglück.de berichtet regelmäßig über die Forderungen und Arbeit des Deutschen BundeswehrVerbandes (DBwV), der “Gewerkschaft der Soldaten” mit über 200.000 Mitgliedern.























21. Oktober 2010 um 08:55 Uhr
Sarrazin, Seehofer, “Stuttgart 21″, verschüttete Kumpels in Chile und China, Massendemonstrationen in Frankreich – wochenlang und ununterbrochen, da bleibt scheinbar kein Raum mehr dafür, dass sich Deutschland und damit seine Soldaten im Krieg befindet. Ein gefallener Soldat findet kaum Erwähnung.
Die Gesellschaft nimmt es nicht wahr, weil die Medien “den Krieg” vergessen, die Politiker werden es ihnen nicht verübeln, soll das Volk doch weiter im Dornröschenschlaf verharren.
Da nimmt sich die neue Berichterstattung der Bundeswehr “Reportage in vier Teilen: Vom Kriege” selbst lobenswert hervor, leider nur für Insider, die sowieso schon wissen (sollten), wie es wirklich ist. Dies gehört in die breite Öffentlichkeit. Erstaunlich, was Marco Seliger hier bringen durfte – das hat selbst im Einsatz befindliche Soldaten verblüfft und wurde mit “endlich mal ein Bericht, der Realitäten in Kunduz aufzeigt” bestätigt!
http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/einsaetze/missionen/isaf?yw_contentURL=/C1256EF4002AED30/W28ACBJM179INFODE/content.jsp
Also, geht doch!