US-Regierung verurteilt geplante Koran-Verbrennung (Video)
von Sebastian ~ 8. September 2010. Zu lesen unter: Alliierte, Video.“Respektloses und schändliches Vorhaben”
Hillary Clinton hat als US-Außenministerin und Mitglied in der Obama-Regierung in Washinton D.C. die geplante Verbrennung des Korans durch fundamentalistische Christen um den Pfarrer Terry Jones zum Jahrestag des 11. September in Florida verurteilt. Clinton begrüßte, dass Vertreter aller in Amerika vertretenen Religionen das “respektlose und schändliche” Vorhaben kritisiert hätten. Die Europäische Union, die Arabische Liga und der heilige Stuhl in Rom zeigten sich empört. In Deutschland meldete sich die Evangelische Kirche und der Zentralrat der Juden zu Wort, Soldatenglück.de berichtete darüber.
Hillary Clinton sagte bei einem Iftar Dinner (Fastenbrechen-Essen) anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan mit muslimischenVertretern im U.S. Außenministerium wörtlich: We sit down together for this meal on a day when the news is carrying reports that a pastor down in Gainesville, Florida plans to burn the Holy Qu’ran on September 11th. I am heartened by the clear, unequivocal condemnation of this disrespectful, disgraceful act that has come from American religious leaders of all faiths, from evangelical Christians to Jewish rabbis, as well as secular U.S. leaders and opinion-makers. Our commitment to religious tolerance goes back to the very beginning of our nation. Many of you know that in 1790, George Washington wrote to a synagogue in Newport, Rhode Island, that this country will give “to bigotry no sanction, to persecution no assistance.”
The real story of Islam in America can be found in this room and rooms across America. We write it tonight, in the spirit of fellowship and the celebration of goodwill that is a hallmark of Ramadan. We will write it in the months and years to come, as we continue to reach out to engage people around the world in a search for common ground, common understanding, and common respect … zur vollständigen Rede
Aus dem deutschen Städtchen Bielefeld kommentiert Carsten Heil die Vorgänge im fernen Amerka:
Angekündigte Koran-Verbrennung
Widerlich
Es sind finstere Tage. Man stelle sich vor, am Samstag steht eine kleine, armselige Gruppe irgendwo in Florida und verbrennt, möglicherweise in einer rostigen, schäbigen Tonne eine Schubkarrenladung Korane – und schon Tage vorher ist die ganze Welt in Aufruhr. Eigentlich ist so eine schwachsinnige Tat einer Mini-Sekte keiner Erwähnung wert. Aber es ist eine Tat mit hohem Symbolgehalt, es ist eine böse Provokation, die mit kalter Berechnung von einem widerlichen Hetzer in Szene gesetzt wird und nichts mit einem Ringen der Kulturen zu tun hat. Es geht dabei auch nicht im Ansatz um Meinungsfreiheit. Gezielt hat der christliche Hetzprediger Terry Jones den 11. September ausgewählt, einen Tag, der in der US-Geschichte immer einen besonderen Platz behalten wird und der das Verhältnis des Westens zur muslimischen Welt nachhaltig beschädigt hat. Gezielt verbrennt er das heilige Buch der Muslime, wissend, dass er deren religiöse Gefühle größtmöglich verletzt. Bewusst setzt er auf das Mittel der Bücherverbrennung und erinnert damit an die Schandtaten der Nationalsozialisten vom 10. Mai 1933 und später. Damit trifft er auch noch die Nazi-Opfer, besonders die Juden. Die Übeltat hat folglich überhaupt nichts gemein mit einer Islamkritik, wie sie beispielsweise der Däne Kurt Westergaard mit seinen Karikaturen geäußert hat. Für seinen Mut und seine spitze Feder hat Westergaard gestern zu recht einen Preis bekommen und ist bei dessen Verleihung von Angela Merkel gelobt worden. Muslime haben einen anderen Glauben, eine völlig andere Kultur und andere Auffassungen als die Mehrheit der Menschen im Westen, wo im Zweifel gar kein Glauben anzutreffen ist. Eine kritische gegenseitige Auseinandersetzung ist nicht nur nötig, sondern wünschenswert. Jones dagegen ist nur widerlich. (Zitatende)
(Videoquelle, Textauszug: State.gov;
Bild: U.S. Secretary of State Hillary Rodham Clinton delivers remarks at U.S. Department of State’s annual iftar in Washington, D.C., on September 7, 2010., State Department photo;
Kommentarquelle kursiv: Neue Westfälische.de)






















