Archiv für September, 2010

Afghanistan: Deutsche Transall beim Landeanflug beschossen

Donnerstag, 30. September 2010

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Deutsche Transall beim Landeanflug beschossen
Berlin/Mazar-e Sharif, 30.09.2010, Einstellzeit: 18.20 Uhr.

Am 30. September um 15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (17.30 Uhr Ortszeit) wurde eine deutsche Transall C-160 beim Landeanflug auf den Flughafen Camp Marmal, Mazar e Sharif, vermutlich mit Handwaffen beschossen.

Die Untersuchung des Flugzeuges nach der Landung ergab keinen Hinweis auf Schäden.

Es wurde niemand verwundet.

Stand: 18 Uhr (Zitatende)

(Bild-, Textquelle kursiv: Bundeswehr.de)



Operation Market Garden 1944-2010, internationale und deutsche Fallschirmjäger bei historischer Luftlandung in Holland (Video)

Donnerstag, 30. September 2010

 

Operation Market Garden war der Codename für die größte Luftlande-Operation der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde geplant von dem britischen Feldmarschall Bernard “Monty” Montgomery und fand unter dem alliierten Befehlshaber U.S. General Dwight “Ike” David Eisenhower an der Westfront des Deutschen Reiches zwischen dem 17. und dem 27. September 1944 in den niederländischen Provinzen Nordbrabant und Gelderland sowie in geringem Umfang am Niederrhein in Deutschland statt und hatte das Ziel, den britischen und amerikanischen Truppen einen raschen Vorstoß ins Deutsche Reich zu ermöglichen, die Brücke von Arnheim spielte dabei auch eine Rolle.

In dieser Zeitphase regnete es Fallschirme mit alliierten Soldaten vom Himmel, dabei verloren tausende alliierte und deutsche Soldaten ihr Leben.

Bilder oben: Die 82. US-Luftlandedivision über der Landezone bei Grave; Alliierte (USA, GB, CAN, PL) Fallschirmjäger landen im Verlauf der Operation Market Garden in den Niederlanden vom 17.–27. September 1944 im Korridor von Eindhoven bis Arnheim (Niederlande)

Am 18. September 2010 sprangen in guter kameradschaftlicher Tradition die Alliierten der Gegenwart, rund 800 deutsche, niederländische, US-amerikanische, britische und finnische Fallschirmjäger gemeinsam über den Niederlanden ab. Landezone der Soldaten war die Ginkelse Heide (52° 2′ NB, 5° 44′ OL) bei Ede im Gelderland nahe Arnheim. Das Video der niederländischen Streitkräfte zeigt beeindruckende Bilder.
Fallschirmjäger-Soldaten der niederländischen 11 Luchtmobiele Brigade, der britischen 4 Para Regimentes, der Airborne der US-Army sowie Finnen und deutsche Bundeswehr-Soldaten schrieben auch in diesem Jahr die Militärgeschichte fort und machten aus der historischen Luftlandung Op Market Garden des Jahres 1944 (Karten unten) eine internationale Übung 2010. Sie sprangen als NATO-Soldaten miteinander ab über der niederländischen Heidelandschaft und freuten sich am Boden gemeinsam über den gelungenen Sprung – “Glück ab!”.

(Videoquelle: Defensie.nl;
Bilder-, Kartenquelle: dean.usma.edu, history.army.mil)

Gauck im stern-Interview: “Wir waren zu ,deutsch’”

Mittwoch, 29. September 2010

Was der frühere Kandidat als Bundespräsident in seiner Rede zur Einheit gesagt hätte

Das deutsche Volk kann Großes leisten, wenn es seine Angst überwindet. Das ist für den früheren Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck die zentrale Botschaft zum Jahrestag der Wiedervereinigung. Auf die Frage, was er dem Volk am 3. Oktober sagen würde, wenn er Bundespräsident geworden wäre, verriet Gauck dem Hamburger Magazin stern: “Ich hätte mich sicher daran erinnert, dass unser Volk eine Neigung hat unglücklich zu sein. Und hätte mich jener Phasen besonnen, in denen wir unsere Angst hinter uns gelassen und unglaubliche Potenzen in uns wachgerufen haben.”

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Sonderbeauftragte für die Stasi-Unterlagen kommentiert in einem stern-Extra zur deutschen Geschichte die jüngste Vergangenheit. “Ich verbinde mit 1989 weniger den Mauerfall, für mich war es in erster Linie das Jahr des Aufstands: Wir sind das Volk”, sagt Gauck in dem Interview. Er und seine Mitstreiter hätten nach den großen Demonstrationen aber nicht damit gerechnet, dass das System zusammenbricht und die Grenzen geöffnet werden. “Wir hatten uns an die Realitäten zu sehr gewöhnt, hatten uns angepasst, wir waren zu ,deutsch’.”

Auch deshalb, so Joachim Gauck zum stern, hätte er als Präsident in einer Rede zum Jahrestag der Wiedervereinigung den Bürgern Mut gemacht. “Es gibt ja fast nichts, was wir so gut können wie Angst haben. Das ist tief verankert in der menschlichen Seele, weil die Welt eben auch bedrohlich ist. 20 Jahre deutsche Einheit erinnern uns an unsere friedliche Revolution und daran, was wir können, wenn wir diese Angst überwinden.”

Gauck hält am Samstag, also einen Tag vor dem 3. Oktober, im Berliner Abgeordnetenhaus eine Rede zur Einheit. Am Sonntag spricht dann Bundespräsident Christian Wulff in Bremen. (Zitatende)

(Textquelle kursiv, Grafik: stern.de;
Bildquelle Joachim Gauck: Gegen Vergessen – Für Demokratie)

Innere Sicherheit: Terror-Experte Steinberg sieht konkrete Anschlagsgefahr für Mitteleuropa

Mittwoch, 29. September 2010

Der Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, hält die Terror-Gefahr angesichts der jüngsten Berichte über geplante Anschläge in Mitteleuropa für konkret. “Dass das seit Monaten bekannt ist, das kann nicht sein”, sagte er der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Donnerstag-Ausgabe) mit Blick auf entsprechende Erklärungen des Bundesinnenministeriums und des Bundeskriminalamtes. “Es spricht alles dafür, dass das kurzfristig konkreter geworden ist. Und dass die Amerikaner hier eine große Gefahr sehen, das sieht man ja an den Drohnen-Angriffen in Nord-Waziristan. Das waren allein im September 20; im August waren es vier. Die Amerikaner versuchen offensichtlich in ganz großer Eile, diese Gruppen zu erwischen und zu schwächen. Sie haben Sorge, dass da was im Schwange ist.” Steinberg fuhr fort, im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet hielten sich “vermutlich mehrere Dutzend” deutsche Islamisten auf. “Sie haben offensichtlich einen Auftrag gehabt. Sonst wäre das bei Ahmad S., also auf der Arbeitsebene, nicht angekommen. Denn Ahmad S. ist nichts in diesem ganzen Netzwerk. Das ist einer von ganz vielen. Wenn der schon so einen Auftrag hatte, dann war das schon sehr, sehr konkret.” Der militärische Druck der Amerikaner spreche “dafür, dass diese Leute große Probleme kriegen werden, das durchzuführen. Denn selbst wenn sie schon ausgereist sind, dann sind die Amerikaner ja an allen Etappenorten präsent. Die Sache ist erst einmal entschärft – zumal man vermuten muss, dass Ahmad S. Details rausgegeben hat. Die haben ja von den deutschen Islamisten auch Bilder.” Die Zahl der gewaltbereiten deutschen Islamisten bezifferte der Forscher auf “wenige hundert”. (Zitatende)

Berichtet die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle vorab.

Terrorgefahr in Deutschland – Ernste Warnung

Wir leben im wirtschaftlich stärksten EU-Staat, einem Filetstück des Westens. Hier reiht sich Großstadt an Großstadt. Es gibt eine nennenswerte muslimische Bevölkerung und abgekapselte und undurchsichtige “Parallelgesellschaften”. Die Bundeswehr kämpft am Hindukusch. Das Aufzählen weniger Fakten reicht, um zu erklären: Ja, islamistische Täter könnten hier Bomben zünden. Sie haben es mehrfach versucht.

Warum sollten wir uns also wundern, wenn Warnungen vor möglicherweise drohenden Anschlägen gemeldet werden? Es ist übertrieben, jede für bare Münze zu nehmen. Es ist aber fahrlässig, sie für bloße Propaganda zu halten, mit denen Behörden die Forderung nach schärferen Gesetzen unterfüttern.

Zu dicht sind Erkenntnisse, dass El Kaida und ähnliche Terror-Truppen Deutschland nicht nur als gelegentliches Ziel, sondern als eine Einsatzbasis betrachten. Hunderte von deutschen Islamisten reisen nach Afghanistan und Pakistan, um sich ausbilden zu lassen. Viele wollen, ausgebildet als Selbstmordattentäter, zurück. Täuscht nicht alles, geht es bei dem jüngsten Verdacht genau um solche Fälle. Deutschland hat vor dem 11. September 2001 nicht hingesehen, als Atta in Hamburg seine Pläne schmiedete. Weggucken können wir uns nicht mehr erlauben. (Zitatende)

Kommentiert Dietmar Seher von der Westdeutsche Allgemeinen Zeitung aus Essen.

Terror vor der Tür

Ein Geheimdienst ist dann erfolgreich, wenn die Öffentlichkeit von seinen Erfolgen möglichst gar nicht erst erfährt. Dass die Informationen über geplante Attentate in Europa jetzt in die Medien gelangten, beruht daher vermutlich auf Kalkül. Nicht unbedingt jenes, das Kritiker jetzt sofort wittern werden: dass die Spione nämlich nur wieder einmal eine Gefahr beschwören, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Diesmal handelt es sich wohl eher um einen Akt der psychologischen Kriegsführung. Die zuletzt immer intensivere Jagd auf die führenden Köpfe der Taliban und der al Qaida beginnt nach Einschätzung der Experten die Islamisten zu destabilisieren. Dieser Effekt soll durch die Veröffentlichung von Fahndungserfolgen noch verstärkt werden. Gewiss, von einer unmittelbaren Anschlagsgefahr konnte wohl keine Rede sein. Aber soll man das beklagen? Oder nicht lieber froh darüber sein, dass die Pläne schon im Vorfeld aufgedeckt wurden? Wir müssen uns jedenfalls darüber im Klaren sein, dass es ohne die Arbeit der Geheimdienste, so sehr sie auch manchmal geschmäht und bespöttelt werden, mit ziemlicher Sicherheit auch in Deutschland schon blutige Terroranschläge gegeben hätte. Der Wille dazu war da, nur die Gelegenheit fehlte. (Zitatende)

Kommentiert Matthias Beermann von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

Die Bedrohung ist real
Zur aktuellen Terrorgefahr in Deutschland

Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass sich die Gefahr von Anschlägen in Deutschland weitgehend erledigt hat. So ruhig schien es in den vergangenen Monaten an der Terrorfront zu sein. Durch die am Mittwoch bekannt gewordenen Erkenntnisse ist allerdings wieder schlagartig bewusst geworden: Das Land ist nach wie vor im Visier des Terrors, die Bedrohung ist real, und sie scheint massiver zu sein, als angenommen. Auch wenn das Innenministerium beruhigt. Man mag sich gar nicht ausmalen wollen, in welchen Ausnahmezustand die Republik gestürzt wäre, wenn Terroristen Hotels, Kaufhäuser oder U-Bahn-Höfe überfallen hätten, um ein Blutbad wie in Mumbai anzurichten. Dass es so nicht gekommen ist, belegt: Den Sicherheitsbehörden sind von der Politik die richtigen Instrumente in die Hand gegeben worden. Und die internationale Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Terror funktioniert. Die Frage der Verschärfung von Sicherheitsgesetzen ist deshalb aber noch lange nicht vom Tisch. Denn die Terrorplaner dieser Welt werden sich andere Wege suchen, ihre Ziele zu verwirklichen – und damit auch immer neue Verbote herausfordern. Die schwarz-gelbe Koalition wird die bestehenden Anti-Terror-Gesetze überprüfen, und Innenminister de Maizière hat in der Schublade bereits neue Ideen, die die FDP derzeit jedoch blockiert. Die simple Wahrheit ist: Es gibt keine absolute Sicherheit. Und genau deshalb darf die Politik nicht nur die Frage nach neuen Sicherheitsvorkehrungen aufwerfen. Sie sollte sich endlich auch stärker als bisher Gedanken darüber machen, wie dem weltweiten Terror der Nährboden entzogen werden kann. (Zitatende)

Kommenteirt die Lausitzer Rundschau aus Cottbus

(Textquelle kursiv: Mitteldeutsche Zeitung.de, Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de, Rheinische Post.de, Lausitzer Rundschau.de;
Kartengrafikquelle: CIA.gov)

Hintergrundinformationen: Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP.de

Terrorgefahr auf deutschem Boden?

Mittwoch, 29. September 2010

Zumindest eines hat der Weckruf aus den Geheimdienst-Zentralen zwischen Washington und Berlin bewirkt: Die Erinnerung daran, dass der Krieg in Afghanistan auch Tote auf deutschem Boden fordern könnte, ist wieder wach. Europa ist vielleicht stärker als je zuvor im Visier von El Kaida. Die Franzosen, weil sie das Tragen von Kopftüchern verbieten, die Dänen wegen der Mohammed-Karikaturen und die Deutschen, weil sie in Afghanistan kämpfen. Echten Schutz gegen islamistischen Glaubensterror aber kann auch bei uns niemand garantieren – wer sich da in Sicherheit wiegt, ist ein leichtes Ziel: Der Terror schläft nicht, er wartet nur auf günstige Gelegenheiten. Die sollte man ihm nicht bieten. (Zitatende)

Kommentiert die Ostsee-Zeitung aus Rostock.

Innere Sicherheit: BKA relativiert Terrorgefahr trotz jüngster Erkenntnisse

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, hat die jüngsten Berichte über aktuelle Terrorgefahren in der Sitzung des Bundestags-Innenausschusses am Mittwochmorgen stark relativiert. Das berichtet die in Halle erscheinende “Mitteldeutsche Zeitung” (Donnerstag-Ausgabe). Nach Angaben des innenpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte Ziercke in der Sitzung: “Das ist seit Monaten bekannt.” Wiefelspütz zufolge lässt sich aus den Ausführungen des BKA-Chefs ein klarer Schluss ziehen: “Die Sicherheitslage hat sich nicht verändert.” (Zitatende)

Berichtet die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle.

kursiv: Ostsee-Zeitung.de, Mitteldeutsche Zeitung.de)



1378 Kilometer Todesstreifen: Zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit erlebt die innerdeutsche Grenze eine virtuelle Renaissance (Video)

Mittwoch, 29. September 2010

 1378(km) – Teaser from Jens M. Stober on Vimeo.

Der Spieler wird in “1378(km)” an unterschiedliche innerdeutsche Grenzabschnitte versetzt. Dabei ist es dem Spieler möglich in die Rolle des Grenzsoldaten der DDR oder die des Republikflüchtlings zu schlüpfen. In detailliert nachgebauten Szenarien an den jeweiligen Grenzabschnitten zwischen der Bundesrepublik Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik, kann die dramatische Situation hautnah erlebt werden. Es fällt unter die Rubrik der “Serious Games”, wie auch das von Jens M. Stober mitentwickelte Frontiers, mit diesen Sätzen beschreibt die Seite http://www.1378km.de/ des Karlsruher Studenten sich selbst.
Den unbelehrbaren ehemaligen Soldaten der DDR Grenztruppe oder “Stasi-Offizier im besonderen Einsatz” wird es gefallen, sie können 21 Jahre nach Ende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) untermalt von der DDR-Nationalhymne von Johannes R. Becher (Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, Laß uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland …) unbewaffnete Republikflüchtige am PC im realen Leben straffrei erschiessen, mittels richtungsgebundenen Splitterminen (Selbstschussanlage SM70) in die Luft sprengen (Video oben) oder festnehmen, die Hinterbliebenen der Opfer des antifaschistischen Schutzwalles des Unrechtregimes DDR bzw. der innerdeutschen Grenze wird es anwidern und schmerzen.
Der Student Jens Strober (Jahrgang 1986) von der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) im Fachbereich Medienkunst/InfoArt war 3 Jahre jung als die Mauer fiel, er will mit dem von ihm gestalteten Spiel als HfG-Diplomarbeit (die bereits mit der Note 1 ausgezeichnet wurde) erklärtermaßen:
durch die persönliche Identifikation als Republikflüchtling oder Grenzsoldat und das intensive Kennenlernen der Grenzorte soll auf neue Art und Weise bei der jungen Generation das Interesse zur Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte geweckt werden: Themen wie Todesstreifen, Schießbefehl, Selbstschussanlagen, Republikflucht und die Verurteilung von Grenzsoldaten nach dem “Fall der Mauer” werden nicht ausgelassen,
aufklären und dafür sorgen, dass dieses dunkle Kapitel jüngster deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und auch für junge Menschen zielgruppengerecht virtuell-medial erfahrbar wird.
Soldatenglück.de meint, möglicherweise gut gemeint und professionell umgesetzt, ist nicht immer gut gemacht.

Das “Serious Game” 1378(km) wird zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober 2010, erscheinen, es kann auf der benannten Seite herunter geladen werden. Falls es bis dahin nicht doch noch als jugendgefährdend oder als Menschen-verachtend – so wie die innerdeutsche Grenze selbst -für Jugendliche indiziert wird.

Nachtrag, 30.09.2010, Pressemeldung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion:

Todesstreifen als PC-Spiel verhöhnt die Opfer
Zum Tag der Deutschen Einheit soll das Computerspiel “1378 (km)” erscheinen, in dem der Spieler Flüchtlinge an der innerdeutschen Grenze erschießen soll. Der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Börnsen (Bönstrup) und der Obmann der Arbeitsgruppe Kultur und Medien Marco Wanderwitz erklären dazu:

“Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verurteilt die Entwicklung des Computerspiels “1378 (km)”, das eine virtuelle Jagd auf DDR-Flüchtlinge im Todesstreifen zum Ziel hat. Für uns ist diese makabere Spielidee eine unsägliche Verhöhnung der fast 1.000 Opfer an der innerdeutschen Grenze und ihrer Hinterbliebenen.

Der Spielentwickler nimmt für sich einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte in Anspruch. Darin irrt er vollständig. Durch virtuelles Ballern oder Abgeballertwerden lernt man über den SED-Unrechtsstaat und sein tödliches Grenzregime nichts. Wir fordern die Verantwortlichen dazu auf, auf die Veröffentlichung des Spiels, auf der Homepage der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe gratis zugänglich, zu verzichten.

Verantwortlich für eine solche Entgleisung sind aber viele: Wer in öffentlichen Reden die Verhältnisse in der DDR schön geredet hat, hat zu einem Klima beigetragen, das solche “Spiele” erst ermöglicht. Der betreuende Professor sieht in dem Computerspiel eine “raffinierte Form der Aufklärung mit moralischer Dimension”, da der schießende Grenzsoldat später verhaftet werde. Wir sehen darin das Fallen jeglichen moralischen Tabus.

Die Deutsche Welle hat gezeigt, wie man es richtig machen kann: Ihr computeranimierter Film “Eingemauert! Die innerdeutsche Grenze” rekonstruiert authentisch den Todesstreifen an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze. Abrufbar auf “Youtube” stellt die Dokumentation der Grenzanlagen ein niederschwelliges Angebot für die junge Generation dar.” (Zitatende, Textquele: CDU/CSU – Bundestagsfraktion)

(Videoquelle, Bildgrafiken: Jens Stober, www.1378.km.de)

Ernst Jünger: Kriegstagebuch 1914-1918 (Videos)

Mittwoch, 29. September 2010

Soldatenglück Kultur

Mit dieser Ausgabe sind Ernst Jüngers Tagebücher aus dem Ersten Weltkrieg erstmals allgemein zugänglich – ein einzigartiges literarisches und zeitgeschichtliches Dokument und eine editorische Sensation!

Wann hat dieser Scheißkrieg ein Ende?

Ernst Jüngers Frontbericht “In Stahlgewittern” ist neben Erich Maria Remarques Roman “Im Westen nichts Neues” das berühmteste deutschsprachige Buch über den Ersten Weltkrieg. Die “Stahlgewitter” sind jedoch kein rein fiktionales Werk, sondern basieren auf den 15 Tagebuchheften, die Jünger während des Krieges von der ersten Fahrt an die Front am Jahreswechsel 1914/15 bis zu seiner letzten Verwundung im August 1918 kontinuierlich führte. Der Verlauf vieler Tage wird nur in kurzen Notizen festgehalten, die Kampfeinsätze in den großen Schlachten werden hingegen erzählerisch vergegenwärtigt: Persönliches steht neben Militärischem, Empfindsames neben Martialischem, Amouröses neben Barbarischem, Anrührendes neben Abstoßendem. Und bei alledem lässt sich mitverfolgen, wie die Erfahrungen des Krieges von Jünger psychisch verarbeitet und stufenweise literarisiert wurden.

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 3608938435, Gebunden, 656 Seiten, 32,95 EUR

Ernst Jünger
Ernst Jünger, am 29. März 1895 in Heidelberg geboren, 1901 – 1912 Schüler in Hannover, Schwarzenberg, Braunschweig u. a. 1913 Flucht in die Fremdenlegion, nach sechs Wochen auf Intervention des Vaters entlassen 1914 – 1918 Kriegsfreiwilliger 1918 Verleihung des Ordens »Pour le Mérite« 1919 – 1923 Dienst in der Reichswehr. »In Stahlgewittern«. Studium in Leipzig 1927 Übersiedlung nach Berlin. Mitarbeit an politischen und literarischen Zeitschriften 1936 – 1938 Reisen nach Brasilien und Marokko. »Afrikanische Spiele« und »Das Abenteuerliche Herz«. Übersiedlung nach Überlingen 1939 – 1941 Im Stab des Militärbefehlshabers Frankreich 1944 Rückkehr Jüngers aus Paris nach Kirchhorst 1946 – 1947 »Der Friede« 1950 Übersiedlung nach Wilflingen 1965 Abschluß der zehnbändigen »Werke« 1966 – 1981 Reisen. Schiller-Gedächtnispreis. 1982 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main 1988 Mit Bundeskanzler Kohl bei den Feierlichkeiten des 25. Jahrestags des Deutsch-Französischen Vertrags 1993 Mitterrand und Kohl in Wilflingen. Am 17. Februar 1998 stirbt Ernst Jünger in Riedlingen.

(Bildgrafik, Textauszüge: Klett-Cotta Verlag.de)

Terminhinweis:
Große Jünger-Ausstellung in Marbach, Ernst Jünger. Arbeiter am Abgrund | 7. November 2010 bis 27. März 2011
25.10.2010, 20:00, Stuttgart, Podiumsdiskussion zum Erscheinen von Ernst Jüngers Kriegstagebuch 1914 -1918.
Auf dem Podium: Michael Klett (Verleger), Helmuth Kiesel (Herausgeber), Julia Encke (FAS) Moderation: Heike Gfrereis (Literaturarchiv Marbach).
Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart

Videos: “Ich widerspreche mir nicht” ERNST JÜNGER, ein Film von Walter Rüdel

 

 

 

 

 

(Videoquelle: ZDF 2007, 3sat via YouTube)

“20 Jahre Deutsche Einheit – Wunsch oder Wirklichkeit”

Mittwoch, 29. September 2010

Im Rahmen der Pressekonferenz zum Statistischen Jahrbuch 2010 stellte der Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), Roderich Egeler, die Sonderveröffentlichung “20 Jahre Deutsche Einheit – Wunsch oder Wirklichkeit” vor. Aus Sicht der Statistik informiert die Broschüre zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit über den Verlauf des Annäherungsprozesses von Ost und West, zeigt erreichte Gemeinsamkeiten aber auch fortbestehende Unterschiede auf.

Hier einige ausgewählte Ergebnisse:

* In den neuen Ländern lebten Ende 2008 rund 1,7 Millionen Menschen weniger als noch 1990. Der Wanderungssaldo war dabei in jedem Jahr seit 1990 negativ für den Osten und positiv für den Westen.

* Ehepaare mit Kindern machten 2009 drei Viertel der Familienformen im Westen aus, im Osten (einschließlich Berlin) war es nur gut die Hälfte.

* Die Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren betrug im Osten und Berlin Anfang 2009 rund 45%, im Westen waren es 15%. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die Betreuungsquote in den neuen Ländern leicht gesunken, im früheren Bundesgebiet jedoch stark gestiegen.

* Beim Bio-Landbau sind die Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen.

* Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdienten 2009 im Osten gut drei Viertel des Westniveaus (einschließlich Berlin). 1991 lag dieser Wert noch bei weniger als der Hälfte.

* Der Anteil von “Hartz-IV”-Empfängerinnen und Empfängern war 2008 in den neuen Ländern und Berlin mit 17% der Bevölkerung mehr als doppelt so hoch wie im früheren Bundesgebiet (8%).

* Egal wo in Deutschland: Im Durchschnitt geben die privaten Haushalte etwa die Hälfte ihrer Konsumausgaben für die Grundbedürfnisse Wohnen, Essen und Bekleidung aus.

Hintergründe zu diesen und vielen weiteren Themen sind in der Veröffentlichung anschaulich beschrieben und grafisch aufbereitet.

Die Broschüre “20 Jahre Deutsche Einheit – Wunsch oder Wirklichkeit” ist als Download unter www.destatis.de erhältlich.

(Textquelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de;
Bildquelle: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, hdg.de, diese Bundesfahne wurde während der Feier zur deutschen Einheit am 03. Oktober 1990 00.00 Uhr vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gehißt.)

Rettungsübung der Luftwaffe (Video)

Mittwoch, 29. September 2010

 

 

Im Luftraum Stuttgart München Nürnberg tut sich einiges: Die Luftwaffe der Bundeswehr trainiert dort zusammen mit Soldaten aus befreundeten Nationen für den Ernstfall. Die Aufgabe: Rettung von Verletzten im Gefahreneinsatz! Ausgangspunkt ist das bayerische Lagerlechfeld.

(Videoquelle: BR vom 27.09.2010 via YouTube)

Truppenverlegung nach Stadtallendorf (Video)

Mittwoch, 29. September 2010

Eine Division zieht um

 

Truppenverlegung nach Stadtallendorf Etwa 400 Soldaten ziehen insgesamt um von Regensburg nach Stadtallendorf. Die hessenschau durfte einen Blick hinter die Mauern der mittelhessischen Kaserne werfen und einige Neuankömmlinge bei der Erkundung ihrer neuen Umgebung begleiten.

(Videoquelle: HR hessenschau v. 27.09.2010)