Archiv für August, 2010

ISAF: Auch deutsche Elitesoldaten schalten Taliban aus

Dienstag, 17. August 2010

Auch die deutschen Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan jagen nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf gezielt Taliban, um sie “auszuschalten”. Das sagte der deutsche Brigadegeneral Josef Dieter Blotz, Sprecher der Isaf-Truppe, dem Berliner “Tagesspiegel” in Kabul: “Gezielte Tötungen durch Spezialkräfte der Bundeswehr hat das Verteidigungsministerium definitiv ausgeschlossen. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ist jedoch auch dafür eingesetzt worden, Netzwerke von Extremisten auszuschalten”, sagte Blotz. Es sei “völlig klar und verständlich, dass Extremisten, deren Hauptbeschäftigung darin besteht, unsere Soldaten zu erschießen und in die Luft zu sprengen, verfolgt und bekämpft werden” müssten. “Wenn man über Informationen verfügt, wo solche Extremisten zu finden sind, muss versucht werden, diese auszuschalten, noch bevor sie unsere Soldaten angreifen können. Genau darum geht es. Das ist im Wesentlichen die Aufgabe von Kräften, die speziell dafür ausgebildet, ausgerüstet und trainiert sind”, sagte Blotz.

Die Zahl der Spezialkräfte sei in Afghanistan in den vergangenen anderthalb Jahren “ganz erheblich” erhöht worden. Dies sei auch absolut notwendig. “Wir brauchen genau diese Spezialkräfte, um Taliban-Netzwerke effektiv ausschalten zu können.” Im Übrigen falle bei 80 Prozent der Spezialkräfteeinsätze kein einziger Schuss. Spezialkräfte seien “kein Problem, sondern Teil der Lösung”. General David Petraeus wisse zudem als Befehlshaber aller US-Soldaten im Land “100-prozentig”, was die dem Pentagon direkt unterstellten Spezialkräfte machen. Die Koordination finde statt und bedeute mehr, als dass jemand anrufe und Bescheid sage, in welchem Bereich diese Truppe operiere. Während Blotz sich über die Fortschritte im Land insgesamt eher zurückhaltend äußerte und auch Fehler der Isaf in den vergangenen Jahren eingestand, sagte er, die Spezialkräfte hätten gute Erfolge: “Wir kommen auf diesem Feld schon heute sehr gut voran.” (Zitatende)

Berichtet Der Tagesspiegel aus Berlin heute.

(Textquelle kursiv: Der Tagesspiegel.de;
Bildquele: NATO.ISAF.int, ISAF Spokesman Highlights Tactical Directives – KABUL, Afghanistan – German Army Brig. Gen. Josef Blotz, International Security Assistance Force spokesman, highlighted the revised tactical directives and the efforts made by ISAF and the Government of Afghanistan to establish security and defeat insurgents in Afghanistan at a news conference held here Aug. 8. ISAF photo by U.S. Navy Lt. Cmdr. Douglas Houser)



Deutscher ISAF-General sieht Verbesserungsmöglichkeiten bei Einsatz von Spezialkräften in Afghanistan

Dienstag, 17. August 2010

 

Der deutsche Brigadegeneral und Isaf-Sprecher Josef Dieter Blotz hat in der Debatte um den Einsatz von Spezialkräften in Afghanistan “Weiterentwicklungsmöglichkeiten” eingeräumt. “Isaf koordiniert die Operationen von konventionellen und Spezialkräften aus vielen Armeen und arbeitet dabei mit den Truppenstellernationen eng zusammen. Einsatzerfahrungen zeigen auch Weiterentwicklungsmöglichkeiten auf, die ebenfalls am besten gemeinsam angepackt werden”, sagte Blotz dem Berliner “Tagesspiegel”. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte zuvor moniert, die Einsatzregeln für Spezialkräfte seien international nicht zu seiner Zufriedenheit abgestimmt.

Zur Debatte über einen Abzugstermin sagte Blotz, im Moment erarbeiteten Isaf und die afghanische Regierung einen Kriterienkatalog. Der Zeitpunkt der Übergabe sei “derzeit noch nicht exakt bestimmbar”, der schrittweise Abzug von Isaf-Kräften “richtet sich danach, wie und in welchem Umfang diese Kriterien erfüllt werden können”. Möglicherweise könne beim Nato-Gipfel im November in Lissabon bekannt gegeben werden, in welchen Landesteilen sich die Lage so entwickelt habe, dass 2011 mit der Übergabe begonnen werden könne. Jedoch werde es selbst nach der von Präsident Hamid Karsai angekündigten Übernahme der Verantwortung für die Sicherheit durch die Afghanen bis 2014 weiter eine “strategische Partnerschaft” geben. “Wir werden nicht einfach zur Tür rausgehen und verschwinden.” (Ziatende)

Berichtet Der Tagesspiegel aus Berlin heute.

(Textquelle kursiv: Der Tagesspiegel.de;
Bildquelle. NATO.ISAF.int, KABUL, Afghanistan – German Army Brig. Gen. Josef Blotz, International Security Assistance Force spokesman, briefs reporters on security within Kabul July 7, 2010, at the Goverment Media and Information Center here. ISAF photo by U.S. Army Spc. Lester B. Colley)

Der Koreakonflikt schwärt weiter

Dienstag, 17. August 2010

Daran kann auch das gestern gestartete Großmanöver von Südkorea und den USA nichts ändern. Im Gegenteil: Nordkoreas Militär droht abermals mit einem »heiligen Krieg der Vergeltung«. Die USA demonstrieren zwar militärische Stärke, eine Lösung aber kann es nur auf diplomatischem Wege geben. Die amerikanisch-chinesische Beziehung spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sollten sich Peking und Washington verständigen, könnte die Krise überwunden werden. Sonst wäre großer Schaden unvermeidbar. Die Obama-Regierung erkennt die politische und wirtschaftliche Bedeutung Chinas. »Die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und China wird vielleicht zur wichtigsten bilateralen Beziehung der Welt im 21. Jahrhundert«, sagt US-Präsident Barack Obama. Diese Verantwortung müsse man gemeinsam tragen. US-Außenministerin Hillary Clinton hat China kurz nach Amtsantritt besucht; unlängst lobte sie Pekings Kompromissbereitschaft in der Koreakrise: Es habe zwar ernste Konflikte zwischen China und Amerika gegeben, jetzt sei Peking jedoch dialogbereit. Chinas Position wird von den asiatischen Nachbarn kritisch beobachtet: Japan, Indien, Taiwan, Südkorea, Indonesien, Malaysia, Thailand, die Philippinen und selbst Vietnam misstrauen der chinesischen Militärmacht und bilden eine anti-chinesische strategische Koalition. Das führt zu einer spannenden Parallelentwicklung: Während die asiatischen Staaten den Handel mit China vergrößern, festigen sie die strategische Bindung an die USA. Besonders Japan zeigt sich misstrauisch: So hat es jüngst die Stationierung von US-Truppen auf Okinawa spontan genehmigt. China strebt nach einer asiatischen Hegemonie, die auch militärisch fundiert sein soll. Doch so lange große Demokratien wie Japan, Indien und Indonesien der chinesischen Parteidiktatur misstrauen, bleibt die Weltmacht USA in Asien willkommen – nicht als »Besatzer« oder Vormacht sondern als militärischer Partner und Garant für Sicherheit und Stabilität. Im Koreakonflikt liegt der Ball somit im chinesischen Spielfeld. Sollte Peking die Steinzeitdiktatur in Pjöngjang disziplinieren, könnte es Sympathiepunkte sammeln und Vertrauen schaffen. In Asien mag niemand ein autoritäres Regime, das Atomwaffen baut, Kriegsschiffe versenkt, seine Bevölkerung hungern lässt und die Menschenrechte missachtet. Langfristig ist Asien ohne eine US-Vorherrschaft denkbar. Chinas wirtschaftlicher, politischer und militärischer Einfluss wächst unaufhaltsam. Die Amerikaner werden Asien aber erst verlassen, wenn China demokratischer, rechtsstaatlicher und vertrauensvoller geworden ist. Dann kann Asien auf den amerikanischen Schutz verzichten. In der Koreakrise könnte sich Peking als verlässliche und maßvolle zukünftige Vormacht empfehlen. Es muss nur Nordkorea konsequent in die Schranken weisen. (Zitatende)

Kommentiert das Westfalen-Blatt aus Bielefeld.

[Textquelle kursiv: Westfalen-Blatt.de;
Bildquelle: State.gov, Secretary Clinton and Secretary Gates Look Out Over the Military Demarcation Line (MDL) - U.S. Secretary of State Hillary Rodham Clinton and U.S. Secretary of Defense Robert M. Gates look out over the Military Demarcation Line (MDL) into North Korea at Observation Point Ouellette in Panmunjom, South Korea, on July 21, 2010;
Secretary Clinton Marks 60th Anniversary of the Korean War - U.S. Secretary of State Hillary Rodham Clinton participates in a wreath laying ceremony with Korean President Lee Myung-bak on the 60th Anniversary of the Korean War, at the Korean War Memorial in Washington, DC April 12, 2010.
State Department photo]

Der “Weser-Kurier” kommentiert die Äußerungen des ISAF-Oberkommandierenden General Petraeus zum Truppenabzug aus Afghanistan

Dienstag, 17. August 2010

 

Einsicht statt Exit

Die Warnung des Oberkommandierenden der Alliierten in Afghanistan vor einem zu schnellen Truppenabzug ist ein Sieg der Strategie über die Demoskopie. Sie folgt der Erfahrung, dass es Wahnsinn ist, zur Freude des Feindes mitten im Krieg über Rückzugsszenarien zu diskutieren, bloß weil die Umfragewerte in der Heimat sinken. Leider ist diese Einsicht in der Politik noch nicht Mehrheitsmeinung. Auch die Debatte in vielen Medien ist verliebt ins Scheitern: Gründe für die angebliche Unmöglichkeit eines Erfolges werden hingebungsvoll zusammengetragen – dass damit vor allem die Perspektiven der afghanischen Bevölkerung gegen Null schmelzen, nimmt man hin. Die intellektuelle Klasse hat – bis auf wenige Einzelkämpfer – bereits kapituliert. Man flüchtet sich in die Hoffnung, dass die globale Barbarei schon einen Bogen um den eigenen Elfenbeinturm machen werde – der ist ja auch nicht so hoch und “provokant” wie die New Yorker Twin Towers. Gewissheiten, die bislang vor allem im linksliberalen Milieu völlig zu Recht verteidigt wurden, sind zur kleinen Münze geschrumpft. Etwa die universelle Geltung der Menschenrechte für alle und für jeden. Folter, Massaker, Menschenschinderei waren seit den sechziger Jahren mindestens ein Grund, auf die Straße zu gehen, oft gefolgt von der aktiven Unterstützung des militärischen Widerstandes gegen die Unterdrücker. Heute werden Berichte über grauenhafte Verstümmelungen oder barbarische Hinrichtungen aus nichtigsten Anlässen schaudernd, aber achselzuckend als Ausweis einer anderen kulturelle Identität hingenommen. Sie wecken nicht etwa Empathie und Engagement – sie dienen als Rechtfertigung für die Abkehr, als infamer “Beweis” für die Zivilisationsunfähigkeit eines ganzen Volkes. Mit aufklärerischem Pathos wird dann darauf hingewiesen, dass die Frauenrechte in Afghanistan ja nur ein “Feigenblatt” für den Krieg seien. Natürlich ist Frauenbefreiung nicht das Hauptziel des ISAF-Einsatzes, aber sie ist zigtausendfach eine Folge davon. Und für jene afghanischen Frauen, die wieder einen Beruf ausüben und ihre Töchter zur Schule schicken können, zählt das Ergebnis, nicht die Absicht. Im Übrigen wurden im Zweiten Weltkrieg ja auch nicht deutsche Städte bombardiert, um vornehmlich KZ zu befreien – aber das Ende des Massenmords war natürlich eine Folge des Sieges über die Massenmörder. Eines Sieges, der mit Opfern erkauft wurde, gegen die die Verluste in Afghanistan verschwindend sind. Doch die Erkenntnis, dass es in Afghanistan ebenso wie an den Stränden der Normandie um einen globalen Kampf gegen abgrundtiefe Barbarei geht, ist auch nach neun Jahren nicht durchgedrungen Was passiert, wenn die Alliierten zu früh abziehen? Die Islamisten werden sich nicht darauf beschränken, bloß am Hindukusch Ehebrecher zu steinigen und entlaufenen Sklavinnen die Nase abzuschneiden. Sie werden den Rückzug von 42 Nationen, darunter die mächtigsten der Welt, als Beweis für ihre Unbesiegbarkeit werten – und viele in der islamischen Welt werden ihnen das glauben. Hier reden wir über 200 Millionen Indonesier, 170 Millionen Pakistani, 140 Millionen Nigerianer, 80 Millionen Ägypter, 70 Millionen Iraner… Liberalere und prosperierende moslemische Staaten, etwa am Golf, werden unter ungeheuren Druck geraten. Ein “politischer” General wie David Petraeus hat das alles im Blick, wenn er von Afghanistan spricht – und man wünscht sich, dass das Primat der Politik nicht mit einem Privileg auf Beratungsresistenz verwechselt wird. (Zitatende)

Kommentiert der “Produzierender Chefredakteur” Joerg Helge Wagner vom Weser-Kurier aus Bremen in der heutigen Ausgabe.

(Textquelle kursiv: Weser-Kurier.de;
Bilderquelle: U.S. Army.mil,
U.S. Army Gen. David H. Petraeus, commander of the International Security Assistance Force, speaks to U.S. and NATO forces at the Counterinsurgency Training Center Afghanistan, July 13, 2010. U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Bradley Lail;Commander ISAF, U.S. Army Gen. David Petraeus))

Krieg in Afghanistan – Alarmglocken

Montag, 16. August 2010

 

Seit Beginn des Feldzuges in Afghanistan sind nach offiziellen Zahlen mehr als 1.200 US-Soldaten dort gestorben, mehr als 2.000 Soldaten der Koalitionstruppen insgesamt. Und die jüngsten Äußerungen des dortigen US-Oberbefehlshabers, General David Petraeus, lassen keine Ende des Schreckens erkennen. Petraeus ist Obamas Mann für den Job, nachdem Vorgänger McChrystal sich durch allzu harsche Kritik unmöglich gemacht hatte. Doch auch Petraeus hat dem US-Präsidenten Unerfreuliches zu sagen: Noch immer droht ein Scheitern der Mission, man braucht mehr Zeit, mehr Geld, mehr Männer, mehr Opfer. Von einer Stabilisierung kann keine Rede sein, die Sicherheitslage ist verheerend, die Taliban steinigen unbehelligt und öffentlich Menschen. In Amerika, wo den Einsätzen im Irak und in Afghanistan die Unterstützung der Bevölkerung und Teilen der Politik wegzubrechen droht, wiegelt man noch ab. Doch bei den Bündnispartnern – jeder mit ganz eigenen Rechtfertigungsproblemen für den Einsatz am fernen Hindukusch – schrillen schon die Alarmglocken. Der US-General setzt auf eine neue Strategie, mit der den Taliban Region um Region abgetrotzt werden soll. Am schlimmsten ist sein Eingeständnis, dass es bisher keine Strategie gab. (Zitatende)

Kommentiert Dirk Müller von der Neue-Westfälische aus Bielefeld.

(Textquelle kursiv: Neue-Westefälische.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int,
U.S. Marines with Gun One, November Battery, 5th Battalion, 14th Marine Regiment reload a M777 A2 lightweight howitzer during a calibration shoot at Fire Base Pico in Helmand province, Afghanistan, Nov. 2, 2009. The unit is attached 3rd Battalion, 11th Marine Regiment and is deployed with Regimental Combat Team 7 to conduct counterinsurgency operations with Afghan National Security Forces in southern Afghanistan. U.S. Marine Corps photo by Sgt. Christopher R. Rye;
ISAF Commander Visits Musa Qa’Leh, U.S. Army Gen. David H. Petraeus, center, commanding General, International Security Assistance Force, ISAF, and U.S. Marine Maj. Gen. Richard P. Mills, commander, Regional Command, Southwest, meet local Afghan leaders during their visit to Musa Qa’Leh, Afghanistan, July 26, 2010. Gen. Petraeus is visiting for the first time as the new ISAF Commander and will attend briefs given by various units around the country in support of the International Security Assistance Force. U.S. Marine Corps photo by Cpl. Lindsay L. Sayres)



Stein um Stein

Montag, 16. August 2010

Das Leben in Afghanistan, in Somalia, in Nigeria, Sudan oder Iran ist hart. Es ist ungerecht. Die Menschen werden unterdrückt, ermordet. Sie müssen all das erleiden und erdulden, was in einem Land wie Deutschland pure Abscheu hervorruft. Darunter die Steinigung von unverheirateten Paaren oder auch von vergewaltigten Mädchen. Ein humanitärer Albtraum. Ein Albtraum, der durchaus mit Berechnung immer wieder im Vorfeld des Afghanistan-Einsatzes thematisiert wurde. Die sichtbar gemachte Menschenverachtung der Taliban sollte verdeutlichen, welche Potentaten da Ende des 20. Jahrhunderts Angst und Schrecken verbreiten. Und die Steinigung eines jungen Paares vom Sonntag – direkt unter den Augen der in Kundus stationierten Bundeswehr – zeigt: Der Albtraum ist noch lange nicht zu Ende. Auch nach neun Jahren Krieg nicht. Die demonstrative Steinigung kann in diesem Zusammenhang als weitere Kampfansage der Taliban verstanden werden: Wir sind noch lange nicht besiegt. So sieht das wohl auch der neue Oberbefehlshaber, General Petraeus, der den Abzugstermin Juli 2011 in Frage stellt. Militärisch ist das vermutlich eine ehrliche Aussage. Politisch ist sie jedoch kaum haltbar. (Zitatende)

Kommentiert Klaus Welzel von der Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg.

(Textquelle kursiv: Rhein-Neckar-Zeitung.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int)

Rückzug aus Afghanistan – Einspruch des Generals

Montag, 16. August 2010

US-General David Petraeus ist in den USA ein bekannter Mann, und er genießt einen Ruf als genialer Stratege. Den hat er sich im Irak erarbeitet, wo er im Auftrag von US-Präsident George W. Bush Ordnung ins Chaos und die US-Mission auf einen neuen Kurs brachte. Es ist vor allem sein Verdienst, dass die US-Kampftruppen im Irak Ende August das Land verlassen können. Auf dem anderen amerikanischen Kriegsschauplatz, in Afghanistan, sieht es nicht so rosig aus. Der Einsatz von Petraeus sollte auch dort die Wende bringen, doch der General tritt auf die Bremse. Truppenabzug im Juli 2011? Das sei nicht in Stein gemeißelt. Und so ist es auch. Der Termin ist eine Zielvorgabe, eine Wunschvorstellung. Doch der Einsatz am Hindukusch ist kein Wunschkonzert, er befindet sich in seiner schwierigsten Phase. Petraeus kann nicht zaubern und sein Armeehandbuch zum Kampf gegen Aufständische ist keine Wunderwaffe. Für seine selbst erklärte “bewaffnete Überzeugungsarbeit” braucht er Zeit und keine Fristen. Ein Rückzug aus Afghanistan, auch wenn er erst 2011 erfolgen soll, käme einer Kapitulation gleich. Denn es wird bestenfalls noch Jahre dauern, bis die afghanischen Sicherheitskräfte ihren Aufgaben gewachsen sind. (Zitatende)

Kommentiert Gudrun Büscher von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung aus Essen.

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int, WARDAK PROVINCE, Afghanistan – U.S. Army General David H. Petraeus, Commander, International Security Assistance Force, discusses expanding Kabul’s security during a shura with locals of the Wardak Province, Aug. 12, 2010. U.S. Air Force Photo By Staff Sgt. Bradley Lail)

Karzai-Regierung wird den 52 privaten Sicherheits- und Militärfirmen in Afghanistan den Einsatz verbieten

Montag, 16. August 2010

 

In Afghanistan sollen alle privaten Sicherheitsfirmen ihre Arbeit binnen vier Monaten einstellen. Diese Frist legte Präsident Karzai heute fest, nachdem er sich in den letzten Monaten wiederholt über die Unternehmen beschwert hatte. Er warf ihnen vor, sich nicht in die Sicherheitsstruktur Afghanistans zu integrieren und die Gesetze des Landes zu missachten.

Insgesamt 52 private Sicherheitsdienste haben zur Zeit eine Lizenz des afghanischen Innenministeriums. Sie sollen allein für die US-Regierung 26.000 Mann stellen, die meisten zur Bewachung von ISAF-Militärstützpunken und Konvois. Wie ein Sprecher des US-Militärs mitteilte, steht die Regierung von Präsident Barack Obama voll und ganz hinter Karzais Vorhaben.

(Bildquelle: NATO.ISAF.int, BAGRAM AIRFIELD, Afghanistan, May 08, 2010 – Afghan President Hamid Karzai greets U.S. service-members during at visit to Bagram Airfield. Photo by U.S. Navy Petty Officer 1st Class Mark O’Donald)

US-Defence Personalien: Verteidigungsminister Robert Gates geht 2011 in Pension, General McChrystal lehrt an der Yale University

Montag, 16. August 2010

Der 22 Verteidigungsminister der USA will noch bis Januar 2011 im Amt blieben, dann möchte der 66-jährige Robert Gates in Pension gehen. Im Interveiw und Artikel The Transformer im Foreign Policy Magazine sagte Robert Gates, der im September 67 Jahre alt wird, dass er in 2011 den Posten U.S Secretary of Defence aufgeben wird und wörtlich: “I think that it would be a mistake to wait until January 2012″.

Der als Commander ISAF von U.S. Präsident Barack Obama aufgrund dessen Rollin Stones Interwiews abgelöste General Stanley McChrystal wird an der Yale University am neuen Jackson Institute for Global Affairs in New Haven/CT lehren.

(Bildquelle: NATO.ISAF.int, Secretary of Defense Robert M. Gates talks with Army General Stanley McChrystal, commander of International Security Assistance Force Afghanistan during the North Atlantic Treaty Organization, NATO, Defense Ministerial at NATO Headquarters in Brussels, Belgium, June 9, 2010. DoD photo by Master Sgt. Jerry Morrison)

Männer sind in der Regel “Jammerlappen” (Video)

Montag, 16. August 2010

Hätten auch Männer ‘ihre Tage’, könnten sie diese leichter ertragen als Frauen? 2114 Männer und Frauen ab 14 Jahren wurden im Rahmen der Bayer-MENstruations-Umfrage zum Thema zyklusbedingte Beschwerdenbefragt. Die Umfrage wurde von einem der größten Marktforschungsunternehmen durchgeführt und offenbart, dass das vermeintlich starke Geschlecht in Sachen Leidensfähigkeit eine ganz schwache Figur macht: 95 Prozenz der befragten Frauen halten Männer für wehleidiger als Frauen. Das Umfrageergebnis zeigt auch, dass zyklusbedingte Beschwerden weitreichende Folgen haben: Im Bett, im Job – und sogar vor Gericht.

Von wegen starkes Geschlecht

Das Ergebnis zeigt ein Bild des Jammers: 95% der in der repräsentativen Umfrage befragten Frauen halten Männer generell für wehleidiger als Frauen. Und das so genannte starke Geschlecht gibt ihnen Recht: Auch 60% der befragten Männer sehen das so. Ihre Leidensfähigkeit stellen rund drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter Monat für Monat unter Beweis. Sie müssen zyklusbedingte Beschwerden ertragen, vor allem an den Tagen vor den Tagen.

MENstruation – Wenn Männer ihre Tage hätten

Bekämen Männer dagegen ihre Tage und müssten ebenfalls mit zyklusbedingten Beschwerden kämpfen, würden sie diese schwerer ertragen als Frauen. Das sagen 80% der Teilnehmerinnen an der Bayer-MENstruations-Umfrage. Nur 12% der Männer sind überzeugt, dass ihnen die monatlichen Hormonschwankungen weniger zusetzen würden als den Frauen. Frauen suchen Rat für die Linderung der Beschwerden in der Hauptsache beim Arzt (71%). Er ist der richtige Ansprechpartner, wenn die Menstruation zur Leidenszeit wird. So kann er zum Beispiel helfen, zyklische Hormonschwankungen zu reduzieren, indem er Frauen ein geeignetes orales Kontrazeptivum verschreibt. Je jünger die Frauen sind, umso wichtiger ist die Mutter als Ratgeberin bei Regelschmerzen, so das Ergebnis der Umfrage.

Lustkiller zyklusbedingte Beschwerden

Auf viele schöne Dinge des Lebens müssen Frauen regelmäßig schmerzlich verzichten. Das gibt rund die Hälfte aller Umfrage-Teilnehmerinnen an. Sportliche Aktivitäten sind oft eingeschränkt und vor allem der Sex fällt den Beschwerden zum Opfer. Das betrifft dann auch tatsächlich die Männer: Fast jeder Dritte von Ihnen sagt, die Partnerin habe wegen prämenstrueller Beschwerden schon einmal auf Sex verzichtet – und damit er wohl auch.

Kein Business as usual

Der Job muss warten oder kann wegen zyklusbedingter Beschwerden nicht mit der gewohnten Leistung ausgeübt werden. Knapp ein Viertel der in der Bayer-MENstruation-Umfrage befragten Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren mußte sich schon einmal aufgrund zyklusbedingter Beschwerden krank melden. Ein Drittel hat das zumindest in Erwägung gezogen oder fühlt sich am Arbeitsplatz in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

PMS vor Gericht

Die typischen prämenstruellen Symptome wie z.B. Reizbarkeit, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen beschäftigten sogar schon die Justiz. In Großbritannien wurde bei zwei schweren Verbrechen auf mildernde Umstände plädiert, weil die Angeklagten zur Tatzeit an prämenstruellem Syndrom (PMS) litten. Rund ein Drittel der in der Bayer-MENstruation-Umfrage befragten männlichen und weiblichen Teilnehmer halten diese juristische Argumentation für gerechtfertigt.

(Text, Bildquelle: BAYER Vital.de)

Dazu das Musikvideo mit “Männer” von Herbert Grönemeyer:

 

(Videoquelle: Herbert Grönemeyer via Youube)