Zur Bundeswehr-Reform
von Sebastian ~ 12. August 2010. Zu lesen unter: BMVg.Solch radikale Reformen hat die Bundeswehr noch nicht so oft erlebt. Falls der Verteidigungsminister unbeschadet seine Pläne durch das Parlament bringen sollte, dann ist er in der Politik noch für höhere Ämter geeignet. Vor einer eher harmlosen Prüfung steht Karl-Theodor zu Guttenberg, wenn er in der nächsten Woche der Kanzlerin seine Entwürfe präsentiert. Denn der Minister wagt sich ans Eingemachte. Verschlanken von oben bis unten und ein Abbau der Bürokratie – das will zunächst jeder. Doch der Widerspruch wird nicht lange auf sich warten lassen. Inspekteure der Teilstreitkräfte sollen Macht abgeben, Stäbe aufgelöst werden, die Zahl der Kampfpanzer soll fast halbiert werden und dann ein radikaler Schnitt bei der Rüstungsbeschaffung – geht das gut? Nicht nur die betroffenen Militärs, sondern vor allem die Parlamentarier werden ganz genau hinsehen, wie die Bundeswehr der Zukunft aussehen soll. Vor allem seine Parteifreunde wird Guttenberg davon überzeugen müssen, dass sein Konzept die traditionsreiche Wehrpflicht nicht in Frage stellt. Das allein wird schwer genug. (Zitatende)
Kommentiert das Westfalen-Blatt aus Bielefeld.
Die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle kommentiert zur Bundeswehr-Reform
Amtsinhaber Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geht nun einen großen Schritt in die richtige Richtung. Er hat dafür Lob verdient. Dies gilt, weil es Zeit ist, die Truppe konsequent an den tatsächlichen Erfordernissen auszurichten. Dies sind Auslandseinsätze wie in Afghanistan – auch wenn sich so schnell kein verantwortlicher westlicher Politiker mehr für einen Einsatz dieser Größenordnung aussprechen wird. Es läuft strukturell etwas gründlich schief, wenn eine 252 000-köpfige Armee an Grenzen stößt, sobald wie jetzt knapp 10 000 Soldaten außerhalb des Landes aktiv sind. Lob hat Guttenberg auch deshalb verdient, weil er etwas riskiert. Der CSU-Mann riskiert zu scheitern und geht trotzdem mutig voran. Mehr kann man von einem Politiker nicht verlangen. (Zitatende)
(Textquellen kursiv: Westfalen-Blatt.de, Mitteldeutsche Zeitung.de;
Bilderquelle: Bundeswehr.de, bei flickr Bundeswehr-Fotos steht als Bildtext: “Spürpanzer MARDER bei der Flußdurchquerung des Kunduz Rivers”, gemeint ist natürlich der “Schützenpanzer“;
Sommerreise 2010 von Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg. Start der Sommerreise: Frankenberg in Sachsen. Der Minister informiert sich über den Stand der soldatischen Ausbildung.)
























13. August 2010 um 10:26 Uhr
Es ist Unsinn von einer Halbierung der Panzer zu sprechen. 90% der Panzer sind bereits außer Dienst gestellt worden. Es geht also um die Halbierung der letzten 10%. Damit ist sicherlich die Verteidigungsfähigkeit des Landes berührt, die auch in den Unwägbarkeiten der Zukunft sicherzustellen ist.
13. August 2010 um 14:29 Uhr
Von welcher Anzahl der “Panzer” (betrifft ja nicht nur die Kampf-panzer) sprechen die denn ?
Liegt da eine Zahl zu Zeiten des kalten Krieges als Grundlage im Schubfach, wo man bei (theoretisch) mehreren tausend natürlich locker die Hälfte streichen kann, oder sind wir in der Gegenwart angekommen ?
Ich persönliche finde diese ‘Rotstift Spekulanten’ sehr merkwürdig. Da soll die Marine halbiert werden, beim Heer die Anzahl der gepanzerten Einheiten..
Eine Reduzierung bis zu einem gewissen Punkt leuchtet ein, aber (immer) von Halbierung zu sprechen, ist heftig.
13. August 2010 um 16:17 Uhr
Bis jetzt sollte man gar keiner Zahl trauen. Die Frage lautet doch in Bezug auf Panzer die bereits im Besitz der BW sind, ob diese irgendwelche Einsparungen bringen können? Selbst die internen Papiere des Bmvg zeigen auf, das bei bereits vorhandenen Landsystemen die Einsparungen sehr gering sind. Was die Stückzahlen des Puma betrifft, wird es sicherlich sehr interessant werden. Leider wird es gerade der Puma sein, welcher das Rückgrat der BW in realistischen Szenarios bilden wird.