Archiv für August, 2010

Airbus CEO Tom Enders begrüßt historische Atlantik-Flieger

Dienstag, 31. August 2010

 

Tatkräftiges Gespann für eine gute Sache

Airbus CEO Tom Enders begrüßt die Mannschaft des Wohltätigkeits-Fluges einer der letzten noch existierenden Sikorsky S38 nach ihrer Landung in Finkenwerder: Pilot Holger Fähnrich, Pilot und Eigner Tom Schrade sowie Frank Franke, Präsident von Luftfahrt ohne Grenzen. Mit der Tour des legendären, 82 Jahre alten Flugboots werden Spenden für Kinder in Not gesammelt: Jede Flugmeile wird mit 10 Euro gesponsert. Bisher kamen knapp 50.000 Euro zusammen. Nach dem Start in Minneapolis/USA ging die Reise über Kanada, Grönland, Island, Schottland und England nach Hamburg. Tom Enders war auf der Strecke von Westgrönland bis Schottland selber mit an Bord: “Ein einmaliges Erlebnis. Man bekommt großen Respekt vor den Piloten der damaligen Zeit, die ohne GPS und moderne Technik navigieren mussten.”

Weitere Infos zu dem Flug finden Sie unter: http://www.luftfahrtohnegrenzen.de/

(Bilderquelle oben: Luftfahrt ohne Grenzen.de;
Textauszug, Bildquelle: Airbus.com, Foto unten, von links nach rechts:
Holger Fähnrich, Pilot
Tom Schrade, Pilot und Eigner
Tom Enders, Airbus CEO
Marie-Luise Thüne, Vizepräsidentin Luftfahrt ohne Grenzen
Frank Franke, Präsident Luftfahrt ohne Grenzen)



Bild der Woche – KTz Guttenberg: Gebirgsjäger, Eurofighter “Copilot”, IBuK und CSU-Kanzlerkandidat in spe

Dienstag, 31. August 2010

Here we go (fly)

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg:. “Ich möchte mir auch einen ganz persönlichen Eindruck von den körperlichen Anforderungen verschaffen, die unser fliegerisches Personal erfüllen muss”. KTz Guttenberg hat die medizinischen Untersuchungen für den fliegerischen Dienst erfolgreich absolviert. Am 24.08.2010 fand beim Jagdgeschwader 74 in Neuburg / Donau die Einweisung und Anpassung der persönlichen Flugausrüstung statt. Damit sind alle erforderlichen Voraussetzungen für einen Mitflug in einem Kampfflugzeug der Luftwaffe abgeschlossen.

(Bildquelle: Bundeswehr.de)

Ein letztes “Leinen Los!” – Die Deutsche Marine nimmt Abschied von den Ubooten der Klasse 206 A

Dienstag, 31. August 2010

Eckernförde – Für die sechs Uboote der Klasse 206 A hieß es am 30. August 2010 im Kranzfelder Hafen des Marinestützpunkts Eckernförde ein letztes Mal “Besatzungen auf Manöverstation!” und “Leinen Los!”. Um 9 Uhr verließen dann U15, U16, U17, U18, U23 und U24 gemeinsam den Hafen.

“Heute wollen wir noch einmal gemeinsam zur See fahren, um in angemessener Art und Weise unsere Uboote der Klasse 206A zu verabschieden, die nun nach 35 Jahren im Dienste der Deutschen Marine nicht etwa zu Grabe getragen, sondern mit Respekt in den wohlverdienten Ruhestand entlassen werden”, hob der Kommandeur des 1. Ubootgeschwaders, Fregattenkapitän Patrick Rothehüser, bei seiner Auslaufmusterung hervor.

Begleitet von den Flottendienstbooten “Alster” und “Oste” ging es in die Eckernförder Bucht. Nachdem einige Formationen gefahren wurden, liefen die Uboote unter den Klängen des Marinemusikkorps Ostsee wieder in den Hafen ein. Und auch wenn man die Uboot-Fahrer als hart bezeichnet, tatsächlich floss während des traditionellen “Einlaufbiers” bei dem ein oder anderen eine kleine Träne. “Ubootfahren ist natürlich weit mehr als der Bau der Boote; mindestens genauso wichtig sind die Besatzungen, die die Boote zur See fahren. Auch in dieser Hinsicht waren die Besatzungen der Uboote der Klasse 206A Wegbereiter für unsere heutigen Einsätze”, sagte Fregattenkapitän Rothehüser abschließend.

Soldatenglück.de berichtete im Zusammenhang mit den Einsparungen bei der kleinsten, der maritimen Teilstreitkraft, am 03. Juni 2010: Bundeswehr spart unverzüglich: Marine legt überraschend U-Boote still: U15 (S194), U16 (S194), U17 (S196), U18 (S197), U23 (S172), U24 (S173) mit sofortiger Wirkung a.D.

(Text-, Bilderquelle: Marine.de)

Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab – Wie wir unser Land aufs Spiel setzen (Video)

Dienstag, 31. August 2010

Soldatenglück (Leit-)Kultur

Was Sarrazin, “Der Weichen-Steller” (Der Spiegel), “Senator Klartext” (Bild), “Der Rockstar der Sozialdemokratie” (Die Welt), zu sagen hat - jetzt als Buch:

 

Thilo Sarrazin beschreibt mit seiner profunden Erfahrung aus Politik und Verwaltung die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben. Er will sich nicht damit abfinden, dass Deutschland nicht nur älter und kleiner, sondern auch dümmer und abhängiger von staatlichen Zahlungen wird. Sarrazin sieht genau hin, seine Analyse schont niemanden. Er zeigt ganz konkret, wie wir die Grundlagen unseres Wohlstands untergraben und so den sozialen Frieden und eine stabile Gesellschaft aufs Spiel setzen. Deutschland läuft Gefahr, in einen Alptraum zu schlittern. Dass das so ist, weshalb das so ist und was man dagegen tun kann, davon handelt dieses Buch.

Autorenvita:
Thilo Sarrazin ist einer der profiliertesten politischen Köpfe der Republik. Seine fachliche Kompetenz in Finanzfragen gepaart mit dem Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, hat ihn in viele wichtige Ämter gebracht. Als Fachökonom war er Spitzenbeamter und Politiker, er bereitete die deutsche Währungsunion im Jahr der Wiedervereinigung vor, arbeitete für die Treuhand und saß im Vorstand der Deutschen Bahn Netz AG. Von 2002 bis 2009 war er Finanzsenator in Berlin, in dieser Zeit erzielte der Stadtstaat zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Haushaltsüberschuss. Seit seinem Ausscheiden aus dem Amt ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, ISBN: 978-3-421-04430-3, € 22,99
Verlag: DVA Sachbuch
Erscheinungstermin: 30. August 2010, Leseprobe

 

(Textauszug, Buchgrafik: DVA.de;
Bilderquelle: Bundesbank.de;
Videoquelle: ARD Morgenmagazin via YouTube)

Der Kölner-Stadtanzeiger berichtet heute dazu:

Gen-Experte nennt Sarrazins Thesen “absurd”

Die Thesen des Bundesbankvorstands-Mitglieds Thilo Sarrazin zur genetisch bedingten Ausprägung von Eigenschaften wie der Intelligenz einzelner Volksgruppen sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Eine solche These sei “absurd”, sagte der Direktor des Instituts für Humangenetik an der Universität Bonn, Markus Nöthen, dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Dienstags-Ausgabe). “Bei hochkomplexen Eigenschaften wie der Intelligenz sind hunderte von Genen im Spiel.” Auch weniger intelligente Eltern könnten hochintelligente Kinder haben und umgekehrt. Sarrazin beziehe sich auf Studien, nach denen 50 bis 80 Prozent der Intelligenz genetisch begründet seien. Es stehe zwar fest, dass Intelligenz zu gewissen Teilen vererbt werden könne, “es durch die Vielzahl der beteiligten Gene aber bei Nachkommen immer wieder zu neuen Kombinationen kommt”. Außerdem spielten die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen, in denen Kinder aufwachsen, für die Intelligenz ebenfalls eine wichtige Rolle. (Zitatende)

Die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle meldet dazu:

Integrations-Debatte
Amazon löscht Sarrazin-Rezensionen wegen Verstößen

Das umstrittene Buch “Deutschland schafft sich ab” von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin belegt beim Online-Händler Amazon.de mittlerweile den ersten Verkaufsrang. Kunden beklagen sich dort allerdings auch, dass Amazon dutzende lobende Rezensionen des Buches gelöscht habe. Eine Amazon-Sprecherin bestätigte der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Dienstagausgabe) die Löschungen. “Die Rezensionen, die entfernt wurden, entsprachen nicht unseren Rezensionsrichtlinien”, so die Sprecherin. Amazon wolle durch Kundenrezensionen “eine offene Plattform für den Meinungsaustausch bieten und greift grundsätzlich nicht in die Meinungsäußerungen in Kundenrezensionen ein”. Voraussetzung sei aber, dass die Amazon-Richtlinien eingehalten werden. Die Richtlinien verbieten unter anderem Schimpfwörter, Obszönitäten und gehässige Bemerkungen. (Zitatende)

Die Südwest Presse aus Ulm kommentiert die Sarrazin-Debatte:

Ein Irrer, wie Grünen-Schlachtross Cohn-Bendit vermutet? Das ist Thilo Sarrazin nicht. Seine aus Wahrheit, Überspitzung und rassistischer Lüge vermengten Thesen bringt er so klug an, dass es offenbar kaum noch Wichtigeres gibt in der Republik. Sarrazin erreicht Volkes Ohr, weil er clever und skrupellos manche Zustände im Berliner Stadtteil Neukölln als repräsentativ für das ganze Land hochstilisiert. Er stellt Muslime unter Generalverdacht und spaltet, wo sachliche Aufarbeitung der Defizite bei der Integration vonnöten ist. Dass ein Ex-Politiker und bereits ins zweite Glied verbannter Bundesbankvorstand mit provokativen Aussagen solche Wirkung erzielt, ist gleichwohl beängstigend. Zwar sind die rechtsextremen Parteien, die in diesem trüben Gewässer fischten, fast verschwunden. Auch weil Oskar Lafontaine, der Demagoge für das linksextreme Spektrum, es mit ganz anderen Zuspitzungen geschafft hat, die Stimmen der unpolitischen Protestwähler, die den “Etablierten” nur mal eins auswischen wollen, bei der Linken zu versammeln. Doch manche Reaktion auf Sarrazin zeigt, dass das Potential für eine Rechtsaußen-Partei in Deutschland weiter vorhanden ist. Der Schoß ist fruchtbar noch. . . Dabei haben nationalistische und rassistische Platitüden in der Geschichte immer Hass und Krieg nach sich gezogen, nie Fortschritt und Wohlstand. Das sollten gerade wir Deutschen gelernt haben aus dem 20. Jahrhundert. (Zitatende)

Die Lausitzer Rundschau aus Cottbus kommentiert:

Schinken fürs Regal Sarrazin und seine Thesen

Nach Eva Herman nun also Thilo Sarrazin. Wenn man es heute in der Hand halten und lesen darf, dieses Buch mit seinen 464 Seiten, dessen Auszüge vorab schon die Republik in Wallung versetzt haben, wird Folgendes geschehen: Nach einiger Zeit wird sich beim Leser die große Ermüdung breitmachen angesichts der ausufernden Schwafelei. Dann wird sich das Buch des Thilo Sarrazin auf das reduzieren, was es ist: Ein Schinken fürs Regal, der neben die Ergüsse der Ex-Tagesschau-Frau Herman gestellt gehört. So läuft es doch immer, wenn ein Buch vermeintlich politisch brisant sein soll: Die PR-Maschinerie platziert dann besonders provokante Sätze in den Medien, darüber hinaus aber haben solche Werke meist kaum etwas Voranbringendes zu bieten. Das soll seine kruden Thesen zu Muslimen und jüdischen Mitbürgern keineswegs entschuldigen oder sie gar bagatellisieren. Aber es ist schon bizarr, mit wie viel Hysterie und Gehör ein gelangweilter Bundesbänker von allen Seiten bedacht wird, von dem man genau weiß, dass er in den vergangenen Jahren die Provokation zur eigenen politischen Maxime erhoben hat. Deswegen: Rechts liegen lassen. Und wenn das eben nicht gänzlich möglich ist, dann zumindest Gegenfragen stellen. Zum Beispiel die, warum Sarrazin in seiner Zeit als Politiker und Senator nicht für Verbesserungen bei der Integration und der Bildung von Einwanderern gesorgt hat. Gerade in Berlin wäre dies dringend notwendig gewesen. Man könnte zudem auch mal jene fragen, die sich derzeit besonders laut über ihren SPD-Parteifreund ereifern, warum sie ihn überhaupt zum Bundesbänker gemacht haben. Obwohl doch klar gewesen ist, dass der Mann einer tickenden Verbalbombe gleichkommt. Die Politik hat stets ignoriert, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist; die Folgen davon sind in jeder großen Stadt, an fast jeder Schule inzwischen zu begutachten. Einwanderer haben im Gegenzug oft ihren eigenen Beitrag zur Integration vermissen lassen, und viel zu selten ist darauf gedrängt worden. Insofern kann es doch nicht darum gehen, wer blöder oder unwilliger ist, sondern nur noch darum, wie sich die offenbar immer größer werdenden Probleme im Miteinander noch lösen lassen. Aber da ist die Politik leider nicht anders als Sarrazin: Sie weiß es auch nicht. Und genau das ist das Fatale. (Zitatende)

(Textquellen kursiv: Kölner Stadt-Anzeiger.de, Mitteldeutsche Zeitung.de, Südwest Presse.de, Lausitzer Rundschau.de)

Commander ISAF, General David Petraeus: “Sichere Zonen ausgeweitet” (Video)

Dienstag, 31. August 2010

 

“Die Taliban leisten weiter Widerstand, aber es gelingt uns, die sicheren Zonen auszuweiten”, sagt der US-General und ISAF-Kommandeur David Petraeus im Interview mit ZDF-Reporter Uli Gack in Kabul.

(Videoquelle: ZDF heute journal vom 29.08.2010;
Bildquelle: NATO.ISAF.int, Insurgents reintegration – Qal´eh-ye Now, Afghanistan August 22, 21 insurgents turned in their weapons in Qal´eh-ye Now´s airfield, Badghis province capital, embracing the reintegration and reconciliation program.)



Guttenberg: Probezeit für Soldaten (Video)

Dienstag, 31. August 2010

 

 

Der Verteidigungsminister hat deutsche Soldaten in Afghanistan besucht. Weil die Einsätze gefährlich sind, will er die Wehrpflicht aussetzen. Seine neuste Idee ist eine sechsmonatige Probezeit.

Dazu der Kommentar von Helmut Michelis von der Rheinischen Post aus Düsseldorf:

Guttenberg gibt nach

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist mit seinen kühnen Reformplänen an diesem Wochenende gleich zweimal rau in der Wirklichkeit gelandet: Sein Vorschlag der “Schnupperzeit” für neue Rekruten, also einer Probezeit, in der beide Seiten entscheiden dürfen, ob eine Weiterbeschäftigung unter den Sonderbedingungen von Streitkräften sinnvoll ist, muss eine pure Selbstverständlichkeit sein für eine künftige deutsche Berufsarmee. Steckt dahinter etwa das indirekte Eingeständnis, dass es sehr schwer werden wird, ohne Wehrpflicht die nötigen Soldaten zu gewinnen? Irritierend wirkt auch, dass es doch keine Tabus geben sollte bei der Reformdiskussion. Guttenberg hat aber jetzt versprochen, dass er die noch rund 400 Kasernen-Standorte mit Samthandschuhen anfassen werde. Gerade in diesem Bereich jedoch wäre durch Zusammenlegungen viel Geld zu sparen. Vermutlich will der Minister gefährlichen kommunalpolitischen Widerstand vermeiden. Vor allzu großen Zugeständnissen sei der CSU-Politiker indes gewarnt: Ein bloßer Schrumpfungsprozess aus Spardruck würde die Bundeswehr im Kern zu sehr beschädigen. Letztlich geht es um unser aller Sicherheit. Der Minister muss also klaren Kurs halten. (Zitatende)

(Videoquelle: ZDF heute vom 29.08.2010;
Textauszug kursiv: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg besucht im Rahmen seiner Sommerreise das Sanitaetskommando III in Weißenfels. Nach der Schießuebung erkundigt sich BM zu Guttenberg bei Stabsunteroffizier Bahn nach der Bedeutung der Analysewerte des Ausbildungsgeraet Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrwaffen, AGSHP. Links im Bild der Kommandeur des Sanitaetskommando III, Generalarzt Dr. Michael Tempel.)

Wohin steuert die Marine? (Video)

Dienstag, 31. August 2010

 

Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg will die Bundeswehr reformieren und somit Kosten einsparen. Auch die Kieler Marine wird Sparen müssen, um ihren Standort zu sichern.

Soldatenglück.de berichtete zuletzt über die Einsparungen bei der kleinsten, der maritimen Teilstreitkraft: Fregattentausch bei der Marine, Marine: Das Kommando über die (zu halbierende) Flotte übernimmt Konteradmiral Manfred Nielson und Bundeswehr spart unverzüglich: Marine legt überraschend U-Boote still: U15 (S194), U16 (S194), U17 (S196), U18 (S197), U23 (S172), U24 (S173) mit sofortiger Wirkung a.D.

(Videoquelle: NDR vom 26.08.2010)

Quo vadis Bundeswehr – Wehrpflicht oder Berufsarmee? (Video)

Dienstag, 31. August 2010

 

Die Bundeswehr ist in der Diskussion – zum 1. Juli die Reduzierung der Wehrpflicht von neun auf sechs Monate, jetzt die Vorschläge von Verteidigungsminister Guttenberg, die Wehrpflicht auszusetzen.

(Videoquelle: ZDF infokanal vom 28.8.2010)

Bilder des Tages – IBuK Karl-Theodor zu Guttenberg und Philip D. Murphy, Botschafter der USA

Mittwoch, 25. August 2010

combat-ready

Der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, und der US-amerikanische Botschafter, Philip D. Murphy (rechts dahinter), am 24. August 2010 zu Besuch auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr/Bayern.

Verteidigungsminsiter Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg und der US-amerikanische Botschafter, Philip D. Murphy, am 24. August 2010 in einem Transportflugzeug Transall C-160 auf dem Weg von Berlin nach Nürnberg.

(Bidlquelle: Bundewehr.de)

Erneut absolute Mehrheit für Rot-Grün – Grüne halten Allzeithoch

Mittwoch, 25. August 2010

Die schwarz-gelbe Bundesregierung steckt weiter im Stimmungstief. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, könnten SPD und Grüne nach dem wöchentlichen stern-RTL-Wahltrend zum dritten Mal in Folge mit einer absoluten Mehrheit der Mandate rechnen. Die Union stagniert bei 30 Prozent, die FDP verbessert sich um einen Punkt auf 5 Prozent. Die Werte der Oppositionsparteien blieben stabil: 27 Prozent der Wähler würden für die SPD stimmen, 11 Prozent für die Linke, jeder Fünfte für die Grünen, die damit zum zweiten Mal in Folge ihr Allzeithoch von 20 Prozent erreichen. Für “sonstige Parteien” würden sich 7 Prozent der Wähler entscheiden (minus 1).

Zusammen liegen SPD und Grüne mit 47 Prozent zwölf Prozentpunkte vor Union und FDP (gemeinsam 35 Prozent). Insgesamt hat das “linke” Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei mit zusammen 58 Prozent sogar einen Vorsprung von 23 Punkten vor Union und FDP.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, der Union würden die Wähler überdurchschnittlich stark in Ostdeutschland, in Nordrhein-Westfalen und Bayern weglaufen. In Nordrhein-Westfalen wirke sich der Machtverlust der CDU aus, in Bayern sei es CSU-Chef Horst Seehofer bislang nicht gelungen, weggebrochenes Vertrauen zurückzugewinnen. Forderungen nach einer konservativeren Union hält der Forsa-Chef für “unsinnig”. Seinen Analysen zufolge würden sich vor allem Leute von CDU und CSU abwenden, die sich selbst politisch der Mitte zuordnen. Güllner: “Das sind Bürger, die enttäuscht sind, dass der Krake Bürokratie immer mehr um sich greift und in der Einkommenssteuer der ,Mittelstandsbauch’ nicht abgebaut wird.”

Datenbasis: 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 16. bis 20. August 2010, statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. Institut: Forsa, Berlin; Auftraggeber: stern und RTL, Quelle: stern-RTL-Wahltrend

*

Sigmar Gabriel sympathisiert mit Vorwahlen für Kanzlerkandidaten – “Spannende Idee” – SPD-Chef im Interview

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, den nächsten Kanzlerkandidaten seiner Partei in einer Art Vorwahl küren zu lassen. “Ich finde die Idee der französischen Sozialisten spannend: Bei der Aufstellung ihres Präsidentschaftskandidaten sollen nicht nur die Parteimitglieder abstimmen können, sondern auch Sympathisanten, Wähler und Wahlhelfer”, sagte Gabriel in einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern. “Ich kann mir das auch in Deutschland vorstellen, wenn es mehrere Bewerber gibt.” Ihm sei aber klar, dass diese Idee in der SPD umstritten ist. “Natürlich wird es um solche Öffnungen auch Diskussionen geben.”

Gabriel verteidigte die Entscheidung der SPD, die zu Zeiten der Großen Koalition beschlossene Rente mit 67 auszusetzen zu wollen. “Wir können doch nicht so tun, als seien wir bei der Bundestagswahl auf 23 Prozent abgestürzt, weil die Wähler zu blöd waren. Wir müssen unsere Politik wieder glaubwürdiger und nachvollziehbarer machen”, so der SPD-Chef im stern. Gabriel forderte die Arbeitgeber auf, “die ja am lautesten nach der Rente mit 67 rufen”, zunächst einmal ausreichend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer zu schaffen. “Wer sagt, das ginge nicht, der soll den Menschen die Wahrheit sagen – denn dann ist die Rente mit 67 nur eine Rentenkürzung.”

Hart ging Gabriel mit seinem Berufsstand ins Gericht. “Politik hat immer noch große Spielräume – sie nutzt sie nur zu selten”, sagte Gabriel in dem Interview. “Sie ist oft zu kleinmütig, sie traut sich zu wenig. Wir sind doch – egal welcher Partei wir angehören – Politiker geworden, weil wir die Welt verändern wollten. Aber häufig enden wir als Technokraten.” Man dürfe als Politiker “nur nicht gleich aufgeben, wenn man mal scheitert”. Heftig kritisierte der Sozialdemokrat daher den vorzeitigen Rückzug von Roland Koch und Ole von Beust aus ihren Ämtern. Er habe “wenig Verständnis dafür, dass ein Ministerpräsident in schwieriger Zeit sein Amt verlässt, nur weil er gerade etwas Besseres vorhat”, sagte der SPD-Vorsitzende. “Sie enttäuschen diejenigen, die sie gewählt haben. Das macht man nicht.”

Zugleich warb der SPD-Chef und frühere Umweltminister im stern für mehr Verständnis für Politiker und einen pfleglicheren Umgang miteinander. “Die Politik ist schneller, härter geworden. Als Parteivorsitzender, Minister oder Regierungschef sind Sie zeitlich, körperlich und psychisch einer ungeheuren Anstrengung ausgesetzt. Der Druck der Medien bis hinein ins Privatleben ist verdammt groß geworden”, sagte Gabriel dem stern. Man müsse zwar kein Mitleid mit Politikern haben. “Aber es sollte der Satz meiner Großmutter gelten: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu”, so der SPD-Politiker weiter. “Es ist in Deutschland nicht verboten, Respekt vor anderen Berufen zu haben.”

(Textquelle, Grafik: stern.de)

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