ISAF-Sprecher Brigadegeneral Joseph Blotz bolzt aus Kabul gegen den Wehrbeauftragten Königshaus
von Dirk ~ 29. Juli 2010. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.Die Stimme der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF ist seit Monaten eine Deutsche. Brigadegeneral Joseph Boltz, der sich mittlerweile auskennt mit dem Verbreiten von schlechten und wahrhaft  dramatischen Nachrichten, jede Meldung von gefallenen oder verwundeten Soldaten, jeder IED-Anschlag, jeder Angriff und jedes Gefecht, alle zivilen Opfer-Meldungen gehen über seinen Tisch und Pressevertreter dutzender Nationen durch seinen Press Room.
Da kommt ihm eine dramatisierende Stimme aus Deutschland über die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr-Soldaten wohl irgendwie unangemessen vor und das sagt der deutsche Ein-Sterne-General dann auch bei einer Videokonferenz nach Deutschland medienöffentlich und nennt die Verwendung des Begriffs “Drama” für die Ausstattung und Versorgung der Bundeswehr in Afghanistan durch den Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hellmut Königshaus “mindestens völlig unangemessen”.
Soldatenglück.de berichtete über das Interview (Kunduz: Partrouille wird angesprengt – Berlin: Wehrbeauftragter beklagt dramatisch schlechte Truppenausrüstung), das der WB Hellmut Königshaus der Sächischen Zeitung gab und das SPIEGEL übernahm, das Wort “Drama” fand sich in den Überschriften und Einleitungen der Artikel landauf und landab wieder, wie das so ist, wenn Presse einen Artikel zum Interview macht und alle übernehmen. Seine Kritik formulierte BrigGen Joseph Blotz allerdings als ISAF-Sprecher und nicht als nationaler Bundeswehr-Soldat auf Nachfrage und er setzte hinzu, die Ausrüstung “entspricht dem, was wir brauchen”.
Damit lag BG Blotz nicht richtig, es mag sein, dass er in seinem Press and Information Office im ISAF HQ alles hat, was er als PIO im Generalsrang braucht, die deutschen Soldaten in der Fläche haben noch lange nicht alles, was sie brauchen. Der Wehrbeauftragte Königshaus wird es ihm nachsehen, dieser Fehler wird Blotz nicht wiederholen, der Job des Wehrbeauftragten ist das Anmahnen von Mißständen, der Job der ISAF Spokesperson die Mission der Presse gegenüber zu erläutern.
Selbst Verteidigungsminister zu Guttenberg formuliert, die Aufgabe des Wehrbeauftragten sei es , “den Finger in die Wunde zu legen im Sinne der Soldaten”, er sei “dem Wehrbeauftragten sehr dankbar für gerade die klaren Worte”, Guttenberg sei auf diese Hinweise angeweisen, denn manchmal sei der Lauf durchs Ministerium durch die gegegeben Strukturen zu lang und über Inhalte könne man sich mit Königshaus austauschen.
Die WikiLeaks-Veröffentlichung der vertraulichen bis geheimen Afghanistan-Einsatz Unterlagen bezeichnete BrigGen Blotz als ”ausgesprochen unverantwortlich” und im Grunde eine Straftat. Einen News-Wert sieht Blotz darin allerdings nicht, die Protokolle könnten “wirklich nur denjenigen aus dem Hocker hauen …, der seit drei Jahren keine Zeitung mehr gelesen hat”. Auch damit liegt die ISAF-Spokesperson BG Blotz nicht richtig, denn in den Unterlagen sollen zum Beispiel hunderte von bislang geheim gehaltenen Namen der Afghanen stehen, die der ISAF-Mission diskrete Unterstützungsdienste leisten, die bangen jetzt um ihr Leben.
(Bilderquelle: NATO.ISAF.int, International Security and Assistance Force Spokesperson Germany Army Brig. Gen. Joseph Blotz, ISAF, makes a statement on current weekly operations and respond to questions on Afghanistan to a standing room only crowd of local and international media June 23 in the GIRoA Government Media Information Center briefing room in Kabul. Photo by Sgt. 1st Class Matthew Chlosta,
Left, Afghan journalist Farrukh Leqa Sultani, TKG, interviews International Security Assistance Force’s Spokesperson Germany Army Brig. Gen. Joseph Blotz, ISAF after a press conference June 23 in the GIRoA Government Media Information Center briefing room Kabul. Photo by Sgt. 1st Class Matthew Chlosta)
























30. Juli 2010 um 14:11 Uhr
…die Ausrüstung “entspricht dem, was wir brauchen.” Die deutsche Generalität ist längst Teil des Problems!
30. Juli 2010 um 20:19 Uhr
Ja, komischer Weise fehlt es laut offizieller Seite nie wirklich an etwas… Aber jeder der in der Bundeswehr ist oder war, weiß wie es in Wirklichkeit aussieht…