Bundeswehr soll massiv abrüsten

von Dirk ~ 7. Juli 2010. Zu lesen unter: BMVg.

Eurofighter, Transall-Maschinen, Kampfhubschrauber: Bei der Bundeswehr soll offenbar massiv an Waffen und Gerät gespart werden. Experten des Verteidigungsministeriums haben einem Medienbericht zufolge eine entsprechende Streichliste erarbeitet – sie soll fast zehn Milliarden Euro bringen.

Das Verteidigungsministerium plant einem Zeitungsbericht zufolge erhebliche Einsparungen bei Waffen und Gerät der Bundeswehr. Experten des Ministeriums hätten eine Sparliste erarbeitet, deren Umsetzung langfristig mehr als neun Milliarden Euro einsparen würde, berichtet die “Bild”-Zeitung. Demnach sollen 15 Transall-Transportflugzeuge sofort still gelegt und die Zahl der neuen A400M reduziert werden. Statt der geplanten 122 NH-90-Hubschraubern sollten nur noch 80 gekauft, von den vorgesehenen 80 “Tiger”-Kampfhubschraubern nur noch 40 beschafft werden … zum vollständigen stern.de-Artikel Milliarden-Sparliste

(Textauszug kurisv: stern.de;
Bildquelle: ILA.de,
Eurocopter Tiger UHT, Deutsches Heer;
Kampflugzeuge EUROFIGHTER des Jagdgeschwader 73 “Steinhoff”, Deutsche Luftwaffe bei der ILA 2010;
Hubschrauber NH90, Deutsches Heer)
Dank für den Hinweis dem Marinekameraden an Phillip R.!

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6 Kommentare zu Bundeswehr soll massiv abrüsten

  1. Phillip Runge

    Die doch massiven Einschnitte bei der Marine führen u.a. dazu das die Marine in Zukunft nicht mehr handlungsfähig sein wird und man sollte sich dann überlegen, warum wir noch so eine kleine Marine mit 10 Fregatten (4xF124, 3xF124, 3xF125, 5xK130, 6xU212 und kaum Hubschraubern) brauchen.

    Da an den Einheiten der Flotte (kann man ja eiogendlich gar nicht mehr so nennen) umfassend gespart wird, stehen u.a. auch die Marinestützpunkte auf der Kippe. D.h. für die paar Einheiten wird in Zukunft nur der Marinestützpunkt Wilhelmshaven übrigbleibt. Vielleicht auch Kiel für die kleinen Einheiten. Warnemünde lohnt sich nicht für nur 5 Korvetten zu erhalten, Eckernförde ebenfalls mit nur 6 U-Booten. Das MFG in Kiel wird nach der Außerdienststellung der 21 “Sea King”-Hubschrauber geschlossen.

    Ebenfalls auf der Streichliste stehen bekanntlich die Korvetten K131, neue Flottentanker und das soganannte Joint-Support-Ship.
    Zudem werden 1-2 Flottendienstboote und die 9 Minenjagdboote der FRANKENTHAL-Klasse, die 2 Betriebsstofftransporter der WALCHENSEE-Klasse, 3 Tender der ELBE-Klasse, die 2 Mehrzwecklandungsboote der BARBE-Klasse außer Dienst gestellt.

    Das Marinemusikkorps Nordsee in Wilhelmshaven und Marinemusikkorps Ostsee in Kiel werden zusammengelegt.

  2. HG d.R

    klingt nicht so gut!

  3. TheDude

    Auf die Eurofighter und die ungeeignete Tiger-Version kann man sicherlich auch gut verzichten, angesichts der Sicherheitslage Deutschlands, allerdings sollte mit dem gesparten Geld auch in sinnvolle Projekte investiert werden, z.B. wirkungsvollere Waffen für die Infanterie, neue Schutzkleiding, bewaffnete Drohnen, die man schon längst im Inventar haben sollte und eine geeignete Version des Tigers, davon würden auch 20 reichen, Hauptsache man hat sie endlich im Einsatz!

  4. Heinz

    Hauptsache, die Oberen in Berlin bekommen ihre neue “weiße Airbus-Flotte”, die selbstverständlich das Konto der Bw belastet! Sind diese Modelle zwar nicht mehr gerade der letzte Schrei, täten sie es aber noch eine Weile. Dass die SAR-Rettungshubschrauber der Bw auch ihre 30 Jährchen auf dem Buckel haben oder der dringende benötigte Ersatz für die “Transknall” u. v. m. – “die da oben” juckt es nicht, denen ist halt die Jacke auch näher als Hose!

  5. Phillip Runge

    Besonders drastisch wird demnach die Flotte der Tornado-Kampf- und Aufklärungsjets gestutzt. Von den heute 185 Maschinen soll bereits zeitnah ab 2011 mit der Reduzierung auf 85 Maschinen begonnen werden. Das Aufklärungsgeschwader 51 in Jagel ist gleich mehrfach betroffen. So soll die Aufklärung mit Nassfilmen genauso eingestellt werden wie die Unterstützung der Marine.
    Auch in Bezug auf die Marine sind weitere Details durchgesickert.
    Neben der vorzeitigen Stilllegung der zehn letzten Schnellboote stehen alle acht Fregatten der „Bremen“- Klasse auf der Liste. In Kiel steht jetzt ebenfalls eine deutliche Reduzierung bei den Minensuch-und Minenjagdbooten
    an. Wie auch bei den Schnellbooten soll hier die Zahl der Boote bereits mit der Verfügbarkeit der noch kaputten Korvetten der Klasse K130 reduziert werden.
    Von den vier bereits bestellten Fregatten der Klasse 125 soll ein Schiff
    bei den Werften wieder storniert werden.
    Zum Ausgleich empfehlen die Planer die schnelle Beschaffung von sechs einsatztauglichen und auch verfügbaren Korvetten (Klasse K131).
    Die Beschaffung des Marinehubschraubers MH90 wird demnach auf Eis gelegt.
    Die Folge: eine Ausdünnung der Seenotrettung, da die 21 Sea King-Maschinen aufgrund ihres Alters längere Stehzeiten benötigen.
    Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte die Existenz der Liste, stellte aber klar, dass es sich nur um Empfehlungen handele. Entscheidungen sollen im Herbst fallen.

    Bei der Marine stehen inzwischen alle acht Fregatten der „Bremen“-Klasse neben den zehn letzten Schnellbooten auf der Streichliste. Dazu kommen noch 15 der 38 Einheiten aus dem Bereich der Minensuchgeschwader in Kiel.
    So empfehlen die Planer mit der Indienststellung der Korvetten des Typs K130 die
    sofortige Stilllegung der fünf Kieler Hohlstablenkboote der „Auerbach“-Klasse, von zwei Minenjägern, dem Hochseeschlepper „Langeoog“ sowie von acht der 18 Minenräumdrohnen des Typs „Seehund“.
    Die Anschaffung eines neuen Marinehubschraubers soll bis 2015 verschoben werden.
    Angesichtsder Situation wird damit die Ausdünnung aus der Seenotrettung durch den alternden „Sea King“ in Kauf genommen. „Angesichts dieser Entscheidung muss auch hinterfragt werden, ob es Sinn macht, in Nordholz noch 44 Millionen Euro für die Umsiedlung der 21 Hubschrauber des Kieler Marinefliegergeschwaders zu verschwenden“, kommentiert der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels (SPD) aus Kiel.
    Von den vier bei den Werften 2009 bestellten Fregatten der Klasse 125 soll das vierte Schiff wieder storniert werden.
    Der Neubau eines Logistik- und Landungsschiffes soll bis 2020 verschoben werden.
    Zum Ausgleich schlagen die Planer die kurzfristige Beschaffung von sechs weiteren Korvetten für 2015 vor.
    Quelle: Kieler Nachrichten 08.07.2010

  6. Phillip Runge

    wie Flottenchef Lütjens schon damals sagte:
    “Das war mit der Anfang vom Ende. Dann kamen die Jahre wo unsere Marine keine nenneswerte Rolle mehr spielte. Einzelleistungen wurden sang- und klanglos vergessen.” (aus “Die letzte Fahrt der Bismarck”)

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