Archiv für Juni, 2010

Weltpremiere: Kampfhubschrauber APACHE fliegt mit Bio-Treibstoff (Video)

Freitag, 18. Juni 2010

Bio Attack Helicopter

 

 

Der Kampfhubschrauber APACHE mit dem Zusatz AH für attack helikopcter kann vieles, seit vorgestern kann das Fluggerät US-amerikanischer Bauart der Königlichen Luftwaffe der Niederlande auch mit Bio-Treibstoff fliegen. Die Niederländer haben einen ihrer APACHE AH-64-D umgerüstet und auf biologischen Treibstoff umgestellt, auf dem Fliegerhort Gilze-Rijen fand am 16. Juni 2010 die gefilmte Weltpremiere des Bio-Fluges statt, der Verteidigungsminister Eimert van Middelkoop war bei der Premiere dabei. Flug, Looping mit Flares (Tauschkörper) funktionierten sehr gut.

Dieser niederländische APACHE trägt jetzt bei erwiesener CO2-Minderung den Zusatz Bio beim schwer bewaffneten Attack Helicopter.

Originaltext: (weiter…)



Schwedens Militärdoktrin in 3 Teilen (Video)

Freitag, 18. Juni 2010

 

Har Du det som krävs för att ha en Ã¥sikt? – Pirater

 

Har Du det som krävs för att ha en Ã¥sikt? – Flyg

 

Har Du det som krävs för att ha en Ã¥sikt? – Brand

Detta är en av tre filmer som ingÃ¥r i Försvarsmaktens reklamkampanj juni 2010.

(Videoquelle: Swedish Armed Forces.se)

“Fußball ist unser Leben” – Fußball-Nationalmannschaft 1974 und 2010 (Video)

Freitag, 18. Juni 2010

zum Trost und zum Mut-Machen

 

(Videoquelle: via YouTube)

Überwältigende Unterstützung für Joachim Gauck (Video)

Freitag, 18. Juni 2010

 

Rechnerisch hat das schwarz-gelbe Lager eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung, die am 30. Juni den neuen Bundespräsidenten wählen wird. Täglich wächst aber die Unterstützung für Joachim Gauck - parteiübergreifend. Der Kandidat ist Realist und “kann immer noch zählen”, sagt Joachim Gauck. Nach vielen Gesprächen in den Landtagen mit Wahlfrauen und -Männern “rechnet er aber ein bisschen fröhlicher”.

Soldatenglück.de berichtete zu Joachim Gauck und dessen Bundespräsidenten-Kandidatur und unterstützt den Bundespräsidentschafts-Kandidaten Joachim Gauck.

Dazu die aktuelle Meldung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung:

Gauck nimmt Einladung der Linkspartei an

Der von SPD und Grünen nominierte Kandidat für das Bundespräsidentenamt, Joachim Gauck, nimmt die Einladung der Bundestagsfraktion der Linkspartei zu einem Gespräch an. “Ich bin höflich eingeladen worden, also nehme ich diese Einladung selbstverständlich an”, sagte Gauck den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe).

Die Linkspartei hatte Gauck und dessen Gegenkandidaten Christian Wulff (CDU) für den 29. Juni, den Tag vor der Wahl, zu sich eingeladen. Die Linkspartei hat mit Luc Jochimsen eine eigene Kandidatin aufgestellt. In der Linken gibt es große Vorbehalten gegen Gauck, der viele Jahre die Behörde zur Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit geleitet hatte. (Zitatende)

Und die Neue Osnabrücker Zeitung kommentiert aktuell die Wahl zum Bundespräsidenten:

Nicht makellos

Gebt die Wahl frei, fordert Kurt Biedenkopf. Er wirft damit indirekt beunruhigende Fragen auf: Trägt die Abstimmung über den Bundespräsidenten etwa einen Makel? Mangelt es dem Staatsoberhaupt an demokratischer Legitimation?

Tatsächlich ist das Wahlverfahren nicht makellos. Zwar wird der Präsident von einer mehr als tausendköpfigen Bundesversammlung gewählt. Auch ist die Abstimmung geheim und unterliegen die Wahlmänner und -frauen keinerlei Fraktionszwang. Anders als im Bundestag darf also niemand gedrängt werden, einem bestimmten Kurs zu folgen. Doch ist dabei vieles graue Theorie. In der Praxis gibt es immer wieder deutlichen Druck auf die Mitglieder der Bundesversammlung. Denn selbstverständlich ist es ein bedeutendes politisches Signal, wenn der Kandidat der einen oder anderen Seite gewinnt oder verliert. Aktuell verbinden viele Politiker und Beobachter damit sogar die Frage, ob die schwarz-gelbe Koalition hält beziehungsweise zerbricht.

Dementsprechend intensiv wird um jede Stimme geworben und werden Wahlleute besonders nach dem Gesichtspunkt der Zuverlässigkeit (um nicht zu sagen, der Linientreue) ausgesucht. Wirklich frei dürften sich viele von ihnen nicht fühlen. Da der Bundespräsident aber über den Parteien stehen und das Oberhaupt aller Deutschen sein soll, ist Biedenkopfs Ruf nach einer Freigabe der Wahl nur allzu berechtigt. Er wäre freilich deutlich beeindruckender, wenn der Christdemokrat schon in seiner Zeit als aktiver Politiker ähnlich parteiunabhängig geredet hätte. (Zitatende)

(Videoquelle: YouTube-Kanal Joachim Gauck;
Textquellen kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de, Neue Osnabrücker Zeitung.de)

Hintergrundinformationen: Joachim Gauck.de

Opposition will im Kundus-Untersuchungsausschuss per Bundesgerichtshof-Beschluss Gegenüberstellung erzwingen

Freitag, 18. Juni 2010

Verteidigungsminister Guttenberg soll sich früherem Generalinspekteur und Staatssekretär stellen

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestags-fraktion, Rainer Arnold, hat eine gemeinsame Klage der Opposition aus SPD, Grünen und Linkspartei beim Bundesgerichtshof angekündigt, um im Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestages eine Gegenüberstellung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit dem früheren Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Ex-Vertei- digungsstaatssekretär Peter Wichert zu erzwingen. “Die Opposition geht vor den Bundesgerichtshof”, sagte Arnold dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstag-Ausgabe). “Wir werden in der übernächsten Woche einen Schriftsatz einreichen und gegen den Ausschuss klagen, so dass wir im September oder Oktober Klarheit haben.” Arnold kündigte weiterhin die Gründung eines zweiten, diesmal regulären Unter- suchungsausschusses an, um den Beschluss der schwarz-gelben Koalition, im bestehenden Untersuchungsausschuss nur noch nicht-öffentlich zu tagen, zu umgehen. “Wir erwägen, einen ganz normalen Untersuchungsausschuss einzurichten. Der kann zwei, drei Sitzungen dauern. Dann ist das erledigt.” Es gehe darum, die noch offenen politischen Fragen abzuarbeiten. Dazu zähle die Frage, wer im Streit zwischen Guttenberg auf der einen sowie Schneiderhan und Wichert auf der anderen Seite die Wahrheit sage. (Zitatende)

Berichtet der Kölner-Stadtanzeiger vorab.

(Textquelle: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
Bildquelle: Soldatenglück.de, der Sitzungssaal des Verteidigungsauschusses des Deutschen Bundestages, der sich zum Untersuchungsausschuss konstituiert hat und nun Parteipolitik macht)



Wie lange noch? Die Verkürzung der Wehrpflicht

Donnerstag, 17. Juni 2010

Der Beschluss des Bundestages vom Donnerstag zur Reduzierung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate könnte bald das Papier nicht mehr wert sein, auf dem er steht. Denn Minister Guttenberg soll und will die Bundeswehr wegen der Sparzwänge grundlegend reformieren, die Wehrpflicht als solches steht dabei zur Disposition. Demzufolge wäre es zweifellos klüger gewesen, die Verkürzung noch einmal von der parlamentarischen Tagesordnung zu nehmen, bis Klarheit herrscht, wie die Koalition in diesem umstrittenen Punkt weiter verfahren will. Ist die Verkürzung von Dauer oder nicht? Müssen junge Männer in wenigen Monaten überhaupt noch zum Bund oder nicht? Und was passiert mit dem Zivildienst? Die Verwirrung dürfte angesichts der laufenden Debatten riesengroß sein. Wer aber zum Wehrdienst eingezogen wird und Lebenszeit opfert, der hat Verlässlichkeit verdient. Eine eindeutige Ansage der Koalition über ihr weiteres Vorgehen ist deshalb viel wichtiger als ein Beschluss, der nicht lange Bestand haben dürfte. Zumal sich die Wehrpflicht längst überholt hat: Weniger als die Hälfte der als wehrtüchtig gemusterten Männer eines Jahrgangs rückt noch in die Kasernen ein. Wer daraus die richtige Konsequenz ziehen will, rüttelt allerdings am konservativen Selbstverständnis insbesondere der Union. Der Kanzlerin und Guttenberg muss es jetzt gelingen, sich darüber hinwegzusetzen. Das wird schwierig, aber es ist notwendig. (Zitatende)

Kommentiert die Lausitzer Rundschau aus Cottbus.

(Textquelle kursiv: Lausitzer Rundschau.de;
BIldquelle: Bundeswehr.de, Artikel “Oderlandmarsch 2010: Miteinander der Nationen”, teilnehmende Bundeswehr-Soldaten beim Wissenstest)

Guttenberg – Frontmann der Spartruppe (Video)

Donnerstag, 17. Juni 2010

Guttenberg muss acht Milliarden Euro einsparen – so viel wie kein Verteidigungsminister vor ihm. Die Truppe will er von 250.000 auf 150.000 Soldaten eindampfen. Ein Plan, der nicht allen gefällt.

 

(Bildquelle: Einsatz:Bundeswehr.de, der Minister KTz Guttenberg mit GI Volkjer Wieker und COM ISAF RC N BrigGen Frank Leidensberger am 14. April in Afghanistan;
Videoquelle: ZDF vom 16. Juni 2010 via YouTube-Kanal Soldatenglück)

Kunduz-Untersuchungsausschuss: SPD fordert Gegenüberstellung mit Verteidigungsminister Guttenberg

Donnerstag, 17. Juni 2010

Die SPD wird in der Sitzung des Kundus-Untersuchungsausschusses des Bundestages an diesem Donnerstag die Gegenüberstellung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit dem früheren Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Ex-Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert beantragen. Das kündigte der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels im “Kölner Stadt-Anzeiger” (Donnerstag-Ausgabe) an. Grundlage ist unter anderem das vom Bundeskanzleramt offenbar hinter Guttenbergs Rücken in Auftrag gegebene Rechtsgutachten, das die Gegenüberstellung als juristisch zulässig und deren Ablehnung als verfassungsrechtlich problematisch bewertet hatte. Die Existenz des Gutachtens war am vorigen Freitag bekannt geworden und bei Guttenberg auf Kritik gestoßen. “Wir halten an unserer Forderung fest”, sagte Bartels dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. “Die Argumente des Gutachtens sind uns bekannt. Es ist Munition für die SPD. Wenn der Antrag von der Koalition abgelehnt wird, dann gehen wir zum Bundesgerichtshof.” Der SPD-Politiker kritisierte überdies das Vorhaben von Union und FDP, ab sofort alle Sitzungen des Untersuchungsausschusses nicht-öffentlich abzuhalten. Offenbar wolle die Koalition damit “eine Wagenburg um den Minister errichten” und eine öffentliche Gegenüberstellung Guttenbergs mit Schneiderhan und Wichert verhindern. Der Plan verstoße in jedem Fall gegen die Geschäftsgrundlage des Ausschusses, die Öffentlichkeit vorsehe. Die SPD hält eine Gegenüberstellung für nötig, weil die Beteiligten ein gemeinsames Gespräch über den Umgang mit Informationen über den Luftschlag von Kundus mit bis zu 142 Toten unterschiedlich wiedergeben. (Zitatende)

Berichtet der Kölner-Stadtanzeiger.

(Textquelle kursiv: Kölner Stadt-Anzeiger.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de; GI Schneiderhan, BM zu Guttenberg, BMVg-StS Wichert bei der Verabschiedung)

Deutscher Wissenschaftler dämpft Euphorie über Bodenschätze am Hindukusch

Donnerstag, 17. Juni 2010

Freibrger Wissenschaftler: Bodenschätze in Afghanistan sind “Schnee von gestern”

Die zu Wochenbeginn von den USA verbreiteten neuen Erkenntnisse über ungeheuere Mengen von Bodenschätzen in Afghanistan sind von einem Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg als Schnee von gestern bewertet worden. Lothar Ratschbacher, Professor am Institut für Geologie, stellte im Gespräch mit der in Chemnitz erscheinenden “Freien Presse” klar, dass lediglich eine Neubewertung von Erkenntnissen aus den 1960er und 1970er Jahren erfolgt sei. Sowohl deutsche, vor allem aber Wissenschaftler der Sowjetunion hätten die Region damals geologisch erforscht. Die TU Bergakademie, die auf dem Weg ist, sich als Ressourcen-Universität zu etablieren, sei gegenwärtig in ein Forschungsprojekt zur Entstehung des Pamir-Tibet-Plateaus eingebunden. Die Wissenschaftler wollen erkunden, wie das größte Plateau der Erde entstanden ist, um daraus Rückschlüsse auf mögliche Lagerstätten zu ziehen. Weitere geologische Expeditionen Freiberger Forschen starten in Kürze. Sie wollen 1,5 Tonnen Gesteinsproben nach Freiberg holen und analysieren. 2011 ist ein Projekt direkt in Afghanistan geplant.

In der Folge stellt “Freie Presse” das in der Ausgabe vom 17. Juni erscheinende Interview zur Verfügung.

Wissenschaftler dämpft Euphorie über Goldrausch am Hindukusch

TU Bergakademie Freiberg befasst sich seit Jahren mit Bodenschätzen im Pamir – Im Sommer startet neue Expedition

Freiberg. Die Nachricht von “einem atemberaubenden Potenzial” an Bodenschätzen in Afghanistan ist an der TU Bergakademie eher verhalten aufgenommen worden. Die sächsische Einrichtung, die sich als die Ressourcenuniversität Deutschlands etabliert, befasst sich schon lange mit der Geologie dieser Region. Maßgeblich daran beteiligt ist Lothar Ratschbacher von der Professur für Tektonik. Er arbeitet seit 1999 in Freiberg. Mit dem Österreicher sprach gestern Gabi Thieme.

Freie Presse: Warum schmunzeln Sie bei so sensationellen Meldungen? Lothar Ratschbacher: Erstens gab es keine neuen Untersuchungen durch amerikanische Geologen. Und schon gar nicht wurden systematische Untersuchungen vor Ort durchgeführt. Es ist vielmehr eine wissenschaftliche Neubewertung geologischen Materials, vor allem von Karten, aus der Zeit der Sowjetunion erfolgt. Die UdSSR hatte Afghanistan vor allem in den 1970er Jahren systematisch geologisch erforscht – übrigens aufbauend auf deutschen Arbeiten, die vor allem in den 1960er Jahren, in einer friedlicheren Epoche in Afghanistan, durchgeführt wurden. Die jetzt verbreiteten Untersuchungen führte der geologischen Dienst der USA durch, das ist eine Art Bundesanstalt für Rohstoffe und Geowissenschaften der Vereinten Staaten. Dazu kamen noch neuere Untersuchungen aus der Luft mittels Satellit und Flugzeug, die aber für eine Bewertung von Mineralvorkommen nicht aussagekräftig sind.

Freie Presse: Was uns als Neuigkeiten mitgeteilt wurde, ist also für Sie Schnee von gestern? Ratschbacher: So ungefähr. Das ergibt sich daraus, dass die geologischen Bedingungen Afghanistans auch in den Ländern Tadschikistan, im Nordteil Pakistans und im Westen Chinas anzutreffen sind. Und diese Gebiete kennt man und kennen wir viel besser als Afghanistan.

Freie Presse: Woher kennen Sie die? Ratschbacher: Meine Gruppe arbeitet seit 1993 im angrenzenden Pamirgebirge, das zu Tadschikistan, Kirgistan und China gehört. Zurzeit laufen dort zwei Projekte. Eines ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt, in dem Wissenschaftler der Universitäten Freiberg, Jena und vom Geoforschungszentrum Potsdam geologische und geophysikalische Untersuchungen zur Entstehung des Pamir-Tibet-Plateaus durchführen.

Freie Presse: Was hat das mit Erkenntnissen über vermutete Rohstoffvorkommen zu tun? Ratschbacher: Nur wenn man weiß, wie ein Gebirge oder in diesem Fall das größte Plateau der Erde entstanden ist, weiß man um die Prozesse, die zur Bildung einer Lagerstätte führen und wo sich solche befinden. Bestimmte Vorkommen gibt es nur in ganz bestimmten Gesteinen.

Freie Presse: Sie sprachen gerade von zwei Forschungsprojekten? Ratschbacher: Ja, in diesen Wochen ist ferner eine zehnköpfige Freiberger Gruppe im afghanisch-tadschikischen Becken unterwegs. Diese Forschung wird von der französischen Ölfirma Total finanziert und zielt auf eine Analyse möglicher Erdgasvorkommen. Man versucht, die Vorkommen neu zu bewerten. Ölkonzerne müssen langfristig, also fünf bis zehn Jahre im Voraus planen, genau abwägen, ob und wann sie die Konzession zur Förderung erwerben.

Freie Presse: Reiche Mineralvorkommen sind nur ein Aspekt. Der wirtschaftliche Abbau und Verkauf sowie die politische Situation der andere. Ratschbacher: So ist es. Das sieht man auch daran, dass zurzeit kein Bergbau in jenen Bereichen Tadschikistans, Pakistans und Chinas betrieben wird, die ähnliche geologische Bedingungen wie Afghanistan aufweisen. Aktive Gold- und Kupferminen finden sich nur weiter nördlich im Tien Shan. Am Tibetplateau gibt es auch bedeutende Salzseen. Sie enthalten Lithium, den Rohstoff der Zukunft. Die Seen liegen in etwa 5000 Meter Höhe. Viele Gebiete des Plateaus sind so unzugänglich, dass dort bisher viel weniger Menschen als in der Antarktis waren. Es ist unglaublich aufwändig, diese Lagerstätten zu erforschen, zu erschließen und wirtschaftlich zu betreiben. Selbst dann, wenn es eine große Nachfrage aus dem Boomland China gibt.

Freie Presse: Haben Sie noch mehr solcher Beispiele? Ratschbacher: Reiche, bereits genau untersuchte Kupfer- und Goldvorkommen gibt es zum Beispiel in Südtibet, in geologischen Gebieten, wie man sie auch in Afghanistan findet. Aber auch diese werden zurzeit nicht weiter aufgeschlossen, obwohl bereits eine neue Bahnlinie diesen Raum mit Westchina verbindet.

Freie Presse: Warum nicht? Ratschbacher: Dazu müssen der Weltmarktpreis steigen und sich die chinesische Politik ändern. Denn China behält sich ganz bewusst strategische Reserven vor. Für Afghanistan gilt, dass dort zuerst einmal die Infrastruktur aufgebaut werden muss, um nach einer langen Phase der Neuerkundung und Erschließung zu einer wirtschaftlichen sinnvollen Verwertung zu kommen. Dort fehlt es an allem.

Freie Presse: Dazu kommt doch sicher auch die politische Situation? Ratschbacher: Auf jeden Fall. Total weiß genau, dass es auch mittelfristig keinen Sinn macht, Erdgas aus dem afghanisch-tadschikischen Becken zu fördern, da es problematisch ist, die Vorräte zu vermarkten. Die Firma finanziert nur eine Ausweitung unserer Grundlagenforschung. Im Fall von politisch-ökonomischen Änderungen will man aber reagieren können.

Freie Presse: Sie werden in Kürze wieder in diese Region reisen? Ratschbacher: Es werden in diesem Sommer drei Gruppen zeitversetzt jeweils drei bis vier Wochen unterwegs sein. Sie arbeiten genau nordwestlich der gold-, eisen- und kupferreichen afghanischen Provinzen Badachshan und Wachan, und zwar in der tadschikischen Provinz Gorny-Badakshan. Wir werden Gesteinsproben entnehmen und pro Expedition etwa eine halbe Tonne als Luftfracht mit nach Freiberg bringen. Die Proben werden dann hier analysiert. Das alles ist ein auf 1,5 Jahre angelegtes Forschungsprojekt.

Freie Presse: Und 2011 steht tatsächlich Afghanistan auf dem Plan? Ratschbacher: Wir sind natürlich nicht lebensmüde und werden uns als Geologen nicht in verminte Gebiete begeben. Wir planen eine Expedition in die afghanische Provinz Wachan. Das ist ein Korridor, in dem es keine Kämpfe gibt. Wir arbeiten dazu auch mit der Aga-Khan-Stiftung zusammen. Das ist eine nichtstaatliche Entwicklungshilfsorganisation, die neben Schulen dort auch eine neue Universität baut. Wir bilden in Freiberg zum Beispiel Wissenschaftler aus diesen zentralasiatischen Ländern aus, die dort als Dozenten arbeiten werden. (Zitatende)

Berichtet die Freie Presse aus Chemnitz in Sachsen.

Soldatenglück.de berichtet über die Bodenschätze in Afghanistan.

(Textquelle kurisv: Freie Presse.de;
Bilderquellen:
NATO.ISAF.int, Überflug mit ISAF-Helikopter
CIA.gov, Band-e-Amir in Bamyan Province is Afghanistan’s first national park; it consists of six spectacular turquoise lakes separated by natural dams of travertine)

Kein Aufschwung für Afghanistan (Video)

Mittwoch, 16. Juni 2010

 

Von den neu entdeckten Rohstoffvorkommen werde die Bevölkerung keinen wirtschaftlichen Fortschritt haben, vielmehr werde nur “eine kleine Gruppe von Politikern profitieren”, sagt Citha Maaß, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Soldatenglück.de berichtet über die Bodenschätze in Afghanistan.

(Videoquelle: ZDF Morgenmagazin vom 16. Juni 2010 via YouTube-Kanal Soldatenglück)