So genannte Gaza-Hilfsflotte funkt an israelische Soldaten: “shut up, go back to Auschwitz” und “don’t forget 9-11″
von Dirk ~ 6. Juni 2010. Zu lesen unter: Palästina / Israel, Video, Weltregionen.
Der englischsprachige Funkverkehr zwischen der Marine der Isreal Defence Forces (IDF) und den Schiffen der so genannten Gaza-Hilfsflotte treibt Stilblüten. Die Israelis nehmen minutiös jeden Funkkontakt auf, auf Gaza-Hilfsflottenseite wechseln die Akteure am Funk, mal mehr oder minder kooperative Besatzungsmitglieder, mal Aktivisten, die politische Bewertungen verlesen, in der Minute 02:05 der gestern veröffentlichten Funkaudiodokumentation vom 31. Mai 2010 wird der Ausspruch “shut up, go back to Auschwitz” und auch mal “don’t forget 9-11″ in Minute 05:42 eingestreut. Wie in den PLO-Zeiten mit Antizionismus, hitzigem Flugzeugentführungs-Sprechfunk zum Tower ähnelnd in unversöhnlicher Manier mit deutlicher Ansage gegen das Existenzrecht Israels.
Das Einschleppen des Gaza-Hilfsschiffes Rachel Corrie, das 35 Seemeilen vor der Küste Gazas gestoppt und geentert (Bild oben) wurde, war gestern am Samstag, 05. Juni, der Funkkontakt davor dürfte versöhnlicher ausgefallen sein. Die 19 pro-palästinensischen internationalen Aktivisten an Bord des irischen Frachters, darunter die nordirische Friedensnobelpreisträgerin und mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille (für Menschenrechte) ausgezeichnte Maired Corrigan-Maguire aus Belfast und der ehemalige UN Assistant Secretary-General aus Dublin/Irland, Dennis Halliday, leisteten keinen Widerstand, die israelischen Soldaten mussten keine Gewalt zur Durchsetzung anwenden. Das irische Schiff wurde in den israelischen Hafen von Aschdod geschleppt (Video unten). Die Schiffspassagiere bzw. Aktivisten werden im Video bewußt anständig behandelt, deren Gepäck untersucht, ebenso wie das Schiff durchsucht wurde. Es gab keine Inhaftierung, alle reisen heute aus Isreal aus bzw. sind schon auf dem Heimflug, sechs Malaysier und ein Kubaner verlassen Israel über Jordanien.
Die Spezialkräfte des Enterkommandos der isaelischen Marine werden von den anwesenden Hafenarbeiters und Passanten beim Verlassen des Schiffes anerkennend beklatscht. Israel hat den Gazastreifen abgeriegelt, um den Waffenschmuggel in das von der islamistischen Hamas kontrollierte Gebiet zu unterbinden, die Seeblockade soll Bestandteil dieser Abriegelkung sein.
Passengers from the 7th flotilla ship arrive at the Ashdod Port accompanied by the IDF Naval Special Forces. The ship had been boarded by the IDF forces and with full compliance of the crew, instructed the ship’s captain to sail to the Ashdod port after it had attempted to break the maritime closure of the Gaza Strip.
Nineteen people were on board the boat, including eight crew members, all of whom will be transferred to the custody of the appropriate authorities in the Interior Ministry. The cargo found on board will be transferred to the Gaza Strip following security inspection.
Soldatenglück.de berichtete: Gaza-Blockade: Shalömchen – Propaganda-Krieg der Bilder, ferngesteuerte Videos und israelische Satire-Versuche (Video), Israel hält Seeblockade zum Gaza-Streifen aufrecht und entert erneut Schiff der so genannten Gaza-Hilfsflotte (Videos), Israel/Palästina: Wer sind die Gaza-Aktivisten? (Video), Vereinte Nationen verurteilen Israels Militäroperation gegen Gaza-Hilfskonvoi mehrheitlich, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon fordert Aufhebung der Gazastreifen-Blockade (Videos), Gazastreifen Hilfskonvoi: Israel legt Entlastungs-Beweise nach (Videos), “Es ist bequem, einseitig zu sein” – Nahost-Experte Henning Niederhoff über die Rolle Deutschlands im Konflikt um das Heilige Land, Blutiger Angriff auf Schiffskonvoi – Israel isoliert sich, Küste vor dem Gazastreifen: Die israelischen Soldaten haben sich beim Entern auch verteidigt (Video)
(Bildquelle: IDF.il, IDF naval commandos boarded the ship with the full compliance of its crew members;
Videoquelle, Textquelle kursiv: Israel Defence Forces.il)























6. Juni 2010 um 09:52 Uhr
Soweit ich mich erinnern kann endet das Hoheitsgebiet eines Küstenstaates bei12NM.
Abgefangen und geentert wurden das Schiff bei 35NM, darf man das nun als Piraterie bezeichnen ?
6. Juni 2010 um 10:31 Uhr
Danach kommen weitere 12sm in denen Straftaten verfolgt werden dürfen und insg. 200sm Wirtschaftszone.
Und die MTF 448 (UNIFIL) stoppt verdächtige Schiffe auch bis zu 50sm vor der Küste des Libanons.
Nur mal so als Parallele zu den Maßnahmen Israels um Waffenschmuggel zu unterbinden.
6. Juni 2010 um 10:47 Uhr
@Schneemann
Völkerrechtlich richtig wäre eine solche Aussage nicht. Sagen können Sie aber natürlich trotzdem. Es gibt für Aktivisten so etwas wie ein “gefühltes Völkerrecht”, dass immer wieder die abenteuerlichsten Aussagen motiviert.
http://www.vilp.de/Enpdf/e025.pdf
5.1.2(3) Merchant ships flying the flag of a neutral State may be attacked if they are believed on reasonable grounds to be carrying contraband or breaching a blockade, and after prior warning they intentionally and clearly refuse to stop, or intentionally and clearly resist visit, search, capture or diversion.
5.1.2(4) Merchant ships flying the flag of a neutral State may be attacked if they:
(a) engage in belligerent acts on behalf of the enemy;
(c) are incorporated into or assist the enemy’s intelligence system;
(e) otherwise make an effective contribution to the enemy’s military action, e.g., by carrying military materials, and it is not feasible for the attacking forces to first place passengers and crew in a place of safety.
6. Juni 2010 um 10:59 Uhr
Als Soldatenglück sollte man schon erwähnen, daß die IDF über U-Boote der von Deutschland gespendeten und gebauten ‘Dophinklasse verfügt. Diese U-Boote sind aufgrund ihrer Nachrichtentechnik in der Lage über hunderte Kilometer jedem Wort zu lauschen und jede Eisenstange zu zählen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dolphin-Klasse
Wie schon im ‘Goldstone Bericht’ erwähnt verfolg die IDF die Taktik von Shok and Awe. Eine Taktik, deren Ziel es ist, durch eine oder mehrere auf Schockwirkung ausgelegte militärische Maßnahme(n) den Gegner so zu verunsichern, dass es zu keinen nennenswerte Verteidigungsmaßnahmen kommt: http://de.wikipedia.org/wiki/Shock_and_Awe
Die Behauptung, die Anderen seien mit ihren Küchenmessen, Eisenstangen und Feuerwerkskörpern immer die Fanatiker, Terroristen und Verblendeten und man selbst abseits jeden internationalen Rechts agierend, das ewige Opfer, lässt sich nicht aufrecht erhalten.
Eine Blockade ist und bleibt völkerrechtswidrig und würde im Falle Sarajewo vor dem internationalen Gerichtshof bereits geahndet.
6. Juni 2010 um 11:19 Uhr
Zur Völkerrechtlichen Bewertung:
Eine Durchsuchung auf illegale Güter ist nur innnerhalb der 12NM Grenze erlaubt. Die Israelis beziehen sich aber auf eine Seeblockade während eines bestehenden Konfliktes. Besteht ein solcher Konflikt ist auch eine komplette Seeblockade als “Kriegsmittel” erlaubt. Sehr fraglich ist allerdings ob die Hamas und Israel sich zur Zeit in einem derartigen Konflikt befinden. Schließlich hat auch Israel mehrmals diesen Konflikt für beendet erklärt und es scheint so, als ob Israel sich das Recht zu eigen Macht täglich darüber zu entscheiden, ob der Konflikt besteht oder nicht, gerade, wie es ihnen passt.
6. Juni 2010 um 12:42 Uhr
Völkerrecht ist dehnbar und auslegbar! Die Äußerung aber, eine Blockade sei grundsätzlich völkerrechtswidrig, ist falsch.
Ich sehe das Problem in erster Linie im Denken der Palästinenser, in derem Hass. Würden die Hamas die Waffen niederlegen und eine friedliche Lösung ernsthaft in Betracht ziehen, dann hätten wir schnell Frieden. Würde Israel aber die Waffen niederlegen, gäbe es bald kein Israel mehr.
6. Juni 2010 um 15:43 Uhr
Kann das die Lösung sein, ist es gewollt, allein durch militärische Überlegenheit und Macht und auf Kosten
anderer seine Existenz zu waren.
Oder sollte man sich besser besinnen:
„Von den Propheten Israels
bis hin zu den hebräischen Humanisten
galt die Vision, daß das Lied vom Zion für alle Welt –
nicht nur für die Juden – eine Melodie der Befreiung werden würde.“
http://djdeutschland.wordpress.com/2009/01/10/hor-auf-israel/