“Mut kann nur der haben, der auch Furcht kennt,
der andere ist nur tollkühn”

Der LIBERTY AWARD würdigt ein Mal im Jahr herausragende Auslandskorrespondenten und –reporter, die sich im besonderen Maße um die Freiheit verdient gemacht haben, seit 4 Jahren wird der Preis vergeben
Auf Vorschlag der UNESCO hat die UN-Generalversammlung 1994 den Internationalen Tag der Pressefreiheit am 03. Mai ausgerufen. An diesem Tag wird jährlich an die Verletzung von Informations- und Freiheitsrechten in vielen Staaten der Welt erinnert. Am 17. Mai 2010 wurden das Moskauer Korrespondententeam der ARD Ina Ruck und Stephan Stuchlik in berlin für ihren Beitrag “Mord in Moskau – Wer erschoss Stanislaw Markelow” bei einem Festakt in Berlin mit dem Liberty Award 2010 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH bereits zum vierten Mal verliehen.

“Der Beitrag wirft nicht nur ein bezeichnendes Licht auf die russische Justiz, sondern ist zugleich spannend wie ein Krimi komponiert. Er lässt den Zuschauer mit einem tiefen Respekt für die Arbeit jener Männer und Frauen zurück, die sich in Russland unter täglicher Gefahr für Leib und Leben für die Menschenrechte einsetzen und sich nicht einschüchtern lassen. Eine großartige Reporterleistung!”, urteile die Jury.
“Die Mörder sind unter uns”- das sagte der Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow. Kurz danach war er tot, erschossen auf offener Strasse in Moskau. Gewalt und Selbstjustiz an Andersdenkenden, das ist Alltag in Russland. Ina Ruck und Stephan Stuchlik machen sich auf Spurensuche. Was haben die Fälle des Anwalts Markelow wie z.B. der Mord an Anna Politkowskaja mit seinem gewaltsamen Tod zu tun? Rechtsradikale, Tschetschenen, korrupte Provinzpolitiker und rechtsnationale Offiziere und Veteranen des Tschetschenienkrieges – sie alle haben ein Motiv, den mutigen Stanislaw Markelow zu ermorden. Eine Spur führt nach Wien, eine andere nach Tschetschenien, andere in die tiefe russische Provinz. Und was macht die Justiz?
Die Laudatorin Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) und Jury-Mitglied würdigte die Preisträger im Grand Hyatt Hotel vor dem Publikum aus Politik und deutscher Film-, Medien- und Presselandschaft, sie zitierte dabei Martin Heidegger und attestierte Ina Ruck und Stephan Stuchlik “Mut und Beharrlichkeit”. Die rrb-Intendantin zeichnete die Recherche- und Dreharbeiten zum TV-Beitrag “Mord in Mosau” nach, schilderte die beklemmenden Film-Sequenzen an unendlichen Straßenpisten und verspiegelten Gebäuden und die Zeugenaussagen an bewußt anderen Orten als den wirklichen Aufenthaltsorten aus Sicherheitsgründen, die den Zuschauer berühren und die Gefahr erspüren lassen. Willy Brandt zitierte Dagmar Reim mit dessen Worten “Mut kann nur der haben, der auch Furcht kennt, der andere ist nur tollkühn” und wies darauf hin, dass in letzten zehn Jahren in Russland 27 Morde an Journalisten verübt wurden.

Ina Ruck & Stephan Stuchlik
Die beiden ARD-Korrespondenten in Moskau haben nach dem Mord an dem russischen Menschenrechtler Markelow und einer Journalistin mehrere Spuren zu möglichen Tätern verfolgt. Der Beitrag wirft nicht nur ein bezeichnendes Licht auf die russische Justiz, sondern ist zugleich spannend wie ein Krimi komponiert. Er lässt den Zuschauer mit einem tiefen Respekt für die Arbeit jener Männer und Frauen zurück, die sich in Russland unter täglicher Gefahr für Leib und Leben für die Menscherechte einsetzen und sich nicht einschüchtern lassen.
“Der Beitrag wirft nicht nur ein bezeichnendes Licht auf die russische Justiz, sondern ist zugleich spannend wie ein Krimi komponiert. Er lässt den Zuschauer mit einem tiefen Respekt für die Arbeit jener Männer und Frauen zurück, die sich in Russland unter täglicher Gefahr für Leib und Leben für die Menschenrechte einsetzen und sich nicht einschüchtern lassen. Eine großartige Reporterleistung!” begründet die Jury ihre Entscheidung. Ina Ruck und Stephan Stuchlik verfolgten nach dem Mord an dem russischen Menschenrechtler Markelow und einer Journalistin mehrere Spuren zu potentiellen Tätern.
Richard Gretler, Reemtsma Vorstandssprecher: “Freiheit ist ein zentraler Wert unserer Gesellschaft und das Fundament jeder Demokratie. Engagierte Journalisten verteidigen diesen Wert jeden Tag aufs Neue. Das muss gewürdigt werden. Die vielen Einreichungen für den Liberty Award zeigen, wie wichtig diese Auszeichnung in nur vier Jahren für Auslandskorrespondenten geworden ist. Wir bei Reemtsma freuen uns, damit einen Beitrag für mehr Freiheit und Transparenz zu leisten.”

Nominiert waren:
Susanne Babila (SWR)
Wolfgang Bauer (Freier Journalist)
Susanne Koelbl (SPIEGEL)
Vita der Preisträger:
Ina Ruck
hat ein Faible, ja eine schicksalhafte Verbindung zu Russland, so sagt sie und diese Liebe spiegelt sich in ihrer journalistischen Karriere wieder. Seit Dezember 2008 besetzt sie bereits zum dritten Mal den Posten in Moskau, dieses Mal als Leiterin des ARD-Studios. Schon 1995 bis 2000 und 2005 bis 2007 berichtete sie aus der russischen Metropole. Dabei hielt es Ina Ruck nie lange im Studio. Auf ihrem Reiseprogramm standen oft höchst gefährliche Einsätze. Mehrere Male war sie in Tschetschenien, auch während des Zweiten Tschetschenien-Krieges. In Ruck wurde in Unna geboren, studierte Slawistik, Politikwissenschaft und Publizistik in Münster mit Aufenthalten am Puschkin-Institut Moskau und den Universitäten Wien und Oxford. Seit Dezember 2008 ist Ina Ruck Leiterin des ARD-Studios in Moskau. Schon 1995 bis 2000 und 2005 bis 2007 berichtete sie aus der russischen Metropole.
Stephan Stuchlik
wurde in Landshut geboren, studierte unter anderem in Heidelberg europäische Literatur, volontierte beim WDR und trat 1997 eine Korrespondentenstelle in Brüssel an. Von 2001 bis 2005 war er Redakteur des Magazins Panorama, seit 2005 berichtet er für die ARD aus Moskau.
Mehr Informationen unter: http://www.liberty-award.de/.
Mitglieder der Jury:
Prof. Dr. Günter Bentele, Universität Leipzig
Wibke Bruhns, Journalistin und Autorin
Prof. Dr. Wolfgang Donsbach, TU Dresden
Tina Hassel, Leiterin der Programmgruppe Ausland Fernsehen WDR
Dr. Wilm Herlyn, ehemaliger Chefredakteur dpa
Uwe-Karsten Heye, Publizist und Chefredakteur Vorwärts
Joachim Holtz, Journalist Helmut Markwort, Herausgeber und Chefredakteur Focus
Dagmar Reim, Intendantin Rundfunk Berlin-Brandenburg
Dr. Hajo Schumacher, Journalist und Autor
Hartmann von der Tann, Journalist
(Portaitbilderquelle, Textauszüge: Liberty Award, Reemtsma.de;
Bildquelle: Soldatenglück.de, Fotos unten: aedt.de)