Archiv für Mai, 2010

Bild des Tages – Abschied von Horst und Eva Luise Köhler aus dem Bundespräsidialamt

Montag, 31. Mai 2010

Auf der Sommerreise durch Schleswig-Holstein im Jahr 2008 haben Bundespräsident Horst Köhler und seine Gattin Eva Luise Köhler den Marinestützpunkt in Eckernförde besucht, Visite auf dem Tender DONAU, Kennenlernen der Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEK M) und eine U-Boot-Fahrt gehörten zum Programm. Horst Köhler tauchte mit der U33 in die Ostsee ab. Über die Verleihung der Urkunde als “Ubootfahrer” durch den U33-Kommandanten freute sich Horst Köhler besonders und sagte: “Ich weiß aber nicht, ob ich viele Tage diesen Belastungen auf engstem Raum gewachsen wäre”.
Den Belastungen des Amtes des 9. Bundespräsidenten weltweit und auf dem Berliner Parkett war Horst Köhler sechs Jahre gewachsen und so wie er freiwillig die Bürde des Amtes annahm, hat Horst Köhler sie in Abstimmung mit seiner Ehefrau am heutigen Tag zurück gegeben.
Ein bei der Bevölkerung überaus beliebter Bürger-Präsident hat dem politischen System und der Medien-Macht in unserem Land den Rücken gekehrt, das Vertrauen entzogen und seine persönliche Integrität in Sicherheit gebracht, auch mit dieser finalen Geste in seinem Amt hat er vielen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Herzen und der Seele gesprochen.

(Bildquelle: Marine.de)



Köhlers Rücktritt ist keine Katastrophe

Montag, 31. Mai 2010

Horst Köhler galt bislang in der Öffentlichkeit als vorbildlich besonnener und bescheidener Mann; einer, der nicht gleich ausflippt, wenn ihm die sprichwörtliche Laus über die Leber läuft; einer, der Pflichtbewusstsein über persönliche Befindlichkeiten stellt. Kurzum: ein Präsident, zu dem man über Parteigrenzen hinweg respektvoll aufschaute. Umso mehr überrascht seine Kurzschlussreaktion, alles hinzuwerfen und vom höchsten Staatsamte zurückzutreten. Das Volk steht – auch angesichts der offensichtlichen Politikmüdigkeit seiner Elite – unter Schock, gelähmt von inflationär auftretenden Rücktritten und verwirrenden Begründungen. Galt schon der Rückzug von Bischöfin Käßmann wegen ihrer Trunkenheitsfahrt vielen als Überreaktion, so sind die Zweifel bei Horst Köhler ungleich größer: Tritt der erste Mann im Staat wirklich wegen einer Lappalie zurück? Zumal nicht einmal der ärgste politische Feind die Forderung nach Amtsaufgabe erhoben hatte. Was also ist passiert in den zehn Tagen, seit Köhler auf dem Rückweg von einer Asien-Reise mit ausgeprägt wirtschaftlichem Schwerpunkt Station bei den deutschen Soldaten in Afghanistan machte und einem Reporter eine sehr realistische Einschätzung der Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts ins Mikrofon diktierte? Nämlich dass “im Notfall” auch militärischer Einsatz notwendig sein kann, um unsere wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Nichts anderes steht auch im Bundeswehr-Weißbuch, in dem die große Koalition 2006 die Aufgaben der Streitkräfte definierte. Und nichts anderes geschieht zum Beispiel am Horn von Afrika, wo die Bundesmarine mithilft, die Handelswege auf See vor Piraten zu schützen. Nein, wer aus Köhlers Äußerungen herausliest, der Präsident sehe im Afghanistan-Einsatz auch einen Krieg zur Sicherstellung unserer wirtschaftlichen Interessen und er halte nicht vom Grundgesetz gedeckte Militäreinsätze für konform, der sollte lieber an die Existenz von Ufos glauben, denn das ist realistischer. Und so bleibt erst recht die Frage nach dem Warum. War der Präsident doch viel dünnhäutiger und sensibler als gedacht? Hat ihn die Kritik der Presse, die in ihm zuletzt den “Schwadroneur im Schloss Bellevue” (“Süddeutsche Zeitung”) sah und einen “dramatischen Autoritätsverlust des Staatsoberhaupts” (“Spiegel”) attestierte, wirklich so mitgenommen? Oder steckt mehr dahinter, vielleicht die mangelnde Unterstützung der Kanzlerin in den letzten Wochen? Das Volk wird es wohl nie erfahren – und folgt fassungslos dem Science-Fiction-haften Schauspiel im Schloss Bellevue, in dem der Protagonist mit Tränen in den Augen seinen Abschied verkündet. Doch Tränen sind nicht angebracht: Sollte tatsächlich die Kritik aus der linken Ecke, wie er vorgibt, Köhler k. o. geschlagen haben, so wäre dies ein Armutszeugnis, eine für einen Politiker beispiellose Bankrotterklärung. Und dann hätten nicht die Kritiker das Amt des Bundespräsidenten beschädigt, sondern er selbst. Der Politikbetrieb mag manchmal zwar ein Kindergarten sein, ist aber nie eine Krabbelgruppe, in der man lernt, liebevoll miteinander umzugehen. Hier wird mit harten Bandagen um Positionen gekämpft. Schloss Bellevue ist da kein Hort der Glückseligkeit. Der Präsident ist zwar qua Verfassung ein zahnloser Tiger, doch seine Waffe ist sein Wort, mit dem er Teil der politischen Debatte ist. Ergo muss er sich auch Kritik stellen – und damit leben. Als auf fünf Jahre gewählter oberster Repräsentant des Staates hat er schließlich eine Verantwortung, aus der er sich nicht wegen ein paar verbaler Tiefschläge stehlen kann. Wenn auch die Ratlosigkeit über seinen Schritt groß ist, so gab es bei Köhler in den vergangenen Monaten zumindest Anzeichen für eine Veränderung. Nach seinem Amtsantritt im Juli 2004 eroberte er binnen kürzester Zeit die Herzen der Menschen. Weil er gegenüber den Regierenden in Berlin unbequem war, den von der Verfassung vorgeschriebenen Auftrag der Überparteilichkeit ernst nahm wie kaum einer vor ihm, wurde er zu einem Präsidenten des Volkes. Doch vieles, was Köhler in den vergangenen fünf Jahren anmahnte, ist verhallt. Seine Aufforderungen an die Regierenden, richtige Reformen statt kleine Korrekturen in Angriff zu nehmen, blieben ohne Resonanz. Vielleicht führte das zu innerer Resignation. Jedenfalls blieb er in den vergangenen Monaten blass. So gesehen ist der Abtritt auch keine Katastrophe für das Land. Ohne Zweifel: Als Repräsentant unseres Systems, als Bindeglied zwischen Regierung und Volk oder einfach nur als beharrlicher Mahner für Reformen hat der Bundespräsident wichtige Funktionen. Doch die, die jetzt eine Staatskrise herbeireden, überschätzen das Amt. Eine Katastrophe wäre es, wenn Köhlers Beispiel Schule machen würde: Sich davonzuschleichen, Problemen aus dem Weg zu gehen und unbequeme Aufgaben anderen zu überlassen, das ist etwas, was Deutschland derzeit gar nicht braucht. (Zitatende)

Kommentiert die Fuldaer Zeitung.

(Textquelle kursiv: Fuldaer Zeitung.de;
Bildquelle: Marine.de)

“General-Anzeiger” Bonn zum Köhler-Rücktritt

Montag, 31. Mai 2010

Eine Frage der Ehre

Horst Köhler wollte nicht mehr. Er war tief getroffen, verletzt. Horst Köhler hat aufgegeben, mit Tränen in den Augen. Horst Köhler lässt ein Land, seine Bürgerinnen und Bürger und die politisch Verantwortlichen ratlos und fragend zurück. Es kann doch nicht wirklich sein, dass erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ein Bundespräsident zurücktritt, nur weil er wegen seiner in der Tat ungeschickten Äußerungen zur Afghanistan-Politik kritisiert wird. Dieser Vorgang ist nicht der Grund des Rücktritts. Dieser Vorgang darf es auch nicht sein, weil er im politischen Koordinatensystem nicht wichtig genug für eine derart bedeutende Entscheidung ist. Nein, der Afghanistan-Streit war nicht die Ursache des Rücktritts, er war nur der Auslöser. Dieser letzte Tropfen brachte das Fass zum Überlaufen.

Horst Köhler, der Bürger-Präsident, ist bei den Menschen beliebt. Als er 2004 antrat, kannten ihn die wenigsten. Er hatte sich bis an die Spitze des Internationalen Währungsfonds gearbeitet. Doch das ist kein Posten mit großer Außenwirkung. Plötzlich war er da – und überzeugte. Er mischte sich ein, authentisch und glaubwürdig. Er scheute keine Konflikte, auch nicht mit der Bundeskanzlerin. Seine erste Amtszeit verlief unterm Strich erfolgreich, weil er ein Gespür für die Nöte und Sorgen der Menschen mit ins Amt brachte, weil er widersprach, weil er etwa in der Finanzkrise mit klaren Worten die Auswüchse der weltweiten Börsenzockerei kritisierte und verbindliche Regeln forderte. Doch seit seiner Wiederwahl fand Köhler nicht zu seinem Rhythmus zurück. Wo ist Köhler? Eine Frage, die in den vergangenen Wochen und Monaten mehr als einmal im Land gestellt wurde. Es gelang dem Bundespräsidenten nicht, Visionen zu entwickeln, Perspektiven aufzuzeigen. In Zeiten der Wirtschafts-, Finanz- und Eurokrise drang er nicht mehr durch, er war nicht präsent.

Der Respekt vor dem Menschen Horst Köhler gebietet es, seine Entscheidung zu respektieren. Der Respekt vor der Würde des Amtes hingegen muss die Frage erlauben, ob ein Bundespräsident auf diese Art und Weise aufgeben darf. Horst Köhler hat alles hingeworfen und lässt das Land in einer schweren Krise allein zurück. Insofern hat er dem Amt möglicherweise mehr geschadet als die harsche Kritik der Opposition an seinen Afghanistan-Äußerungen. Andererseits lässt seine Entscheidung auch Rückschlüsse auf den Grad der Entfremdung zwischen Bundespräsidialamt und Bundeskanzleramt zu. Schwarz-Gelb hatte ihn einst ins höchste Staatsamt gebracht, jetzt musste Köhler mit ansehen, wie “seine” Bundesregierung in die Amtsperiode stolperte.

So muss es für den Finanzexperten und aufrechten Mann Köhler ein Graus gewesen sein, wie sich die Politik in den Monaten zwischen der Bundestagswahl und der NRW-Landtagswahl um Entscheidungen drückte, wie die Bundesregierung in der Steuerdiskussion lavierte und aktuell eine dramatische Kehrtwende von der Steuersenkungs- zur Steuererhöhungsdebatte vollzieht. Was bedeutet Horst Köhlers Schritt für die Bundeskanzlerin und ihre Regierung? Zunächst einmal hat Angela Merkel mit der Nachfolge-Frage eine weitere große Herausforderung vor sich, die ihr in Zeiten fundamentaler Entscheidungen in der Finanz-, Steuer- und Sozialpolitik sehr ungelegen kommt. Zudem ist die Kanzlerin angeschlagen. Die NRW-Wahl war für sie eine schallende Ohrfeige, der schlechte Start von Schwarz-Gelb in Berlin wird auch ihr angelastet, im Griechenland-Euro-Streit machte sie keine gute Figur, und der angekündigte Abgang von Roland Koch hinterließ einen faden Beigeschmack. Denn nach Friedrich Merz verlässt mit dem hessischen Ministerpräsidenten erneut einer der kompetenten, streitbaren CDU-Hoffnungsträger die Politik – sicherlich auch, weil er zu den konservativen Politikern gehört, die in der Partei unter Führung von Angela Merkel keine politische Heimat mehr sehen.

Da schließt sich der Kreis zum Rücktritt Horst Köhlers: Welchen Anteil hat die Politik der Bundesregierung unter Angela Merkel an der Entscheidung des Bundespräsidenten? Eine Frage, die sich derzeit noch nicht beantworten lässt, die aber im Raum steht und der Kanzlerin nicht gefallen wird, weil sie weitere, seit langem latent vorhandene Fragen provoziert: nach ihrem Führungsstil und der inhaltlichen Ausrichtung der Christdemokraten. Die Entscheidung über die Nachfolge könnte ein Signal auf der Suche nach den Antworten sein. Der Rücktritt des Staatsoberhauptes trifft das Land, die Bundesregierung und damit die Bundeskanzlerin in einer schweren Zeit. Gut möglich, dass Horst Köhler diesen Schritt einmal bereuen wird. (Zitatende)

Kommentiert Andreas Tyrock vom Bonner General-Anzeiger.

(Textquelle: General-Anzeiger.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int)

“Marinemaler der Gegenwart”, Ausstellung im Marine-Ehrenmal in Laboe

Montag, 31. Mai 2010

Soldatenglück Kultur

Vom 23. Juni bis zum 31. August 2010 werden die Künstler Andreas Kruse und Olaf Rahardt ihre Bilder in der Ausstellung “Marinemaler der Gegenwart” im Marine-Ehrenmal Laboe, veranstaltet vom Deutschen Marinebund, der Öffentlichkeit präsentieren.

Soldatenglück.de berichtete im Vorjahr von der Marine-Malerei: “Meer Kunst” – Erste Ausstellung von Marinemalern während der Kieler Woche

Hintergrundinformationen: Andreas Kruse, der Marinemaler.de, Marinemaler Olaf Rahardt.com, Leeraner-Reedereien.Blogspot.com, Deutschemarine.Blogspot.com

Ursula von der Leyen, die neue Bundespräsidentin?

Montag, 31. Mai 2010

“Der König ist tot, es lebe die Königin”

30 Tage sind gemäß des Grundgesetzes Artikel 54 Absatz 4 Zeit bis zur Wahl des neuen Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung, die eine liberal-konservative Mehrheit (entsprechend der Regierungskoalition FDP und CDU/CSU) hat. Nachdem heute um 14:00 Uhr im Berliner Schloss Bellevue Horst Köhler (67) an seinem Amtssitz in der Bundeshauptstadt seinen sofortigen Rücktritt mit den Worten verkündete: Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten – mit sofortiger Wirkung. Ich danke den vielen Menschen in Deutschland, die mir Vertrauen entgegengebracht und meine Arbeit unterstützt haben. Ich bitte sie um Verständnis für meine Entscheidung … Es war mir eine Ehre, Deutschland als Bundespräsident zu dienen. Nach sechs Jahre Amtszeit – erstmalig sofort und vorzeitig – von dem Bundespräsidentenamt zurück zu treten, ist ein Novum, genau wie eine Frau als Staatsoberhaupt in Deutschland ein Novum wäre. Spätestens zum 31. Juni 2010 muss gewählt sein. Die Bundesversammlung setzt sich zurzeit aus 1.244 Mitgliedern zusammen, den 622 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Mitgliedern, die von den Parlamenten der 16 Bundesländer entsandt werden (Artikel 54 Absatz 3 des GG), sie wird von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert einberufen

Die ersten Namen potentieller Wahl-Kandidaten zur Nachfolge im Amt des Bundespräsidenten wurden genannt, Christian Wulff (CDU), Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen, oder der ehemalige Umweltminister und UN-Untergeneralsekretär Klaus Töpfer (CDU) sowie der derzeitige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sogar Edmud Stoiber (CSU). Aus SPD-Kreisen wird die zurück getretene Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Pfarrerin Margot Käßmann, oder Richard Schröder, der letzte SPD-Fraktionsvorsitzende der Volkskammer der DDR, und auch nochmal Gesine Schwan ins Gespräch gebracht. Die FDP wird ihre Kandidaten Wolfgang Gerhardt und Hermann-Otto Solms in die Diskussion einbringen, auch Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) wird von interessierten Kreisen genannt – doch keiner dieser Namen überzeugt wirklich über die Parteigrenzen hinweg und nicht alle sind unbelastet in ihrer politischen Vergangenheit.
Soldatenglück.de setzt auf Ursula von der Leyen (51) als geeignete, befähigte, beliebte und würdige überparteilich-mehrheitsfähige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin.

Lebenslauf von Ursula von der Leyen,
Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Mitglied des Bundestages:

Geboren am 08. Oktober 1958 in Brüssel; verheiratet, sieben Kinder

1964 – 1971
Europäische Schule in Brüssel
1971 – 1976
Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium, Lehrte; Abitur
1977 – 1980
Studium der Volkswirtschaft in Göttingen, Münster
1980 – 1987
Studium der Medizin (Medizinische Hochschule Hannover; MHH) Staatsexamen und Approbation
1988 – 1992
Assistenzärztin, Frauenklinik der MHH seit 1990 Mitglied der CDU Deutschlands
1991
Promotion
1992 – 1996
Aufenthalt in Stanford, Californien/USA
1998 – 2002
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (MHH)
2001
Magister Public Health
2001 – 2004
Kommunalpolitische Mandate in der Region Hannover
2003 – 2005
Mitglied der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
2003 – 2005
Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit
Seit 2004
Mitglied des Präsidiums der CDU Deutschlands
2005 – 2009
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Seit Oktober 2009
Mitglied des Bundestages für Hannover-Süd
Seit November 2009
Bundesministerin für Arbeit und Soziales

(Bildquelle, Textauszug Biografie: Ursula-von-der-Leyen.de)



Blutiger Angriff auf Schiffskonvoi – Israel isoliert sich.

Montag, 31. Mai 2010

Israelis sind oft sehr stolz auf ihren Staat, manchmal zu Recht. Wer die Geschichte Israels verfolgt, stößt auf bewundernswerte Beispiele von Schläue. In 62 Jahren wurde aus dem rückschrittlichen Land der Holocaust-Überlebenden eine technologische Supermacht, die stärkste Militärmacht im Nahen Osten. Und das trotz andauernden Konflikts mit der arabischen Welt.

Die blutige Übernahme der “Hilfsflottille” im Mittelmeer und die palästinensische Reaktion mehren den Verdacht, dass Israels Staatsführung von jeder Klugheit verlassen wurde. Die Ereignisse waren ein vermeidbarer GAU. Vermeidbar, weil es klar war, dass es zu Gewalt kommen würde. Vermeidbar, weil klar war, dass Israel bei dieser Aktion die falsche Einheit einsetzte. Die Flottille 13 ist zum Töten und Versenken feindlicher Schiffe da, nicht, gewalttätige Zivilisten in ihre Gewalt zu bringen. Wer Soldaten ohne Schutzschilde, Tränengas und Schlagstöcke einzeln in eine wütende Menge schickt, darf sich nicht wundern, wenn die ihre Pistolen zücken. Und letztlich ließ sich dieser Zwischenfall vermeiden, weil die Blockade Gazas nicht nur unmoralisch, sondern völlig ineffektiv ist. Die Hamas rüstet weiter, und die Armut treibt die Menschen in ihre Arme.

Es ist eingetreten, was Israel vermeiden und die Hamas herbeiführen wollte. Völlig einerlei, dass die Aktivisten auf den Schiffen internationales Recht gebrochen, sich auf die Seite von Terroristen gestellt, ihr Gefolge wissentlich in Gefahr gebracht und selber Gewalt ausgeübt haben. Was zählt, sind die Schreckensbilder vom Deck der Marmara. Die Hamas hat mit fremdem Blut einen wertvollen Propagandasieg errungen, der dazu führen könnte, dass ein geächtetes und isoliertes Israel dazu gezwungen wird, die Blockade abzubrechen und die Islamisten einen Sieg feiern können. Jerusalem wird für seine Torheit einen Preis zahlen müssen.

Die Wurzeln des Übels liegen tiefer als im Einsatz im Mittelmeer. Das starke Israel hält die Palästinenser besetzt, verfällt aber zunehmend in eine selbstgefällige Opferrolle. Dies führt zu tieferer Isolation und weiterer Eskalation der Gewalt. Zweifellos tragen auch die Palästinenser eine Verantwortung dafür, dass bisher noch kein Friedensvertrag ausgehandelt werden konnte. Doch Israel muss erkennen, dass es mit einem Ende der Besatzung nicht den Palästinensern, sondern sich selber einen Gefallen tut, und einen Rückzug als ureigenstes Interesse verfolgen. Wenn die israelische Regierung nicht bald umdenkt, bringt sie ihren Staat in ernste Gefahr. Mit einem dummen, brutalen Regime will niemand wirklich verbündet sein. Wie die Israelis selber sagen: Torheit hat einen Preis. (Zitatende)

Leitartikel von Gil Yaron in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Soldatenglück.de berichtete: Küste vor dem Gazastreifen: Die israelischen Soldaten haben sich beim Entern auch verteidigt (Video)

(Textquelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Grafik-, Bildquelle: Israel Defence Forces.il)

Das hätte Köhler nicht tun dürfen

Montag, 31. Mai 2010

Horst Köhler war ein beliebter Bundespräsident. Nicht in der politischen Klasse Berlins, nicht bei Politikern, die ihn für unprofessionell hielten, nicht bei Hauptstadt-Journalisten, die ihm seine phasenweise Tapsigkeit ankreideten. Beliebt war Köhler im Volk. Und genau deswegen hätte er nicht zurücktreten dürfen.

Denn was wird es wohl sagen, das Volk? Wahrscheinlich dies: Da sieht man es mal wieder, anständige Menschen wie Köhler haben in diesem Politiker-Haifischbecken keine Chance. Es gibt diese Reflexe gegen die Parteien-Demokratie, und sie sind verbreitet. Gerade von einem Staatsoberhaupt muss man erwarten, dagegen anzukämpfen – zum Schutz der Demokratie. Vielleicht wird man darum sagen müssen, dass der Präsident aus sehr persönlichen Gründen einen Schaden für das Gemeinwesen riskiert.

Was sind diese Gründe? Ganz sicher ist es nicht der Vorwurf, der Präsident habe im Zusammenhang mit Bundeswehr-Einsätzen quasi gegen das Grundgesetz argumentiert. Ganz sicher ist es auch nicht die Kritik an ihm, denn die kam lediglich aus der zweiten Reihe: Ein Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, ein Außenpolitiker der Union, ein Verfassungsrechtler. Und dann sollte Deutschlands Spitzenmann die Häme des “Spiegel” ertragen können. Die Hamburger würdigten Köhler zu “Horst Lübke” herab und gönnten sich die Erinnerung an den zweiten Bundespräsidenten, der bei einem Afrika-Besuch sagte: “Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger . . .”

Entscheidend für Köhlers Schritt war nicht Kritik, sondern unterlassene Hilfeleistung. Der Außenminister oder die Kanzlerin hätten Köhler sehr leicht helfen können. Sie hätten bloß sagen müssen, Köhler habe mit den wirtschaftlichen Interessen, die einen Bundeswehr-Einsatz auch begründen könnten, den Somalia-Einsatz gegen die Piraten gemeint. Allein, beide schwiegen. Ausgerechnet jene, die Köhler einst geholt hatten. Der Präsident, ein sehr empfindlicher Mensch, musste dies als Misstrauensvotum begreifen.

Merkel weiß selbst, dass man ihr nun den Vorwurf machen wird, gute, eckige, eigenständige Köpfe nicht halten zu können, im Gegenteil, zu vergrätzen. Nach Merz und Koch nun Köhler; sich in ihrem “Girls-camp”, ergänzt nur um ihren Fraktionschef und ihren Kanzleramtsminister, einzumauern und gegen die Außenwelt abzuschotten.

Umso überzeugender und schneller muss sie den Nachfolger präsentieren. Jemanden, der öffentlich überzeugen kann, der sympathisch ist und erfahren. Und der, falls Merkel das überhaupt noch will, für Schwarz-Gelb steht. Mit anderen Worten: Gibt es überhaupt einen Köhler-Nachfolger, der nicht Christian Wulff heißt? (Zitatende)

Kommentiert Ulrich Reitz im Leitartikel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

(Textquelle kursiv: Westdeutsche Allgemeine Zeitung.de;
Bildquelle: NATO.ISAF.int)

Küste vor dem Gazastreifen: Die israelischen Soldaten haben sich beim Entern auch verteidigt (Video)

Montag, 31. Mai 2010

Maritime Kommando-Aktion aus dem Ruder gelaufen

 

Die isrealische Marine stürmte die Schiffe des Gaza-Hilfskonvois, dabei kamen mindestens 7 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt - auch israelische Soldaten.

Die Israelische Armee hat einen internationalen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen in See geentert und gestürmt. Auf den sechs Schiffen des Konvois befanden sich etwa 700 pro-palästinensische Aktivisten, auch 10 deutsche Staatsbürger sowie der, darunter zwei weibliche Bundestagsabgeordnete der LINKEN, sowie  der Friedenspreisträger Henning Mankell aus Schweden. Der Konvoi sollte rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen. Seit der Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas in Gaza im Sommer 2007 hat Israel das Gebiet weitgehend abgeriegelt, eine Seeblockade war und bleibt eingerichtet.

 

Den Schiffen wurde das Annähern an die Küste des Gazastreifens untersagt, militärische Maßnahmen wurden den Schiffsführern mehrfach angedroht. Bei der Erstürmung wurden die israelischen Soldaten von gewaltbereiten pro-palästinensischen Aktivisten brutal angegriffen (Videos oben) und in tödliche Gefahr gebracht, die isrealischen Soldaten waren bewaffnet und machten von ihren Schußwaffen Gebrauch.
Ein Eskalieren der Situation hätte vorausgesehen werden können, der Befehl zum Erstürmen der Schiffe hätte nicht erteilt werden dürfen, die Gewalteskalation und Nahkampfsituation auf den Schiffsdecks mit der Vielzahl der militanten Aktivisten war militärisch nicht beherrschbar.

 

(Videoquelle: Israel Defence Focres.il, Originaltext: Video taken by IDF naval boat shows the passengers of the Mavi Marmara, one of the ships in the ‘Free Gaza’ Flotilla, violently attacking IDF soldiers who were trying to board the ship after having sent repeated requests for the boat to change course.
Large groups of passengers surrounded soldiers and beat them with metal poles and chairs, and threw one soldier over the side of the ship. Some passengers grabbed pistols from the IDF soldiers and opened fire. As a result of the attacks, seven IDF soldiers were injured, and nine of the passengers were killed.
The ‘Free Gaza’ Flotilla had publicly insisted on their non-violent intentions, however their violent attack on the IDF soldiers was clearly premeditated. They had knives, metal rods, firebombs and other items ready to use;
The Israeli Navy addresses a ship nearing the Gaza shore , offering it to dock at the Ashdod Port and transfer its supplies under the ship’s crew’s supervision. The ship refused to comply.)

Ist die Marine nur noch bedingt einsatzbereit?

Montag, 31. Mai 2010

Die knappen Haushaltsmittel bringen nicht nur Schleswig-Holstein in Not. Auch das Patenschiff des Landes gerät durch die Kürzungen im Bundeshaushalt in schwere See. Die bei HDW gebaute Lenkwaffenfregatte gehört mit ihren drei Schwestern “Bayern”, “Mecklenburg-Vorpommern” und “Brandenburg” zum Rückgrat der Auslandseinsätze der Deutschen Marine. Deshalb stand für 2011 und 2012 eine umfassende Modernisierung der im Schnitt 15 Jahre alten Schiffe der Klasse 123 an. Neue Kommunikations- und Führungstechnik sowie eine Verlängerung des Hecks waren geplant.

Doch dieses Vorhaben wird verschoben – bis zum Ende der Dekade, wie zu hören war. Aber auch die Schnellboote werden die Kürzungen zu spüren bekommen. Die zehn letzten der einst 40 Boote sind im 7. Schnellbootgeschwader in Warnemünde beheimatet. Die Planung sah vor, diese Boote bis zur Ablösung durch neue Korvetten der Klasse “K131″ etwa 2017 in Dienst zu halten. Nun steht nicht nur das Projekt “K 131″ vor dem Aus, sondern es droht das vorzeitige Ende der Schnellboote. Mit dem Wegfall all dieser Aufträge drohen auch den gebeutelten deutschen Werften schere Zeiten. Es brechen damit längst einkalkulierte Aufträge weg.

Bei den Hubschraubern wird es vorerst keinen Nachfolger für den in Kiel stationierten “Sea King” geben. Das Großprojekt wird verschoben. All diese Einschränkungen haben zur Folge, dass die Marine gemessen an den anderen Teilstreitkräften bereits einen erheblichen Anteil an den Kürzungen des Wehretats von rund einer Milliarde Euro pro Jahr trägt.

Der Inspekteur der Marine drängt jedoch darauf, dass die durch Stilllegungen und Verkäufe von Marineeinheiten erzielten Erlöse in den Haushalt für die Materialinstandsetzung der verbleibenden Einheiten fließen. Schon jetzt ist die Situation dramatisch.

Fregatten warten zum Teil seit über einem Jahr auf eine Werftüberholung und Einheiten sind im Einsatz vor dem Libanon nur mit einer Maschine unterwegs, weil notwendige Instandsetzungen an dem Antrieb nicht finanziert werden können.

Die Stilllegung der sechs Eckernförder U-Boote ist für die deutschen U-Bootfahrer auch eine Zukunftschance. Durch das vorzeitige Ende der alten Boote des Typs 206A kann im Ausbildungszentrum für U-Boote auch ein Zweig geschlossen werden. Damit stehen zukünftig pro U-Boot 1,5 Besatzungen zur Verfügung. Mittelfristig soll die Zahl der U-Boote durch den Zulauf des zweiten Loses der Klasse wieder auf sechs ansteigen. “U 35″ und “U 36″ werden bis 2014 in Kiel bei HDW gebaut.

Die Reduzierung der Marineeinheiten sowie die Ausfälle durch Mangel an Wartung werden 2011 bereits zu Einsparungen führen. “Wir werden dann eben nicht mehr an jedem NATO-Verband und an jedem Manöver teilnehmen können”, sagt ein Marineoffizier. Ziel sei es, und das hat der Verteidigungsminister anlässlich des Inspekteurswechsel in Glücksburg deutlich gesagt, dass Auslandseinsätze Priorität bei der Vergabe der Haushaltsmittel haben.

Die Entscheidungen über zukünftige Einsätze werden davon getragen, was “wir bezahlen können, und nicht mehr davon, was wollen wir bezahlen”, so ein Offizier.

(Bilderquelle: Marine.de, Fregatte Schlewsig-Holstein, F216;
Screenshot, Textquelle: Kieler Nachrichten.de, Dank an den Marinekameraden Phillip R. für die Zusendung)

Der einsame Präsident

Montag, 31. Mai 2010

Über Horst Köhlers Rücktritt

Dass einer sein Amt wegwerfen könnte wegen einer solchen Lappalie, wegen einer missverständlichen Äußerung über den Einsatz der Bundeswehr – das ist im Politbetrieb nicht vorgesehen und gilt als weinerliche Überreaktion. Aber vielleicht war dieser Horst Köhler selbst das wirkliche Missverständnis. Kein Mann für ein politisches Amt – und erst recht kein Mann, der sich ins Parteiengefüge sortieren ließ.

Am Ende seiner ersten Amtszeit galt er gerade deshalb noch als wahrer Volksheld. Der unabhängige Anti-Politiker im Schloss Bellevue, “Super-Horst”, wie die Bild-Zeitung ihn feierte – der Mann, der sich die große Koalition vorknöpfte, wenn sie ihm zu zögerlich erschien; der Gesetze nicht unterzeichnete, die ihm schlecht durchdacht schienen…

Das wirkt heute, als wäre es schon lange her. Denn in dem einen Jahr seiner zweiten Amtszeit wirkt Köhler wie ausgewechselt. Zu den großen die Nation bewegenden Themen – den Missbrauchsfällen in Kirche und Schulen, die Euro-Krise – fand der Bundespräsident kein aufklärerisches oder fürsorgliches Wort. Ein paar kaum bemerkte Auslands-Reisen, protokollarische Pflichten, sonst war da nicht viel. Man rümpfte die Nase im Land, der Spiegel verhöhnte ihn als unsichtbares “Schlossgespenst” – und die Regierung schwieg zu den Vorhaltungen. Als jetzt, nach seinen Erläuterungen über Kriegs-Einsätze der Bundeswehr, die Opposition über ihn herfiel, war das nur der letzte, offenbar nicht mehr zu ertragende Schlag – zumal auch dieses Mal die Unterstützung durch die Koalition unterblieb.

Das war vielleicht dumm. Denn der Mensch Köhler, der sich im Amt entehrt und allein gelassen fühlte, hat gestern einerseits offenbart, dass er nicht den Tölpel der Nation geben will – und anderseits bewiesen, dass sein Amt über mehr Macht verfügt, als den Regierenden lieb ist. Denn sein Rücktritt, die Waffe des einsamen Mannes, versetzt der sowieso angeschlagenen schwarz-gelben Koalition einen weiteren Tiefschlag. (Zitatende)

Kommentiert Chefredakteur Rainer M. Gefeller in der Frankfurter Neuen Presse.

(Textquelle kursiv: Frankfurter Neue Presse.de;
Bildquelle: Soldatenglück.de)