“Alle Mittel ausschöpfen, damit unsere Soldaten geschützt werden” Dirk Niebel gehört zur Fallschimrjägerdivision, die jetzt in Kundus in einen Hinterhalt der Taliban geriet
von Dirk ~ 8. April 2010. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.Eigentlich hätte die jüngste Reise von Entwicklungsminister Dirk Niebel (47) eine reine Erfolgsstory werden sollen: Der FDP-Politiker besuchte Projekte im Norden des Landes, die mit Hilfe deutscher Steuergelder ins Leben gerufen worden waren. Doch dann starben drei Bundeswehrsoldaten bei schweren Gefechten am Karfreitag. Kameraden des Ministers, der als Fallschirmjäger und Offizier der Reserve just derselben Division angehört. Am Ostersonntag begleitete er die Toten per Flugzeug nach Hause. Bei unserer ersten Frage im RNZ-Redaktionsgebäude treten Dirk Niebel die Tränen in die Augen.
Herr Minister, was haben Sie gedacht, als sie auf dem Flugplatz von Kundus vor den drei Särgen der getöteten Bundeswehrsoldaten standen?
Ich war … zum vollständigen Interview von Klaus Wenzel mit BM Dirk Niebel in der Rhein-Neckar-Zeitung in Heidelberg.
Soldatenglück.de berichtete am Ostersamstag: “Hauptmann d.R. Dirk Niebel bringt die gefallenen Jungs aus Afghanistan mit Heim”
(Textquelle kursiv: Rhein-Neckar-Zeitung.de;
Bildquelle: privat, Dirk Niebel, mit dem Herausgeber von Soldatenglück.de in Niebel)
Anmerkung von Soldatenglück.de, der Bundesminister und Hauptmann der Reserve Dirk Niebel ist als Reserveoffizier Mob-beordert bei der Division Spezielle Operationen (DSO), Dirk Niebel hat als Soldat auf Zeit (SaZ8) in Calw in der Unteroffizierslaufbahn als Fallschirmjäger Dienst getan, bis heute absolviert der Politiker regelmäßig Wehrübungen und ist zwischenzeitlich in den Dienstgrad Hauptmann befördert. Dirk Niebel trägt bis heute seine olive Bundeswehr-Bergmütze. Der Entwicklungshilfeminister musste sich Spott anhören, weil sein Ministerium eigentlich rein zivile Projekte unterstützt, er aber immer wieder die Mütze bei Auslandsreisen trägt. Zur RNZ sagte Niebel: “Ich habe diese Mütze seit 25 Jahren immer dann auf, wenn es sehr heiß – oder auch kalt – ist. Das werde ich mir auch als Minister nicht abgewöhnen”. Das Foto von Dirk Niebel mit Bergmütze kann ich hier leider nicht veröffentlichen, da ich keine Bildrechte daran habe, ist aber im Artikel als dpa-Bild zu finden.























9. April 2010 um 11:56 Uhr
Am besten “schützt” man Soldaten, wenn man ihnen einen erfüllbaren klaren Auftrag erteilt, die erforderlichen Mittel zuweist und in der militärischen Durchführung freie Hand lässt. Besonders ungeschützt sind Soldaten dann, wenn Politiker selbst dort, wo es um Leben oder Tod geht, mit ihren unseligen Kompromissentscheidungen glauben, ihre parteipolitischen Gesichter wahren zu müssen. Hier zählt nicht der breitgefächerte politische Kompromiss, sondern hier zählen die Bedingungen, die der Krieg setzt.
9. April 2010 um 12:22 Uhr
“Alle Mittel ausschöpfen, damit unsere Soldaten geschützt werden.” scheint mir etwas zu kurz gegriffen. Das erweckt den Einschein, als ob die oberste Priorität des Einsatzes der Selbstschutz der Truppe sei. Ich will jetzt hier nicht die Diskussion “Wirkung geht vor Deckung” aufwärmen, auch darf man mich hier nicht falsch verstehen. Ich unterstütze jeden Vorschlag, der die Sicherheit der Soldaten erhöht. Aber sich speziell nur diesem Thema zu widmen, den Selbstschutz, und diesen zu kommunzieren, halte ich für einen großen Fehler. Viel wichtiger ist es doch darüber zu diskutieren, wer dafür verantwortlich ist, dass wir überhaupt über die Sicherheit und Selbstschutzmöglichkeiten der Truppe reden müssen. Und da kommen wir zum Thema “Taliban”. Es reicht nicht, wenn Politiker Vorschläge zu besseren Schutzmaßnahmen einreichen, ohne auch die Notwendigkeit einzuräumen, dass man parallel jene Kräfte offensiv bekämpfen muss, die uns überhaupt erst in diese Lage gebracht haben. Im Übrigen halte ich die bisherige Diskussion für gefährlich, da diese ein noch stärkeres Anzeichen für Schwäche auslösen wird.
Den Medien darf man heute entnehmen, dass die Bundeswehr wieder Ziel eines Anschlages geworden ist. Zum Glück ist niemand verletzt, aber langsam muss die Bundeswehr auf diese Aktionen der Taliban auch mal reagieren – und zwar mit Härte und Entschlossenheit. Die Amerikaner machen es vor:
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“N24 Bundeswehr in Kundus erneut Anschlagsziel”
Gouverneur Omar sagte weiter, in der Nacht hätten US-Sondereinheiten in Char Darah drei Taliban-Kämpfer getötet, darunter einen Mullah Gai genannten Kommandeur der Aufständischen. Zwei Aufständische seien verletzt worden. Zu den insgesamt zwei US-Operation sei es in der Nähe des Ortes gekommen, wo die Bundeswehr am Karfreitag in einen Hinterhalt geriet.
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9. April 2010 um 12:34 Uhr
Nachtrag auf Spiegel.de
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Die US-Armee geht rund um den Unruheherd Chahar Darreh, wenige Kilometer südwestlich des deutschen Feldlagers, weiter offensiv gegen die Taliban vor. Dorfbewohner berichteten, in der Nacht seien Hubschrauber mit Spezialkräften in einer kleinen Ortschaft gelandet, die Soldaten sollen zwei Menschen erschossen haben. Die Dorfbewohner sprachen von Zivilisten, doch der Gouverneur der Provinz bezeichnete einen der Getöteten als Kommandeur der Taliban.
Bei einem weiteren Vorfall am frühen Morgen eröffneten Taliban-Kämpfer das Feuer auf zwei vorbeifliegende US-Hubschrauber. Daraufhin landeten die beiden Helikopter und schossen zurück. Nach bisherigen Angaben wurden drei Angreifer getötet.
Die US-Armee hat ihre Präsenz in Kunduz in den letzten Monaten massiv verstärkt. Vor dem Einmarsch von insgesamt 5000 US-Soldaten schickte US-General Stanley McChrystal gut ein Dutzend Helikopter in den nordafghanischen Unruheherd, darunter mehrere Kampfhubschrauber.
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9. April 2010 um 13:09 Uhr
“Einmarsch” :rolleyes:
9. April 2010 um 13:31 Uhr
“Bei einem weiteren Vorfall am frühen Morgen eröffneten Taliban-Kämpfer das Feuer auf zwei vorbeifliegende US-Hubschrauber. Daraufhin landeten die beiden Helikopter und schossen zurück. Nach bisherigen Angaben wurden drei Angreifer getötet.”
Hehe, das ist gut!
9. April 2010 um 13:34 Uhr
Ad-Hoc-News 9.4.2010:
“Nach ddp-Informationen sollen aber jetzt angesichts der gefährlichen Lage möglichst schnell mindestens fünf Panzerhaubitzen 2000 in den nördlichen Verantwortungsbereich verlegt werden. «Damit können wir uns die Taliban gut vom Leibe halten», ließen die Soldaten in Kundus wissen. Das Geschütz verschießt 155-Millimeter-Munition über eine Reichweite von 40 Kilometer. Trotz der weiten Entfernung liegt die Treffergenauigkeit der Haubitze bei 50 bis 100 Meter. Die Niederländer benutzen in ihrem Verantwortungsbereich die Haubitze schon seit längerem.”
9. April 2010 um 13:39 Uhr
Nachtrag:
Falsch: “Damit können wir uns die Taliban gut vom Leibe halten”
Richtig: “Damit können wir die Taliban gut bekämpfen”