Karfreitag 2010: Ein schwarzer Tag für die Bundeswehr in Afghanistan (Video)

von Dirk ~ 2. April 2010. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik, Video.

Im ISAF-Einsatz der NATO mit UN-Mandat
sind 39 deutsche Bundeswehr-Soldaten umgekommen,
die letzten 3 Soldaten sind am 02. April 2010 gefallen

 

Es ist ein schwarzer Tag für die Bundeswehr in Kunduz Nord-Afghanistan, drei junge Soldaten sind gefallen, fünf ihrer Kameraden wurden in einem Hinterhalt der Taliban zum Teil schwer verwundet. Das Gefecht ereignete sich gegen 14:00 Uhr Ortszeit bei einer Routine-Operation in der Unruhe-Region Char Darah etwa 6 Kilometer westlich des deutschen Feldlagers Kunduz. Die Soldaten wollten eine Straße von Minen räumen als sie plötzlich von Taliban-Kämpfern aus wohl mehreren Stellungen unter Feuer genommen wurden. Drei Deutsche Soldaten starben wenige Zeit später an ihren schweren Verletzungen. Als ihnen Kameraden zur Hilfe eilen wollten, fuhr ein Transportfahrzeug auf eine Sprengfalle, dabei wurden fünf Soldaten verwundet, vier davon schwer.
Und dabei sollte dieser Karfreitag eigentlich ein guter Tag für das deutsche Engagement in Afghanistan werden, Entwicklungsminister Dirk Niebel bereiste humanitäre Hilfsprojekte, die in den nächsten Wochen und Monaten besonders gefördert werden sollen.
Bislang sind bei der Mission in Afghanistan 39 deutsche Soldaten gefallen.

(Videquelle: ZDF heute via YouTube-Nutzer “Nasenstaub”)

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15 Kommentare zu Karfreitag 2010: Ein schwarzer Tag für die Bundeswehr in Afghanistan (Video)

  1. O.Kisse

    Mein Mitgefühl allen Hinterbliebenen, ich wünsche die baldige und bestmögliche Genesung der verwundeten Soldaten, dieses feigen und abscheulichen Angriffs. Ich hoffe auf eine schnelle Ergreifung der feigen Attentäter, sowie deren gerechten und harten Bestrafung.
    “Semper Communis!”

  2. Holger Marzen

    Mir fehlen die Worte. Angriffe der Taliban, die in ihrem eigenen Land überfallen werden, sollen feige sein. “Versehentliche” Hinrichtungen gefesselter Kinder durch US-Truppen zählen als Kollateralschäden. Was ist feige daran, wenn sich Überfallene wehren?

    Die eigentliche Feigheit zeigen Bundesregierung und Parlament, die die Bundeswehr als Handlanger der USA in deren Krieg geschickt hat und die Truppen immer mehr verstärkt, obwohl weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung gegen diesen Krieg ist.

    Die Bundeswehr hat vermutlich keine rechtliche Handhabe dagegen, dass sie in diesen völkerrechtswidrigen, mit juristischen Tricks und Lügen legitimierten Krieg geschickt wird. In keinem mir bekannten Fall hat sie jedoch versucht, höchstrichterlich eine Entscheidung dagegen treffen zu lassen, dort verheizt zu werden. Im Gegenteil, die meisten Bundeswehrsoldaten rechtfertigen diesen Krieg in einem Land voller Warlords und einer korrupten Wahlfälscherregierung. DAS werfe ich ihnen vor.

  3. Dirk

    @Holger Marzen – “Feige” habe ich die Taliban nie genannt, bei der nun endlich erfolgten Feststellung des “Nicht-internationalen bewaffneten Konfliktes, einer Art Guerilla-Krieg” muss ja irgendwer der Guerilla sein.
    Darum sind Politiker-Flosskeln wie feige, heimtückisch, hinterhältig oder menschenverachtend nicht zielführend, die führen ihren Krieg, so wie sie es können und wollen, ohne Genfer Konvention, ohne Haager Landkriegsordnung, dafür mit Enthaupten, Hinterhalt, Sprengfallen und Kreuzfeuer, so richtig asymmetrisch bis mittelalterlich eben, darüber sollte keiner erschreckt sein, deswegen sind wir ja dort.
    Zum weiteren ist die absurde Diskussion in Anbetracht der Gefallenen und Verwundeten unanständig.

  4. Eric

    @Holger Marzen

    Das ist – mit Verlaub – dummes Geschwätz! Behauptungen die nicht begründet werden nach der Handschrift eines Verschwörungstheoretikers. Es sind heute drei Kameraden in Ausübung ihres Auftrages gefallen. Mehrere weitere wurden schwer verletzt. In diesem Zusammenhang ist Ihr Beitrag geschmacklos!

  5. O.Kisse

    Ich schließe mich Dirk und Eric kommentarlos an…..oder vielleicht doch nicht ganz, “Taliban in ihrem eigenen Land”…tsss.

  6. Holger Marzen

    Wir wollen doch nicht vergessen, dass die US-Truppen in Afghanistan eingefallen sind und dann andere Staaten mit hineingezogen haben. Die Taliban wurden und werden in ihrem Land bekämpft, und eine mit Wahlfälschung an die Macht gehievte Marionettenregierung ändert nichts daran.

    Die deutschen Soldaten sind gefallen, weil sie bei einem Versuch missbraucht wurden, die aggressive Militärstrategie der USA wie Entwicklungshilfe aussehen zu lassen. Viel Leid auf beiden Seiten geht auf das Konto des Parlaments (Bundeswehr) und der Regierung (KSK).

    An diesem Krieg werden wir noch lange zu leiden und zu zahlen haben. Die toten Soldaten sind nur ein Teil des Leids. Körperlich und/oder seelisch verkrüppelte Soldaten sind das Ergebnis verantwortungsloser Politik, in der CDU, SPD und Olivgrün schon immer einig waren. Viele Soldaten sind zu jung und zu naiv, um das zu verstehen.

    Ich kann es nicht verstehen, dass es in den erwachsenen Kreisen der Bundeswehr und bei ihnen nahestehenden Kreisen noch Verständnis für Regierung und Parlament gibt, die bloß dem Druck der USA und der Kriegsindustrie nachgegeben und Deutschland in einen sinnlosen Angriffskrieg hineingezogen haben. Wessen Weltbild noch immer so gestrickt ist, dass ein Bundeswehreinsatz automatisch und immer ein Verteidigungseinsatz ist, der kennt weder das Weißbuch noch geht er mit offenen Augen durch die Welt.

  7. Robert

    Sie sollten sich einmal mit der Sache auseinander setzen, nicht die Amerikaner sind eingefallen, sie haben die Afghanische Armee (Nordallianz) unterstützt bei dem Kampf gegen die Taliban. Den Hauptteil der Bodenkämpfe haben die afghanischen Truppen geführt.
    Des weiteren ist das Land nicht das Land der Taliban. Diese haben die Herrschaft gewalttätig an sich gerissen und mit aller Härte gehalten. Diese “Kleinigkeiten” haben sie sicher vergessen, da es ja viel schöner ist eine Verschwörungstheorie zu bevorzugen und sich die Fakten so zu drehen die einem gefallen.
    Mir erscheint es so, dass sie davon ausgehen das man nur mit offenen Augen durch die Welt gehen kann, wenn man ihrer Meinung ist. Eventuell gibt es aber auch andere “richtige” Meinungen.

    Mein Beileid den Familienangehörigen und Kameraden die wohl am meisten unter dem Verlust zu leiden haben!
    Des weiteren den Verletzten gute Besserung und den Kameraden viel Soldatenglück!

  8. TJ

    http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2010/03/neues-von-der-heimatfront.html

    im übrigen sind die soldaten, die bedauerlicherweise gefallen sind, beruflich dort unten. das töten gehört zu ihrem beruf, so wie das sterben auch. deshalb kann ich auch kein mitleid mit den toten empfinden, für die noch lebenden schon. die jetzt mit noch größerer angst das lager verlassen, als sie es vorher schon taten. im einsatz hat es mir immer geholfen, dass ich einen sinn darin sah, mein leben einzusetzen. im nachhinein zu erfahren, dass ich von der damals rot-grünen regierung unter falschen vorwänden in das kriegsgebiet geschickt wurde, hat mir allerdings klar gemacht, dass es immer auch soldatische pflicht sein muss, dinge zu hinterfragen. besonders, wenn das eigene leben auf dem spiel steht. wie mir aber des öfteren zu ohren kommt, soll der feine pinkel guttenberg ein eher hohes ansehen in der truppe genießen……….

    “und die dümmsten schafe wählen ihren henker selbst”
    stillgestanden zum salut!

    passend dazu auf twitter via @GelberGuido

    10 #eier für #merkel und #guttenberg …. #vollindiefresse und zwar in #flecktarn #wutanfall #dreckspack #ostern #afghanistan #linke+

  9. Michael Flamme

    Worüber diskutiert Ihr hier eigentlich???
    Die stillen Anklagen ob Auslandseinsatz oder nicht, werden aus einer emotionalen Situation heraus geführt und nicht unter der Recherche der kritischen Entwicklungsgeschichte der letzten 2000 Jahre.

    Jeder gefallene Soldat, jeder verwundete Soldat ist einer zuviel. Die Angehörigen und Kameraden, sowie Kameraden vor Ort, verdienen unsere Unterstützung. Sie haben mit Ihrem höchsten Gut gekämpft und bezahlt, Ihrer Gesundheit und Leben;
    und das für unsere Auffassung von Moral und Ethik, unsere Wertvorstellungen und unsere Sicherheit im nur ca. 5 Flugstunden entfernten Land.
    Jetzt an alle Träumer (dazu gehören leider auch unsere Politiker, die nur gewählte Vertreter des Volkes sind und keine Manager oder Monarchen, auch wenn Sie sich so ständig benehmen):
    So schnell wie Ihr eine Internetseite öffnen könnt, so schnell breitet sich heute eine radikale Organisation mit aktiven Zellen aus und zwar ortsunabhängig. Die Frage nach dem “Warum” ist leider nur mit einer geschichtlichen Exkursion über die letzten 2000 Jahre annähernd zu verstehen. Aber bleiben wir in der nahen Gegenwart.
    Wenn Ihr die Geschichte der letzten 50 Jahre recherchiert, werdet Ihr eine zunehmende Radikalisierung religiöser Randgruppen finden, welche zunehmend Staatsmachten erlangt haben. Beispiel Taliban/Afganistan. Der Stellenwert dieser (anfänglich als harmlos eingestuften) zunächst religiösen Gruppe ist von unserer Kultur falsch eingeschätzt worden. Man hatte laut gedacht, diese rückständige menschenverachtenden Regierungen (aus unserer Sichtweise im 65-jährigem Frieden in einer Demokratie) wird schon scheitern. Der Bevölkerung wurde der Zugang zu globalen Informationen verwehrt und durch Propaganda und Repressalien gleichgeschaltet (gab es das nicht sogar bei uns schon einmal??). Diese Bevölkerungen (es gibt mehrere “Afganistan” daher die Mehrzahl) befinden und befanden sich in einer uns völlig fremden Kultur mit uns fremden kulturellen Idealen, Hierachien, Wertvorstellungen und Moral. Die Hierachien z.B. sind aus der Notwendigkeit zu überleben entstanden. Zwei Kulturen stießen aufeinander und ergaben Aufreihungen von Mißverständnissen welche zu der vorhandenen Situation führten:
    So wie wir über viele Erlebnisse in Kundus geschockt sind, so geschockt sind viele Einwohner dort über uns.
    Viele Einwohner (der überwiegende Teil) regten Widerstand gegen die Taliban an und sind gnadenlos verfolgt worden. Nach unserem Verständnis äußerst menschenverachtend und brutal (Tötung einzelner Familienmitglieder und Rekrutierung einzelner Kinder in Traininscamps).
    Diese Menschen sind froh über den Einsatz der intern. Truppen zur Befriedung der Region. Die humanitären Hilfen werden angenommen und ausgebaut. Diese Hilfen fügen auch den Taliban einen enormen Schaden zu. Solange Bevölkerungsteile dank der Hilfe zur Selbsthilfe überleben können, finden die Taliban wenig bis keine Unterstützung.
    Da haben wir auch einen Grund, warum diese Hilfen oft Ziel von Anschlägen sind. Wir sind in den letzten 50 Jahren an den unterschiedlichen Entwicklungen in den sogenannten Krisenregionen aktiv beteiligt gewesen.
    Dafür haben die globalen Auswirkungen unseres Wirtschaftsystemes und unsere Außenpolitik gesorgt.
    Die Tatsache, daß wir hier viel Essen, Sozialleistungen, Schulen, Kirchen (ohne z.B. das Kirchgänger ständig erschossen werden) freie Meinungsäußerung und vieles mehr haben, basiert auf Ausnutzung der marktwirtschaftlichen Vorteile unserer Gesellschaft. Dank der technischen Fortschritte und der umfassenden Informationsmöglichkeiten haben das auch die Menschen in den Krisenregionen schon länger begriffen.
    Unsere aktiven, verwundeten und gefallenen Kameraden haben diesen Menschen geholfen und den radikalen Kämpfern ein weiteres Stück Boden genommen.
    Wer glaubt, das ein religiös-radikal orientierter Staat z.B. der Taliban innerhalb der “Staatsgrenzen” bleibt, der sollte wirklich schlafen gehen und weiter träumen. Die Unterwanderung einigermaßen funktionierender Staatssysteme ist schon lange aktuell, aber bisher zum Glück für uns rechtzeitig erkannt worden.
    Meinen herzlichen Gruß an alle Kameraden und Familien.

  10. BOB

    @ Michael Flamme
    sehr auf den boden der tatsachen zurückführender beitrag. in anbetracht der vorkommnisse der letzten stunden verstehe ich aber auch den unmut und zorn der anderen schreiber. ich habe mich, ausschließlich für meine person, schon zu den tragischen vorkommnissen geäußert.

    ich möchte aber mit nachdruck aufmerksam machen, nachdem der talib jetzt laut medien offen droht, unverzüglich zu reagieren und mit unseren koalitionpartnern sofort gegenmaßnahmen ergreifen.
    Die deutsche milit. führung muß aus ihrem schneckenhaus raus, die zeit für deeskalierende maßnahmen ist schon lange verstrichen.
    Als einfacher soldat weiß man doch, dass nach ende der schlechtwetterperiode der talib vermehrt aktionen führt, um auf sich aufmerksam zu machen. man hätte schon im vorfeld dem entgegenwirken können, genug zeit war ja!

    BOB, einfacher infantrist und schachtmeister

  11. Michael Flamme

    Den Unmut und Zorn kann ich nachvollziehen, sollte aber nicht auf die Truppe vor Ort oder die Bundeswehr bezogen werden. Diese ist nur ein Befehlsempfänger der “Politik”.
    Es ist eher angebracht den Kern anzuprangern:
    Der Unmut und Zorn vieler Menschen richtet sich eigendlich gegen die Art und Weise wie unsere Politik (parteiübergreifend) und unsere Presse mit der Tatsache umgeht, das unsere Soldaten in einem wichtigen Schlüsselkampf unserer Zivilisation erschossen werden und andere Menschen erschießen. Fällt ein Soldat und werden im Kampf (vermeintliche) Zivilisten getötet, finden strafrechtliche Untersuchungen der Staatsanwaltschaft statt. Diejenigen, die unsere Soldaten in diese Situation gebracht haben (unsere parteiübergreifenden Politiker) stehen in keiner Weise ALS VORGESETZTE hinter den Soldaten im Feld. Sondern im Gegenteil, Sie zahlen den Judasgroschen (für ein bißchen Publizity, oder stehen nicht mal wieder irgendwo Wahlen an???) und verraten die ausführenden Organe in Kundus. Man versucht in Untersuchungsausschüssen geheime Informationen, Taktiken und involvierte Personen (aktive Truppe) zu befragen und damit eine komplette Ausführungseinheit incl. geheimdienstlicher Aktivitäten zum Henker zu führen (nicht nur Deutschland, nein für alle Träumer noch einmal: Die Taliban hat einen Fernseher und verfolgt alle öffentlichen Diskussionen und setzt danach Targets und eliminiert Informanden. Ein beliebtes Spiel, da unsere politischen Aufklärer genug geheime Informationen an z.B. die Presse weiterleiten. Ist das nicht ein Judasgroschen??). Das Ergebniss (bei den erfolgssüchtigen Politikern) wird sein, einen fähigen Soldat als Opferlamm zur Schlachtbank führen und durch die in Kenntnissetzung unserer Gegner über unsere Aktivitäten, den Tod/Verwundung vieler Kameraden (aus der Sicht der Politiker: der Untergebenen) bringen. Wofür??? Für eine plebiszitäre Bestätigung, das die Politik alles richtig gemacht hat, ich glaube, daß nannte man mal “Brot und Spiele” früher. Erschreckend ist, daß die Politiker, die unsere Kameraden in den Krieg geschickt haben jetzt in der Opposition die größten Schreihälse sind.
    Der Tod und die Verwundung einiger Kameraden wäre durch einen offenen ehrlichen Umgang (also nichts für Politiker) mit dem Kriegsgebiet vermeidbar gewesen. Wenn ein Soldat im Einsatz sich mit der Abwägung von Risiken, in der Heimat in den Bau zu gehen, auseinandersetzt, hat selbst ein schlechtzielender Feind seine Aufgabe schneller gelöst (also unsere Kameraden erschossen oder gesprengt).
    In diesem Sinne Kameraden.
    (Ich bin kein Gegener der Demokratie, ich bin Gegner lügender Politiker und verantwortungsloser Vorgesetzter. Diese Scharlatane sind es die den Schmerz um den Verlust der Gesundheit und Leben unserer Kameraden verstärkt und sinnlos erscheinen läßt.)

  12. Martha

    Ich komme aus der selben Stadt wie einer der gefallenen Soldaten, kenne ihn sogar. Ich will nicht wissen wie schmerzhaft das qualvolle Leid der Eltern ist. Mein tiefstes Mitgefühl!
    Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem diese freiwilligen Auslandseinsätze zur Pflicht werden weil sich niemand mehr bereit erklärt sich diesem furchtbaren KRIEG auszusetzen. Also sollte man doch eine große Erfurcht vor den mutigen Männern haben anstatt Ihnen Vorwürfe zu machen. Ich hoffe dieser Alptraum hat bald ein Ende für euch verbliebene Soldaten im Krisengebiet.

  13. Heinz

    @ Martha

    Bitte vergessen Sie ganz schnell das Märchen von den “freiwilligen” Soldaten, die in diese Auslandseinsätze oder “umgangssprachlich” Kriege gehen. Das war in den Anfangsjahren noch so, aber bei der routinemäßigen Abfrage nach Freiwilligen für diesen oder jenen Auftrag, hebt so schnell keiner mehr den Finger! Allen Unkenrufen und hämischen Bemerkungen mancher neidischer Kameraden zum Trotz! Zumindest, die einen Einsatz in AFG hinter sich haben, wissen, worauf sie sich einlassen und deshalb antworten die meisten Soldaten, falls sie nicht lieber doch zum Arzt gehen oder die Freundin angeblich ein Kind erwartet, “ich gehe ausdrücklich nicht freiwillig. Aber ich bin Soldat und wenn Sie mir den Befehl erteilen, dann gehe ich.” Sie tun das aus gutem Grund. Wer will sich mit einem verlorenen Bein oder Arm noch anhören müssen, selber Schuld. Im anderen Falle hört er/sie gar nichts mehr, aber ihre Familien!

    Nein, die Verantwortung tragen andere – die Politiker aller Parteien in unserem Parlament, die Wähler = Gesellschaft, auch wenn über 70 % der Bevölkerung bei Umfragen angeblich dagegen ist, dann wird es Zeit, dass man das den Politikern auch zu spüren gibt und auch der politisch-militärischen Führung, die nicht längst eingefordert hat, was für die Kameraden vor Ort nicht nur nötig zur Erfüllung des Auftrags, sondern teils auch überlebenswichtig wäre.

    Dass diese Frauen und Männer sich freiwillig für den Beruf des SoldatIn entschieden haben ist richtig – d. h. aber nicht, dass man sie wie Freiwild behandeln kann. Will man einem Chemiearbeiter bei BASF oder Bayer Leverkusen bei einem evtl. eintretenden Chemieunfall auch vorwerfen, Du hast doch gewusst, wo Du arbeitest – selber Schuld! Nein, auch diese Mitarbeiter wie jeder Einzelne von uns haben das Recht, unter den bestmöglichen Bedingungen ihre Arbeit zu verrichten. Dass in einem Krieg getötet und gefallen werden kann, das steht auf einem ganz anderen Blatt!

  14. Oliver

    @TJ

    Sie schreiben:

    “Im übrigen sind die soldaten, die bedauerlicherweise gefallen sind, beruflich dort unten. das töten gehört zu ihrem beruf, so wie das sterben auch. deshalb kann ich auch kein mitleid mit den toten empfinden, für die noch lebenden schon.”

    Mitleid sollen Sie auch nicht empfinden. Weder für die gefallenen Soldaten, noch für die Soldaten, die momentan ihren Dienst pflichtbewusst ausüben. Unsere Soldaten verdienen Anerkennung und Respekt. Viele von ihnen haben schwere Kämpfe hinter sich, wir können stolz auf unsere Truppe sein! Die Truppe hat viel durchgemacht und einiges wird der Bundeswehr noch bevorstehen. Reservieren Sie Ihr Mitleid für die Taliban, die hoffentlich bald von der Bundeswehr gejagt, zerschlagen und vernichtet werden. Und wenn dann noch eine kleine Portion Mitleid übrig bleiben sollte, dann geht diese natürlich an die Adresse unserer Politiker, die immer noch sehr engagiert versucht die Bundeswehr als hilfloses Opfer dazustellen.

    Die Taliban lachen sich ins Fäustchen. Noch…

  15. Heinz

    @ Oliver

    Wunderbar auf den Punkt gebracht!!!
    Vollste Übereinstimmung!!!

    Dank an alle Soldatinnen/Soldaten und Sicherheitskräfte – viel Soldatenglück und kommen Sie gesund wieder in die Heimat zurück – wenn leider auch noch zu wenige, aber es gibt sie, die Menschen, die wissen und anerkennen, was Sie leisten und gemeinsam mit Ihren Familien auf sich nehmen!

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