Archiv für April, 2010

Burka-Verbot nach Belgien auch in Deutschland?

Freitag, 30. April 2010

Das belgische Parlament hat am Donnerstagabend als erste Volksvertretung in Europa ein Verbot der Vollverschleierung sowie das Tragen von Gesichtsschleiern von Frauen beschlossen. Wann und ob das Gesetz in dieser Form, das ein Bußgeld oder ersatzweise Haft bei Verstoß gegen das “Burka-Verbot” vorsieht, tatsächlich wirksam wird, bleibt bei der Zerstrittenheit der belgischen Politik offen.

 

Auch in Deutschland hat nun die Diskussion über ein Burka-Verbot begonnen.

Zentralrat der Muslime: Ängste werden instrumentalisiert/Der ehemalige Verfassungsrichter Jentsch hält Burka-Verbot auch in Deutschland für denkbar

Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, lehnt ein Burka-Verbot wie in Belgien für Deutschland ab. “Das ist eine völlig sinnlose Debatte”, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstag-Ausgabe). “Sie wird die Kluft zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen noch vergrößern. Die Burka ist unter den deutschen Muslimen verpönt. Und es gibt kein muslimisches Gebot, sie zu tragen.” In Deutschland gebe es allenfalls ein Dutzend Trägerinnen. Mazyek betonte: “Wir brauchen eine Kultur der Anerkennung, keine Kultur der Verbote. Hier werden Ängste instrumentalisiert.” Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch erklärte dem “Kölner Stadt-Anzeiger” hingegen: “Ich halte so ein Verbot auch in Deutschland für denkbar. Unsere Gesellschaft lebt davon, dass sie kommuniziert. Wir haben eine Verfassung für eine Gemeinschaft von Menschen. Wenn Menschen sich verhängen, dann geht das an die Grundlagen unseres Gemeinwesens.” Zwar könnten sich Gegner des Burka-Verbots auf das Gebot der freien Entfaltung der Persönlichkeitberufen, so Jentsch. “Doch auch dieses Recht ist nicht unbegrenzt. Im Übrigen haben wir Artikel 1 des Grundgesetzes, wonach die Würde des Menschen unantastbar sei. Das rechtfertigt es, darüber nachzudenken, ob ein solches Verbot nicht auch bei uns Sinn und Zweck hat.”

Berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger vorab.

Burka-Bann

Als “Ganzkörpergefängnis” hat die türkischstämmige SPD-Politikerin Lale Akgün die Burka einmal bezeichnet. Genauso werden die meisten Deutschen beim Anblick von Frauen empfinden, bei denen sogar die Augen durch ein feines Stoffgitter verborgen sind. Von vielen Europäern wird diese Extremverschleierung als das stärkste Symbol der Abgrenzung des Islam vom Westen wahrgenommen. Insofern dürfte dem belgischen Burka-Bann reichlich Beifall sicher sein. Am Grundproblem vielfach mangelnder Integrationsbereitschaft aber wird es nichts ändern. Selbst in der islamischen Welt gilt die Burka als Extremfall, als Ausdruck eines Fundamentalismus, der auf breite Ablehnung stößt. Ein Verbot aber bekämpft nie die Ursachen. Wer verhindern will, dass Mädchen und Frauen in “Ganzkörpergefängnisse” gezwungen werden, muss an den Wurzeln ansetzen – etwa bei den Taliban. Nirgendwo ist die Burka so verbreitet wie in Afghanistan. Was oft übersehen wird: Am Hindukusch setzen sich deutsche Soldaten gerade auch für die Freiheit muslimischer Frauen ein. Neben dem Kampf gegen den Terrorismus ist das ein weiterer Grund, der für die viel gescholtene Bundeswehr-Mission spricht.

Kommentiert die Rheinische Post aus Düsseldorf.

Das Burka-Verbot ist nicht nur eine belgische Angelegenheit – Gut gemeint, aber schlecht gemacht

Diese Entscheidung drückt die Unbeholfenheit einer ganzen Gesellschaft aus. In Belgien soll das Tragen der Burka im öffentlichen Leben künftig untersagt sein. Widersetzt sich eine Muslimin, kann sie für bis zu sieben Tage ins Gefängnis gesperrt werden. Sehr wahrscheinlich wird dieses Gesetz im überwiegenden Teil des westlichen Europas auf Gegenliebe stoßen. Es spricht ja auch nichts dagegen, dass sich Zuwanderer den Gepflogenheiten des Landes anpassen, das ihnen Asyl und Auskommen gewährt. Es ziemt sich sogar, Migranten das Erlernen der Sprache ihres Gastgeberlandes abzuverlangen. Es ist notwendig, dass auch Mädchen aus Zuwandererfamilien Schulen besuchen, in Schwimmbäder gehen und Sport treiben dürfen. Es ist richtig, dass Ausländer sich nicht einfach in der sozialen Hängematte ihrer neuen Heimat niederlassen können.

Aber ist es deswegen zwangsläufig, dass Frauen sich nicht mehr verschleiern dürfen? Müssen Kopftücher wirklich aus deutschen Schulen verschwinden? Ist es richtig, dass Frankreich einer Frau mit Ausweisung droht, weil sie verschleiert hinter dem Lenkrad ihres Autos saß?

Die westliche Gesellschaft tut sich mit dem Islam von jeher schwer. Und seit den fürchterlichen Terroranschlägen vom 11. September 2001 drückt sich dieses Unbehagen zunehmend auch darin aus, dass alle Begleiterscheinungen des fremden Glaubens beseitigt werden sollen.

Doch mit dem Verschwinden von Schleiern und Kopftüchern ändert sich nichts. Im Gegenteil: Es wird es für viele Frauen und Mädchen unmöglich werden, sich in ihrer neuen Welt zu bewegen. Das islamische Patriarchat wird unverschleierten Frauen verbieten, die eigene Wohnung zu verlassen. Das ist die fatale Folge dieser Entscheidung. Das macht es unmöglich, diese Frauen und Mädchen in die Gesellschaft zu integrieren und so zumindest langfristig das teils archaische Regelwerk des Islam zu unterlaufen.

Aus diesem Grund ist die Entscheidung der Belgier kurzsichtig und nutzlos. Sie wird das Gegenteil von dem bewirken, was sie bezwecken sollte. Sie macht den islamischen Fundamentalismus und dessen kriminelle Schergen nicht schwächer, sondern stärker. Das Gesetz gegen die Burka ist gut gemeint, aber schlecht gemacht.

Kommentiert Lothar Leuschen von der Westdeutschen Zeitung aus Düsseldorf.

Mitteldeutsche Zeitung: zu Burka-Verbot

Auch Deutschland sollte über einen solchen Schritt nachdenken. Anders als das Kopftuch ist die Burka zweifelsfrei ein Instrument der Unterdrückung von Frauen durch Männer. Das Kleidungsstück degradiert Frauen gezielt zu Menschen zweiter Klasse. Ja, es macht sie letztlich zum Besitzanderer. Das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit mag dies zulassen. Doch was ist mit dem anderen zentralen Verfassungsgrundsatz, der da lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar? Verfassungsrichter sollten sich – wenn nötig – über all diese Fragen ruhig mal die Köpfe zerbrechen. Der Streit muss ausgefochten werden.

Kommentiert die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle.

 

(Bilderquellen: U.S. Air Force.mil:
even though the Taliban have been removed from power in Afghanistan, many of the Muslim women still adhere to the strict interpretation of Muslim law that the Taliban mandated. These women shopping at a market in the Parwan Province of Afghanistan, Sept. 8, 2002, still wear the traditional Burka while in public. U.S. Air Force photo by SSgt. Derrick C. Goode;
Einsatz.Bundeswehr.de, Foto PIZ Kunduz, Frauen in Burka verschleiert im Straßenbild in Feyzabad/Nordafghanistan;
U.S. Air Force.mil, an Afghan woman clad in a traditional burka accepts gifts at an International Women’s Day celebration March 8 at Qalat, Afghanistan. Rahima, the director of women’s affairs, asked for the support of local scholars as well as the national and international community as women in Afghanistan continue to march forward in the fight for women’s rights.
Textquellen kursiv:
Kölner Stadt-Anzeiger.de; Rheinische Post.de, Westdeutsche Zeitung.de; Mitteldeutsche Zeitung.de;
Videoquelle: Reuters via YouTube)



Der 01. Mai hat in Berlin begonnen, die Linke ist mobilisiert (Videos)

Freitag, 30. April 2010

 

Linke Demonstranten ziehen durch Straßen des östlichen Berlins am Vortag des 1. Mai. Die Berliner Polizei sichert den Demonstrationszug und mit zahlreichen Einsatzkräften und Fahrzeugen die Gaststätte “Zum Henker” im Stadteil Schöneweide, die als Treffpunkt von Rechtsextremisten gilt. Am Nachmittag des 30. April 2010 gab es hier eine Demonstration (Video oben) linker Gruppierungen, die die Schließung des Lokals fordern.
Die linken Kräfte formieren sich beierits am Vortrag des 1. Mai zunehmend, die Demo gegen rechts am heutigen Freitagnachmittag war nur der Auftakt.

Die Polizei hat sich in Berlin und Hamburg auf schwere 1. Mai Demonstrationen eingestellt und Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen gezogen.

Die Linke ist mobilisiert, die Geschäfte und Bürger schützen sich

Unterdessen sichert sich zum Beispiel die Sparkasse aus den Erfahrungen der letzten Jahre gegen die Randalierer, Arbeiter sichern die Straßenfront der Sparkasse an der Muskauer Straße in Kreuzberg: Weil auch für 2010 mit gewalttätigen Ausschreitungen am 1. Mai gerechnet wird, versuchen viele Geschäftsleute und Unternehmen, ihre Gebäude gegen möglich Attacken zu schützen. Fenster und Türen werden verbarikadiert.

 

(Videoquelle: TVMorgenpost via YouTube)

“Director’s Cut”, Helmkamera-Dokumentation der Befreiung der MS TAIPAN durch niederländische EUNAVFOR Soldaten (Video)

Freitag, 30. April 2010

Vor Somalias Küste: Anflug mit der Sea Lynx,
Fast-Robing des Boardings-Teams
und Sturm des gekaperten deutschen Schiffes MS TAIPAN

 

 

Het ministerie van Defensie heeft beelden vrijgegeven van de bevrijdingsactie door Hr. Ms. Tromp van een Duits koopvaardijschip op tweede paasdag. Op de video is te zien hoe het boardingteam, bestaande uit de Unit Interventie van het Korps Mariniers, door een Lynx-helikopter aan boord van het schip Taipan wordt gezet. De beelden zijn vastgelegd met de helmcamera van een van de leden van het boardingteam.

De bevrijdingsactie van de bemanning leidde uiteindelijk tot de arrestatie van 10 piraten

Soldatenglück.de berichetete über die Befreiung des deutschen Containerschiffes MV TAIPAN und seiner 13-köpfigen Besatzung durch niederländische EUNAVFOR-Kräfte der Fregatte TROMP (F803) am 05. April 2010 vor Somalia aus Piratenhand bei Festnahme von 10 somalischen Seeräubern und die nachfolgenden Entwicklungen inklusive Auslieferungs-Ersuchen der Staatsanwaltschaft Hamburg an die Niederlande.
Das Video der Helmkamera der Boardingskräfte zeigt das vorbildliche Vorgehen der niederländischen Mariniers, ein Lehrfilm für alle SEK M und sonstig maritim-interessierten Truppenteile.

(Textquelle kursiv, Bild-, Videoquelle: Defensie.nl)

Großübung: Evakuieren von deutschen Staatsbürgern aus Krisengebieten (Video)

Freitag, 30. April 2010

 

In Bitburg übt die Bundeswehr, wie sie deutsche Staatsbürger aus einem Krisengebiet retten kann. Mehr als tausend Soldaten sind beteiligt. Die Übung ist eine der größten in diesem Jahr. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr (EinsFüKdoBw), Generalleutnant Rainer Glatz, erläutert das Ressort-übergreifende Zusammenwirken von Auswärtigem Amt bzw. den Auslandsvertretungen (Botschaften) und BMVg bzw. Bundeswehr.

(Videoquelle: SWR Fernsehen, via YouTube-Nutzer “Nasenstaub”)

Der Krieg beginnt erst jetzt (Video)

Freitag, 30. April 2010

Aus dem Bundeswehr-Ehrenmal beim BMVg-Dienstsitz Bendlerblock in Berlin
Jörges’ stern WebTV-Kolumne

 

Herrscht in Afghanistan wirklich Krieg? Es steht zu befürchten: Nein. Noch nicht. Das ganze Grauen, das mit jedem Krieg einhergeht, steht unseren Soldaten erst noch bevor, sagt Hans-Ulrich Jörges, Chefredaktion des Magazins stern.

(Videoquelle, Textauszug: stern.de via YouTube-Nutzer “Nasenstaub”)

Hintergrundinformationen: Das Ehrenmal der Bundeswehr



Kieler Woche 2010 vom 19. bis 27. Juni: Bunt, lebendig und vielfältig

Freitag, 30. April 2010

Bunt, lebendig und vielfältig – so präsentiert sich die Kieler Woche 2010 im 128. Jahr ihres Bestehens. Vom 19. bis 27. Juni bietet die größte Segelveranstaltung der Welt und das größte Sommerfest Nordeuropas den über drei Millionen erwarteten Gästen wieder eine attraktive Mischung aus Politik und Kultur, Sport und Unterhaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Über 2000 Einzelveranstaltungen wird es in diesem Jahr geben.

Offiziell eröffnet wird die Kieler Woche am Sonnabend, 19. Juni, von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und dem Kieler Tatort-Kommissar Axel Milberg auf dem Rathausplatz. Danach wird wieder neun Tage lang gefeiert, gelacht, Kunst und Kultur genossen, Sport getrieben und viel Musik gehört. An Land finden Diskussionsrunden, Vorträge, politische Begegnungen, Ausstellungen, Sportturniere und Feste statt. Herzstück der Kieler Woche bleiben die Segelregatten vor Kiel-Schilksee. Auch 2010 ist Kiel wieder Station des ISAF Sailing World Cups der Internationalen Segelföderation (ISAF) für alle olympischen Segelklassen. Rund 5.000 Seglerinnen und Segler aus rund 50 Nationen mit rund 2.000 Booten nehmen an den Regatten teil. Geplant sind 400 Starts in 40 Segeldisziplinen auf zehn Regattabahnen.

Unterstützt wird die Kieler Woche 2010 durch die Premiumpartner AUDI AG, HSH Nordbank AG und Veolia Umweltservice GmbH. Audi stellt als “Official Car” mit seinen Fahrzeugen den Shuttle- und Trailerservice. Veolia präsentiert unter anderem das Seglerfeuerwerk in Schilksee. Die HSH Nordbank unterstützt sportliche, kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen. Langjähriger Partner für die Kieler-Woche-Regatten ist die weltgrößte Wassersportmesse “boot Düsseldorf”.

(Bildquelle: Landeshauptstadt Kiel.de, Foto: Thomas Eisenkrätzer;
Textquelle, mehr Informationen:
http://www.kieler-woche.de/)

Bundeswehr im Kriegseinsatz – Soldaten beklagen Ausbildungsmängel (Video)

Freitag, 30. April 2010

Körperliche Konditionsschwächen vor und im Gefecht,
militärische Fertigkeiten zu wenig geübt
für den harten und schmutzigen Kampf in Afghanistan,
Kraftfahrausbildung mangelhaft,
Einsatzspezifische Grundlagenausbildung (ESGA) praxisfern

 

Die Kämpfe in Afghanistan werden immer brutaler, die Zahl der Toten und Verletzten steigt. Erstmals beklagen jetzt Soldaten in KONTRASTE, dass die Bundeswehr sie nur ungenügend auf den Kampfeinsatz vorbereitet hat. Geplante Ausbildungsmaßnahmen in der Heimat werden immer häufiger gestrichen … zum vollständigen Artikel bei KONTRASTE des RBB

Im FUCHS in Afghanistan ertrunken, weil die Kraftfahrausbildung unzureichend war, das sind die tragischen Ergebnisse mangelnder Vorausbildung. Dass Soldaten ohne notwendige Ausbildung in den Einsatz geschickt werden, sei vor dem Hintergrund der zunehmenden Schwere der Gefechte unverantwortlich, so der noch im Amt befindliche Wehrbeauftragte Reinhold Robbe.

(Videoquelle: ARD, KONTRASTE vom RBB via YouTube)

Büro für antimilitaristische Maßnahmen (BamM) von der Polizei durchsucht

Donnerstag, 29. April 2010

Mit ausgesprochener und nicht klammheimlicher Freude veröffentlicht Soldatenglück.de heute die Pressemitteilung “Berlin: Razzia gegen AntimilitaristInnen” vom “Berliner Landesverband der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und dem Büro für antimilitaristische Maßnahmen (BamM)”. Soldatenglück.de berichtet am 15. April “Deutsche politische Radikal-LINKE greift gemeinschaftlich mit Taliban die deutschen Soldaten an” und forderte die Ermittlungsbehörden auf, aktiv zu werden.

Das ist wohl, unabhängig vom tatsächlichen Niederschlag unserer Forderung, in Form von Ermittlungen und richterlich beschlossener polizeilicher Hausdurchsuchunge und Beweissicherungen geschehen. Die LINKEN fühlen sich allerdings nicht geläutert, sondern zensiert (deren Bildgrafik oben). So geht die vermeintliche politische Auseinandersetzung, die die Polizei und Justiz wegen verschiedener Gesetzesverstöße beschäftigt, weiter, und auch am 01. Mai 2010 werden die extreme Linke und deren gewaltbereiten Akteure ihre Friedfertigkeit und Anti-Militarismus- und Anti-Gewalt-Plädoyers unter Beweis stellen können auf den Straßen Berlins und Hamburgs. Das Ergebnis können wir vorweg nehmen, der Ausgang wird nicht überraschen, Sachschäden in Millionenhöhe und verletzte Polizisten in noch unbekannter Zahl und Intensität.

Die BamM-Pressemitteilung mit Vortext in voller Länge:
Sie werden dünnhäutiger. So muss man es wohl interpretieren, dass die Berliner Polizei gleich zweimal innerhalb von acht Tagen Geschäfts- bzw. Wohnräume durchsucht, um Verantwortliche von bamm.de zu ermitteln. Anlass: Ein antimilitaristisches Flugblatt.

Berlin: Razzia gegen AntimilitaristInnen

Verbrecherisch ist der Krieg, nicht der Protest dagegen!

Die Berliner Polizei hat heute Vormittag den Buchladen “Schwarze Risse” im Mehringhof durchsucht. Die Razzia galt dem Berliner Landesverband der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und dem Büro für antimilitaristische Maßnahmen. Gesucht wurde nach Flugblättern, die unter dem Motto “Feste feiern, wie sie fallen” zu einem öffentlichen “Schampussaufen” am Ehrenmal der Bundeswehr aufrufen, sobald der nächste deutsche Soldat “fällt”. Außerdem wollte die Polizei eine verantwortliche Person der Homepage www.bamm.de ermitteln, auf der der fragliche Flyer eingestellt ist. Zu diesem Zweck wurde auch der Computer des Buchladens beschlagnahmt.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lauten auf Volksverhetzung und Beleidigung. Der Durchsuchungsbeschluss wirft den Verantwortlichen vor, durch den Flyer “jedenfalls den im Ausland stationierten Soldaten der Bundeswehr ein Lebensrecht abzusprechen und durch den Aufruf zum Feiern auch das Sicherheitsgefühl der Bundeswehrangehörigen und deren Familien stark zu beeinflussen.”

Deutschland ist im Krieg – und da wird AntimilitaristInnen aus durchsichtigen politischen Gründen der Prozess gemacht. Wir bleiben bei unserer Aussage: Die Soldaten der Bundeswehr führen einen ehrlosen Krieg. Nicht erst seit dem Massaker am Kundus-Fluss vom September 2009 ist bekannt, dass die Bundeswehr für die Ermordung von Zivilisten verantwortlich ist. Die umgebrachten Afghaninnen und Afghanen zählt niemand. Um ihr Lebensrecht, um ihr Sicherheitsgefühl schert sich kein deutscher Staatsanwalt. Doch um jeden deutschen Soldaten, der diesem Krieg, den ihm keiner aufgezwungen hat, zum Opfer fällt, wird ein widerwärtiger Heldenkult zelebriert.

“Jeder Tote macht uns noch entschlossener”, wird in der heutigen Tageszeitung “Die Welt” der Brigadegeneral Frank Leidenberger, Kommandeur der deutschen Besatzungstruppen, zitiert. Der “Gefallenen”-Tod ist für die Bundeswehr kein Moment des Innehaltens, des Reflektierens, sondern wird zum “Weiter so” instrumentalisiert. Jeder Tote ein Ansporn für noch mehr Krieg, noch mehr Tote.

Diesem widerwärtigen Heldenkult, dieser Menschenverachtung reißen wir die glorifizierende Maske herunter. Verbrecherisch, menschenverachtend und volksverhetzend ist der Krieg, nicht der Protest dagegen! Wenn die Bundeswehr abzieht, braucht auch keiner mehr zu “fallen”.

Im Übrigen hätte auch die Staatsanwaltschaft mitbekommen dürfen, dass unsere satirische Provokation des Schampussaufens seit dem Karfreitag aufgelöst ist – durch eine ebenso satirische “Verlegun” ins Haus der deutschen Wirtschaft. (Zitatende)

(Textauszug kursiv, Bildgrafik: Berliner Landesverband der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und dem Büro für antimilitaristische Maßnahmen)

Gordon Brown – Day of disaster im Straßenwahlkampf (Videos)

Donnerstag, 29. April 2010

 

Eine Woche vor der britischen Parlamentswahl am 06. Mai kämpft Premierminister Gordon Brown darum, die drohende Niederlage seiner Labour-Partei abzuwenden. Beeinträchtigt werden dürfte die Bemühungen durch einen Vorfall bei einem Wahlkampftermin im nordenglischen Rochdale. In der Annahme, die Mikrofone seien abgeschaltet, hatte Brown eine Rentnerin und Labour-Wählerin, die ihn zur Einwanderungspolitik befragt hatte, als borniert bezeichnet. Die Rentnerin verwickelte Brown in ein Gespräch, bei dem sie auch die hohe Zahl osteuropäischer Immigranten und krimineller Jugendlicher in ihrem Viertel beklagte.
Zwar entschuldigte sich der Primeminister kurze Zeit später nachde er von dn Meidein mit seinen Sätzen konfrontiert wurde bei der der 66-jährige Witwe Gillian Duffy, die ihm bei allem Ärger über seine Politik, vorher noch versichert hatte, dass sie als Labour-Wählerin auch bei der Wahl am 06. Mai ihre Stimme geben wolle. Doch ob dies die Wähler überzeugen konnte, bleibt fraglich.

Hier live die Prime Ministerial Debate bei BBC vom heutigen Abend, 29. April 2010 mit den Mitbewerbern David Cameron und Nick Clegg:

 

(Videoquellen: extra Das Erste via YouTube, BBC)

Bundeswehr-Alltag am Hindukusch: Von Termez/Usbekistan mit der Transall nach Kunduz/Afghanistan (Video)

Donnerstag, 29. April 2010

Kundus-Tagebuch
Bundeswehr-Alltag in Afghanistan

 

Der Einsatz in Afghanistan ist auch in Deutschland ein politisches Top-Thema. N24-Reporter Steffen Schwarzkopf ist an den Hindukusch gereist und berichtet in seinem Video-Tagebuch für N24.de.

Die erste Etappe begleitet die Soldaten von Termez/Usbekistan nach Kunduz/Afghanistan in der mehrteiligen N24-Sendung “Was machen die deutschen Soldaten?”

(Videoquelle: N24 via YouTube-Nutzer “Nasenstaub”)

±±¾©²»Ôв»ÓýÒ½Ôº

²»Ôв»ÓýÒ½Ôº

²»Ôв»ÓýÒ½Ôº

±±¾©²»Ôв»ÓýÒ½Ôº

ÓÑÇéÁ´½Ó: