Archiv für März, 2010

Bundeswehrverband begrüßt Tarifabschluss

Montag, 1. März 2010

Kirsch: “Wir erwarten schnelle Übertragung auf den Besoldungsbereich“

Berlin. Der Deutsche BundeswehrVerband (DBwV) begrüßt den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. “Wir erwarten nun, dass der ausgehandelte Kompromiss zeit- und inhaltsgleich auf die Besoldungs- und Versorgungsempfänger des Bundes übertragen wird”, sagte der DBwV-Bundesvorsitzende, Oberst Ulrich Kirsch.

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich am vergangenen Wochenende darauf geeinigt, dass die Bezüge der Beschäftigten bei Bund und Kommunen rückwirkend zum 1. Januar 2010 zunächst um 1,2 Prozent erhöht werden. In zwei weiteren Schritten werden ab dem 1. Januar 2011 die Gehälter um 0,6 Prozent sowie ab dem 1. August 2011 um 0,5 Prozent erhöht. Zudem wird im Januar 2011 eine Einmalzahlung in Höhe von 240 Euro gewährt.

Das Volumen der Leistungsentgelte, das derzeit bei einem Prozent liegt, soll für 2010 auf 1,25 Prozent und bis 2013 sukzessive auf zwei Prozent angehoben werden.

(Text-, Grafikquelle: Deutscher BundewehrVerband, DBwV.de)

Hintergrundinformationen, Bildgrafikquelle:
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di.de



Commander in Chief Barack Obama: fit und in exzellenter gesundheitlicher Verfassung

Montag, 1. März 2010

Das National Naval Medical Center Bethesda/Maryland ist das Militär-Krankenhaus in dem die amerikanischen Präsiednten medizinisch gecheckt und ggf. behandelt werden. Gestern hat sich Barack Obama per erstem medizinischen Checkup als Commander in Chief einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Der Patient ist 48 und hat den ein oder anderen ungesunden Lebensabschnitt hinter sich und das Amt ist körperlich belastend. So ist der 44. US-Präsident dem ärztlichen Ratschlag gefolgt und hat das Rauchen mittlerweile gänzlich aufgegeben. Aufgrund einer chronische Entzündung im linken Knie nimmt er weiterhin entzündungshemmende Medikamente, wegen seines erhöhten Cholesterin-Spiegels wurde seine Ernährung umgestellt und die Werte haben sich verbessert. Zusammengefasst konnte festgestellt werden, dass Barack Obama körperlich fit ist und sich einer exzellenten gesundheitlichen Verfassung erfreuen kann.

Der Dienstarzt des Weißen Hauses, Navy Captain Jeffrey Kuhlman, riet an, dass Barack Obama fortfahren soll, gegen das Rauchen/die Nikotinsucht anzukämpfen, ggf. mit Hilfe von Nikotin-Kaugummis, und dann nach seinem 50. Geburtstag im August 2011 (*04.08.1961) mit erfreulich-guter Gesundheit zum nächsten medizinischen Checkup kommen könne.

Die Untersuchung durch ein medizinisches Team des National Naval Medical Center in Bethesda dauerte 90 Minuten. Der US-Präsident nutzte seinen Aufenthalt in dem Militärkrankenhaus und besuchte zu einem Gespräch 12 Soldaten und Soldatinnen, die im Irak- und Afghanistan-Einsatz verwundet wurden und sich in medizinischer Behandlung und REHA befinden.

Was die USA haben, haben wir Deutschen – eine Nummer kleiner – selbstverständlich auch. Als Hauptstadt-Krankenhaus, dass auch auch den deutschen Regierungsmitgliedern und Parlamentariern mit Standort nahe Berlins politischer Mitte in der Scharnhorststraße 13 zur Verfügung steht, ist das Bundeswehrkrankenhaus-Berlin (BwK) zu nennen, das Bw-Personal und auch Zivilisten im Notfall oder für geplante operative Eingriffe zur Verfügung steht.
Der Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt hat sich zum Beispiel zu Bonner Regierungszeiten im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz den Operationen der Herzschrittmacher unterzogen. Zuletzt im Januar 2010 war der grüne Bundestagsabgeordnete und Bundesminister a.D. Jürgen Trittin wegen eines Herzinfarktes in Akutbehandlung im BwK-Berlin (Logo unten) und für die ersten medizinischen Maßnahmen in guten Händen.

Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin ist auch Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité und voll in der Gesundheitsversorgung der Stadt Berlin integriert. Der Rettungsdienst der Hauptstadt wird auch von der Bundeswehr geleistet. Bundeswehr-Notfallmediziner und Bw-Rettungsassistenten der BwK-Abteilung X sind mit drei Rettungsfahrzeugen, dem RTW “Bundeswehr 1704″, RTW “Bundeswehr 2500″ und dem Notarztwagen “NAW 1705″ 24 Stunden am Tag im Einsatz auf Berlins Straßen.

(Bilderquelle: White House.gov,
President Barack Obama shares a lighter moment with, from left, Karl Eikenberry, U.S. Ambassador to Afghanistan, National Security Advisor Gen. James Jones, and Gen. Stanley McChrystal, Commander of U.S. Forces in Afghanistan at the conclusion of a meeting in the Oval Office, Dec. 7, 2009.The Obama family was introduced to a prospective family dog at a secret greet on a Sunday. After spending about an hour with him, the family decided he was the one. Here, the dog ran alongside the President in an East Wing hallway. The dog returned to his trainer while the Obama’s embarked on their first international trip. I had to keep these photos secret until a few weeks later, when the dog was brought ‘home’ to the White House and introduced to the world as Bo. March 15, 2009.
President Barack Obama meets with members of his Cabinet in the Cabinet Room of the
White House, Jan. 29, 2010. The President’s chair is marked with a plaque engraved with the date of his inauguration. Official White House Photos by Pete Souza)

Zur Bilder Show “Obama Beach”

Unrecht in Afghanistan – Das Scheitern der Bundesregierung beim Justizaufbau

Montag, 1. März 2010

Bundesregierung zieht Bilanz zur Justizreform in Afghanistan |
Auswärtiges Amt: Zustand bleibt “unbefriedigend”

Heute, 1. März 2010, 21.45 Uhr in “Report Mainz” vom SWR im Ersten

Das Auswärtige Amt zieht gegenüber dem ARD-Politikmagazin “Report Mainz” erstmals öffentlich eine Bilanz zur Justizreform in Afghanistan: Der Zustand der Gerichte “bleibt bisher in Teilen ungenügend”, so das Außenministerium in einer Stellungnahme “Report Mainz” gegenüber. Der Stand der Justizreform sei “unbefriedigend” und sie werde “noch etliche Jahre dauern”.

Nach Angaben des Ministeriums wurden in den vergangenen vier Jahren 446 afghanische Richteranwärter sowie junge Staatsanwälte und Anwälte mit deutschen Mitteln ausgebildet. Das entspricht knapp einem Zehntel der 4.500 afghanischen Richter und Staatsanwälte. Zudem finanzierte und organisierte Deutschland zweiwöchige Workshops “Faire Prozessführung”. Daran nahmen bislang 2.038 afghanische Richter und Staatsanwälte teil. Seit 2004 hat das Auswärtige Amt insgesamt fast 11 Millionen Euro für Justizprojekte in Afghanistan bereitgestellt. Durchgeführt wird die Ausbildung vom Max-Planck-Institut, Heidelberg (MPI).

Tilmann Röder, der MPI-Ausbildungsleiter in Afghanistan, schlägt im Interview mit “Report Mainz” Alarm: “Es fehlt eigentlich an Allem: An guter Infrastruktur und an Ausbildung.” Tilmann Röder zufolge gibt es in vielen afghanischen Gerichten keine Gesetzestexte, keine Telefone und oft auch keine Heizung. Wie viele der mit deutschen Mitteln ausgebildeten Richter und Staatsanwälte noch im Dienst sind, könne nicht genau gesagt werden. Viele qualifizierte Juristen wechselten aufgrund der miserablen Bezahlung den Arbeitgeber und seien inzwischen im Dienst von Hilfsorganisationen.

Der Deutsche Bundestag hatte 2003 einstimmig beschlossen, die Menschenrechte in Afghanistan zu stärken und dem Land zu Rechtsstaatlichkeit zu verhelfen. Die Bundesregierung wurde in dem Beschluss aufgefordert, “sicherzustellen, dass Rechtsprechung und -praxis in voller Übereinstimmung mit den von Afghanistan ratifizierten Menschenrechtsübereinkommen stehen”. Rory Mungoven vom UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (UNHCR) sieht dieses Ziel nicht verwirklicht. Wörtlich erklärte er in “Report Mainz”: “Das System ist Willkür und das System ist Diskriminierung.”

Nach Informationen von Amnesty International werden Urteile mitunter innerhalb von vier Minuten gefällt. Die Angeklagten hätten oft keine Möglichkeit sich zu verteidigen. Zugang zu Rechtsanwälten gebe es kaum. Geständnisse würden erfoltert. Kaum ein Verfahren sei fair. Nach Angaben des MPI werden in Afghanistan rund 80 Prozent der Fälle nicht vor Gericht verhandelt. Grund dafür sei laut Amnesty International, dass die Bevölkerung mehr den Stammesräten und Taliban-Richtern vertraue, als den staatlichen Gerichten. Monika Lüke, die Generalsekretärin von Amnesty International kritisiert in “Report Mainz”, Deutschland habe die Chance verpasst, auf der Londoner Konferenz sich für mehr Rechtsstaatlichkeit in Afghanistan stark zu machen. Wörtlich sagte sie zu den neuen Plänen der Bundesregierung: “Was komplett fehlt, ist der Aufbau der Justiz, ist eine Stärkung der Menschenrechte und das sind doch eigentlich die Kernelemente eines jeden zivilen Wiederaufbaus, der zur Rechtsstaatlichkeit beitragen will.”

Auch Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Bundesregierung scharf: “Wir kommen an – ich darf das mal so formulieren – mit elf Richtern oder eine zeitlang mit 20, 30, 40 Polizisten und sagen: Jetzt bauen wir mal ein Land auf. Das ist nicht machbar. Ganz deutlich. Und da darf man jetzt auch nicht enttäuscht sein, dass einem das nicht gelungen ist. Man muss sich jetzt genau überlegen, kann man die Hilfe verbessern? Kann man mehr tun?”

(Textquelle: Report Mainz.SWR.de;
Bilderquelle: UNAMA.org)

Hintergrundinformationen: 
Ohne ein effektives und auf rechtsstaatlichen Grundsätzen basierendes Justiz- und Verwaltungssystem ist nachhaltige politische Stabilität in Afghanistan nicht zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hat das Heidelberger Max-Planck-Institut mehrere Projekte im Bereich des Justizwesens und der öffentlichen Verwaltung durchgeführt. Fünf dieser Projekte wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, vier dauern an und werden bis auf weiteres fortgeführt. Zu den Einzelprojekten siehe unten.

Laufende Projekte des MPI Heidelberg in Afghanistan:
Fair Trial Trainings (Regeln des fairen Strafverfahrens)1
Ausbildung von Richteranwärtern (Stage) 2
Rule of Law in den Provinzen Kundus, Tachar und Badachschan3
Unterstützung juristischer Bibliotheken