Otfried Nassauer vom BITS über die alten und neuen Atomwaffen in Deutschland
von Dirk ~ 15. März 2010. Zu lesen unter: Sicherheitspolitik.Hiroshima/Japan – Büchel/Rheinland-Pfalz
Wenn Otfried Nassauer sich zu Wort meldet, dann sind es meist unbequeme Wahrheiten im Ressort Sicherheits- und Verteidigungspolitik,
die in den Artikeln bei Tagespiegel, tageschau online, taz, im NDR oder bei SPIEGEL Online das Licht der breiten Öffentlichkeit erblicken oder in Experten-Statements bei n-tv, im ARD oder ZDF durch den BITS-Direktor den Zuschauer erreichen. So erscheint aktuell bei SPIEGEL online Otfrieds Beitrag “Bomben in Europa – US-Ministerium will Alt-Atomwaffen modernisieren” und noch vor wenigen Tagen im März auf der Internetseite seines Berliner Informations-Center for Transatlantic Security (BITS) in der Rubrik Neuigkeiten der Artikel “Atomwaffen in Europa – Abrüstung oder Umrüstung?”, der dem Friedensforum galt und doch ganz Deutschland und besonders den Fallout-Bereich um Büchel angehen dürfte.
Think Tanks wie das BITS sind in Deutschland noch immer Nischenprodukte. Regierung und Ministerien meinen ihren eigenen Sachverstand als ausreichend befinden zu können, selbst staatlich stattlich finanzierte Forschungseinrichtungen (wozu das BITS nicht gehört) wie die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP, aus den Haushaltsmitteln des Bundeskanzleramtes, Einzelplan 04 - SWP ist keinem Ressort zugeordnet, sondern für alle Bedarfträger “ansprechbar”) schlagen nicht oder zu wenig durch bei der qualifizierten Meinungsbildung zur Entscheidungsfindung in Parlament und Bundesregierung – das primäre Erkenntnisinteresse an wissenschaftlicher Politikberatung bei den etablierten Entscheidern in Ministerien, Ämtern, Parlament und auch bei der Bundeswehr ist allzu oft mäßig.
Soldatenglück.de berichtete über Otfried Nassauers Beiträge zur sicherheitspolitischen Diskussion und auch über den Luftwaffen-Standort Büchel.
(Bilderquelle: U.S. Air Force.mil, B61)
Hintergrundinformationen: BITS.de

























15. März 2010 um 17:33 Uhr
Herr Nassauers Expertentum in allen Ehren, aber über die amerikanische Nuklearpolitik zu schreiben ohne die Lage an der Ostflanke der NATO überhaupt zu erwähnen halte ich für unseriös. Die friedensbewegt anmutende Diskussion in Deutschland über einseitige nukleare Abrüstung erscheint mir ein Aufguß ähnlicher Diskussionen aus den frühen 80ern zu sein, bei denen bestimmte Experten ebenfalls ausblendeten, dass unilaterale Abrüstung nicht zu Frieden führt, sondern nur zur politischen Erpressbarkeit.
15. März 2010 um 17:46 Uhr
@SiPol – Otfried Nassauer ist mE ein langjähriger, versierter Beobachter der SiPol-Entwicklungen und eine Stimme im Konzert der Expertisen, aber kein “einsamer Rufer in der Wüste”, die Bedrohungsananlyse hat aus seinem Blickwinkel a priori möglicherweise nicht sein vornehmlichstes Augenmerk, muss es ja auch nicht. “Keine neuen Atomwaffen rein nach Deutschland” tut es ja auch schon.
15. März 2010 um 17:50 Uhr
Joachim Steinhöfel hat das mit den Atomwaffen in Deutschland gut kommentiert:
“In der Tat sind die amerkanischen Atomwaffen wohl die mit ungefährlichsten auf diesem Planeten, von ihnen geht keinerlei Gefahr aus.”
http://www.steinhoefel.de/blog/2009/11/dr-westerwelle-und-die-bombe.html
15. März 2010 um 17:56 Uhr
@Dirk
Wen jemand in einer sicherheitspolitischen Diskussion die Bedrohungsanalyse vollständig unter den Tisch fallen lässt, sollte man sich die Frage stellen, warum die Person so handelt. Wenn die gleiche Person dann auch noch Autor im “Neuen Deutschland” ist und auch bei anderer Gelegenheit (z.B. angebliche deutsche Rüstungsexporte nach Georgien) russische Regierungspositionen eins zu eins übernimmt, sollte man skeptisch sein, was die Agenda dieser Person angeht. Man kann ja über die geeignete Reaktion der NATO auf die Herausforderung u.a. durch Rußland unterschiedlicher Meinung sein, aber Herr Nassauer tut gegenüber dem Leser so als gäbe es gar keine Herausforderung, und das finde ich unseriös.
15. März 2010 um 18:03 Uhr
@SiPol – oh je, nicht noch ein russischer Agent, letzte Woche Potsdam in der Staatskanzlei beim MP Platzeck, jetzt Berlin – ein “Nassauer”, dieser Nassauer.
Ich kann folgen, und ich will hier nicht nur die konservativen Einschätzungen wiedergeben, sondern bewußt alternatives in “unserem Genre” zur Diskussion stellen, das ist oft auch erhellend.
Gruss von Haus zu Haus.
15. März 2010 um 18:39 Uhr
@Dirk
Ich fordere ja nichts anderes als Sie auch, nämlich Nassauers Thesen zur Diskussion zu stellen. Und eben in dieser Diskussion halte ich es für zu kurz gegriffen, einseitig den “Experten” Nassauer zu betonen, ohne den Aktivisten zu erwähnen.