KFOR friert Beziehungen zur Kosovo Security Force ein (Video)

von Dirk ~ 6. März 2010. Zu lesen unter: KFOR, NATO-Missionen, Video.

Ein kosovarisches THW braucht keine Waffen, hat aber trotzdem welche

Der deutsche NATO-General Bentler
lässt sich von der Kosovaren-Regierung dennoch nicht vorführen 

Ein Eklat zwischen der kosovarischen Regierung und der NATO-Schutztruppe KFOR liegt im Kosovo in der Luft. Die Kosovo Security Force (KSF) hat zum Jahrestag der UCK-Befreiungsarmee des Kosovo gestern in der kosovarischen Hauptstadt Pristina bewaffnet eine Parade abgehalten. Zunächst war diese Parade nicht von de KFOR genehmigt. Nachdem der kosovarische Premierminister Hashim Thaci (Bild unten, inmitten der KSF-Kommandeure) selbst inventieren liess, erlaubte der Commander KFOR, der deutsche Generalleutnant Markus Bentler, den Aufmarsch unter den Bedingung, dass die Angehörigen der KSF ohne Waffen in Pristina an der Parade teilnehmen. Daran hielten sich die Kosovaren allerdings nicht.

Die KSF, als Technisches Hilfswerk konzipiert und teilweise aus ehemaligen UCK-Kämpfern rekrutiert, hat mit dieser Entscheidung den Unmut vermutlich nicht nur der KFOR auf sich gezogen, die erwägt die Beziehungen zu und die Ausbildung für die KSF bis auf weiteres einzufrieren.

Dennoch muss auch die NATO/KFOR sich die kritische Frage gefallen lassen, ob ein Technisches Hilfswerk tatsächlich bewaffnet werden muss. Mit dieser Entscheidung ist vielleicht schon der Weg hin zur zukünftigen Armee des Kosovo gefallen und die gestrige “bewaffnete Parade” hat dies untermauert. Warum die KFOR das “Kosovo-THW” ausbildet und nicht etwa andere internationale Katastrophenschutz-Organisationen ausbilden lässt, warum Flecktarn-Uniformen getragen werden, all diese Umstände passen mehr in das Konzept einer Kosovo-Armee. Nun hallt das Echo zurück, offener Ungehorsam gegenüber dem Geburtshelfer, Konzipierer und Ausrüstungsgeber NATO. 
Das Video unten zeigt die Kosovo Security Force in Vhustri (in der dortigen Polizeischule) bei einer Vorführung im September 2009 mit Parade-Abnahme durch den kosovarischen Präsidenten Sejdiu. Die Ausrüstung ist zum Teil Hilfe aus Deutschland, die gezeigten Fahrzeuge sind aus Bundeswehr-Beständen und wurden im Jahr 2009 den Kosovaren überlassen.

 

Die Kosovo Security Force (KSF) soll eiegntlich eine Katastrophenschutzorganisation sein, konzipert vergleichbar dem THW, doch viele ehemalige UCK-Kämpfer kamen dort unter. Sie hat mittlerweile 1.800 Angehörige (plus rund 700 Reservisten), soll multi-ethnisch besetzt sein und für Frauen und Männer offen, allerdings weigern sich die KOS-Serben der KSF beizutreten, da Serbien die KSF als Armee des Kosovo bewertet. Die Freiwilligen werden von dem Minister for the Kosovo Security Force, Fehmi Mujota, aus kosovarischen Regierung geführt und vom demokratisch legitimierten Parlament kontrolliert, das Gesetz über die KSF entstand im Zusammenspiel mit der NATO. Die KSF erhält von den NATO-Staaten, darunter Deutschland, Aufbau-, Ausbildungs- und Ausrüstungshilfe, das stellt der Vorfall nun in Frage.

(Bilderquelle: NATO.KFOR.int, Bild oben, 15 Feb. 2010, The Kosovo Force Commander Lieutenant General Markus Bentler had a direct involvement in all Multinational Battle Group’s Full Operational Capability exercises. The quick decision making process of the new BGs’ staff was successful in issuing simple, timely and precise directions.
Bild oben KSF-Angehörige mit Hacim Thaci: Ministry of Kosovo security Force-KS.org)

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2 Kommentare zu KFOR friert Beziehungen zur Kosovo Security Force ein (Video)

  1. Diego

    Ein THW in Tarnfarben… Wie naiv kann man eigentlich sein?

  2. Politikverdruss

    Die politisierte deutsche Generalität ist überfordert! Dieses “Zurückweichen” nennt man politisch korrekt Deeskalation. Tatsächlich verschärft man die Lage damit unmerklich und trägt zur Destabilisierung bei. Inzwischen eine Spezialität der deutschen Spitzenmilitärs.

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