Archiv für Februar, 2010

SWP-Studie: Afghanistans Drogenkarriere

Freitag, 12. Februar 2010

Von der Kriegs- zur Drogenökonomie

von Citha D. Maass

Die Studie untersucht Beginn und Wandel der Drogenproduktion in Afghanistan während der Kriegsjahrzehnte. Afghanistan errang 2008 mit 93 Prozent der Weltproduktion an Opiaten eine Monopolstellung auf dem illegalen Weltmarkt für Opium, Morphin und Heroin. Ausgangspunkt der kommerziellen Drogenproduktion war der antisowjetische Jihad seit 1979, den die Mujahedin mit Unterstützung der CIA, der USA und anderer westlicher Staaten führten. Zunächst entstand eine »Drogen-Waffen-Pipeline«, aus der sich eine Kriegsökonomie entwickelte. Nach dem Zusammenbruch des Taleban-Regimes 2001 rehabilitierten die USA die früheren Mujahedin-Führer, die sich – ebenso wie das Taleban-Regime – weitgehend durch das Drogengeschäft finanziert hatten und zu »Kriegsunternehmern« geworden waren. Ab 2002 kooptierte Präsident Hamid Karzai diese Kriegsunternehmer in das neue politische System mit der Folge, dass sich ab 2005 eine Drogenökonomie konsolidierte.

Die Drogenökonomie als neues ordnungspolitisches System im Nachkriegs-Afghanistan (»kriminalisierter Frieden«) lässt sich so charakterisieren: Eine Interessenallianz verbindet die schwache Regierung Karzai mit den kooptierten vormaligen Kriegsherren, die schwachen staatlichen Institutionen sichern Macht, Pfründen und Profit. Die illegale, auf der Drogenökonomie basierende Wirtschaft dominiert den rudimentären legalen Wirtschaftssektor. Die Bedingungen für eine stabile Friedensordnung sind nach der von systematischem Wahlbetrug belasteten Wiederwahl Präsident Karzais am 20. August 2009 ungünstig: Die Machtverflechtungen in der kriminalisierten Friedensordnung dürften Präsident Karzais Spielraum für durchgreifende Reformen einengen. Realistisch gesehen werden 20 bis 30 Jahre nötig sein, um die Drogenindustrie zu schwächen und eine stabile Friedensordnung zu errichten.

 zur vollständigen SWP-Studie 2010/S 02, Januar 2010, 34 Seiten

Weitere SWP-Studien zur Sicherheitspolitik bei Soldatenglück.de.

(Text-, Grafikquelle: Stiftung Wisenschaft und Politik.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int, HERAT, Afghanistan–Afghan Border Police, ABP, members perform a count of illegal items seized during an ambush on Dec. 14. This was the largest seizure to date by the 4th Brigade of the ABP. ISAF photo by U.S. Air Force TSgt Laura K. Smith;
A Marine with Alpha Company, 2nd Reconnaissance Battalion, Marine Expeditionary Brigade-Afghanistan, cuts a bag of poppy seeds open Oct. 6, 2009, in the Salaam Bazaar in Helmand province, Afghanistan. The Marines of Alpha Company seized and destroyed a much larger quantity of drugs Aug. 12 when they first visited the bazaar. 2nd Marine Expeditionary Brigade Photo by Cpl. Aaron Rooks;
Marines with Alpha Company, 2nd Reconnaissance Battalion, Marine Expeditionary Brigade-Afghanistan, pour gasoline on bags of poppy seeds Oct. 6, 2009, in the Salaam Bazaar in Helmand province, Afghanistan. The bazaar raid marked the second such raid in recent months. 2nd Marine Expeditionary Brigade Photo by Cpl. Aaron Rooks;
BALA BALUK, Afghanistan–Opium fields ready for harvesting are the target of poppy eradication by Afghan National Security Forces in Bala Baluk district on April 15, 2009. Tractors plow up poppy fields to prevent farmers from harvesting their opium crop. ISAF Photo by U.S. Navy Petty Officer 1st Class Monica R. Nelson)



Freizeitpädagogik für die Bundeswehr statt roher Schweineleber-Verzehr (Videos)

Freitag, 12. Februar 2010

 

Eine Armee im Einsatz bedarf auch mentaler Stärke

Während einige unserer Soldaten sich in in einer schwer zu ertragenden Regelmäßigkeit in Dummsuff, menschenverachtenden Ritualen mit roher Schweineleber und außerdienstlichen “Abhärteübungen” und Rekruten-Misshandlung gefallen und immer wieder, wie zuletzt in Mittenwald oder davor in Coesfeld …, für Negativschlagzeilen über die Bundeswehr und Justizfälle sorgen, haben die Briten einige beachtliche Angebote für ihre nicht weniger “wilden Soldaten”.

Druckbetankungsgarantie,
Hörnerwhiskey für 1,- Euro und gelallte Schwüre

Das Betreuungsprogramm der Bundeswehr für Soldaten im Einsatz oder daheim in den Kasernen, sprich die “Freizeitpädagogik” am Standort, sind ausbaufähig. Die kulinarischen Angebote für die Truppe mit Bier und Spiritousen zum Sucht-verführerischen nahezu Einkaufspreis im Grundsortiment [Beispiel: Getränkekarte der Heimgesellschaft Albertstadtkaserne Dresden, Kleiner Feigling 2 cl für 1,- Euro, Asbach Uralt 2 cl für 1,15 Euro, Wodka 2 cl für 1,- Euro, Jägermeister (Hörnerwhiskey) 2 cl für 1,- Euro, Pilsbier 0,3 Ltr für 1,30 Euro] mit Druckbetankungsgarantie für 10,- Euro bei 2,0 Promille auf dem Kessel. Die flächendeckenden Trunkenheitsabende getarnt als Kameradschaftspflege quer durch alle Dienstgradgruppen auf Stube, im Mannschafts- und Uffz-Heim und Casino bedürfen schon lange einer Gegenoffensive namens “Mens sana in corpore sano”.
Denn Alkohol ist kein Sanitäter in der Not … Gelallte Schwüre … , Vierzigprozentiges Gleichgewicht, Graue Zellen in weicher Explosion, Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot, Alkohol ist das Drahtseil, auf dem du stehst. Was ist los, was ist passiert? Ich hab bloß meine Nerven massiert …, Alkohol ist das Schiff, mit dem du untergehst”:

 

Übermäßiger Alkoholkonsum allenthalben

Die Verschiebung der Koordinaten im Kopf bei einigen wenigen kombiniert mit exzessiven Alkoholkonsum bei vielen sorgt für die Pflege von Vorurteilen gegen alle. Hemmschwellen, die gesellschaftsübergreifend fallen, fallen auch bei Angehörigen der Bundeswehr, die als Spiegelbild der Gesellschaft mit über 250.000 Beschäftigten und Durchlauforganisation für Wehrpflichtige (in 2010 wurden bislang rund 16.700 junge Männer aus allen Teilen der Gesellschaft und allen Regionen Deutschlands einberufen, 1.800 als FWDL´er in allen TSK, 8.100 Wehrpflichtige beim Heer, 2.200 bei der Luftwaffe, 4.300 bei den militärischen Organisationsbereichen Streitkräftebasis und 1.500 im Zentralen Sanitätsdienst, 630 bei der Marine) natürlich betroffen ist. Unausgesprochene Alkoholprobleme sind fast schon systemimmanent bei der Ritual-geprägten Truppe mit “Prost, Prost Kamerad oder Einlaufbier”,  Vorgesetzte auf allen Ebenen vom Gruppen-, Zugführer bis zum Btl-Kdr sind ausgelastet mit Verteidigungsbehörden-Administration und wieder kehrenden Auslandseinsatz-Anforderungen und können Dienst- und Freizeitaufsicht auch mit gutem Willen am Puls der Truppe und nahe am anvertrauten Soldaten nicht im erforderlichen Umfang leisten. Doch die Organisation Bundeswehr ist zugleich gesellschaftspolitischer Akteur mit Verantwortung und Struktur.
In der Truppe können durch Aus- und Fortbildung, durch Vorbild und Förderung, durch gezielte Angebote insbesondere junge Menschen sensibilisiert und auf den Weg gebracht werden, es können Fertigkeiten vermittelt, es kann zum Ausbau der soziale Kompetenz und Charakterbildung beigetragen werden, es können auch Alkoholprobleme in der Solidargemeinschaft bewältigt werden. So wie Schule nicht Familie ersetzen kann, kann Bundeswehr nicht Persönlichkeitsentwicklung aufwiegen, doch die besondere Verantwortung für die jungen anvertrauten Rekruten, lebensjungen Soldatinnen und Soldaten (Bild unten) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn, fordert ein Weiterentwickeln der Instrumente und Angebote. Die Einsatz-Bundeswehr braucht klare Köpfe mit mentaler Stärke.

(neue Rekruten treffen am Kasernentor ein)

Stand firm – Strike hard

Beim Sport werden Grenzen aufgezeigt und überwunden, Körperbewußtsein wird vermittelt. Attraktive vom Dienstherrn organisierte und ermöglichte Angebote mit Befähigung als Sporttaucher, Fallschirmspringer, Segler, Kanu- oder Kajak-Paddler, Segel- oder Gleitschirmflieger, Bergsteiger oder Skiläufer mit einem Hauch Abenteuer (wie im Video der britischen Kameraden) hat mental noch nie jemandem geschadet, sportliche Fairness und teamgeistiges Miteinander werden vermittelt, soldatische Tugenden und dienstliche Verwendungs-Fähigkeiten gefördert, die Attraktivität des Soldatenberufs wird gesteigert.

Horrido – Joho

(Videoquelle: British Army.mod.gov, Herbert Grönemeyer.de;
Bildquelle: Streitkräftebasis, SKB.de, Artikel “Die ersten Tage als Soldat”)

Erdbeben in Haiti: Ein Monat nach der Katastrophe (Video)

Freitag, 12. Februar 2010

Port-au-Prince – “Unsere Arbeit macht ständig Fortschritte. Der größte Lohn dafür ist, zu spüren, dass unsere Hilfe bei der Bevölkerung willkommen ist”, sagt der THW-Einsatzleiter in Port-au-Prince, Stefan Tahn aus Itzehoe. Seit dem 18. Januar laufen die Trinkwasseranlagen des THW in Haiti rund um die Uhr. Zunächst nur zwei in unmittelbarer Nähe des Flughafens, mit dem Eintreffen des zweiten Teams der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) wurden zwei weitere in Léogâne aufgebaut. “Wir haben in den vergangenen Wochen etwa 3,5 Millionen Liter Wasser aufbereitet und an die Bevölkerung abgegeben”, bilanziert Tahn.

(Um die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation zu erfüllen, überprüfen THW-Kräfte das Wasser ständig in mitgeführten Laboren)

Trinkwasser gehört weiterhin zu den am dringendsten benötigten Versorgungsgütern in Haiti. “Wir waren am Anfang eine der ersten internationalen Organisationen die hier Wasser aufbereitet haben, mittlerweile sind aber auch andere Organisationen mit ihren Anlagen da und die Lage entspannt sich langsam”, sagt der THW-Einsatzleiter. Aufbereitet und verteilt wird das Wasser unterdessen mit der Unterstützung lokaler Kräfte. Damit folgt das THW-Team dem Prinzip “Cash for Work” (Bargeld gegen Arbeit), in dem Betroffene nach Katastrophen in die Nothilfe und Katastrophenbewältigung eingebunden werden. Dadurch erhalten diese eine Arbeit und die Hilfsmaßnahmen erfahren eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung. Die lokalen Mitarbeiter werden im Umgang mit den Trinkwasseraufbereitungsanlagen geschult, fahren Tanklastwagen und werden an den Verteilstellen eingesetzt. In Port-au-Prince wird das nach Qualitätskriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufbereitete Trinkwasser an 20 Abgabestellen unter anderem im Stadtteil Carrefour an die Menschen verteilt. In Léogâne wurde am THW-Camp ein Wasserkiosk eingerichtet und die Bevölkerung über Radiodurchsagen darüber informiert. Mit dem mobilen Trinkwasserlabor überprüft das THW die Wasserqualität in der Region.

(Alleine am Mittwoch wurden in Léogâne über 100.000 Liter Trinkwasser ausgegeben)

(Das THW leistet seit rund zwei Wochen überlebenswichtige Nothilfe in Léogâne)

Im Basislager in Léogâne, nahe dem Epizentrum des Erdbebens, bietet das THW neben der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser auch anderen Organisationen logistische und sanitäre Unterstützung an. So stellt das THW-Team beispielsweise die Stromversorgung für die Operationssäle medizinischer Organisationen in der Nachbarschaft sicher. In dem THW-Camp haben sich außerdem die Mitarbeiter anderer deutscher und internationaler Hilfsorganisation niedergelassen.

(Auf dem Gelände des SEEWA Camps laufen alle Informationen der unterschiedlichen Hilfsorganisationen zusammen, Foto: THW/Martin Pfisterer)

(In Cluster-Meetings der Vereinten Nationen stellen die jeweiligen Leiter und Vertreter der internationalen Hilfsorganisationen aktuelle Informationen vor. Foto: THW/Bert Schinkel-Momsen)

Die Deutsche Botschaft in Port-au-Prince wird seit dem Beginn der humanitären Nothilfe vom THW bei der Koordinierung der deutschen Hilfsmaßnahmen unterstützt. Auf Bitten des Auswärtigen Amtes wurde auf dem Botschaftsgelände eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

 

(Die INSARAG, International Search and Rescue Advisory Group of the United Nations; wurde 1991 in Beuggen, an der Grenze zur Schweiz, gegründet. Die aus mehreren Staaten zusammengesetzte Organisation ging aus den Erfahrungen der internationalen Hilfsorganisationen beim Erdbeben in Armenien im Jahre 1988 hervor)

(Bilder-, Textquelle: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, THW.de)

Dazu das Video der neuesten Version des 1985 erstmals aufgelegtenSongs “We Are the World“, das heute in Los Angeles seine Premiere hatte, im Jahr 2010 für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe in Haiti.

 

Ungeteilte Erinnerung – Gedenken an Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomber

Donnerstag, 11. Februar 2010

Der 13. Februar 1945 ist der furchtbarste Tag in der Geschichte Dresdens. Unter den Bomben alliierter Flugzeuge starben etwa 25000 Menschen. Große Teile der Stadt wurden zerstört. Am selben Tag sollten die letzten 175 von einst mehr als 5000 Dresdener Juden in das Getto Theresienstadt deportiert werden. Einer davon war der Literaturwissenschaftler Victor Klemperer. Der Angriff rettete den letzten Dresdener Juden, sofern sie nicht im Bombenhagel starben, das Leben. Im Chaos konnten sie untertauchen. Die Stadt, die in dieser Nacht unterging, war jedoch auch ihre Heimatstadt. Wenn am Samstag zum 65. Jahrestag dieser Ereignisse Tausende Menschen in Dresden auf die Straße gehen, um der Toten zu gedenken, gehört beides zur Erinnerung. Über die militärische Notwendigkeit dieses Bombardements kann man durchaus streiten. Unstrittig ist jedoch, dass die Luftangriffe den Tod nach Dresden zurückbrachten, den Deutschland mit dem von ihm ausgegangenen Krieg über Europa ausgebreitet hatte. Neonazis aus ganz Deutschland, die am Samstag erneut die Stadt heimsuchen werden, leugnen das. Ein im Bombenhagel brennendes Dresden bietet ihnen die ideale Projektionsfläche für einen verlogenen nationalistischen Mythos: Die Deutschen als schuldlose Opfer übermächtiger Feinde. In diesem braunen Denkschema wird aus einem von deutschem Rassenwahn getriebenen Eroberungskrieg ein nebulöses “Völkerringen” mit heldenhaften deutschen Vaterlandsverteidigern. Der widerliche “Bomben-Holocaust”-Begriff der sächsischen NPD ist der Schlussstein dieser Geschichtsfälschung. Gedenken hat immer auch mit Nachdenken zu tun. Wenn es um den alliierten Bombenangriff auf Dresden geht, ist das besonders notwendig. (Zitatende)
(Textquelle: Lausitzer Rundschau.de; Landeshauptstadt Dresden)

Kommentiert die Lausitzer Rundschau aus Cottbus mit der Überschrift “Ungeteilte Erinnerung – Gedenken an Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomber” im Vorfeld des 65. Jahrestages der Angriffswellen alliierter Bomber in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar und an den Tagen des 14. und 15. Februar wenige Wochen vor dem besiegelten Ende des Zweiten Weltkrieges mit apokalyptischer Zerstörung und zum am kommenden Samstag, dem 13. Februar 2010, angemeldeten und gerichtlich genehmigten Aufmarsch der rechtsradikalen Szene in Dresden. Ein unwürdiger Gedenktag droht der Stadt mit ideologischen Parolen und Gewalt auf den Straßen.
Die Demonstration wurde von der so genannten “Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland” (JLO) angemeldet. Der Verfassungsschutz im Bundesland Sachsen rechnet allein mit bis zu 8000 rechtsextremen Marschierern und mit einer Vielzahl an friedlichen Gegendemonstranten sowie gewaltbereiten Aktivisten aus der linken Szene, die Nazis und rechten und linken Extremisten von heute mißbrauchen die Opfer von damals. Mehrere tausend Polizeibeamte aus dem gesamten Bundesgebiet werden zum Wochenende in der sächsichen Landeshauptstadt zum Einsatz kommen.
Die Oberbürgermeisterin der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, Helga Orosz, ruft derweil unter dem Motto “Erinnern und Handeln. Für mein Dresden” zu einer Menschenkette am 13. Februar auf, um den gemeinsamen Willen der Dresdnerinnen und Dresdner auszudrücken, ihr Erinnern mit dem Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Menschenrechten zu verbinden, viele tausend Bürgerinnen und Bürger, die Generationen in Stadt und Land leben, werden kommen und Zeichen setzen. Wie ein symbolischer Schutzwall soll diese Menschenkette die Dresdner Innenstadt umschließen und als Symbol friedlichen Erinnerns und Mahnens wie auch als ein klares und starkes Zeichen gegen die Vereinnahmung dieses Gedenkens durch Rechtsextreme wirken. Von Dresden solle am 13. Februar 2010 ein Zeichen für Frieden und Menschlichkeit ausgehen, so die erste Bürgerin Dresdens.

Am Abend wird zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 in der Semperoper von Wolfgang Amadeus Mozart das Requiem (d-Moll KV 828) erklingen, das unvollendete Werk ist eines der erhabensten Werke der sakralen Musik, der Chor der Sächsischen Staatsoper Dresden und die Sächsische Staatskapelle Dresden werden unter der Leitung des ehemaligen Chefdirigenten des BBC Symphony Orchestra und des London Symphony Orchestra, Sir Colin Davis, der seit 1991 Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden ist, diesem Jahrestag den adäquaten und würdigen Rahmen geben.

Noch im Vorjahr war ich in der prachtvollen Sachsenmetropole (Bild unten, Neumarkt und Frauenkirche) an der Elbe mit glanzvoller wie tragischer Geschichte, deren Bürgerinnen und Bürger eine schwere Last zu tragen hatten und voller Zuversicht die Zukunft ihrer stolzen, kulturvollen Stadt als Symbol für Frieden und Versöhnung gestalten.

Hintergrundinformationen: Dresden.de, Frauenkirche Dresden.de, 13Febraur.Dresden.de

(Grafik-, Bilderquellen: Dresden.de, Soldatenglück.de)

Nachgang: “Über zehntausend Menschen bildeten Kette des Gedenkens an die Dresdner Bombennacht“, Pressemitteilung der Stadt Dresden

Aufstandsbekämpfung in Afghanistan: politische und ethische Dilemmata

Donnerstag, 11. Februar 2010

von Hans-Georg Ehrhart/Roland Kaestner (IFSH)

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (Bild unten, Dezember 2009 in Kunduz) hat mit seiner Charakterisierung des Afghanistaneinsatzes als “nicht-internationaler bewaffneter Konflikt” Klarheit in die deutsche Debatte gebracht. Es geht um eine kriegsähnliche Auseinandersetzung. Das Völkerrecht unterscheidet nur noch zwischen internationalen und nicht-internationalen bewaffneten Konflikten. Obwohl Krieg seitdem kein gültiger Rechtsbegriff mehr ist, findet er weiterhin in Form von organisierten Gewaltkonflikten zwischen oder innerhalb von Staaten statt. Während die Zahl der internationalen bewaffneten Konflikte seit 1949 stark rückläufig ist, steigt der Anteil der nicht-internationalen bewaffneten Konflikte. Ihnen wird seitens staatlicher Akteure oftmals mit dem Konzept der Aufstandbekämpfung begegnet.

Aufstandsbekämpfung ist nach heutigem Verständnis eine besondere Art der Kriegführung durch eine (im Fall Afghanistan von außen unterstützte) Regierung gegen oppositionelle Kräfte, die eine Kombination von offensiven, defensiven und stabilisierenden Maßnahmen umfasst. Aufstandbekämpfung zielt auf den Sieg über einen vermeintlich “schwachen” Gegner, der mit traditionellen militärischen Mitteln allein nicht niedergerungen werden kann. Im Kern geht es um ein politisches Problem: Um die Akzeptanz der jeweiligen Ordnungsvorstellungen in der Bevölkerung. Der Erfolg soll durch eine Kombination von “Zuckerbrot” – politische Einbindung, entwicklungspolitische Unterstützung etc. – für die politischen Akteure und die Teile der Bevölkerung, die mit dem Interventen kooperieren, und “Peitsche”, also hartes militärisches Vorgehen gegen diejenigen, die dazu nicht bereit sind, erzielt werden. Es handelt sich um einen asymmetrischen Konflikt, in dem sich der “Starke” modernster Kriegstechnik bedient, während der “Schwache” alle zur Verfügung stehenden Mittel – einschließlich terroristischer Gewaltakte – einsetzt und innerhalb der Bevölkerung operiert.

Der Stabilisierungsauftrag der NATO-geführten ISAF war und ist das ergänzende Gegenstück zum US-geführten Kampf gegen Al Qaida und die Taliban zur Unterstützung der afghanischen Regierung. Mittlerweile sind beide Operationen de facto unter amerikanischem Kommando integriert. Die Verschlechterung der Sicherheitslage im Norden Afghanistans hat nicht nur dazu geführt, dass sich die USA im von Deutschland geführten Regionalkommando Nord immer stärker mit Spezialkräften militärisch engagieren. Die intensivierten Aktivitäten der Aufständischen, aber auch Druck seitens der Bündnispartner und die afghanische Kritik am zurückhaltenden deutschen Vorgehen drängen die Bundesregierung dazu, den Schwerpunkt von der Stabilisierung hin zur Aufstandsbekämpfung zu verlagern. Dementsprechend sind die Einsatzregeln der Bundeswehr geändert worden. Zu erwarten ist auch eine weitere materielle und personelle Verstärkung des deutschen Kontingents. Die zunehmende militärische Aufstandsbekämpfung könnte Deutschland und die Bundeswehr in schwerwiegende politische und ethische Dilemmata führen.

Die Geschichte der Aufstandsbekämpfung zeigt, dass es sich dabei um die wohl älteste und brutalste Form von Gewaltkonflikten handelt. Aufstände der unterschiedlichsten Arten hat es in der menschlichen Geschichte häufig gegeben. Armeen der Herrschenden hatten wohl immer die Aufgabe gesellschaftlichen Gruppierungen in Schach zu halten und Aufstände niederzuschlagen. Die Aufstandsbekämpfung geschah bis zum Beginn der Moderne in der Regel durch exzessive Gewaltanwendung. Diese wurde in der Moderne etwas eingehegt durch die Aufklärung und die damit verbundenen humanistischen Normen sowie die Trennung von innerer und äußerer Sicherheit durch Polizei und Militär. Gleichwohl blieben erfolgreiche Aufstandsbewegungen weiterhin die Ausnahme. Erst nach 1945 schlug das Pendel zu Gunsten von Aufstandsbewegungen um, wie etwa die Erfolge gegen die Kolonialmächte gezeigt haben. Selbst mit brutalsten Mitteln (systematischer Terror, Folter, Massaker) geführte Aufstandsbekämpfungen in Algerien, Vietnam und Afghanistan endeten mit Niederlagen der involvierten Groß- und Supermächte. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Sie reichen vom stärkeren Rückhalt der Aufständischen in der Bevölkerung und ihrer größeren Leidensfähigkeit über die normative Einhegung der Gewalt durch das Völkerrecht bis zur Aversion postmoderner demokratischer Gesellschaften gegen exzessive Gewaltanwendung.

Der als externer Akteur auftretende demokratische Staat scheint im asymmetrischen Konflikt mit Aufständischen immer im Nachteil zu sein. Respektiert er die eigenen ethischen Grundsätze und die (völker)rechtlichen Normen, so dürfte er Schwierigkeiten haben gegen einen Gegner, dem das alles nichts bedeutet, weil er einer anderen “Rationalität” folgt. Passt sich der Starke den Methoden des Gegners an, so untergräbt er nicht nur die Moral der eigenen Streitkräfte, sondern auch die ethischen Grundlagen seiner Gesellschaft. Heutige Konzepte der Aufstandsbekämpfung suggerieren zwar, dass ein akzeptabler Weg durch den richtigen Mix von offensiven, defensiven und stabilisierenden Maßnahmen möglich sei. Aktuelle und historische Erfahrungen belegen aber eher das Gegenteil. Dies hat weniger mit fehlendem gutem oder gar bösem Willen der Interventen zu tun als mit strukturellen Dilemmata bei der militärisch gestützten Stabilisierung von schwachen Staaten bei gleichzeitiger Aufstandsbekämpfung.

Der Faktor Zeit arbeitet ebenso für die Aufständischen wie die Schwierigkeiten externer Akteure, ihre vielfältigen zivilen und militärischen Aktivitäten angesichts unterschiedlicher Interessen und Herangehensweisen sowie eines sehr volatilen Umfeldes effektiv zu koordinieren. Die einen müssen nur etwas zerstören, die anderen wollen einen Staat oder gar eine andere Gesellschaft aufbauen. Die einen werden bleiben, die anderen werden auf jeden Fall das Land verlassen (müssen), spätestens wenn zu Hause die politische Unterstützung wegbricht oder wenn sie im Einsatzland als Besatzer wahrgenommen werden Die einen haben die Wahl des Zeitpunkts und der Mittel, die anderen müssen reagieren und dadurch unerwünschte Nebenfolgen von potenziell großer Tragweite in Kauf nehmen. Die Problematik wird nahezu unlösbar, wenn die Aufständischen über einen Rückzugsraum verfügen und über ausreichend Nachschub an Finanzen, Material und Kämpfern. Dann stellt sich die Alternative, entweder horizontal zu eskalieren, also die Militäroperationen auszuweiten, oder im Lande zu deeskalieren, also das externe Militärengagement abzubauen.

Die zentralen Faktoren, warum die heutige Strategie des Westens wahrscheinlich scheitern dürfte, sind kulturelle Differenz, begrenzte Ressourcen und die Unmöglichkeit, das Sozialverhalten einer ganzen Gesellschaft von außen grundlegend zu verändern. Die große Gefahr ist, dass Deutschland immer mehr in einen “schmutzigen” Krieg hineinrutscht und dafür einen hohen Preis zahlen muss – politisch, personell, ethisch und finanziell. Folglich ist eine Strategie notwendig, die primär und zunehmend auf Stabilisierung mit zivilen Mitteln setzt und dabei folgende Aspekte beherzigt:

- bescheidenere Ziele statt tief greifende gesellschaftliche Umstrukturierung;
- Afghanisierung der Sicherheit statt internationale Truppenverstärkung;
- dezentraler Governance-Ansatz statt Förderung des Zentralismus;
- lokale Entwicklung statt Finanzierung der Korruption;
- regionale Einbettung des Konflikts statt horizontaler Eskalation.

Letztlich muss die Frage beantwortet werden, ob und wie sich Deutschland bei der Aufstandsbekämpfung in Afghanistan einbringen soll. Wird diese Form des nicht-internationalen bewaffneten Konflikts abgelehnt, müsste ein kurzfristiger Abbau des militärischen Engagements die Folge sein. Soll der Militäreinsatz mittel- oder gar längerfristig fortgesetzt werden, so müssten sehr gute politische Gründe im Sinne überzeugender und überprüfbarer strategischer Ziele angeführt werden, warum Deutschland die damit verbundenen hohen Kosten tragen sollte. (Zitatende)

Aktuelle Stellungnahme “Aufstandsbekämpfung in Afghanistan: politische und ethische Dilemmata” des IFSH vom 18.01.2010

Kontakt:
Dr. Hans-Georg Ehrhart (ehrhart @ ifsh.de),
Oberst a.D. Roland Kaestner (kaestner @ ifsh.de),
Roland Kaestner war zuletzt an der Führungakademie der Bundeswehr im Fachbereich Sicherheitspolitik und Strategie (FüAkBw FB SPS) auf Posten, Truppenverwendungen u.a. als Pionier und Fallschirmjäger-Offizier sowie als sicherheitspolitischer Referent im Bundestag und Lehrender sowie Forschender führten ihn in seiner Dienstzeit quer durch Deutschland und die SiPol-Themen.

(Textquelle: Institut für Friedens- und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg, IFSH.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int, (weiter…)



Der verborgene Krieg deutscher Elitesoldaten in Afghanistan (Video)

Donnerstag, 11. Februar 2010

- stern enthüllt Existenz geheimer Todeslisten bei der Nato
- KSK-Spezialkräfte schalten in Afghanistan gezielt Taliban-Führer aus
- Oberst Klein ließ schon vor dem 4. September bomben

Das Magazin stern aus Hamburg berichtet in seiner heute erschienenen Ausgabe 7/2010:

“Die Nato-Truppen in Afghanistan benutzen geheime Todeslisten im Kampf gegen die Taliban, um  deren Kommandeure auf hoher und mittlerer Ebene aufzuspüren, gefangen zu nehmen oder zu töten. Bei diesen Operationen ist neben amerikanischen Spezialeinheiten das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr beteiligt. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe.

Im Einsatzführungskommando in Potsdam wird darüber entschieden, wen die Deutschen auf so genannte JPEL-Listen (Joint Priority Effects List/Gemeinsame Wirkunsvorrangliste) setzen. Die endgültige Geneh-migung erteilt dann das Isaf-Hauptquartier in Kabul. Laut stern werden Personen auf diesen Listen in den Kategorien “c” und “c/k” geführt – “c” steht für “capture” (ergreifen), “k” für kill (töten). Dokumente und Aussagen von Beteiligten belegen dem Magazin zufolge die Existenz dieser Listen und ihre Verwendung in Afghanistan. Die Bundeswehr trägt angeblich nur Zielpersonen in die Liste ein, die gefangen genommen werden sollen – doch die Informationen sind auch Nato-Partnern zugänglich, deren Spezialeinheiten gezielt töten.

Dem stern zufolge benutzen amerikanische Special Operations Forces (SOF) den deutschen Stützpunkt in Mazar-e-Sharif für ihre Einsatz. Die Stationierung von 300 US-Elitekämpfern wurde vom Pentagon Anfang August 2009 beantragt, ohne dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung und das Bundeskanzleramt darüber informiert wurden. Erst nach dem Bombardement am 4. September, das der deutsche Oberst Klein angeordnet hatte und bei dem Dutzende Zivilisten starben, wurden die politisch Verantwortlichen in Berlin aufgeklärt.

Wie das Magazin weiter berichtet, war das KSK an dem Luftangriff vom 4. September maßgeblich beteiligt. Zu diesem Zeitpunkt bereitete das KSK eine Operation gegen den Taliban-Führer Maulawi Schamsuddin vor. Einer seiner Untergebenen sollte in jener Nacht beim Bombenabwurf auf zwei Tanklaster getötet werden. Nur vier Tage später, während Dorfbewohner noch Leichenteile ihrer Angehörigen einsammelten, forderte der Fliegerleitoffizier von Oberst Klein, Markus W. alias “Red Baron”, mehrere US-Kampfbomber zur Unterstützung der KSK-Operation gegen Schamsuddin an.

Nach Recherchen des stern hatte Oberst Klein bereits neun Tage vor der Bombennacht von Kundus einen Luftangriff auf Personen befohlen – obwohl ein amerikanischer Pilot vor zivilen Opfern gewarnt hatte. Oberst Georg Klein ist am heutigen Mittwoch als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Kundus-Affäre geladen.”

(Text-, Grafikquelle: Gruner+Jahr, stern.de;
Bilderquellen: U.S. Air Force.mil; NATO.ISAF.int, URUZGAN, Afghanistan –Sergeant Peter directs sniper, Private 1st Class Frank, from Dutch Army, 2nd Platoon, E-company, Battle Group-7, Task Force Uruzgan, in firing a warning shot at a suspected insurgent spotter. Insurgents often place people near stopped ISAF forces to relay information for possible attacks. The platoon was on a 3-day International Security Assistance Force mission conducting foot patrols through villages to meet the Afghan people and build friendships, Aug. 19, 2008, ISAF photo by Mass Communication Specialist 1st Class John Collins, U.S. Navy; Deutsches Heer.de, KSK übt in Calw)

Dazu das YouTube-Video der ARD WELTSPIEGEL Sendung von November 2009, die die aktuelle ”stern-Enthüllung” zur medial passenden Zeit (Untersuchungsauschuss-Vernehmung von Oberst Klein) relativiert:

USA: Geheime Tötungsliste in Afghanistan

 

US-Präsident Barack Obama ist seit kurzem Friedens-Nobelpreisträger. Aber auch unter ihm wird in Afghanistan offenbar eine umstrittene Kriegs-Praxis weitergeführt: Die tödliche Jagd auf Drogenbarone. Völkerrechtlich höchst umstritten, denn es handelt sich bei den “militärischen Zielen” um Zivilpersonen und rechtlich gesehen um “außergerichtliche Tötungen”.
Noch immer warten die Öffentlichkeit und auch die NATO-Partner auf die lang angekündigte “neue Afghanistan-Strategie” der USA.
Ein Bericht von Klaus Scherer, ARD Washington

DBwV: Oberst Kleins Aussage ist mutiger Schritt zur umfassenden Aufklärung

Donnerstag, 11. Februar 2010

Der Deutsche BundeswehrVerband begrüßt die gestrige Entscheidung von Oberst Georg Klein, vor dem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages auszusagen. “Ich halte das für einen mutigen Schritt zur umfassenden Aufklärung der Ereignisse vom 4. September 2009″, sagt Verbandschef Oberst Ulrich Kirsch.

Statt von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch zu machen, hat Klein den Mitgliedern des Ausschusses fast fünf Stunden lang Rede und Antwort gestanden. Damit stelle Klein seine persönlichen Belange im laufenden Ermittlungsverfahren hinter das Aufklärungsinteresse von Parlament und Öffentlichkeit. “Das verdient die Anerkennung aller”, betont Kirsch mit Hinweis auf die Obleute aller Bundestagsfraktionen im Untersuchungsausschuss. Diese sprachen Klein gestern ihren Respekt aus.

“Der Deutsche BundeswehrVerband steht weiterhin voll zu seinem Mitglied Georg Klein”, so Kirsch. Vorverurteilungen empfinde er als unerträglich und unnötig.

Gleichzeitig würdigt der Verbandschef die gestrige Regierungserklärung von Außenminister Westerwelle: “Es ist ein wesentlicher Fortschritt für alle Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, dass die Bundesregierung endlich die Situation in Afghanistan als bewaffneten Konflikt im Sinne des humanitären Völkerrechts bezeichnet”. Dieser vom BundeswehrVerband schon lange geforderte Schritt sei überfällig gewesen. Vorbehaltlich einer anders lautenden höchstrichterlichen Entscheidung müssten nun auch die Einsatzregeln des “nichtinternationalen bewaffneten Konflikts” für die Bundeswehr gelten.

(Text-, Grafik-, Bildquelle: DBwV.de)

Rechtsanwalt Prof. Dr. Bernd Müssig spricht für Oberst Georg Klein (Videos)

Donnerstag, 11. Februar 2010

Die Nacht von Kunduz
und das politische Nachspiel im regierenden Berlin
und juristische Implikationen in Karlsruhe

Die politische Bewertung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr ist in steter Bewegung, “ein bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerrechts”, so der Außenminister und Vizekanzler gestern im Deutschen Bundestag.

Der Kommandeur des PRT Kunduz vor dem Verteidigungsauschuss des Deutschen Bundestages zur Einsatz-Zeitphase September 2009 im ISAF Regional Command North in Afghanistan, zur Bedrohungslage und zum Luftschlag gegen Taliban mit zivilen Opfern:

 

Rechtsanwalt Prof. Dr. Bernd Müssig (Videostandbild oben) von der Kanzlei Redeker Sellner Dahs & Widmaier (Standort Bonn) nimmt die rechtliche Vertretung des Berufssoldaten und Stabsoffiziers Oberst Georg Klein wahr. “Herr Oberst Klein bedauert jedes Opfer dieses Konflikts, insbesondere den Tod unschuldiger Zivilisten. Wir wissen, Sie alle wissen, jedes Opfer, jeder Tote, ist einer zu viel, dies war und ist Oberst Klein sehr bewusst …”, so Anwalt Bernd Müssig für seinen Mandanten Georg Klein am 10. Februar 2010 vor dem Deutschen Bundestag zu Beginn der Aussage vor dem Verteidigungs- bzw. Untersuchungsauschuss.
PS: Die gewählte YouTube-Video-Überschrift des YouTube-Nutzers ist nicht ganz so vortrefflich …
Hier noch ein ZDF-Video:

 

General Winter regiert die USA – White House im Blizzard-Modus

Donnerstag, 11. Februar 2010

The german word is “Schneegestöber”

Blizzard = blitzartig

Gestern am 10. Februar 2010 wurden in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. 139 cm Schneehöhe gemessen, was in den Weiten Russlands alle Winter wieder fast schon normal ist, ist für Washington D.C. hingegen mit den südlicheren Koordinaten 38° 53′ 42.402” N, 78° 57′ 49.083” W und 7 Metern über dem Meeresspiegel ein Jahrhundertereignis. Das war keine Mega-Schneekanone im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und auch keine russische Wunderwaffe im Gefecht, was den Jahrhundertrekord verursachte, sondern nüchterne Meteorologie mit zwei aufeinander folgenden Blizzards. Ein Blizzard entsteht infolge eines kräftigen Kaltlufteinbruchs aus Richtung der Polarregion. Dabei dringt die polare Kaltluft in Tiefdruckgebieten bis weit nach Süden vor, da auf dem nordamerikanischen Kontinent keine in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge existieren. Der Begriff Blizzard wurde zuerst in Nordamerika verwendet, mittlerweile auch in Nordskandinavien sowie in der Antarktis und leitet sich aus dem deutschen Wort “blitzartig” ab.

Die Fotos zeigen die Zentrale der größten Macht der Welt, das Weiße Haus wie im Eismärchen, seit Wochenbeginn waren viele US-Bundesbehörden aufgrund heftiger Schneestürme nur bedingt einsatzbereit, die Administrationen kamem zum Erliegen, Ministerien (Departments) mussten geschlossen bleiben, das Parlament (Kongress) setzte seine Sitzungen aus und auch das Weiße Haus musste eine Reihe offizieller Termine absagen.

Hunde und Kinder haben Freude am Schnee, im ebenso wie Washington D.C. betroffenen New York hatten 1,1 Millionen Kinder schulfrei und der Präsidentenhund von Barack Obama und Familie, der Portugiesische Wasserhund namens “Bo”, kämpfte sich mit tierisch Spaß durch die Schneemassen im Garten des Weißen Hauses.

(Bilderquelle: White House.gov, Pete Souza)

Hintergrundninformationen: aktuelle Wetterbeobachtung Nordamerika vom Deutschen Wetterdienst (DWD), weltweite Wetterinformationen des DWD (WWIS.DWD)