SWP-Studie: Afghanistans Drogenkarriere
von Dirk ~ 12. Februar 2010. Zu lesen unter: Sicherheitspolitik.Von der Kriegs- zur Drogenökonomie
von Citha D. Maass
Die Studie untersucht Beginn und Wandel der Drogenproduktion in Afghanistan während der Kriegsjahrzehnte. Afghanistan errang 2008 mit 93 Prozent der Weltproduktion an Opiaten eine Monopolstellung auf dem illegalen Weltmarkt für Opium, Morphin und Heroin. Ausgangspunkt der kommerziellen Drogenproduktion war der antisowjetische Jihad seit 1979, den die Mujahedin mit Unterstützung der CIA, der USA und anderer westlicher Staaten führten. Zunächst entstand eine »Drogen-Waffen-Pipeline«, aus der sich eine Kriegsökonomie entwickelte. Nach dem Zusammenbruch des Taleban-Regimes 2001 rehabilitierten die USA die früheren Mujahedin-Führer, die sich – ebenso wie das Taleban-Regime – weitgehend durch das Drogengeschäft finanziert hatten und zu »Kriegsunternehmern« geworden waren. Ab 2002 kooptierte Präsident Hamid Karzai diese Kriegsunternehmer in das neue politische System mit der Folge, dass sich ab 2005 eine Drogenökonomie konsolidierte.
Die Drogenökonomie als neues ordnungspolitisches System im Nachkriegs-Afghanistan (»kriminalisierter Frieden«) lässt sich so charakterisieren: Eine Interessenallianz verbindet die schwache Regierung Karzai mit den kooptierten vormaligen Kriegsherren, die schwachen staatlichen Institutionen sichern Macht, Pfründen und Profit. Die illegale, auf der Drogenökonomie basierende Wirtschaft dominiert den rudimentären legalen Wirtschaftssektor. Die Bedingungen für eine stabile Friedensordnung sind nach der von systematischem Wahlbetrug belasteten Wiederwahl Präsident Karzais am 20. August 2009 ungünstig: Die Machtverflechtungen in der kriminalisierten Friedensordnung dürften Präsident Karzais Spielraum für durchgreifende Reformen einengen. Realistisch gesehen werden 20 bis 30 Jahre nötig sein, um die Drogenindustrie zu schwächen und eine stabile Friedensordnung zu errichten.
 zur vollständigen SWP-Studie 2010/S 02, Januar 2010, 34 Seiten
Weitere SWP-Studien zur Sicherheitspolitik bei Soldatenglück.de.
(Text-, Grafikquelle: Stiftung Wisenschaft und Politik.de;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int, HERAT, Afghanistan–Afghan Border Police, ABP, members perform a count of illegal items seized during an ambush on Dec. 14. This was the largest seizure to date by the 4th Brigade of the ABP. ISAF photo by U.S. Air Force TSgt Laura K. Smith;
A Marine with Alpha Company, 2nd Reconnaissance Battalion, Marine Expeditionary Brigade-Afghanistan, cuts a bag of poppy seeds open Oct. 6, 2009, in the Salaam Bazaar in Helmand province, Afghanistan. The Marines of Alpha Company seized and destroyed a much larger quantity of drugs Aug. 12 when they first visited the bazaar. 2nd Marine Expeditionary Brigade Photo by Cpl. Aaron Rooks;
Marines with Alpha Company, 2nd Reconnaissance Battalion, Marine Expeditionary Brigade-Afghanistan, pour gasoline on bags of poppy seeds Oct. 6, 2009, in the Salaam Bazaar in Helmand province, Afghanistan. The bazaar raid marked the second such raid in recent months. 2nd Marine Expeditionary Brigade Photo by Cpl. Aaron Rooks;
BALA BALUK, Afghanistan–Opium fields ready for harvesting are the target of poppy eradication by Afghan National Security Forces in Bala Baluk district on April 15, 2009. Tractors plow up poppy fields to prevent farmers from harvesting their opium crop. ISAF Photo by U.S. Navy Petty Officer 1st Class Monica R. Nelson)


























29. Januar 2012 um 21:40 Uhr
[...] soldatenglück ist ein Artikel über die Wandlung von der Militär- zur Drogenökonomie in Afghanistan. Weiter von [...]