Kundus-Affäre erreicht Kanzlerin

von Dirk ~ 14. Dezember 2009. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.

Bw-Bundeskanzleramt Dez 2009

Angela Merkel kann zu den fast täglich bekannt werdenden neuen Details in der Affäre um den Luftschlag von Kundus nicht länger schweigen. Zu viele Widersprüche tun sich bei der verheerenden Militäraktion in Afghanistan auf. Und auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss endlich nachvollziehbar erklären, warum er zuerst die Aktion in Kundus für militärisch notwendig hielt und dann exakt das Gegenteil verkündete. Die Kundus-Affäre hat sich längst zur bislang schwersten Krise der neuen Regierung ausgeweitet. Dabei geht es in erster Linie gar nicht um die Schuldzuweisung bei diesem Militärschlag. Denn es ist vermessen, aus sicherer Entfernung das persönliche Verhalten der Beteiligten vor Ort in einem kriegsähnlichen Einsatz zu beurteilen. Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht, die genauen Umstände der Aktion zu erfahren. Sie muss sich darauf verlassen können, dass die Befehls- und Informationslinien vom Minister bis zu den Soldaten im Einsatz funktionieren. Es muss klar sein, dass ein ziviler Verteidigungsminister die Bundeswehr führt und nicht die Generäle. Auch die Frage, ob Spezialkräfte in Afghanistan gezielt Personen töten dürfen, muss eindeutig beantwortet werden. Sonst verliert der ohnehin unpopuläre Einsatz am Hindukusch vollends seine Glaubwürdigkeit.

Kommentiert Martin Kessler von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

(Textquelle: Rheinische Post.de;
Bildquelle: Soldatenglück.de, Blick vom Reichstagsgebäude Deutscher Bundestag auf das Bundeskanzleramt im Dezember 2009)

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1 Kommentar zu Kundus-Affäre erreicht Kanzlerin

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