GORCH FOCK Unglück – Jennys Traum lebt weiter in der Jenny-Böken-Stiftung
von Dirk ~ 22. November 2009. Zu lesen unter: Bundeswehr, Gedenken.
Seitdem die Familie der Marine-Sanitätsoffizieranwärterin Jenny Böken, die Eltern Marlis und Uwe Böken und Brüder Björn und Sven, die Mitteilung der Bundeswehr: “Wir haben die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Tochter Jenny heute Nacht, um 23.43 Uhr, über Bord des Segelschulschiffs GORCH FOCK gegangen ist und seitdem vermisst wird” am 04. September 2008 überbracht bekamen, sind über 14 Monate vergangen.
Am 16. November 2009 hat Jennys Mutter Marils Böken aus den Händen des Kölner Regierungspräsidenten Hans Peter Lindlar und in Anwesenheit des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages Reinhold Robbe als Schirmherr die Stiftungsurkunde der Jenny-Böken-Stiftung entgegen genommen. Die Bilder oben zeigen Jenny Böken mit ihrer Mutter Marils bei der Vereidigung in der Marineschule Mürwik, Jenny als Offizieranwärter (OA) im Sommer 2008 am Ruder des Segelschulschiffes GORCH FOCK in der Flensburger Förde und unten Marlis Böken am 16. November 2009 bei der feierlichen Übergabe der Stiftungsurkunde der Jenny-Böken-Stiftung durch den zuständigen Regierungspräsidenten.
Jennys Mutter, Marlis Böken (51), gründete aus eigener Initiative und Kraft bei sich nach und nach einstellender Unterstützung aus dem Deutschen Bundestag, dem Schleswig-Holsteinischen Landtag, der Deutschen Bahn AG und der Marine der Bundeswehr die Jenny-Böken-Stiftung und ist die Vorsitzende der Stiftung. Im Stiftungsvorstand wird Marlis Böken von namhaften Persönlichkeiten unterstützt, so sind Hans-Josef Paulus, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen und Ortsvorsteher von Geilenkirchen-Teveren, der Heimatstadt von Jenny, Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Christoph Gaudecki und Dr. med. Jörg Schmidt, Chefarzt im HELIOS Klinikum Berlin-Buch im Vorstand der gemeinnützigen Stiftung. Stiftung-Zweck und -Ziel sind:
- sich um in Not geratene Familien von getöteten und gefallenen Soldatinnen und Soldaten zu kümmern,
- sich um Soldatinnen und Soldaten und deren Familien, die infolge ihres Dienstes dienstunfähig geworden sind, zu kümmern,
verunglückten Bundeswehrangehörigen und deren Hinterbliebenen unkompliziert und schnell mit Rat und Tat sowie finanziell zu helfen;
im Übrigen beabsichtigt die Stiftung gesondert Gelder für den Bau eines Lazarettschiffs zu sammeln, das der Bundesmarine für humanitäre Zwecke geschenkt werden soll.
Diese berührenden Worte über ihre Tochter Jenny (Bild unten) hat Marlis Böken auf der eigens eingerichteten Internetseite www.Jenny-Böken-Stiftung.de formuliert:
“Sie wollte zur Bundeswehr, zur Marine, dort Medizin studieren (Bild rechts, Jenny beim Abi-Ball) und als Ärztin nicht nur für ihre Kameraden und Kameradinnen da sein, sondern auch in Auslandseinsätzen humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung leisten. Jenny hat ihren Traumjob in einem Bild für einen Malwettbewerb der Volks- und Raiffeisenbanken im Jahr 2007 festgehalten. Das Bild zeigt sie in fleckengetarnter Uniform mit den Schulterklappen eines Oberleutnant zur See. In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 endete Jennys junges Leben durch einen tragischen Unfall auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag.
(Marlis Böken mit dem von Jenny in 2007 gemalten Bild
mit dem Titel: “Mein Traumberuf”)
Jennys Traum wird aber auf eine andere Art in der Stiftung, die ihren Namen trägt, weiterleben. Durch die Stiftungsarbeit kann sie nach ihrem Tod mehr Kameradinnen und Kameraden helfen, als es ihr als Marineärztin je möglich gewesen wäre. Durch die Stiftung holen wir ein Stück von Jenny, nämlich ihre Nächstenliebe, aus dem Himmel zurück;
[...]
Abschließend möchte ich alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr herzlich grüßen. Meine Gedanken sind, nicht nur heute, besonders bei den Truppen in den Auslandseinsätzen. Sie sind tapfere und mutige Männer und Frauen, die Tag für Tag ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren, um mit Mandat des Deutschen Bundestages für Frieden, Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Dass das in Afghanistan im Bereich Kunduz für Sie Krieg bedeutet, wenn auch nicht im völkerrechtlichen Sinne, macht mich sehr betroffen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie alle gesund an Körper und Seele aus Ihren Einsätzen zurückkehren. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Jenny- Böken –Stiftung immer für Sie da sein und versuchen Ihnen mit allen Mitteln und Kräften beizustehen.” Zitatende
Bedingt durch einen Autounfall im April ist Marlis Böken auf einen Rollstuhl angewiesen, der Beinbruch heilt nur schleppend.
Die Vorsitzende der Jenny-Böken-Stiftung ist Marils Böken, sie ist zugleich die Stifterin, die Lebensversicherungsumme von Jenny in Höhe von 50.000,- Euro ist das Stiftungskapital. Weil es ein Unfall war, hat die Versicherung die doppelte Summe ausgezahlt. Das Geld von der Lebensversicherung in die Stiftung zu investieren, sei für sie die einzige mögliche Verwendung gewesen, so Jennys Mutter. “Ich hätte mir einfach kein Auto oder so etwas davon kaufen können”, sagt Marils Böken anwesenden Jounalisten und weiter: “Das verstehen vielleicht nur Eltern.” “Ich habe die moralische Verpflichtung, auch für all diejenigen da zu stehen, die zu schnell vergessen werden.”
Bei der feierlichen Übergabe der Stiftungsurkunde an Marlis Böken waren auch Haupftfeldwebel Frank Eggen (Angriff-auf-die-Seele.de/ptbs), der Wehrbeauftrage Reinhold Robbe und Fregattenkapitän Stephan Riensch von der Marine dabei.
Soldatenglück.de berichtete seinerzeit über das tragische GORCH FOCK Unglück.
(Bilderquelle, Grafik-, Textauszüge: Jenny-Böken-Stiftung.de)
Jenny Böken, 05. September 1989 – 04. September 2008
Die kirchliche Trauerfeier am 24. September 2008 in Geilenkrichen-Teveren.
Die maritime Grabstätte von Jenny Böken.
Hintergrundinformationen: Jenny-Böken-Stiftung.de
(Die Bilder, die das junge Leben von Jenny im Spektrum zwischen Teenager, Pretty Woman und Matrosin bzw. Marine-Sanitätsoffizieranwärterin nachfühlen lassen und in lebendiger Erinnerung halten, dürfen hier bei Soldatenglück.de mit freundlicher Genehmigung von Maria Elisabeth “Marlis” Böken veröffentlicht werden, vielen Dank dafür!)




































23. November 2009 um 10:49 Uhr
Meine tiefste Hochachtung vor Frau Marlis Böken! Ein ehrenvolles Andenken an Jenny Böken.
Vielleicht zu Weihnachten etwas weniger Stress und Tand – dafür mit dem einen oder anderen Euro derart gute Stiftungen, auch die Bundeswehr selber mit Aktion Cash e. V., Soldaten helfen Kindern in der Dritten Welt, Lachen helfen e. V. etc., unterstützen.
22. Januar 2011 um 13:54 Uhr
ich find es soo schreklich mit jenny
ich halte auch beide daumen hoch für die frau boeken
die das alles durchhält
mein tiefstes mitgefühl
von mir MIRKO PETERS
(frau böken ist meine klassenlehrerin)
mirko eters 14 j.
23. Januar 2011 um 19:06 Uhr
Lieber Mirko,
ich finde es toll, wenn junge Leute wie Du, sich hier an dieser Stelle zu Wort melden und ihrem Mitgefühl Ausdruck verleihen.
24. Januar 2011 um 20:45 Uhr
vielen dank helga D. für dieses nette kompliment
obwohl ich diese sache für das normalste halte
aber es gibt natürlich auch die anderen:D
mfg. Mirko Peters ,an alle.
29. Januar 2011 um 23:17 Uhr
Sehr geehrte Frau Böken.
Ich möchte Ihnen und Ihrer Familie mein tiefempfundenes beileid ausdrücken. Einige Fragen bewegen mich trotzdem. Mir ist das alles sehr suspekt, was auf der Gorch Fock so passiert sein soll. Waren das alles nur Unfälle..?? Ich glaube es nicht wirklich. Entschuldigen Sie bitte.
MfG Herr Sterzinger.
Ich habe selber einen 22 jährigen Sohn. Man macht sich so seine Gedanken..!!