Gebirgsjäger Karl-Theodor zu Guttenberg nimmt die Hardthöhe ein (Video)
von Dirk ~ 23. Oktober 2009. Zu lesen unter: BMVg.unabhängig im Geist und im Handeln
Wenn eine Gebirgsjäger sich aussuchen darf, ob er Innen- oder Verteidigungsminister wird, dann ist die Antwort klar. Er wird der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr in Friedenszeiten, der weltweit gefahrvolle Einsätze zu führen und zu verantworten hat.
Soldatenglück.de berichtete schon im Februar: “Der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist Stabsunteroffizier der Gebirgsjäger-Truppe”, von der Edelweiss-Kaserne in Mittenwald ins Berliner Bundeswirtschaftsministerium und nun noch auf die Bonner Hardthöhe und in die Berliner Stauffenbergstraße in den Bendlerblock.
Wenn das keine “ministerielle Druckbetankung” ist, dann weiß ich auch nicht.
Der Mann, pardon Freiherr, ist 37 jahre jung, kann vernünftig die NATO- und Welt-Sprache Englisch und ist außen- und sicherheitspolitisch versiert, hat im Unteroffiziersdienstgrad in Mittenwald (GebJgBtl 233) gedient, seine Vorfahren verstanden etwas vom Deutschen Widerstand, er schafft das Sport- und Leistungsabzeichen, ist blitzgescheit, “AC/DC-Hardrocker” und kann gleichwohl verständlich und klar reden und hat ein Rückgrat – das ist schon mehr als manche vor ihm schafften und konnten – und was er sonst noch alles kann, wird er uns gewiss bald zeigen, dabei wird er nicht alles anders machen, aber vieles besser.
Es kann nicht hoch genug geschätzt werden, dass einer der beliebtesten und populärsten Politiker unseres Landes das Verteidigungs-Ressort übernehmen wird. Das wird gut sein für die Bundeswehr und es wird die rund 250.000 Soldatinnen und Soldaten, von denen derzeit über 8.200 im Auslandseinsatz sind, stärken. Darum will dieser Streitkräfte-Blog Karl-Theodor zu Guttenberg gerne Soldatenglück, politisches Fortune und persönlich alles Gute wünschen mit einem kräftigen Horrido – Joho!
Am 20. Juli 2009 bei der Gedenkveranstaltung des 65. Jahrestages hielt Karl-Theodor zu Guttenberg (Bild unten) in Berlin-Plötzensee diese Rede. Karl-Theodor zu Guttenberg, diesen gleichen Namen wie sein Großvater Jahrgang 1921 trägt der Enkel Jahrgang 1971. Der Großvater Guttenbergs war als Wehrmachtsoffizier im Umfeld des deutschen Widerstandes aktiv, dessen Onkel Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg (Jahrgang 1902) tat Dienst beim Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht unter Admiral Canaris mit Verbindungen zum Kreisauer Kreis und wurde nach dem 20. Juli 1944 als Widerständler inhafiert. Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg wurde in der Nacht zum 24. April 1945 in Berlin, nachdem er seit Sommer 1944 unter Folter inhaftiert war und der Krieg kurz vor dem Ende stand, nahe des Gefängnisses Lehrter Straße von einem Kommando des Reichssicherheitshauptamtes ermordet.
Der Neffe von Karl Ludwig und Großvater Karl Theodor des designierten Verteidigungsministers K.-T. zu Guttenberg geriet 1944 in britische Gefangenschaft, was ihn wohl vor der Verfolgung nach dem 20. Juli rettete, bei den Briten arbeitete er für den Soldatensender Calais. Nach dem Zweiten Weltkrieg begründete er die CSU in Bayern mit, war lange Jahre Bundestagsabgeordneter und zuletzt bis 1969 Staatssekretär im Bundeskanzleramt.
Beitrag von Deutsche Welle TV über Karl-Theodor zu Guttenberg als Bundeswirtschaftsminister:
DW-Begeleittext: “Er ist erst seit einem halben Jahr Mitglied der Bundesregierung – Wirtschaftminister zu Guttenberg. Aber in der Rangliste der beliebtesten Politiker hatte er zeitweilig sogar Kanzlerin Merkel abgehängt. Das Erstaunliche – Der 37-Jährige punktet vor allem mit eigentlich unpopulären Äußerungen.”
PS: “Das Kabinett der Soldaten” – Und ein “anderer junger Soldat” ist als Bundesgesundheitsminister nominiert, Dr. med. Phillip Rösler (36) Stabarzt d.R., 1992 als Sanitätsoffizieranwärter in den Dienst der Bundeswehr eingetreten, 16 Jahre Soldat auf Zeit, heute Reserveoffizier. Die Promotion zum Dr. med. hat Phillip Rösler im Themenbereich Herz-Thorax-Gefäßchirurgie abgelegt.
Bild oben: Stabsarzt d. R. Dr. Philipp Rösler (links) informierte sich während einer Wehrübung (mobbeordert beim LKdo Niedersachsen, KVK Region Hannover) im Tropeninstitut Hamburg, Foto: Oberstleutnant Hans-Otto Joswig (Reservistenverband).
Der bei Soldatenglück.de schon unter dem Titel: “Ausgedient – Wer übernimmt nach der Wahl das Verteidigungsressort?” “behandelte” Fallschirmjäger-Hauptmann Dirk Niebel (46) wird das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) übernehmen.
Bild oben: Fallschirmjäger Dirk Niebel, SaZ 8 im Feldwebel-Dienstgrad in Calw, zum Hauptmann d.R. aufgestiegen, im Bild bei der Beförderung am 14.11.2008 durch BM Franz Josef Jung. Als Hauptmann ist Dirk Niebel mobbeordert bei der Division Spezielle Operationen (DSO) und diente regelmäßig in den parlamentarischen Sommerpausen als Wehrübender.
(Videoquelle, Textauszug: Deutsche Welle bei YouTube.com;
Bilderquellen: zu Guttenberg.de, BMI.Bund.de,Hans-Joachim M. Rickel, Bundeswehr.de/BMVg.de, Angriff-auf-die-Seele.de)
Hintergrundinformationen: zu Guttenberg.de, Gedenkstätte Deutscher Widerstand.de


























23. Oktober 2009 um 18:35 Uhr
Jemand “da oben” hatte wohl endlich ein Einsehen mit unseren Soldaten. Hoffentlich bringt der Freiherr eine Menge frischen Wind in die Köpfe auf der Hardthöhe und dem Bendlerblock! Als Wirtschaftsminister war er der Kanzlerin wohl zu “aufsässig” und zu “beliebt” – nach dem Motto, lass keinen stärker sein als ich. Bleibt zu hoffen, dass er sich auch weiterhin nicht verbiegen lässt.
23. Oktober 2009 um 20:33 Uhr
Wie ich neulich hier an anderer Stelle angemerkt habe, ist es dringend erforderlich, endlich wieder einen obersten Dienstherren von Format zu haben, nicht nur in Richtung der Truppe sondern auch in Richtung der Verbündeten. Anders als sein Vorgänger wird er hoffentlich weniger Rücksicht auf die Machtarithmetik in Berlin nehmen müssen. Dass er sich publizistisch ja bereits freigeschwommen und Format gebildet hat, kann dem Ansehen des Amts nur nützen. Jedenfalls hat man den Eindruck, dass hier nicht Amt & Person aus reinen Proporzgründen zusammenfinden, wie das zuvor leider öfters der Fall war. Allerdings sollte sich der gelernte Unteroffizier nun auch nicht vom Lametta der Generäle blenden lassen, wenn er alte Zöpfe abschneiden möchte.
23. Oktober 2009 um 22:44 Uhr
Es kann ja nun auch nur besser werden im Bendlerblock – KTzG gibt aber tatsächlich Anlaß zur Hoffnung.
24. Oktober 2009 um 00:22 Uhr
Super, dem Mann traue ich viel zu. Daumen hoch! Dem Jung weine ich keine Träne nach. Guttenberg, du machst das schon!
24. Oktober 2009 um 11:01 Uhr
[...] Karl-Theodor zu Guttenberg nimmt die Hardthöhe ein bzw. den Bendler Block. Seit langer Zeit endlich mal wieder ein bundeswehraffiner [...]
24. Oktober 2009 um 11:58 Uhr
Hi, habe nen kleinen Fehler entdeckt.
Zizat Website von Dr.med. Rösler:
“ACHTUNG, wichtiger Hinweis: Entgegen vielerlei Presseartikeln und Berichten bin ich NICHT Facharzt für Augenheilkunde, sondern von Beruf einfach Arzt. “
24. Oktober 2009 um 12:05 Uhr
@Dr. Stern – Danke, für den Hinweis! Das habe ich im Text korrigiert bzw. den Facharzt weggelassen. Nach den mir vorliegenden Informationen ist Phillipp Rösler 1992 als Zeitsoldat und Sanitätsoffizieranwärter in die Bundeswehr eingetreten. An der Medizinischen Hochschule Hannover nahm er 1993 das Studium der Humanmedizin auf, das Philipp Rösler 1999 mit dem Staatsexamen abschloß und damit Arzt ist. Rösler war im und nach dem Humanmedizin-Studium als Sanitätsoffizier und Truppenarzt in der Bundeswehr tätig. Eine Facharztausbildung in Augenheilkunde am (BWK) Bundeswehrkrankenhaus Hamburg und im Bw-Fachzentrum in Hannover soll er absolviert und im Jahr 2002 in die Promotion zum Dr. med. gemacht haben. – Die Facharztausbildung Augenheilkunde (die auch Zeit bedarf) lassen wir dann weg, vielleicht hat er die FA-Ausbildung einfach nicht zu Ende geführt, die SaZ-Dienstzeit hat er ja auch nicht versucht zum Berufsoldaten weiterzuführen, bekanntlich ist er nach der Erfüllung seiner Verpflichtungszeit (16 Jahre) wie viele Mediziner/Truppenärzte aus der Bundeswehr ausgeschieden, er hatte nachweislich “attraktivere Angebote”, die nicht weniger verpflichtend sind.
25. Oktober 2009 um 02:50 Uhr
In der Laufbahn der SaZ 16 bzw. heute SaZ 17 ist keine vollständige Ausbildung zum Facharzt egal welchem Gebietes vorgesehen. Zur Zeit erhält jeder SanOffz SaZ 17 drei Jahre Weiterbildungszeit in einem Fachgebiet, die meisten Fachärzte bedürfen aber 5 Jahren Weitebildungszeit, einige sogar 6 Jahre Weiterbildungszeit. Besonders förderungswürdige Individuen erhalten während ihrer Dienstzeit die Möglichkeit die Weiterbildung zum Facharzt abzuschließen, dies ist aber an eine Verlängerung auf SaZ 20 bzw. an eine Übernahme als Berufssoldat gebunden.
Kurzer Überblick über die Laufbahn der SanOA/SanOffz:
- 3 Monate AGA
- 6 Jahre Studium Medizin
- 12 Wochen Einweisungslehrgang SanAk München
- 18 Monate Weiterbildung BwKrhs
- 36 Monate Truppenarztzeit
- 18 Monate Weiterbildungszeit
- Truppenarzt bist DZE
Die Laufbahn der SanOffz ist z.Zt. beständig im Wandel, so dass was ich heute schreibe morgen vielleicht schon nicht mehr aktuell ist. Aber dies ist mein momentaner Wissensstand als SanOA kurz vor Ende des Studiums.
25. Oktober 2009 um 02:58 Uhr
@Dr. Stern – Danke, sehr gut, weitermachen, oder besser Nachtruhe in Angriff nehmen, der Soldat soll sich gesund halten, dazu gehört auch gut schlafen. Schönen Gruß, D.H.
25. Oktober 2009 um 10:52 Uhr
Ich bin nicht der CDU Mann, doch glaube ich dass diese Wahl eine gute Entscheidung ist. K-T zu Gutenberg, ist ein Mann der noch sehr nahe an den aktuellen Themen und den Soldaten der Bundeswehr ist. Jung ist mir zu distanziert und politisch, für diesen Job, auch immer gewesen. Die Bundeswehr braucht junge und kompetente Führer, die eine neue Struktur mit neuen Ausbildungsmethoden den Soldaten nahe bringt, Er sollte den alten Strategen in der Bundswehr die Angst nehmen, neue Wege zu gehen und damit auch mehr Verantwortung zu übernehmen. Auch denke ich, das auf Grund seiner militärischen Ausbildung er sich besser in die Lage der Einsatzkräfte versetzten kann und somit auch ehr nachvollziehen kann, was der Soldat im Einsatz braucht um Eigenschutz und Auftragserfüllung optimal umzusetzen. Das sollte mit einem Verteidigungsminister seiner Art der Bundeswehr gut tun. Ich gehe auch davon aus, dass seine weltpolitischen Ansichten offner sind und er uns damit auch besser in der Weltpolitik vertritt.
26. Oktober 2009 um 10:12 Uhr
Hoffentlich hebt er die Blog-Beschränkung “Maulkorberlass” für unserer Soldaten im Einsatz auf.
25. Februar 2010 um 13:50 Uhr
Unser konservativer Minister
Noch ist er im Amt, wie lange noch?