stern-Umfrage: Afghanistan spielt für die Deutschen bei der Bundestagswahl kaum eine Rolle – Jung soll im Amt blieben
von Dirk ~ 16. September 2009. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.Eine deutliche Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan – für die persönliche Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl spielt das Thema bei den meisten allerdings nur eine untergeordnete Rolle.
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die neue, am Donnerstag erscheinende Ausgabe des Hamburger Magazins stern befürworten derzeit 55 Prozent einen Rückzug der deutschen Soldaten, 38 Prozent sprechen sich dagegen aus. Der Trend einer immer stärkeren Ablehnung des militärischen Engagements am Hindukusch ist damit allerdings erstmals gebrochen. Noch im Juni hatten sich 61 Prozent für einen Rückzug der Bundeswehr ausgesprochen; damals waren kurz zuvor drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen.
53 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der in der vorvergangenen Woche von der Bundeswehr angeordnete Angriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklaster das internationale Ansehen Deutschlands beschädigt hat, 39 Prozent sehen das nicht so. Bei dem Bombardement waren etwa 100 Menschen getötet worden, darunter auch zahlreiche Zivilisten. Laut Forsa sind 19 Prozent der Deutschen der Ansicht, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sollte wegen des Luftangriffs zurücktreten, 68 Prozent halten das nicht für nötig.
Bei der Bundestagswahl am 27. September spielt das Thema Afghanistan nur eine Nebenrolle. Auf die Frage “Hat die Haltung der Parteien zum Abzug der Bundeswehr Einfluss auf Ihre Wahlentscheidung?” antworteten 3 Prozent der Befragten mit “sehr großen”, 12 mit “großen” und 23 mit “weniger großen”. Für 57 Prozent spielt Afghanistan gar keine Rolle.
Datenbasis 1000 Befragte am 10. und 11. September 2009, Institut: Forsa Berlin, Auftraggeber: stern
(Grafik-, Textquelle: Magazin stern aus Hamburg)























16. September 2009 um 13:28 Uhr
Nicht nur die deutsche Bevölkerung hat ein Problem mit diesem Kriegseinsatz in Afghanistan, auch in den USA schwindet die Zustimmung: 58 % der amerikanischen Bevölkerung lehnt diesen Krieg mittlerweile ab! Präsident Obama muss selbst in den eigenen Reihen bangen, Zustimmung für seinen Plan einer Truppenaufstockung von ca 68 000 Soldaten zu bekommen, so berichtet heute Spiegel online.
16. September 2009 um 14:46 Uhr
Is ja komisch: Kurz nachdem es einen Sprung um 2-3% in den Umfragewerten für die LINKE gegeben hat, sind sich “Experten” ganz sicher, dass das nicht mit Afghanistan zu tun hat. Und es finden sich andere “Experten”, die das glauben…
16. September 2009 um 15:09 Uhr
@Paul – Das bezeichne ich als Populismus-Prozent-Faktor, “Raus aus Afghanistan”, “Reichtum für alle”, die Prozente kommen und gehen. Die Nachwuchs-Nazis der NPD und DVU schreiben sich in “stolz-deutscher Schrift” auf die PKW-Heckscheibe “Todesstrafe für Kinderschänder”, das Niveau ist dasselbe, der Effekt der Gleiche: Populismus pur, Halbwertzeit eine Woche.
16. September 2009 um 15:17 Uhr
Wenn jemand Freibier für alle versprechen würde, würde der auch gewählt werden. Leider reicht das berühmte wohlwollende Desinteresse der Bundesbürger nicht zur Beruteilung der Lage in Afghanistan aus. Als Timo Kässner bei Anne Will auftrat hat nicht nur Gregor Gysi den Mund gehalten sondern sogar Peter Scholl Latour. Immerhin zwei politische Irrlichter, die sonst nicht den Mund halten können und vehement den Abzug fordern.
Das Umfrageergebnis zeigt lediglich, dass sowohl Regierung als auch Bundeswehr eine falsche Informationspolitik betreiben. Aber gerade die Informationsarbeit der Bundeswehr unterliegt der Dauerbehindergung durch die exSED/Die Linke.