Taliban-Bombardierung: PRT Kunduz Kommandeur Oberst i.G. Klein im Bild-Interview

von Dirk ~ 13. September 2009. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.

Bw-BILD Taliban Bombardierung O GK

“Ich halte es für unbedingt notwendig und richtig,
dass solche Untersuchungen durchgeführt werden,
wenn Menschen ums Leben gekommen sind.”

Oberst i.G. Georg Klein weiter: “Ich bin seit Anfang April dieses Jahres Kommandeur und habe bis heute zu meinem Bedauern vier gefallene Kameraden vom Wiederaufbauteam Kunduz zu beklagen. Jeder gefallene ISAF-Soldat und jeder getötete Zivilist ist einer zu viel.”

Ein Mann im Kreuzfeuer der Kritik. In Bild am Sonntag spricht Oberst Klein, der Mann, der den Luftangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan veranlasste

Tagelang haben westliche Verbündete den von der Bundeswehr veranlassten Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster in der Nähe von Kunduz scharf kritisiert. Unter den über 100 Toten sollen auch zahlreiche Zivilisten gewesen sein.

Im Mittelpunkt der Kritik steht Oberst Georg Klein, 48, der die Luftunterstützung in der Nacht zum 4. September anforderte und gegen den staatsanwaltliche Vorermittlungen laufen … zum vollständigen Artikel bei BILD.de

(Textauszüge, Grafik: Bild.de)

bookmarks

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Tausendreporter
  • Technorati
  • BlinkList
  • Folkd
  • Furl
  • blogmarks
  • Netselector
  • newskick
  • Newsrider
  • Oneview
  • Weblinkr
  • YahooMyWeb

2 Kommentare zu Taliban-Bombardierung: PRT Kunduz Kommandeur Oberst i.G. Klein im Bild-Interview

  1. HelmAbZumGebet

    Ich halte es auch für richtig, dass dieser Vorfall untersucht wird. Was ich für völlig falsch halte ist die Tatsache, dass die Kameraden, die in Afghanistan stehen, keine klare Rechtslage haben. Jede Entscheidung über den Einsatz tödlicher Gewalt ist beeinflußt von dem Wissen, dass in der Heimat ein Staatsanwalt über die ‘Angemessenheit’ des Einsatzes entscheidet. Ein ziviler Staatsanwalt, der sich nicht vorstellen kann, was es bedeutet, in Afghanistan an der Front zu stehen. Ich will hier nichts aufrechnen – aber neulich haben britische Spezialeinheiten in Kundus einen britischen Reporter befreit. Dabei kamen der Uebersetzer sowie eine Mutter und ihr Kind ums Leben (unter anderem). Wo ist hier der Aufschrei der Nato-Staaten? Ich habe das Gefühl, dass an deutsche Soldaten andere Maßstäbe gelegt werden als an die übrigen Streitkräfte. Und das kann nicht sein, dann müssen unsere Kameraden wieder heimkommen und die Arbeit denen überlassen, die eine ‘Lizenz’ zum Töten haben!

  2. HED

    @HelmAbZumGebet

    100 % Zustimmung!!! Man stelle sich das in unseren Zivilberufen vor – bei allem was man tut, hat einen der Staatsanwalt oder auch “nur” der Chef im Visier. Geht man mit Bedacht vor, stellen sich die Kollegen dagegen und werfen einem “Faulheit”, “mangelnde Arbeitskraft” oder “Teamunfähigkeit” vor…

    Mit welchen Gefühlen gingen wir morgens zur Arbeit, wie motiviert wären wir alle noch? Dazu kommt die private Belastung aufgrund ständiger Abwesenheit, die permanente Angst der Frau, Kinder, Eltern, die die Familie bis an die äußerste Belastbarkeit herausfordert sowie die Angst um das eigene Leben, körperliche und seelische Unversehrtheit. Von fehlender Akzeptanz in der Bevölkerung, mangelhafter Fachkompetenz der “Auftraggeber” und dem Nichteinstehen für seine “Mitarbeiter” des “Firmenchefs” ganz zu schweigen.

    Und über allem schwebt die Frage des Warum und Wieso??? Ein Politikum, das niemand richtig durchschaut (von Energieproblemen in der Zukunft, Geltungsbedürfnis mancher Bündnispartner u. v. m.), wird fadenscheinig mit Menschenrechten und zivilem Wiederaufbau begründet – dafür müssen unsere Soldaten ihre Gesundheit, ihr Leben, ihr Privatleben aufs Spiel setzen und wir – ihre Familien – werden gezwungen, auf Jahre hinaus keinen ruhigen Schlaf und kein unbeschwertes Leben mehr zu führen. Nur wer jemals im Einsatz war – und das sind auch wir Familien – weiß, wie wir “bestohlen” werden. Und bei aller Sorge müssen wir die Kraft aufbringen, unserem Soldaten den Abschied, den Einsatz davor, dazwischen und danach einigermaßen erträglich zu machen – die Einsätze mehren sich, die Einsatzdauer wird immer länger!
    Oft genug sind auch wir am Ende unserer Kräfte – interessiert das jemanden?
    Unsere werte Frau Bundeskanzlerin war bislang noch auf keiner Trauerfeier eines gefallenen Soldaten, die Abgeordneten weichen in Gesprächen über dieses Thema schnellstens aus, die Bevölkerung hat zwar keine Ahnung, aber ihre Meinung …

Einen Kommentar hinterlassen

« Back to text comment