Die Bundeswehr wird in diesen Tagen tragisch und in Lichtgeschwindigkeit zu dem was sie immer war, zur Ultima ratio / zum letzten Mittel der Politik
von Dirk ~ 7. September 2009. Zu lesen unter: Streitkräfte&Gesellschaft, Verteidigungspolitik.Ein somalisches Piraten-Skiff und ein U.S. F-15 Kampfjet katapultieren die Bundeswehr von der Bredouille in die bittere Realität der Neuen Kriege
Ein somalischer Pirat auf einem Skiff wurde heute von Bundeswehr-Marinesoldaten der Fregatte BRANDENBURG im Einsatz der EU NAVFOR Somalia Operation ATALANTA erschossen, afghanischen Zivilisten in unbekannter Anzahl sollen Opfer eines US-Luftangriffes geworden sein, den der Bundeswehr-Kommandeur des PRT Kunduz im Afghanistan-Auslandseinsatz der International Security Assistance Force (ISAF) angefordert hat.
Die deutsche Politik und die deutsche Gesellschaft haben innerhalb weniger Tage diese “neue Realität der Bundeswehr” zu verkraften und zu verstehen, Europa und die Welt deuten die Realität je nach Standpunkt, die Soldaten der Bundeswehr haben die unterschiedlichen Realitäten zwischen Washington, Brüssel, Berlin und Kunduz schon lange zu ertragen.
Afghanistan:
Der Bundesverteidigungsminister will zivile Opfer bei dem Luftschlag in Afghanistan nun nicht mehr ausschließen. Einen vorläufigen NATO-Bericht, der von mehreren zivilen Opfern spricht, dementiert er nicht.
Nach Informationen des ZDF hat eine Untersuchungskommission der NATO einen geheimen Berichtsentwurf erarbeitet, der auch dem Bundesverteidigungsministerium vorliegt. Darin wird die Zahl der Toten und Verletzten mit 90 beziffert. Die Zahl der Toten schwankt dabei zwischen 70 und 78. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, so der Bericht, seien unter den Getöteten und Verletzten zahlreiche Zivilisten. Wie viele der Getöteten Taliban oder wie viele Zivilisten seien, könne nicht mehr ausgemacht werden, da alle Toten nach islamischem Brauch bereits bestatten wurden. Jung bekräftigt im ZDF-Interview außerdem, dass bei der klaren Bedrohungslage der Schutz der Bundeswehrsoldaten im Vordergrund stehen müsse.
Somalia:
Atalanta: Fregatte Brandenburg stoppt verdächtiges Skiff
Berlin/In See , 07.09.2009, Stand: 16 Uhr.
Am 7. September gegen 5.40 Uhr MESZ, versuchte die Fregatte Brandenburg im Golf von Aden ein der Piraterie verdächtiges Skiff mit fünf bewaffneten Insassen zu stoppen. Die Insassen wollten sich der Überprüfung entziehen.
Nachdem die Piraterieverdächtigen auf wiederholte Warnhinweise und Warnschüsse nicht reagierten, hat der Force Commander EU NAVFOR ATALANTA die Erlaubnis zum Schußwaffengebrauch auf den Bootskörper – ohne das Boot manövrierunfähig zu machen – gemäß den Einsatzregeln erteilt. Im Rahmen der Schussabgabe wurde ein Insasse des Skiffs schwer verletzt und verstarb trotz unmittelbarer medizinischer Hilfeleistung.
Nach der Schussabgabe warfen die Insassen des Skiffs Waffen und eine Enterleiter über Bord und stoppten auf. Die Piraterieverdächtigen und das Skiff selbst werden derzeit an Bord der Fregatte Brandenburg überprüft. [Nachtrag 15.09.2009, so ging die Sache aus: "... Damit sieht die Bundesregierung unter dem gültigen Rechtsrahmen keine Alternative zu einer Freisetzung der vier Piraterieverdächtigen. Am 14. September um 16.09 Uhr MESZ hat die Fregatte Brandenburg die Piraterieverdächtigen auf Weisung des EU-Operationshauptquartiers in Sichtweite der somalischen Küste freigelassen. Der Leichnam des an seinen Verletzungen gestorbenen fünften Beteiligten soll mit Unterstützung somalischer Behörden in Abstimmung mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes nach Somalia überführt werden."]
EU NAVFOR warship BRANDENBURG stops suspected pirates
Today the EU NAVFOR German warship Brandenburg investigated a suspected pirate skiff with a crew of five in the Gulf of Aden just south of Al Mukalla.
The EU NAVFOR warship launched a helicopter that observed, and filmed, the skiffs crew throwing ladders and weapons overboard. The skiff was ordered to stop but continued on at speed. The EU NAVFOR warship, through an interpreter, exhorted the skiff to stop but the skiff continued. Further warning shots were fired across the bow, the skiff stopped and a team boarded the skiff from a Rhib where weaponry was found. One of the five suspected pirates was wounded in the incident and although he received medical treatment onboard Brandenburg, was later pronounced dead.
(Textquelle:
Einsatz.Bundeswehr.de; EUNAVFOR.eu;
Bilderquellen:
Kadin 2048, Wiki, Ultima Ratio Regum = “letztes Mittel der Könige” – Kanonen-Inschrift, früher vor allem in Frankreich und Preußen, vor dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien;
U.S. Air Force.mil; An F-15E Strike Eagle takes off from Bagram Airfield, Afghanistan. The F-15E’s primary role in Afghanistan is providing close-air support for ground troops. U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Craig Seals)

























8. September 2009 um 02:03 Uhr
[...] This post was mentioned on Twitter by Captain Patch. Captain Patch said: Die Bundeswehr wird in diesen Tagen tragisch und in Lichtgeschwindigkeit zu dem was sie immer war, zur Ultima ra.. http://bit.ly/1k2gr [...]