Archiv für August, 2009

Ein vorbildlicher Soldat, General a.D. Dr. Günter Kießling, ist gestorben

Samstag, 29. August 2009

Bw-Kiessling Guenter DrGen aD

Bitteres Unrecht und zeitloses Vorbild für die Bundeswehr

General Kießling ist vorgestern im Alter von 83 Jahren gestorben. Eine letztes Mal wurde sein Name in den Nachrichten-Sendungen quer durch die Republik erwähnt, allerdings nicht weil er ein außerordentlicher und vorbildlicher Soldat der Bundeswehr war, sondern weil sein Name mit einem politischen Skandal in Zusammenhang gebracht wird.
“Günter Kießling, Jahrgang 1925, stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Als 14-Jähriger trat er in eine Unteroffiziersvorschule der Wehrmacht ein. Wegen Tapferkeit vor dem Feind wurde er mit dem EK I ausgezeichnet. Bei Kriegsende war er mit 19 Jahren Leutnant. Nach der Kapitulation machte er als Bauhilfsarbeiter auf einer Abendschule sein Abitur in Berlin und promovierte zum Doktor der Volkswirtschaft in Bonn. 1954 wurde er Leutnant im Bundesgrenzschutz, 17 Jahre später der jüngste General der Bundeswehr, ohne je einer Partei angehört zu haben. Und seit 1982 war Kießling – inzwischen einer der drei höchsten Offiziere der Bundeswehr”, schreibt WELT ONLINE unter der Überschrift “TODESFALL KIEßLING – Der General, der an Selbstmord dachte und siegte”.

Ich hatte das Privileg, Günter Kießling in den vergangenen Jahren mehrfach zu begegnen und mit ihm zu reden, mein Vater hat in seinem Kommandobereich gedient. Günter Kießling war bis ins hohe Alter “seiner Bundeswehr” und “seinen Kameraden” in allen Dienstgradgruppen treu verbunden. Ob bei den Tagen der Reservisten, beim Parlamentarischen Abend des Deutschen BundeswehrVerbandes, bei Vorträgen an den Standorten, einer Rede oder einem Festakt, Einladungen an ihn aus der Bundeswehr, setzten den sympathischen Kameraden und hochgeachteten Vier-Sterne-General außer Dienst von seiner Wahlheimat Rendsburg in Schleswig-Holstein in Marsch an jeden Ort in Deutschland. Seine Soldaten wollten ihn dabei haben, wollten ihn immer wieder rehabilitieren und ihm zurück signalisieren, wir sind alle Soldaten und Ihnen ist bitteres Unrecht angetan worden. Günter Kießling vermittelte den Soldaten der Generationen nach ihm den gelebten Begriff “treu zu dienen” als soldatische Tugend und ein Lebensgefühl, der Bundeswehr und der Kameradschaft verpflichtet zu sein. Soldatsein war für ihn Beruf aus Berufung, er hat sein Leben dem Soldatendasein gewidmet, das machte ihn als Offizier sehr erfolgreich und wurde ihm zugleich zum vermeintlichen Verhängnis. Seine Werte wie Ehre und Pflichtbewußsein überlebten und überleben Verteidigungsminister aller politischer Colour und diese Tugenden sind allemal mehr wert als ein niederträchtiges, ehrloses Manöver eines schäbigen, inkompetenten Abwehrdienstes und die fatale Selbstüberschätzung und Fehlbeurteilung eines Politikers und Ministers.

Zweifelsohne, Günter Kießling geboren am 20. Oktober 1925 in Frankfurt/Oder und gestorben am 28. August 2009 in Rendsburg war ein großer deutscher General, ein Vorbild an militärischer Expertise, als Menschenführer, an Kameradschaftlichkeit, Pflichterfüllung und Treue, nun ist er nicht mehr unter uns, keine Kaserne und kein Preis ist nach ihm benannt, nur ein Politik-Skandal, für Günter Kießling gilt: er hat in seinem Leben und darüber hinaus für die Bundeswehr mehr getan, als die Bundeswehr zu Lebzeiten oder nach seinem Tod für ihn.

MAD heute

Der MAD fragt und sucht übrigens noch heute in Zeiten homosexueller Bundesland-Regierungschefs (HH, B) und zukünftiger, bekennend-schwuler Vizekanzler (G.W.) und trotz Kießling-Affäre noch immer bei Sicherheitsüberprüfungen von Bundeswehr-Angehörigen nach gleichgeschlechtlicher Orientierung als Sicherheitsrisiko, allerdings mit dem scheinheilig politisch-korrekten Zusatz, das sei ja heutzutage kein Problem mehr, aber der MAD müsse das schon wissen. Dass ein Sicherheitsrisko allerdings erst und dann entsteht, wenn gleichgeschlechtlich orientierte Soldatinnen oder Soldaten stigmatisiert und als Sicherheitsrisko bezeichnet werden, ist noch nicht klar geworden bei den Oberverdachtschöpfern mit ehrloser Vergangenheit. Das DDR Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hatte in den Zeiten der Bonner Republik mehr “Romeo-Agenten” erfolgreich im Einsatz als der andere Pleiten-, Pech und -Pannen MAD-Partner-Dienst Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) erfassen konnte, von “Detlev-Agenten” wurde meiner Kenntnis nach kein einziger konkreter Fall bekannt.

(Textauszug: WELT ONLINE.de;
Bildquelle: Deutsches Heer.de, General a.D. Dr. Günter Kießling als Redner beim Tag des Fähnrichs an der Heeresflugabwehrschule in Rendsburg am 23.02.2007)



US-Band Incubus unterstützt verwundete US-Soldaten (Video)

Donnerstag, 27. August 2009

Pentagon Channel kann cool

Bw-Command Performance

Incubus, eine US-amerikanische Rock-Band aus Kalifornien, die sich 1991 gründete und mittlerweile den Musikstil der Alternative Rock spielt und über die Grenzen der USA hinaus bekannt ist, zum Beispiel mit dem Titel “Love Hurts” wird von Pentagon Channel interviewt.

Mit dem Band-Gründer Brandon Boyd und dem Mann am E-Bass und Sänger Ben Kenney spricht der Repoter von Pentagon Channel im coolen Backstage-Format Command Performance über das nächste Album und die Bereitstellung von Konzert-Freikarten für verwundete US-Soldaten durch die Band. Die Musiker von Incubus engagieren sich gesellschaftlich und teilen ihren Erfolg, so gründeten sie die gemeinnützige Stiftung “Make Yourself Foundation”.
Der amerikanische Militar-Channel kommt gut zurecht mit den “außergewöhnlichen” Interview-Partnern und dem Bericht aus der Musikszene und steht dabei VIVA und MTV in nichts nach. Das Command Performance-Format von Pentagon Channel ist eine Serie.

(Grafik-, Videoquelle: Pentagon Channel.mil)

Struck: Merkel muss den Bürgern klarer sagen, was Sache in Afghanistan ist

Donnerstag, 27. August 2009

Bw-Merkel A BK HQ ISAF

Der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, den Bürgern die Bedeutung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr nicht hinreichend genug zu erklären. Afghanistan müsse viel stärker als bisher zum gesellschaftlichen Thema in Deutschland werden. Der Ex-Verteidigungsminister sagte der in Hagen erscheinenden Westfalenpost: “Ich erwarte von Bundeskanzlerin Merkel, dass sie den Menschen viel deutlicher sagt, warum wir da sind. Sie muss klipp und klar machen, dass deutsche Soldaten im Einsatz sterben können.” Weiter solle die Regierungschefin viel offener sagen, dass auch deutsche Soldaten töten müssten, wenn sie in eine entsprechend bedrohliche Lage kämen. Struck wandte sich gegen einen baldigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan: “Ich sehe nicht, dass wir in absehbarer Zeit vom Hindukusch abziehen können. Keinesfalls in zwei bis drei Jahren.” Über eine Ausstiegs-Strategie müsse intern in der Nato und mit der afghanischen Führung diskutiert werden. Struck, der sich in Kürze aus der Bundespolitik zurückzieht, sagte weiter, es sei einfacher, die Bundeswehr zu führen als eine Fraktion. “Fraktionen sind heute nicht mehr mit der Peitsche zu führen, wie vielleicht zu Herbert Wehners Zeiten. Völlig ausgeschlossen.”
Schreibt die Westfalenpost aus Hagen in ihrer heutigen Ausgabe.

(Textquelle: Westfalenpost.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de, Artikel zum BK´in Merkel Afghanistan-Besuch)

Der afghanische Traum

Donnerstag, 27. August 2009

Ein afghanischer Wirtschaftsstudent spricht über die Zukunft seiner Heimat

Haider Amiry gehört zum Führungsnachwuchs Afghanistans. Der im westafghanischen Herat lebende Vater zweier Kinder arbeitet als Manager einer Hilfsorganisation und möchte in der fernen Zukunft in die Politik. Nebenbei studiert er am Afghan German Management College – einem Weiterbildungsinstitut, das per E-Learning Managementwissen an den Hindukush bringt. Im Interview spricht er über seine ersten Eindrücke von Deutschland, die Situation in Afghanistan und über sein Studium beim Afghan German Management College.

Bw-AGMC Student ToBrackmann

Warum bist Du hier?

In Afghanistan arbeite ich für die Nichtregierungsorganisation “Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.” als Operations Manager. Die Organisation hat ihren Hauptsitz in Deutschland. Auf meiner Deutschlandreise lerne ich Details über das Hauptquartier kennen, zum Beispiel wie “Help” organisiert ist und finanziert wird. Außerdem erhalte ich sehr gute interkulturelle Erfahrungen.

Was hast Du denn bereits hier entdecken können?

Vorher war ich lediglich in Pakistan mal gewesen. Aber Deutschland ist eine vollkommen andere Welt für mich. Ich bin hier zum ersten Mal mit dem Zug gefahren. Das war sehr beeindruckend. Aber es ist etwas kühler hier im Sommer. In Afghanistan haben wir jetzt 43 Grad und mehr.

Hast Du an den Präsidentschaftswahlen in Deiner Heimat teilgenommen?

Nein, leider nicht. Denn ich bin zum Zeitpunkt der Wahl bereits in Deutschland gewesen. Ich hätte aber Karzai gewählt. Denn er hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass immer mehr Straßen gebaut wurden und der Aufbau der Armee voranging. Zwar ist Korruption in Regierungskreisen vorhanden, doch ist dies in weiten Teilen Afghanistans der Fall. Es braucht halt seine Zeit.

Welche Bedeutung haben die internationalen Streitkräfte im Land?

Viele Afghanen fragen sich, warum immer noch soviele internationale Armeen in Afghanistan sind. Es handelt sich jedoch nicht um Besatzungstruppen, denn Karzei lädt sie ein, damit sie für Sicherheit sorgen. Der wirtschaftliche Aufbau nach 30 Jahren Krieg wäre in den letzten Jahren ohne ISAF nicht möglich gewesen.

Was würde passieren wenn sich die NATO aus Afghanistan auf einem Schlag zurück zieht?

Wenn die NATO nicht mehr da wäre, dann würde es mit Afghanistan immer schlechter und schlechter werden. Die wirtschaftliche Entwicklung könnte nicht weiter gehen. Außerdem haben wir viele ethnische gewaltbereite Gruppen, die auf ihre Chance warten, um zuzuschlagen. Sie warten darauf, dass die NATO geht. Mehr Soldaten, die Präsenz zeigen, würden zudem das Gefühl der Sicherheit erhöhen. Trotzdem ist die Sicherheitslage angespannt. Als ich von Herat nach Kabul flog, wurde selbst der Flughafen von Herat beschossen, obwohl Herat bislang als relativ friedlich galt.

Wie war es zur Talibanzeit?

In der Talibanzeit musste ich ins Gefängnis, weil ich keinen langen Bart wie sie getragen habe. Die Zustände in der Zelle im Gefängnis waren schrecklich. Andere Menschen verließen Afghanistan wegen der Taliban. Das wollte ich nicht. Wenn wir alle das Land verlassen, wer würde es denn aufbauen?

Welche Bedeutung hat das Studium am Afghan German Management College für Dich?

Die meisten Afghanen würden gern Arzt oder Ingenieur werden, denn diese Jobs sind gut bezahlt. Sie wollen nicht ins Management und beschäftigen sich dementsprechend auch nicht mit Managementthemen. Aber ich denke, dass selbst ein Arzt über ein solches Wissen heute verfügen muss. Früher habe ich auf Arbeit beispielsweise viele Dinge selbst erledigt. Durch das Studium habe ich gelernt Aufgaben an meine Mitarbeiter zu delegieren und die Prozesse zu kontrollieren. Die Arbeit wurde dadurch erfolgreicher. Denn früher war ich als Manager derjenige, der Entscheidungen traf. Jetzt lasse ich meine Mitarbeiter Entscheidungen treffen. Ich trete Kompetenzen ab.

Welche Träume hast Du für Dich und für Afghanistan?

Da ich in meinem Land einige positive Entwicklungen gesehen habe, blicke ich optimistisch in die Zukunft. Um mein Wissen zu erweitern, möchte ich in nächster Zeit ein mehrmonatiges Praktikum in Deutschland machen. Denn alles was ich hier lerne, bringe ich mit nach Afghanistan, um für das Land zu arbeiten. Später möchte ich gern mein Land noch stärker mitgestalten. Vielleicht gehe ich in die Politik. Wir müssen weiter machen und Afghanistan aufbauen.

Die Fragen stellte Thomas Brackmann

(Bild-, Textquelle und Kontakt: Thomas Brackmann, brackmann@afgemaco.com)

Soldatenglück.de berichtete über das Afghan German Management College (AGMC) als Initiative von ehemaligen Bundeswehr-Offizieren zuletzt im Januar 2009: “Afghanistan-Hilfe von ehemaligen Bundeswehr-Offizieren und Reservisten der besonderen Art: AFGHAN GERMAN MANAGEMENT COLLEGE”.

afghan-german-managemnet-college

Hintergrundinformationen: www.afgemaco.com

Mi-17 Flugsimulator für afghanische Helikopter-Piloten-Ausbildung (Video)

Donnerstag, 27. August 2009

Die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte wird zunehmend spezialisierter, ein mehrere Millionen Dollar teurer Flugsimulator für den Helikopter Mi-17, russischer Bauart, unterstützt die Pilotenausbildung. Der Mi-17 Full Mission Simulator des rumänischen Unternehmens SIMULTEC ist in Kabul im Einsatz.

(Videoquelle: NATOChannel.tv)



Bilder des Tages – Edward “Ted” More Kennedy 2009 (Videos)

Mittwoch, 26. August 2009

Bw-Obama Kennedy WH 21042009

President Barack Obama and Sen. Ted Kennedy walk down the South Lawn sidewalk at the White House April 21, 2009.

Speaking at Blue Heron Farm in Chilmark, Massachusetts, the President honors the late Senator Edward M. Kennedy. August 26, 2009.

Bw-Obama Kennedy 21042009

President Barack Obama and Sen. Ted Kennedy participate in a national service event at The SEED School of Washington, D.C., April 21, 2009.

Bw-Obama B Kenndy E

President Barack Obama and Senator Ted Kennedy participate in a national service event at The SEED School of Washington, D.C., where H.R. 1388, the Edward M. Kennedy Serve America Act was signed April 21, 2009. The legislation tripled the size of AmeriCorps and provides new service opportunities for millions of Americans at all stages of their lives.

Bw-Obama Kennedy Biden Clinton 21042009

President Barack Obama meets with former President Bill Clinton, Sen. Ted Kennedy and Vice President Joe Biden in the Oval Office April 21, 2009.

Bw-Obama Kennedy Green Room 05032009

President Barack Obama talks alone with Sen. Edward Kennedy in the Green Room of the White House March 5, 2009.


Vice President Biden spoke at the Department of Energy this morning and paid tribute to his dear friend, Senator Ted Kennedy.
A full transcript of the Vice President’s remarks can be found here: White House.gov

(Bilderquelle: White House.gov)

Hintergrundinformationen:
Senator Edward Kennedy.gov
, The Kennedy Museum, Berlin.de

Der letzte große Kennedy (Videos)

Mittwoch, 26. August 2009

Bw-The Kennedys

Edward M. Kennedy ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Als letzter der vier Kennedy Brüder – John F. Kennedy (er wurde 1963 als U.S. Präsident in Dallas ermordet), Joseph P. Jr. (Joe fiel 1944 als Pilot im II. Weltkrieg) und Robert F. Kennedy (er wurde 1968 als Präsidentschaftskandidat in Los Angeles ermordet) und nun starb Edward Kennedy, er erlag seinem Krebsleiden. Edward Kennedy (oben Bildmitte) war das jüngste von neun Kindern des Unternehmers Joseph P. Sen. Kennedy und dessen Frau Rose, die irischer Abstammung waren. John Fitzgerald und Robert “Bobby” Francis Kennedy waren zu Lebenzeiten legendär und ihr tragischer Tod machte sie unsterblich, in diese Tradition hat sich der seinerzeit jüngste der drei Kennedys, Edward “Ted” More Kenndey, als herausragende Persönlichkeit der US-Poltik mit weltweitem Ansehen eingereiht, der letzt große Kennedy wird bei seinen Brüdern auf dem Nationalfriedhof Arlington/Virginia nahe Washington D.C. beigesetzt werden.

“Größter Senator unserer Zeit”

Der langjährige amerikanische Senator von Massachusetts und demokratische, liberale Poltiker, auch der “Löwe des Senats” genannt hat den Kampf gegen den Gehintumor verloren, er starb Dienstagnacht mit 77 Jahren in seinem Haus in Hyannis Port am Cap Code am Atlantik. Senator Kennedy war bis 2007 Vorsitzender des Senat-Sozialauschusses und bis zuletzt Mitglied im Militärausschuss, er sprach sich gegen den Irak-Krieg aus.
Das Bild unten zeigt Edward Kernnedy bei einer Rede anlässslich des Besuches des britischen Premierministers Gordon Brown in der JFK Presidential Library in Boston am 18 April 2008.

Bw-Kennedy Edward JFK library Boston, 18042008 Crown

Ed Kennedys Familie erklärte: “Wir haben den nicht zu ersetzenden Mittelpunkt unserer Familie verloren.” Barack Obama, der, wie Bill Clinton, auch und besonders der Unterstützung Edward Kennedys als “demokratischem Urgestein” seinen fulminanten Sieg zu verdanken hat, dessen Familie mit den Kennedys befreundet ist, der derzeit auf der Insel Martha’s Vineyard vor Cape Code (Bild unten) nahe dem Kennedy-Familiensitz Urlaub macht, dessen Kinder von Edward Kennedy und seiner Frau einen Hund geschenkt bekamen, äußerte sich betroffen und nannte Kennedy, den “größten Senator unserer Zeit” und “One of the Most Accomplished Americans Ever to Serve our Democracy”.

Bw-Obama zum Tod E Kennedys

Edward Kennedy war seit 1962 für die Demokraten im amerikanischen Senat und einer der einflussreichsten Senatoren Amerikas. Das Bild unten zeigt Senator Kennedy im Weißen Haus mit Barack Obama bei einer Diskussion im Vorfeld der Obama-Initiative zur Reform des amerikanischen Gesundheitssystems, die Edward Kennedy am Herzen lag und für die er bis zuletzt kämpfte.
1980 (Video unten) redete Edward Kennedy bei der Democratic Convention, er machte damals den Weg frei für den demokratischen Parteifreund Jimmy Carter der U.S. Präsident wurde, Kennedys Worte blieben bis heute in Erinnerung:
“die Arbeit geht weiter, die Hoffnung lebt noch, und der Traum wird niemals sterben”

Bw-Kennedy Edward Obama Barack

Edward Kennedys Rede zum 2008 Democratic Convention, gemeinsam mit Caroline Kennedy, der Tochter seines 1963 ermordeten Bruders John F. Kennedy:

Die legendäre Ed Kennedy-Rede “The Dream Shall Never Die” beim 1980 Democratic Convention:

Ein Video über Edward Kennedys Wirken und Leben anlässlich des 2008 Democrativ Convention:

(Bilderquellen: Britische Krone.uk.gov; White House.gov)

Hintergrundinformationen:
Senator Edward Kennedy.gov
, The Kennedy Museum, Berlin.de

Der multifunktionale Bundeswehrsoldat

Mittwoch, 26. August 2009

Bw-ISAF Soldaten Stollberg M

Passt das Leitbild vom «Staatsbürger in Uniform» auch für den Kämpfer, Aufbauhelfer, Polizisten?

Nach Nationalsozialismus und Krieg wurde die Bundeswehr als Staatsbürger-Armee mit einem geradezu zivilen Selbstbild gegründet. Doch hält das heute noch stand?

Die Erfahrung des massenmörderischen Krieges war noch frisch, Deutschlands Schuld trat offen zutage, in seinen Städten lagen noch die Trümmer, da sprach ein aufstrebender bayrischer Politiker: «Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen.» Es ist aber, wie man weiss, nicht so gekommen. Deutschland wurde erst geteilt, dann wiederbewaffnet, jener Politiker behielt beide Hände und wurde 1956 als Verteidigungsminister der oberste Dienstherr der neu geschaffenen Bundeswehr. Die Remilitarisierung, ein Beitrag zur Lagerbildung im Kalten Krieg, setzte sich wider alle Proteste durch, krempelte jedoch die pazifistische Grundstimmung der deutschen Bevölkerung keineswegs um.

Diese blieb bei ihrem «Nie wieder Krieg». Dass eine nunmehr gesamtdeutsche Regierung von 1992 bis heute über eine Viertelmillion Bundeswehrangehörige ins Ausland schicken konnte, war innenpolitisch nur möglich, weil die Einsätze als Friedenssicherung, Eindämmung des internationalen Terrorismus oder eine Art von Entwicklungshilfe begründet wurden. Zur Glaubwürdigkeit wohlwollender Absichten trug und trägt überdies die Räson der Bundeswehr bei.

«Innere Führung»

Ihre geistigen Väter hatten ein demokratisch geläutertes Konzept der «inneren Führung» entwickelt, das sich markant vom Autoritarismus der nationalsozialistischen Wehrmacht und ihrer Vorgänger absetzte. Statt unbedingter Pflichterfüllung gab es nunmehr eine Verpflichtung auf humanitäre und freiheitliche Werte; vom Vorgesetzten wurde ein «kooperativer Führungsstil» verlangt und dem Untergebenen auferlegt, auf sein Gewissen zu hören, wenn Gehorsam gefragt war. Der namhafteste der Reformer, Wolf Graf von Baudissin, schwärmte gar 1954: «Das innere Gefüge freiheitlicher Streitkräfte wird die Grundrechte nicht nur möglichst wenig einschränken, sondern sie im Gegenteil so deutlich wie möglich hervortreten lassen.» …
Schreibt Joachim Günter in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) in der Kultur-Rubrik Zeitzeichen.

zum vollständigen Artikel von Joachim Güntner “Der multifunktionale Bundeswehrsoldat” bei Zeitzeichen in der Neuen Zürcher Zeitung

Bw-Innere Fuehrung ZDv 10 1

(Textauszüge: Neue Zürcher Zeitung, NZZ.ch;
Bild-, Grafikquelle: Einsatz.Bundeswehr.de, Martin Stollberg; Zentrum Innere Führung.de, Neue ZDv Innere Führung)

Hintergrundinformationen: Innere Führung der Bundeswehr

Wahlkampf: Angst vor Afghanistan

Mittwoch, 26. August 2009

Bw-BM Jung Lw Hundestaffel Friesland

Der Bundeswehreinsatz am Hindukusch kommt im Wahlkampf kaum vor. Auch Verteidigungsminister Jung scheut eine klare Aussage. Doch in Friesland kam er daran nicht vorbei

“Hm, hm, hm”, sagt der Minister, als ihm ein Soldat die Waffen seines Regiments zeigt. “Hm, hm, hm”, wiederholt er, während ein Bombenentschärfer ihm sein Werkzeug vorführt. Und ein freundliches “Hm, hm, hm”, bekommt auch der Mann von der Hundestaffel zu hören, der dem Gast aus Berlin den klimatisierten Transportkäfig demonstriert.
Schreibt Hauke Friedrichs im ZEIT ONLINE Artikel zum Afghanistan-Einsatz und über den Verteidigungsminister in Zeiten des Bundestagswahlkampfs.

zum vollständigen Artikel von Hauke Friedrichs in ZEIT ONLINE

(Textauszug: DIE ZEIT.de;
Bildquelle: Bundeswehr.de)

Afghanistan-Signal

Dienstag, 25. August 2009

Unerwartet energisch hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung gestern den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr verteidigt und die Rufe nach einem Truppenabzug als gefährlich kritisiert. Dieses Thema, da ist Jung beizupflichten, hat im Wahlkampf nichts zu suchen. Einfache Lösungen gibt es nämlich leider nicht. Es wäre ein verheerendes Signal, wenn die Nato die Afghanen erneut den Islamisten auslieferte. Die gemäßigten Muslime in aller Welt würden jedes Vertrauen in den Westen verlieren; die Taliban wiederum würden sich bestätigt sehen und ihren Terror verstärkt nach Europa tragen. Unabhängig davon, dass Jungs Erfolgszahlen von neuen Universitäten bis hin zu besserer medizinischer Versorgung nur die eine Seite der Medaille darstellen und gestern die Zahl gefallener Nato-Soldaten einen traurigen Höhepunkt erreichte: Der Westen ist im Kampf um Afghanistan zum Erfolg verdammt. Es ist darum sinnvoll, dass die Bundesregierung in die verbale Offensive geht und klar Position bezieht. Nur so kann sie bei unpopulären Entscheidungen auf Verständnis hoffen. Es ist ein Hoffnungsschimmer, dass sich die Verbündeten nun darüber einig sind, die Anstrengungen zu verstärken. Zugleich wissen sie: Es wird noch ein langer Weg.
Kommentiert Helmut Michelis in der Rheinischen Post aus Düsseldorf.

Bw-AFGH BALLOT COUNT

(Textquelle: Rheinische Post.de;
Bildquelle: DoD.mil, BALLOT COUNT – Afghan presidential election workers count and organize election ballots at a local school in Helmand province’s Nawa district, Afghanistan, Aug. 21, 2009. The school was used as a polling site for national presidential elections, and U.S. and Afghan forces provided security. U.S. Marine Corps photo by Staff Sgt. William Greeson
)