Ein vorbildlicher Soldat, General a.D. Dr. Günter Kießling, ist gestorben
von Dirk ~ 29. August 2009. Zu lesen unter: BMVg.Bitteres Unrecht und zeitloses Vorbild für die Bundeswehr
General Kießling ist vorgestern im Alter von 83 Jahren gestorben. Eine letztes Mal wurde sein Name in den Nachrichten-Sendungen quer durch die Republik erwähnt, allerdings nicht weil er ein außerordentlicher und vorbildlicher Soldat der Bundeswehr war, sondern weil sein Name mit einem politischen Skandal in Zusammenhang gebracht wird.
“Günter Kießling, Jahrgang 1925, stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Als 14-Jähriger trat er in eine Unteroffiziersvorschule der Wehrmacht ein. Wegen Tapferkeit vor dem Feind wurde er mit dem EK I ausgezeichnet. Bei Kriegsende war er mit 19 Jahren Leutnant. Nach der Kapitulation machte er als Bauhilfsarbeiter auf einer Abendschule sein Abitur in Berlin und promovierte zum Doktor der Volkswirtschaft in Bonn. 1954 wurde er Leutnant im Bundesgrenzschutz, 17 Jahre später der jüngste General der Bundeswehr, ohne je einer Partei angehört zu haben. Und seit 1982 war Kießling – inzwischen einer der drei höchsten Offiziere der Bundeswehr”, schreibt WELT ONLINE unter der Überschrift “TODESFALL KIEßLING – Der General, der an Selbstmord dachte und siegte”.
Ich hatte das Privileg, Günter Kießling in den vergangenen Jahren mehrfach zu begegnen und mit ihm zu reden, mein Vater hat in seinem Kommandobereich gedient. Günter Kießling war bis ins hohe Alter “seiner Bundeswehr” und “seinen Kameraden” in allen Dienstgradgruppen treu verbunden. Ob bei den Tagen der Reservisten, beim Parlamentarischen Abend des Deutschen BundeswehrVerbandes, bei Vorträgen an den Standorten, einer Rede oder einem Festakt, Einladungen an ihn aus der Bundeswehr, setzten den sympathischen Kameraden und hochgeachteten Vier-Sterne-General außer Dienst von seiner Wahlheimat Rendsburg in Schleswig-Holstein in Marsch an jeden Ort in Deutschland. Seine Soldaten wollten ihn dabei haben, wollten ihn immer wieder rehabilitieren und ihm zurück signalisieren, wir sind alle Soldaten und Ihnen ist bitteres Unrecht angetan worden. Günter Kießling vermittelte den Soldaten der Generationen nach ihm den gelebten Begriff “treu zu dienen” als soldatische Tugend und ein Lebensgefühl, der Bundeswehr und der Kameradschaft verpflichtet zu sein. Soldatsein war für ihn Beruf aus Berufung, er hat sein Leben dem Soldatendasein gewidmet, das machte ihn als Offizier sehr erfolgreich und wurde ihm zugleich zum vermeintlichen Verhängnis. Seine Werte wie Ehre und Pflichtbewußsein überlebten und überleben Verteidigungsminister aller politischer Colour und diese Tugenden sind allemal mehr wert als ein niederträchtiges, ehrloses Manöver eines schäbigen, inkompetenten Abwehrdienstes und die fatale Selbstüberschätzung und Fehlbeurteilung eines Politikers und Ministers.
Zweifelsohne, Günter Kießling geboren am 20. Oktober 1925 in Frankfurt/Oder und gestorben am 28. August 2009 in Rendsburg war ein großer deutscher General, ein Vorbild an militärischer Expertise, als Menschenführer, an Kameradschaftlichkeit, Pflichterfüllung und Treue, nun ist er nicht mehr unter uns, keine Kaserne und kein Preis ist nach ihm benannt, nur ein Politik-Skandal, für Günter Kießling gilt: er hat in seinem Leben und darüber hinaus für die Bundeswehr mehr getan, als die Bundeswehr zu Lebzeiten oder nach seinem Tod für ihn.
MAD heute
Der MAD fragt und sucht übrigens noch heute in Zeiten homosexueller Bundesland-Regierungschefs (HH, B) und zukünftiger, bekennend-schwuler Vizekanzler (G.W.) und trotz Kießling-Affäre noch immer bei Sicherheitsüberprüfungen von Bundeswehr-Angehörigen nach gleichgeschlechtlicher Orientierung als Sicherheitsrisiko, allerdings mit dem scheinheilig politisch-korrekten Zusatz, das sei ja heutzutage kein Problem mehr, aber der MAD müsse das schon wissen. Dass ein Sicherheitsrisko allerdings erst und dann entsteht, wenn gleichgeschlechtlich orientierte Soldatinnen oder Soldaten stigmatisiert und als Sicherheitsrisko bezeichnet werden, ist noch nicht klar geworden bei den Oberverdachtschöpfern mit ehrloser Vergangenheit. Das DDR Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hatte in den Zeiten der Bonner Republik mehr “Romeo-Agenten” erfolgreich im Einsatz als der andere Pleiten-, Pech und -Pannen MAD-Partner-Dienst Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) erfassen konnte, von “Detlev-Agenten” wurde meiner Kenntnis nach kein einziger konkreter Fall bekannt.
(Textauszug: WELT ONLINE.de;
Bildquelle: Deutsches Heer.de, General a.D. Dr. Günter Kießling als Redner beim Tag des Fähnrichs an der Heeresflugabwehrschule in Rendsburg am 23.02.2007)























11. August 2010 um 15:35 Uhr
Ein sehr guter und objektiver Artikel!
29. August 2010 um 22:20 Uhr
Dieser Artikel tut gut.
Die “Hinrichtung” des 4-Sterne-Generals, Günther Kießling, scheint der letzte Akt mit dem Ziel gewesen zu sein, die BW endgültig rein “bayerisch” und “rheinisch” zu machen. General Kießling war einer der letzten Preußen. Jeder weiß: die BW hat Preußen nicht gern. Sie pflegt Traditionen, soweit sie überhaupt welche besitzt, nur, wenn sie bayersiche Traditionen sind. Deutsche, also preußische Traditionen, kennt die BW, die als US-Hilfstruppe vorgehalten wird, gar nicht und soll sie auch nicht pflegen und kennen.
General Kießling war ein Relikt aus einer Zeit, als wir unser Land und unsere Streitkräfte noch unter eigener Kontrolle hatten.
Schade, wirklich sehr schade, dass er verstorben und zu seiner Lebzeiten Opfer einer schwäbisch-US-rheinischen Intrige geworden ist!
Mit äußerst vorzüglicher Hochachtung für Herrn General Kießling.
Verehrer unserer Traditionen, nicht der BW!
31. August 2010 um 12:52 Uhr
Die bayerisch-rheinisch-amerikanische Verschwörung ist mir neu. Werde mich umgehend zu dem Thema belesen.
Wußte nicht das es in meiner Bundeswehr “nur” bayerische Traditionen gibt… Nun ja, man lernt ständig dazu.
Bayerische Grüße,
Dr.Stern aus Bayern