“TÖDLICHES KOMMANDO – The Hurt Locker” – EOD´ler im Einsatz (Video)

von Dirk ~ 12. August 2009. Zu lesen unter: Soldatenglück Kultur, Video.

Soldatenglück Kultur

Bw-Toedliches Kommando Plakat

Ab morgen im Kino, neuer Film über EOD´ler, Explosive Ordnance Disposal, Kampfmittelbeseitigung bzw. Entschärfung von Improvised Expolosive Devices (IED) im Irak-Einsatz.

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“Die Angst hat einen schlechten Ruf, den sie in meinen Augen nicht verdient. Angst schafft Klarheiten. Sie zwingt dazu, sich für die wichtigen Dinge zu entscheiden, und die banalen zurückzustellen. Als der Autor Mark Boal von einer Reporterreise im Irak zurückkehrte, erzählte er mir die Geschichten von den Männern, die in der Hitze des Gefechts Bomben entschärfen – offensichtlich ein Elitejob mit hoher Sterblichkeitsrate. Es schockierte mich, zu hören, wie extrem verwundbar sie sind, und dass sie kaum mehr als eine Kneifzange benutzen, wenn sie mit den Bomben hantieren, die in einem Radius von 300 Metern tödlich sind. Als ich erfuhr, dass diese Männer sich freiwillig für diese hochgefährliche Arbeit melden und oft so begeistert dabei sind, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, etwas anderes zu tun, wusste ich, dass ich das Thema meines nächsten Films gefunden hatte.”

Kathryn Bigelow

“Tödliches Kommando – The Hurt Locker” von Kathryn Bigelow

 

 

Es ist Sommer 2004 in Bagdad, noch 38 Tage bis zum jährlichen Turnuswechsel für das Team Bravo. 38 Tage, von denen jeder der letzte sein könnte für den Bombenentschärfer Matt Thompson (Guy Pearce), den Geheimdienstmann J.T. Sanborn (Anthony Mackie) und den Scharfschützen Owen Eldrige (Brian Geraghty). Beim Versuch eine Bombe zu entschärfen, verliert der Hilfsroboter den Anhänger mit seiner explosiven Ladung. Während seine beiden Kollegen das Umfeld absichern, ist Sergeant Thompson gezwungen, den unförmigen Schutzanzug anzuziehen, der einem Raum- oder Taucheranzug gleicht, um die Entschärfung manuell vorzunehmen. Zu spät bemerken sie einen verdächtigen Mann am Rande des Geschehens und können nicht mehr verhindern, dass er mit seinem Handy den Zünder der Bombe auslöst. Die Wucht der Detonation überlebt Sergeant Matt Thompson nicht. Doch für Trauer bleibt wenig Zeit, denn schon am nächsten Tag wird der kleinen Spezialeinheit ein neuer Anführer zugeteilt. An das eigenwillige Auftreten ihres neuen Vorgesetzten Sergeant William James (Jeremy Renner) müssen sich Sanborn und Eldrige jedoch erst gewöhnen. Gleich bei seiner Ankunft zündet James als Ablenkungsmanöver eine Rauchbombe, die jedoch auch seinem Team den Sichtkontakt nimmt. Auch sonst hält er nicht viel von Sicherheitsvorkehrungen und Absprachen, stellt beispielsweise spontan das Walkie Talkie ab, um sich besser konzentrieren zu können, und pfeift auch mal auf den Schutzanzug, der seine Bewegungsfreiheit einschränkt. Wie ein Cowboy im Wilden Westen mutet William James bisweilen an, und entsprechend schockiert sind Sanborn und Eldridge über sein Verhalten, das ihnen wie eine leichtfertige Missachtung militärischer Regeln und Sicherheitsmassnahmen erscheint.

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Kreuz und quer streifen die Männer durch Bagdad, dorthin wo dünne Kabel unter Schutt, Sand und Geröll Hinweise auf lebensgefährliche Bomben geben: James kann den Sprengkörper entschärfen, nur um alsbald festzustellen, dass an derselben Strippe noch sieben weitere hängen. Die nächste Aufgabe lauert in einem verboten abgestellten Auto mit einer Ladung Bomben im Kofferraum. In der brütenden Hitze nimmt James das Auto auseinander, um den in der Scheibenwischeranlage versteckten Zünder zu finden. Ein paar Tage später ein verzweifelter Familienvater, der mitten auf einem Platz steht und darum fleht, von einem Bombengürtel befreit zu werden, der mit einem Zeitzünder versehen an seinem Körper befestigt sind, doch die Zeit läuft zu schnell, um die schweren Stahlschellen zu knacken. Alltag an einem Ort, der nichts Alltägliches hat. Beim Versuch, einen kleinen Rest menschlicher Beziehungen zu retten, freundet sich James mit einem Jungen namens Beckham an, der von einem kleinen Marktstand aus DVD-Raubkopien verkauft. Als James einige Tage später in einem verlassenen Haus die blutüberströmte Leiche eines Jungen findet, der von skrupellosen Kämpfern als menschliche Bombe hergerichtet wurde, ergreift ihn ohnmächtige Wut. Auf eigene Faust setzt er alles daran, dieses unschuldige Kind, das er für seinen kleinen Freund hält, zu rächen. Er sucht nach dessen Familie, nach Verantwortlichen und Mittätern und kann doch nichts ausrichten, und muss am Ende feststellen, dass er sich geirrt hat, als ihm Beckham arglos über den Weg läuft.

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Über 600 Bomben hat James in Afghanistan und im Irak entschärft, über 600 Mal war er in unmittelbarer Lebensgefahr und von jeder Bombe hat er ein kleines Souvenir behalten, das er in einer Pappkiste unter seinem Bett aufbewahrt. “Alles Dinge, die mich beinahe das Leben gekostet haben”, erklärt er lapidar seinen Kumpels. Auch sein Ehering befindet sich unter den Zündern: Immer wieder ruft er zuhause bei seiner jungen Frau (Evangeline Lilly) und dem gemeinsamen kleinen Sohn an, und ist doch, wenn sie abhebt, unfähig mit ihnen zu reden. Als er nach den 38 verbliebenen Tagen endlich zurückkehrt, hat er Probleme, in den normalen amerikanischen Alltag mit Frau, Kind und kleinen Wartungsarbeiten im Haushalt zurück zu finden.

Bald darauf sieht man wie Oberfeldwebel William James im Irak wieder aus einem Militärflugzeug steigt. Noch 365 Tage bis zur turnusmäßigen Ablöse.

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ÜBER DIE PRODUKTION

Es besteht kein Zweifel: Der Krieg ist die Hölle. Doch warum entscheiden sich trotzdem so viele Männer dafür, in den Krieg zu ziehen? In einer Zeit, in der sich die Armeen nicht mehr aus Wehrdienstpflichtigen, sondern aus Freiwilligen rekrutieren, in der sich zahllose Männer bereitwillig in militärische Aktionen stürzen, erweist sich der Rausch des Kämpfens als mächtige und verführerische Attraktion, ja sogar als Suchtstoff.

TÖDLICHES KOMMANDO, das neueste Werk der visionären Filmregisseurin Kathryn Bigelow, basiert auf den persönlichen Erfahrungen, die der Journalist und Drehbuchautor Mark Boal in einer Spezialbombeneinheit im Irak gemacht hat. Hochkarätig besetzt mit Jeremy Renner, The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (Die Ermordung von Jesse James durch den Feigling Robert Ford, 2007), Anthony Mackie, Half Nelson (Half Nelson, 2006), und Brian Geraghty, Jarhead (Jarhead – Willkommen im Dreck, 2005), sowie mit Stars wie Guy Pearce, Memento (Memento, 2000), Ralph Fiennes, The Reader (Der Vorleser, 2008), und Evangeline Lilly, Lost (Lost, 2004 – 2009) in Cameo-Auftritten, verbindet der Film packende, realistische Action mit ergreifend menschlichem Drama.

Kathryn Bigelow zeigt den modernen Krieg mit einer visuellen Wucht und emotionaler Intensität, die den Zuschauer mitten hinein ins ohrenbetäubende und schwindelerregende Kriegstreiben im Irak katapultiert. Ihr Film ist eine nervenzerfetzende Dokumentation von wahrem Heldentum und unerschrockener Opferbereitschaft und zugleich ein bohrender Blick auf die seelenbetäubende Härte und die mächtige Anziehungskraft moderner Schlachtfelder.

Mit ihrem besonderen Gespür für Männer unter Druck bringt Bigelow den modernen Krieg auf den Punkt und ringt zugleich dem klassischen Männergenre des Kriegsfilms neue

Perspektiven ab. So wie die Bilder der kreisenden Hubschrauber und die Guerilla-Kriegsführung einst den Vietnamkrieg definierten, stehen heute die improvisierten Sprengvorrichtungen für den Krieg im Irak. Bigelow zeigt den Alltag des Krieges aus der Perspektive der einfachen Soldaten, in einer kleinen Spezialeinheit für Bombenentschärfung.

(Grafik-, Bild-, Textquelle: Concorde Film.de)

Mehr bei http://thehurtlocker-movie.com/

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1 Kommentar zu “TÖDLICHES KOMMANDO – The Hurt Locker” – EOD´ler im Einsatz (Video)

  1. GermanFreshman

    Sehr guter Film, kann ich nur empfehlen! Man fiebert regelrecht mit den Darstellern mit, und eine teils beklemmende Atmosphäre kommt auf. Unbedingt anschauen.

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