Themenabend bei arte: Afghanistan – Kampf auf verlorenem Posten

von Dirk ~ 5. August 2009. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.

Bw-ISAF DINGO Patrol

Die Lage am Hindukusch, dem Hochgebirgszug zwischen Afghanistan und Pakistan, ist in den letzten Jahren immer instabiler geworden. Seit sich die radikal-islamischen Taliban auf die pakistanische Seite dieser Bergregion zurückgezogen haben, sind einerseits zahlreiche Pakistani geflohen, andererseits gewinnen die selbst ernannten Gotteskrieger immer mehr Einfluss auf die Jugend in Pakistan. Der Themenabend verdeutlicht anhand zweier Dokumentationen den wachsenden Druck auf die Bevölkerung vor Ort und auf die internationale Politik, diesen Einfluss zurückzudrängen, der auch die westliche Welt ins Chaos zu stürzen droht.

Der Hindukusch, das majestätische Gebirge zwischen Afghanistan und Pakistan, ist in den letzten Jahren zu einem Symbol von Tod, Terror und Gewalt geworden. Vor über 1.000 Jahren, als persische Dichter die schneebedeckte Schönheit der fast 8.000 Meter hohen Gipfel besangen, galten diese Berge als heilige Orte. Heute sind die südöstlichen Ausläufer des Hindukusch das Versteck der Taliban-Milizen. Im Jahr 2002 sagte der damalige deutsche Verteidigungsminister Peter Struck: “Die Sicherheit Europas wird auch am Hindukusch verteidigt.” Die beiden Dokumentationen des Themenabends zeigen, dass sie dort auch verloren werden könnte.

Seit Oktober 2001 dauert die von Amerika geführte Operation Enduring Freedom in Afghanistan an, seit Dezember des gleichen Jahres die UN-geführte ISAF-Mission. Beide Militäreinsätze zeigen bisher wenig Wirkung. Nach einem vorübergehenden Rückgang der Gewalt ist die Sicherheitslage inzwischen wieder prekär. Die Klanführer werden selbstbewusster, Selbstmordattentäter verbreiten Angst und Schrecken, Militärkonvois werden Opfer von Übergriffen. Die Reaktion des amerikanischen Präsidenten Barack Obama: Truppenverstärkung. Dazu sollen auch die europäischen Verbündeten, insbesondere Deutschland und Frankreich, stärker beitragen.

Zeitgleich findet in Pakistan eine Radikalisierung der Jugend statt. Die Taliban benutzen die hohe Zahl von zivilen Opfern westlicher Militäraktionen im Nachbarland Afghanistan und die umstrittenen Einsätze europäischer und amerikanischer Truppen in Pakistan, um junge Pakistanis anzuwerben. Muslimische Rebellen werden als Helden und Märtyrer gefeiert. Radikal-islamische Koranschulen platzen aus allen Nähten und immer öfter findet man in pakistanischen Ausbildungscamps junge Kämpfer mit europäischen Pässen.

Mittwoch, 5. August 2009 um 22.35 Uhr, Leben und Sterben für Kabul, 23:20 Uhr Bomben für den Frieden
Wiederholung: 13.08.2009 um 09:55, Afghanistan – Kampf auf verlorenem Posten

Bw-ISAF WOLF Feyzabad

(Textquelle: arte.tv;
Bilderquelle: NATO.ISAF.int)

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