Kujat zur Bundeswehr, im ZEIT-Gespräch: “Die Diskussion über den Einsatz in Afghanistan ist überfällig”

von Dirk ~ 31. Juli 2009. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen.

“Das ist naiv gewesen”

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Die Bundesregierung verharmlost den Afghanistaneinsatz, die Bundeswehr reagiert erst spät auf die Taliban: Ein ZEIT-Gespräch mit Generalinspekteur a.D. Harald Kujat.bw-isaf-moerser-120-mm-abschuss

DIE ZEIT: Die Bundeswehr setzt bei ihrer Offensive, der Operation Adler, in der Region Kundus im Norden Afghanistans erstmals schweres Gerät wie Schützenpanzer und Mörser ein. Wie verändert sich dadurch der Afghanistaneinsatz?

Harald Kujat: Der Einsatz von Marder-Schützenpanzern und 120-Millimeter-Mörsern ist für die deutschen Soldaten lebenswichtig, er ermöglicht ihnen, über größere Distanzen hinweg zu kämpfen, denn die Mörser haben eine Reichweite von mehreren Kilometern. So können die Soldaten den Gegner auf Distanz halten, ihn effektiver bekämpfen, und natürlich bietet ihnen ein Panzer mehr Schutz.

ZEIT: Das klingt, als sei die bisherige Einsatzstrategie der Bundeswehr unzureichend oder sogar falsch gewesen? [...]“

Kujat zu den Stichworten “Vernetzte Sicherheit” und “vernetzte Operationsführung”:

“[...] Kujat: Es wird immer von der »Strategie der vernetzten Sicherheit« gesprochen, aber die Fähigkeit, eine vernetzte Operationsführung umzusetzen, also einen funktionalen Verbund von Aufklärungssensoren, Informations- und Waffensystemen zu schaffen, ist in der Planung des Verteidigungsministeriums erst für 2014 vorgesehen. Dabei müsste ein hoch technologisiertes Land wie Deutschland, dessen Armee sich im Kampfeinsatz befindet, doch in der Lage sein, seinen Soldaten modernste und leistungsfähigste Ausrüstung an die Hand zu geben. Schließlich ist damit auch ein Höchstmaß an Sicherheit verbunden. Stattdessen müssen die deutschen Soldaten schon zufrieden sein, wenn vier Marder-Schützenpanzer eingesetzt werden. [...]“

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bw-kujat-h-gen-adSchreibt DIE ZEIT aus Hamburg und veröffentlicht aktuell bei ZEIT ONLINE ein Interview mit dem früheren Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaligen Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses, General a.D. Harald Kujat, der sich oft mit seiner Expertise der sicherheitspolitischen Debatte stellt. Das Gespräch führten Dagmar Rosenfeld und Thomas E. Schmidt. (Bild rechts, noch in Uniform bei seiner Verabschiedung aus dem Dienst im Juni 2005)

zum vollständigen ZEIT-Artikel zum Gespräch über den Bundeswehr-Auslandseinsatz in Afghanistan mit General a.D. Harald Kujat “Das ist naiv gewesen”

(Textauszüge: DIE ZEIT.de);
Bilderquellen: NATO.ISAF.int; Bundeswehr.de)

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