Seit Sonntag wird in Kunduz zurück geschossen, mit allem was wir haben und das ist nicht viel (Video)

von Dirk ~ 22. Juli 2009. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen, Video.

Die deutschen Kanonen in Afghanistan
haben maximal ein Kaliber von 20 mm

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Heute ist es in der deutschen Presse angekommen, die Bundeswehr kämpft im Rahmen einer offensiven Operation mit Afghan National Army (ANA) und Afghan National Police (ANP) Kräften des 209. ANA Corps im Verbund mit ISAF-Truppen des Regional Command North (Lead Nation GER) im Raum Kunduz gegen Taliban. Besonders die von Deutschland gestellten Quick Reaction Force (QRF) Kräfte sind involviert. Der QRF-Mörserzug hat mit Granatwerfern (Mörsern) zurück geschossen, nachdem Raktenbeschuss mal wieder das Feldlager Kundus angegriffen hat. Die Lage ist im Raum Kunduz beweglich, auch Schützenpanzer MARDER 1 A5 mit 20 mm Kanonen sind zum Einsatz gekommen, die die Presse als schwere Waffen bezeichnet.
Selbst wenn man die 20 mm Maschinenkanonen der vier in Kunduz eingesetzten SPz MARDER (das “Mutterschiff der Panzergrenadiere”) multipliziert, kommt nur ein Kaliber von 80 mm zusammen.

bw-isaf-pzh2000-nl

Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr (Bild oben, PzH 2000, 155 mm “Made in Germany” der niederländischen Kameraden im ISAF-Einsatz) oder Artillerie könnte nach einem Raktenangriff (älteres Video unten) auf das Feldlager des PRT Kunduz das Abschussgelände wie ein Feld umpflügen und der Taliban verdeutlichen, bw-leo-2-pso“Deutsche anzugreifen endet meist tödlich”, beides ist im Einsatzgebiet nicht vorhanden. Ein Kampfhubschrauber TIGER (vgl. AH-64 APACHE) oder ein der Kampfpanzer LEOPARD 2 A5 PSO (PSO = Peace Support Operations; Bild rechts) könnte Patroullien, Operationen oder Bodenoffensiven aus der Luft oder robust auf dem Boden begleiten und schützen, ist leider von beidem kein einziges Exemplar im deutschen Kontingent im Einsatzgebiet am Hindukusch.

Die Bundeswehr meldete gestern: “Im Laufe einer Operation von Einheiten afghanischer Sicherheitskräfte im Raum Kunduz, die unter anderem durch Kräfte des deutschen Einsatzkontingents ISAF unterstützt wurden, kam es seit den frühen Morgenstunden des 19. Juli mehrfach zu Feuergefechten mit gegnerischen Gruppen. Dabei wurde auch Luftnahunterstützung eingesetzt. In zwei Fällen kam es zu Raketenangriffen auf das Plateau Kunduz.

Im Laufe der Operation wurde ein geschütztes Fahrzeug vom Typ Dingo durch Beschuss beschädigt. Deutsche Soldaten kamen dabei nicht zu Schaden.”
zur vollständigem Bundeswehr.de-Meldung

So kämpfen die deutschen Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr im Auslandseinsatz (Bild unten, 4.020 Soldaten sind mit Stand 15. Juli 2009 im Einsatzland, derzeit ist Kontingentswechsel) unter unnötigem Risiko mit “dem kleinen Besteck” und das schwere, modernste Kriegsgerät ist zuhause geblieben, weil es ja kein Krieg werden soll und auch der Anschein eines Krieges darf nicht aufkommen. Die Operationen gegen die Taliban im Norden Afghanistans insbesondere im Raum Kunduz werden fortgesetzt werden, die Afghanen erwarten dabei die Unterstützung durch das Bundeswehr-Einsatzkontingent und zwar mit allem an Waffen was zur Verfügung steht – und das ist nicht viel und nicht genug, um den Kampf zügig zu gewinnen, den Deutschland nicht als Krieg führen will.

bw-isaf-soldatin-dingo

(Bilderquelle: Bundeswehr.de, Krauss-Maffei Wegmann.de, NATO.ISAF.int)

Hintergrundinformationen: Datenblatt Schützenpanzer MARDER , Bundeswehr.de-Artikel zur QRF

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3 Kommentare zu Seit Sonntag wird in Kunduz zurück geschossen, mit allem was wir haben und das ist nicht viel (Video)

  1. cassino

    Kleine Anmerkung:

    40mm ist das Höchste der Gefühle. Der Fennek der Aufklärer und teilweise auch Infantrieeinheiten sind damit in AFG ausgestattet. Sie haben diese auch bereits länger in Gebrauch.

  2. Dirk

    @cassino – Danke! Bis 155 mm ist es auch von 40 mm noch ein bißchen Weg.
    Ja die Infanterie, die gemäß ihrem Auftrag mit leichten mobileren Waffen ausgestattet ist, weil im regulären Gefechtsfeld-Szenario davon ausgegangen wird, dass die Arbeitsteilung stimmt und die schweren Waffen und Luftunterstützung nach den Prinzipien des “verbundenen Gefechtes” bedarfsgerecht hinzugezogen werden können oder im Bereitstellungsraum abrufbar sind.
    Wir sind uns einig, Kettenfahrzeuge sind noch keine “schweren Waffen” nur weil sie wie im Fall MARDER 38,5 Tonnen Gesamtgewicht aufweisen – und im übrigen klimatische und Mobilitäts-Schwächen bei afghanischen Bedingungen mit sich bringen.

    Der leichte gepanzerte Spähwagen FENNEK (mit Klimananlage und besserer “Wüstentauglichkeit”) mit seiner Granatmaschinenwaffe 40 mm x 53 mit 32 Schuss zur Selbstverteidigung ist zumindest eine Zwischenlösung.

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