Archiv für Juli, 2009

Kunduz im Jahr 1990 (Videos)

Freitag, 31. Juli 2009

Jüngere Geschichte der Aufstandsbewegung in Afghanistan

So sah das Leben (und Sterben) in Kunduz im Norden Afghanistan im Jahr 1990 aus, die Muschahidin bestimmten das Bild und den Ton. Nach dem Abzug der Sowjetunion im Jahr 1989 folgte ein langer Kampf (Videos unten, 1990 im Raum Kunduz) der Mudschaheddin gegen das sowjetgestützte Regime von Präsident Mohammed Nadschibullah, bis es schließlich 1992 mit der Einnahme der Hauptstadt Kabul gestürzt wurde.
In den 19 Jahren seit dem Zeitpunkt der Video-Bilder, in denen Afghanistan zu einer Nachkriegs-Gesellschaft hätte werden können, war nicht genug Frieden, dafür haben die ab 1993 auf der “politischen Landkarte” erscheinenden Taliban gesorgt.
Die Muschahidin haben schon gefilmt als die Bundeswehr noch dabei war aus zwei deutschen Armeen eine zu machen und deren Soldaten von einem Afghanistan-Einsatz nicht mal in den schlimmesten oder kühnsten Träumen ahnten:



Karlsruhe hatte im Rechtskomplex Wehrpflicht zu entscheiden

Freitag, 31. Juli 2009

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Der Bundesverfassungsgericht Beschluss vom 22. Juli 2009 - 2 BvL 3/09 - im Zusammenhang mit der Wehrgerechtigkeit

In dem Verfahren zur verfassungsrechtlichen Prüfung, ob die allgemeine Wehrpflicht gemäß § 1 Abs. 1, § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 21 Wehrpflichtgesetz (WPflG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. September 2008 (BGBl I S. 1886) gegen den Grundsatz der Wehrgerechtigkeit (Art. 3 Abs. 1 GG) verstößt,

- Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Verwaltungsgerichts Köln vom 3. Dezember 2008 – 8 K 5791/08 -

hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch die Richterin Osterloh und die Richter Mellinghoff, Gerhardt gemäß § 81a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 22. Juli 2009 einstimmig beschlossen:

Die Vorlage ist unzulässig …

Zusammenfassung:

Richtervorlage zur Frage der Wehrgerechtigkeit unzulässig

Der Kläger des Ausgangsverfahrens wurde vom Kreiswehrersatzamtes Köln zum 1. Oktober 2008 zur Ableistung des Wehrdienstes einberufen. Nach erfolglosem Widerspruch erhob er Klage beim Verwaltungsgericht Köln.
Dieses ordnete im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes die aufschiebende Wirkung der Klage an und legte dem Bundesverfassungsgericht die Frage vor, ob die allgemeine Wehrpflicht gemäß § 1 Abs. 1, § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 21 WPflG mit dem Grundsatz der Wehrgerechtigkeit vereinbar sei.

Die Vorlage ist nach der Entscheidung der 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts unzulässig. Sie entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung der Überzeugung des vorlegenden Gerichts von der Verfassungswidrigkeit der zur Prüfung gestellten Normen.

Der Vorlagebeschluss erörtert nicht in der gebotenen Weise die grundlegende Frage, welche Bezugsgrößen für die Beurteilung, ob das Gebot der Wehrgerechtigkeit als Ausprägung des Gleichheitssatzes aus Art. 3 Abs. 1 GG verletzt ist, heranzuziehen sind. In Betracht kommt einerseits, die Zahl derjenigen, die tatsächlich Wehrdienst leisten, der Zahl derer gegenüber zu stellen, die nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen für den Wehrdienst zur Verfügung stehen (sog. Innenwirkung des Gebots der Wehrgerechtigkeit). Andererseits ist es möglich, die Zahl der tatsächlich zum Wehrdienst Einberufenen ins Verhältnis zur Zahl aller Männer eines Geburtsjahrgangs zu setzen (sog. Außenwirkung des Gebots der Wehrgerechtigkeit). Das Verwaltungsgericht geht davon aus, dass die Wehrgerechtigkeit verletzt ist, wenn gegenwärtig nur noch jeder fünfte Mann eines Jahrgangs zum Wehrdienst einberufen werde. Damit stellt es auf die Außenwirkung des Gebots der Wehrgerechtigkeit ab, ohne darzulegen, aus welchen Gründen es von Verfassungs wegen auf diese Sichtweise ankommt. Einer eingehenden Darlegung hätte es auch deshalb bedurft, weil das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 19. Januar 2005 die gegenteilige Auffassung im Einzelnen begründet hat.

Das Verwaltungsgericht setzt sich nicht damit auseinander, dass die Wehrpflicht auch durch diejenigen wehrdienstfähigen Wehrpflichtigen erfüllt wird, die den Zivildienst ableisten. Die Frage, ob der Grundsatz der Pflichtengleichheit nur jeweils innerhalb der Wehrdienstverpflichtung und des Ersatzdienstes oder aber auch im Verhältnis zwischen beiden Anwendung findet, wird nicht erörtert. Soweit das Verwaltungsgericht ausführt, es könne nicht unbegrenzt in der Macht des Gesetzgebers stehen, eine Lücke zwischen der Zahl der für die Bundeswehr verfügbaren und der Zahl der tatsächlich einberufenen Wehrpflichtigen durch sachgerechte Neuregelungen der Verfügbarkeitskriterien und Erweiterung der Wehrdienstausnahmen zu schließen, genügen die pauschalen Ausführungen ebenfalls nicht den Begründungsanforderungen. Die Frage, ob sich eine Verfassungswidrigkeit der gegenwärtigen Rechtslage aus dem Summierungseffekt mehrerer, jeweils für sich gerechtfertigter, aber eventuell sich zu einer nicht mehr hinnehmbaren Ungleichbehandlung addierender Einzelregelungen ergeben könnte, wird in der Vorlage nicht vertieft. Hierzu hätte es einer eingehenden Würdigung der einzelnen Wehrdienstausnahmen, Befreiungstatbestände und Zurückstellungsgründe sowie der Verfügbarkeitskriterien und – im Wege einer Gesamtschau – der Prüfung der Auswirkungen des Zusammenwirkens sämtlicher Einzelregelungen auf das Gebot der Wehrgerechtigkeit bedurft. Das Verwaltungsgericht hätte auch verfassungsimmanente Grenzen des Gebots der Wehrgerechtigkeit – etwa im Hinblick auf veränderte Anforderungen an die Verteidigungsbereitschaft vor dem Hintergrund der Integration der Bundesrepublik Deutschland in transnationale Sicherheitssysteme – zu würdigen gehabt.

Soweit sich das Verwaltungsgericht darauf beruft, die Gesetzeslage habe sich seit 2004 in einer die Verfassungswidrigkeit herbeiführenden Weise verändert, fehlt es an einem Vergleich der aktuellen mit den bis zum 30. September 2004 geltenden Bestimmungen, die das Verwaltungsgericht für verfassungsgemäß hält. In der Vorlage wird unter anderem nicht dargestellt, welche Auswirkungen die mit dem Zweiten Zivildienständerungsgesetz vom 27. September 2004 eingefügte Befreiungsmöglichkeit für verheiratete Wehrpflichtige, die Streichung des Verwendungsgrades T 3 sowie die Absenkung des Einberufungshöchstalters auf die Wehrgerechtigkeit haben. Das Verwaltungsgericht hat ferner nicht erläutert, wie es die Gruppe der sich als Soldaten auf Zeit oder Offiziersanwärter verpflichtenden Angehörigen eines Geburtsjahrgangs bewertet. Auch auf die nicht unbeachtliche Zahl derjenigen, die einen unter den sogenannten externen Bedarf fallenden Dienst – etwa im Zivil- und Katastrophenschutz oder im Vollzugsdienst der Polizei oder Bundespolizei – leisten, wird in der Vorlage nicht hinreichend eingegangen.

(Textauszüge: Bundesverfassungsgericht.de;
Bildquelle: Stadt Karslruhe.de, Südlicher Schlossgarten, Bundesverfassungsgericht und Botanischer Garten)

Bundeswehr im Auslandseinsatz: Wo bleibt der Schützenpanzer PUMA? (Videos)

Freitag, 31. Juli 2009

Die Bundeswehr hat im ISAF-Einsatz in Afghanistan 4 Schützenpanzer MARDER “im Einsatz”, Indienststellung 1971. Die neuen Schützenpanzer PUMA, Jahrgang 2006, sind 405-fach bestellt und angezahlt bei der Rüstungs-Industrie in einem Gesamtvolumen von knapp 3 Milliarden Euro und damit doppelt so teuer wie geplant. Diese neueste Schützenpanzer-Version ist entwickelt für genau solche Einsätze und Bedrohungs-/Gefechts-Lagen wie am Hindukusch. Die starke Panzerung bietet Schutz und Sicherheit für den Soldaten gegen Panzerfaust-Angriffe (RPG 7) und IED-Sprengsätze, die Feuerkraft ist höher, der Panzer ist schneller und auf dem neuesten Stand bei Minenschutz und modularer Panzerung sowie Joint Fire-, zur vernetzten Operationsführung tauglich.

Der Bericht, denn das Video zeigt, stammt aus dem Jahr 2007, ab morgen ist August 2009 und der PUMA soll erst zwischen 2010 und 2020 an die Truppe geliefert (Serien-Beschaffung) werden, über 4.000 Soldaten der Bundeswehr sind seit dem Jahr 2002 im Auslandseinsatz in Afghanistan und andernorts, wo der Schützenpanzer PUMA gute, sichere und schlagkräftige Dienste leisten könnte.

Präsentation des SPz PUMA in Munster im Jahr 2006

Es scheint als wäre die deutsche Verteidigungspolitik und die Bundeswehr der “zahlende Dummbeutel” der Rüstungsindustrie – Tranportmaschine A 400M fliegt nicht, PUMA kommt nicht schneller, EUROFIGHTER kann nicht und Kampfhubschrauber TIGER funktioniert nicht.
Der frühere Generalinspekteur und ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses General a.D. Harald Kujat sagt aktuell: “Die Fähigkeit, eine vernetzte Operationsführung umzusetzen, also einen funktionalen Verbund von Aufklärungssensoren, Informations- und Waffensystemen zu schaffen, ist in der Planung des Verteidigungsministeriums erst für 2014 vorgesehen. Dabei müsste ein hoch technologisiertes Land wie Deutschland, dessen Armee sich im Kampfeinsatz befindet, doch in der Lage sein, seinen Soldaten modernste und leistungsfähigste Ausrüstung an die Hand zu geben. Schließlich ist damit auch ein Höchstmaß an Sicherheit verbunden. Stattdessen müssen die deutschen Soldaten schon zufrieden sein, wenn vier Marder-Schützenpanzer eingesetzt werden.”
Das heißt, volle Auslandseinsatz-Fähigkeit erst 2014, als noch 5 Jahre mit faulen, Soldatenleben-gefährdeten Kompromissen mit untauglicher Ausrüstung aus Zeiten des Kalten Krieges, gebaut für mitteleuropäisches Klima und zur Abwehr eines regulären Gegners?

Der PUMA im TV im Jahr 2006


Artilleriesystem DONAR (Video)

Freitag, 31. Juli 2009

DONAR statt Panzerhaubitze 2000?

Das deutsche Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in Kassel und das spanische GENERAL DYNAMIC Land Systems (GDELS) stellen gemeinsam ein zukunftsweisendes Artilleriesystem namens DONAR her. DONAR soll das herkömmliches Artillerieverständnis revolutionieren, luftverladbar mit 31,5 Tonnen, 155 mm mit allen NATO-Projektilen einsetzbar, autonom und besatzungslos mit kürzester Rapid Reaction Time, Hybrid Navigation System sowie unabhängiger Navigations- und Feuerkontrolle soll es bestehende Artilleriesysteme ablösen.

Ob das Artilleriesystem DONAR anders als offenbar die Panzerhaubitze 2000 technisch tauglich für Auslandseinsätze, wie zum Beispiel Afghanistan, unter klimatisch extremen Bedingungen ist, ist eine Hoffnung, die die deutsch-spanische Produktion hoffentlich erfüllt, die Einsatztauglichkeit der Artillerie der Deutschen hat zumindest Defizite.

(Videoquelle: KMW.de; GDELS.com)

Kujat zur Bundeswehr, im ZEIT-Gespräch: “Die Diskussion über den Einsatz in Afghanistan ist überfällig”

Freitag, 31. Juli 2009

“Das ist naiv gewesen”

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Die Bundesregierung verharmlost den Afghanistaneinsatz, die Bundeswehr reagiert erst spät auf die Taliban: Ein ZEIT-Gespräch mit Generalinspekteur a.D. Harald Kujat.bw-isaf-moerser-120-mm-abschuss

DIE ZEIT: Die Bundeswehr setzt bei ihrer Offensive, der Operation Adler, in der Region Kundus im Norden Afghanistans erstmals schweres Gerät wie Schützenpanzer und Mörser ein. Wie verändert sich dadurch der Afghanistaneinsatz?

Harald Kujat: Der Einsatz von Marder-Schützenpanzern und 120-Millimeter-Mörsern ist für die deutschen Soldaten lebenswichtig, er ermöglicht ihnen, über größere Distanzen hinweg zu kämpfen, denn die Mörser haben eine Reichweite von mehreren Kilometern. So können die Soldaten den Gegner auf Distanz halten, ihn effektiver bekämpfen, und natürlich bietet ihnen ein Panzer mehr Schutz.

ZEIT: Das klingt, als sei die bisherige Einsatzstrategie der Bundeswehr unzureichend oder sogar falsch gewesen? [...]“

Kujat zu den Stichworten “Vernetzte Sicherheit” und “vernetzte Operationsführung”:

“[...] Kujat: Es wird immer von der »Strategie der vernetzten Sicherheit« gesprochen, aber die Fähigkeit, eine vernetzte Operationsführung umzusetzen, also einen funktionalen Verbund von Aufklärungssensoren, Informations- und Waffensystemen zu schaffen, ist in der Planung des Verteidigungsministeriums erst für 2014 vorgesehen. Dabei müsste ein hoch technologisiertes Land wie Deutschland, dessen Armee sich im Kampfeinsatz befindet, doch in der Lage sein, seinen Soldaten modernste und leistungsfähigste Ausrüstung an die Hand zu geben. Schließlich ist damit auch ein Höchstmaß an Sicherheit verbunden. Stattdessen müssen die deutschen Soldaten schon zufrieden sein, wenn vier Marder-Schützenpanzer eingesetzt werden. [...]“

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bw-kujat-h-gen-adSchreibt DIE ZEIT aus Hamburg und veröffentlicht aktuell bei ZEIT ONLINE ein Interview mit dem früheren Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaligen Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses, General a.D. Harald Kujat, der sich oft mit seiner Expertise der sicherheitspolitischen Debatte stellt. Das Gespräch führten Dagmar Rosenfeld und Thomas E. Schmidt. (Bild rechts, noch in Uniform bei seiner Verabschiedung aus dem Dienst im Juni 2005)

zum vollständigen ZEIT-Artikel zum Gespräch über den Bundeswehr-Auslandseinsatz in Afghanistan mit General a.D. Harald Kujat “Das ist naiv gewesen”

(Textauszüge: DIE ZEIT.de);
Bilderquellen: NATO.ISAF.int; Bundeswehr.de)



Bier-Umtrunk im Rosengarten des Weißen Hauses (Video)

Freitag, 31. Juli 2009

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Die U.S. Präsidenten Barack Obama und Joe Biden trafen sich mit dem Cambridge Police Officer Sergeant James Crowley und dem Harvard Professor Henry Louis Gates Jr., Soldatenglück.de berichtete darüber im Artikel “Obama nimmt sich der Rassismus-Vorwürfe gegen amerikanische Polizisten an (Video) – Der Präsident aller Amerikaner” über die Vorgeschichte.

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Nach den aufgekommenen Rassismus-Vorwürfen gegen die Polizei, schaltete sich Barack Obama persönlich in die Debatte ein, sprach mit den beiden Streit-Akteuren und nun trinken alle ein Bier zusammen unter freiem Himmel im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington D.C., sie tranken Bucklers, “a low-alcohol brew”.

Nach dem Bier

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(Bilderquelle: White House.gov;
Videoquelle: CNN.com)

Afghanistan: COM ISAF General Stanley McChrystal besuchte die deutsche Truppe in Kunduz (Video)

Donnerstag, 30. Juli 2009

Der Commander der International Security Assitance Force (ISAF), der US General Stanley McChrystal, besuchte gestern erstmals seit seiner Kommadoübernahme die nördliche Region Afghanistans und die Bundeswehr-Soldaten im Feldlager Kunduz. Deutsche Soldaten in der Provinz Kunduz unterstützten seit Tagen in der Operation Oqab die Afghan National Army (ANA) und Afghan National Police (ANP) im Kampf gegen die Taliban, dabei kam es wiederholt zur Feindberührung und schweren Gefechten, die der Taliban Verluste zufügten.
Die Operation Oqab (Adler) ist nun beendet, weitere werden folgen, verstärkte ANA-Kräfte (600 afghanische Soldaten) sind in der Region, um eine Rückkehr der Taliban zu verhindern bzw. aufzuschieben. Der Kommandeur des Regional Command North (RC-N), Deutschland ist in der RC-N in Nordafghanistan Lead Nation, der deutsche Brigadegeneral Jörg Vollmer und der Kommandeur des Provincial Reconstruction Teams (PRT) Kunduz Oberst i.G. Georg Klein, beide sind selbstverständlich beim Besuch und zur Lage-Meldung an dem COM ISAF dabei, der US General lässt sich von den Soldaten der Bundeswehr in die Bw-Ausrüstung einweisen, Spähpanzer FENNEK, Aufklärungs-Drohne, DINGO usw. Der COM ISAF besuchte außerdem zu Gesprächen über die Sicherheitslage in der Region den Gouverneur der Provinz Kunduz, Mohammed Omar.

(Videoquelle: NATO.ISAF.int)

Birding Babylon – Tagebuch eines Soldaten im Irak

Donnerstag, 30. Juli 2009

Soldatenglück Kultur

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Ein Jahr verbrachte der amerikanische Soldat Jonathan Trouern-Trend im Irak. Wann immer er neben seinen Armeeeinsätzen Zeit fand, beobachtete er Vögel – nahe Bagdad, in Mosul, am Tigris und in den Ruinen von Babylon.

bw-jonathantrouern-trendJonathan Trouern Trend führte Tagebuch über Eulen auf Zementbunkern, Bienenfresser auf Starkstromleitungen, bunt gefiederte Eisvögel und Turmfalken in Schutthaufen. Birding Babylon versammelt seine schönsten Einträge. Ein verblüffendes Buch mit zauberhaften Vogelillustrationen, das uns ein Land im Krieg zeigt, wie wir es nie kennengelernt haben.

“Ich hoffe, ich werde eines Tages in den Irak zurückkehren, nur mit Fernglas und Kamera bewaffnet. Vielleicht werde ich mit einem irakischen Freund die Wüste abfahren, die Flusstäler, die Marschen und die Berge, auf der Suche nach den Vögeln, die ich noch nicht gesehen habe. Wir werden darüber sprechen, wie herrlich es ist, ohne Zäune zu leben und dorthin gehen zu können, wo die Vögel sind, anstatt darauf zu warten, dass sie auf unser Gelände flattern. Wie nah oder fern diese Zukunft auch sein mag, ich weiß, die Vögel werden warten.” (Jonathan Trouern-Trend)

Jonathan Trouern-Trend
Jonathan Trouern-Trend (41) war als Sanitässoldat (Sgt) im IRAK-Einsatz, er studierte an der University of Connecticut Biologie und arbeitet für das Rote Kreuz. Er lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in Marlborough, Connecticut, USA.

Berlin Verlag, TB Dt. Erstausgabe, 96 Seiten, € 8,95, ISBN-13: 9783833306167, Erscheinungstermin: 25. Juli 2009

DIE ZEIT interviewte den US-Soldaten Jonathan Trouern-Trend nach der Buch-Veröffentlichung und titelt “Oase mitten im Krieg”

In ZEIT-Interview erwähnt der Autor udn Soldat den riesigen Wasserteich nahe Bagdad, der voll war mit Enten, Reihern, Schwalben ist, darin wird von den Soldaten auch geangelt, hier ein Video vom “Bagdad Anglerclub” darüber.

(Textauszüge, Grafikquelle: Berliner Verlag Taschenbuch.de;
Bildquelle: Jonathan Trouern-Trend privat)

NATO ISAF: Bundeswehr Looking and Listening (Video)

Donnerstag, 30. Juli 2009

Mobile Observation and Liaison Team (MOLT)

Vom Provincial Reconstruction Team (PRT) Feyzabad haben sich Soldaten der Bundeswehr als Mobile Observation and Liaison Team (MOLT) im Bereich des ISAF Regional Command North in Nordafghanistan zum Beobachten und Zuhören auf den Weg in die Region gemacht. Force Protection nach Raketenbeschuss des Feldlagers Feyzabad aus den umliegenden Bergen ist ebenso der Auftrag wie die assistierende Zusammenarbeit mit der Afghan National Army und der Afghan National Police (Afghan Face) und der Kontakt zur Zivilbevölkerung mit Gesprächsaufklärung und steter Überzeugungsarbeit von Mensch zu Mensch.

(Videoquelle: NATO Channel.tv)

Statt “Toto & Harry”, “Toto & Ingo” – in ganz unterschiedlichen Revieren unterwegs

Donnerstag, 30. Juli 2009

Brüderlich “Vernetzte Sicherheit”

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Wilhelmshaven / Bochum – “Mein Bruder verteidigt Deutschland. Er fährt auf der Fregatte ‘Bremen’”, stellt Toto in einer Folge der Sat1-Dokumentation “Toto & Harry: Die zwei vom Polizeirevier” fest.

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Torsten Heim (46), wie einer der wohl bekanntesten Polizeioberkommissare heißt, hat in dieser Szene einen leichten Unterton von Respekt vor der Aufgabe seines Bruders Ingo Heim (44) in der Stimme. Die beiden stehen regelmäßig im Kontakt und tauschen sich über ihre Aufgaben und Erfahrungen aus. Dabei war es im jugendlichen Alter eigentlich Ingo Heim der Polizist werden wollte. Als Jugendlicher kam er mit dem Werbe- und Auswahldienst in Berührung und es entstand die Idee, dass Ingo seinen älteren Bruder Torsten gleich mitbringe. Die Idee vom gemeinsamen Dienst fand er spannend. Und sein Bruder gesteht: “Aufgrund des Berufswunsches meines Bruders bin ich überhaupt zur Polizei gekommen.” Als Kinder hätten sie durchaus auch Räuber und Gendarm gespielt, erinnern sich die Geschwister. Es sei dabei auch ordentlich zur Sache gegangen. Torsten Heim erinnert sich: “Ich war immer der Räuber – robust und hart”. Körperlich, so ergänzt sein Bruder, sei es früher ohnehin immer sehr “robust” zwischen den Beiden zugegangen.

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Aus dem Polizisten-Duo der Gebrüder Heim ist aber nichts geworden. Im Gegensatz zu seinem Bruder wurde Ingo Heim damals nicht eingestellt. Eine Tatsache, die etwas am Verhältnis der Brüder kratzte: “Ich hatte das Gefühl, dass er meinen Job hat. Dabei hatte mein großer Bruder früher schon immer die Mädchen und ich eine Zahnspange und Brille”, Ingo Heim lehnt sich schmunzelnd im Aufenthaltsraum der Fregatte “Bremen” zurück, als er an die Zeit denkt und ergänzt: “Als ob mein Bruder irgendetwas dafür gekonnt hätte, dass ich nicht genommen wurde.” Ingo Heim hatte sich damals bei der Marine beworben, weil ihn die Seefahrt interessierte. Aus der Idee, wir jagen gemeinsam Verbrecher, ist eine andere Konstellation geworden: Einer jagt Verbrecher, der andere Piraten oder Terroristen. Beide haben sich einen ähnlichen beruflichen Ansatz ausgesucht, stellt der Soldat Heim fest. Heute ist die Karriere für beide Brüder gut so, wie sie verlaufen ist.

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Die üblichen geschwisterlichen Unstimmigkeiten sind kaum noch ein Thema. Im Gegenteil: Torsten Heim gibt zu, dass manchmal zu wenig Zeit für den brüderlichen Kontakt verfügbar wäre: “Jeder lebt sein Leben und man sieht sich einfach zu wenig!” Meistens, so berichtet sein Bruder Ingo, würden die beiden telefonieren. Während der Seefahrt würde er meistens E-Mails mit den wichtigsten Informationen an einen festen Verteiler versenden. Briefe gebe es während dieser Zeit nur für seine Frau und die spärlichen Telefongespräche würden dann auch ausschließlich mit ihr oder mit den Eltern geführt. Die beruflichen Rahmenbedingungen könnten unterschiedlicher kaum sein und sie haben auch die Einstellungen der beiden geprägt. Während sich “Toto” Heim sicher ist, dass für ihn zwar das Fernweh durchaus eine Herausforderung bieten würde, gibt er zu: “Am meisten würde ich natürlich meine Familie vermissen. Ich bin kein Mensch, der so lange so beengt leben könnte.”

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Stabsbootsmann Ingo Heim möchte die Marine und vor allem die Seefahrt, aber auch die vielen anderen Erlebnisse, wie die vielseitigen Verwendungen auf der Nordseeinsel Sylt, in den USA oder in Slowenien, nicht vermissen. Dennoch, so gibt er zu: “Manchmal stelle ich mir schon die Frage, ob ich auch ein guter Polizist geworden wäre.” Beide verfolgen die Erlebnisse des jeweils anderen immer wieder. “Man wächst mit seinen Aufgaben. Das Thema Gewalt ist bei uns täglich präsent. Es gibt da keinerlei Routine oder Laschheit, man muss immer hochkonzentriert sein”, betont der Polizeibeamte. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass beide Berufe deutliche Gefahren mit sich bringen, haben sich die Beiden “im Blick”. Ingo Heim sieht seinen Bruder nicht regelmäßig auf dem Bildschirm, das gehe zeitlich nur selten. Auf See sei auch oft der Empfang ein Problem, die Fußball-Bundesliga habe die Besatzung 2006 im Einsatz auf Al Jazeera mit arabischem Kommentar verfolgt, berichtet der Stabsbootsmann. Besonders erinnert er sich aber an eine Folge der Polizei-Serie, in der Schüsse fielen: “Wir haben danach lange telefoniert und auch über das Thema ‘Absicherung’ gesprochen.” Umgekehrt sagt auch Torsten Heim: “Ich mache mir natürlich Sorgen, wenn ich höre, in welchen Regionen mein Bruder zur See fährt.” Für ihn steht dabei auch die Frage im Raum, welche Kompetenzen die Soldaten in solchen Situationen hätten und ob diese ausreichend gesetzlich verankert seien. Zu einem Besuch im knapp zwei Quadratmeter kleinen “Büro” von Ingo Heim und seinen Kameraden ist es bislang übrigens nicht gekommen. Das liegt auch daran, dass dieser erst seit wenigen Jahren wirklich zur See fährt. Verfolgt habe der Polizeibeamte den Werdegang seines Bruders aber über die ganzen Jahre: “Er hat tolle Arbeit gemacht, soweit ich das beurteilen kann”, sagt er und fügt begründend hinzu: “Die Bundeswehr lässt nicht jeden so lange ins Ausland, da wird ordentlich ‘gesiebt’. Das muss man erst einmal schaffen!” Die Information, dass der Bruder von “Toto” auf der Fregatte “Bremen” fahre, habe sich übrigens damals innerhalb weniger Stunden nach der Ausstrahlung der genannten Szene an Bord verbreitet. Damals sei ein echter “Hype” ausgebrochen, weil die Kameraden fieberhaft versucht hätten herauszufinden, welches Besatzungsmitglied der genannte Bruder sei. Für den Stabsbootsmann Heim noch immer ein Schauspiel, an das er sich gerne erinnert: “Das gab etwas Abwechslung vom Einsatzalltag”, erzählt er und fügt hinzu: “Ich habe mir damals gedacht, dann sucht mal schön!” Entdeckt wurde er dann aber trotzdem und auch gleich eingespannt. Noch heute bekommt er von Kameraden an Bord den Auftrag, ob er nicht Autogramme oder eines der beiden Bücher von “Toto und Harry” mit Signatur besorgen könne. Wenn die Fregatte “Bremen” demnächst erneut für mehrere Monate mit Kurs auf das Horn von Afrika ihren Heimathafen in Wilhelmshaven verlässt, dann wird Stabsbootsmann Heim nicht an Bord sein. Nach mehr als drei Jahren an Bord wird er demnächst eine neue Funktion erhalten. Aber auch in der neuen Dienststelle wird es sich vielleicht irgendwann herumsprechen, dass dort der Bruder von “Toto” seinen Dienst leistet.

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(Bilder-, Textquellen: Thorsten Heim privat und  PIZ Marine.de)