ISAF- oder OEF-Mission in Afghanistan missioniert Islam-Gläubige zum Christentum? (Video)
von Dirk ~ 5. Mai 2009. Zu lesen unter: Auslandseinsätze, ISAF, NATO-Missionen, Video.“We hunt people for Jesus / Wir jagen Menschen für Jesus”
Schon allein die politische Lage ist in Afghanistan angespannt und kompliziert genug, islamistisch-religiöse Aspekte bestimmen die Problematik, geben den Taliban den Vorwand radikal-militant gegen “die Ungläubigen” vorzugehen. Religiöse Überzeugungs-Versuche durch die ISAF-Truppe ins Gefecht zu führen, wäre mehr als kontraproduktiv. International Security Assistance Force meint nicht die Assistenz in Glaubensfragen. Al Jazzera nutzt Film-Material aus dem Camp Bagram nördlich von Kabul und machte einen bedenklichen Beitrag mit dem Zusatz “Al Jazzera Excluisiv” daraus und schürt den Glaubenskrieg mit der Unterstellung, das Neue Testament in blauen Bibeln in der einen Landessprache Afghanistans in Pashtu und grünen Exemplaren in Dari würden durch U.S. Truppen im Land verteilt.
Die tatsächlich vorhandenen Bibeln sind in Hauptsprachen der vom Islam geprägten Gesellschaft am Hindukusch abgefasst. Die afghanische Gesellschaft bereitet der internationalen Gemeinschaft so viel Sorge und verlangt so viel ab, auch Gelassenheit und schnelles Reagieren auf die neuen Vorwürfe. Die “Christianisierungs-”Bibeln in Landessprache sind Wasser auf die Mühlen oder besser ausgedrückt, Öl ins Feuer, der Gegner der Anwesenheit der internationalen Soldaten, denn missionarischer Eifer anderer Religionen steht in vielen islamischen Staaten unter Strafe, so auch in der Islamischen Republik Afghanistan. Nicht zuletzt darum verbietet die General Order Number 1 des U.S. Central Command (CENTCOM) allen operierenden Truppen, inklusive den im Irak und Afghanistan eingesetzten, jede Aktivität, die ein religiöses Missionieren oder Konvertieren auch nur entfernt beabsichtigt. Noch 2006 wurde ein afghanischer Mann zum Tode verurteilt, weil der vom Islam zum Christentum konvertierte, nach internationalen Protesten durfte er jedoch das Land verlassen.
Al Jazzera hat die aus dem Vorjahr stammenden Aufnahmen irreführend zusammen geschnitten, tendenziös kommentiert und am 03./04. Mai ausgestrahlt, so kommt ein U.S.-Militärseelsorger zu Wort mit Aussprüchen wie: “We hunt People for Jesus. We do, we hunt them down. Get the hound of heaven after them, so we get them into the Kingdom. That’s what we do, that’s our business,” sagte der bewaffnete Prediger im Film. Allerdings für den kritischen Zuschauer offensichtlich in einem anderen Zusammenhang als in Missionierungsabsicht bei afghanischen Islam-Gläubigen.
Tatsächlich waren die Bibeln die Spende einer U.S Heimat-Kirche einer der Soldaten und kamen als Privatinitiative nach Bagram in den Afghanistan-Einsatz, die Bibeln in Paschtu und Dari sollten zum Sprachelernen mit internem Bibelunterricht im Rahmen der konfessionellen Soldaten-Seelsorge dienen und sind zwischenzeitlich in die USA zurück geschickt worden. Das Weiße Haus und das U.S. Verteidigungsministerium waren schnell um Aufklärung bemüht, eine Miliär-Sprecherin sagte gegenüber der Nachrichtenagentur REUTERS, die Soldaten hätten die Problematik verstanden, zu keiner Zeit sollte die Bibeln unter Afghanen verteilt werden.






















5. Mai 2009 um 11:10 Uhr
Selbst wenn die Vorwürfe stimmen: Wie erbärmlich schwach muß der Glauben von Muslimen sein, wenn Sie sich durch ein Buch mit anderen Ansichten bedroht fühlen.
5. Mai 2009 um 11:32 Uhr
@Wachtmeister – Der ausgeprägte Analphabetismus liesse ein Missionieren mit dem “geschriebenen Wort” gar nicht zu. Und in der Unkenntnis des Lesens und Schreibens liegt ja auch die Gefahr, der Islam-Prediger in der Moschee bestimmt mit seinen Worten die Auslegung des Koran. Und diese Deutungshoheit behalten sich insbesondere die radikal-islamistischen Kreise gerne vor.
Martin Luther hat seinerzeit die Bibel ins Deutsche übersetzt, damit sie verständlich vorgelesen und direkt gedeutet und damit Lesen und Verstehen gelernt und gelehrt werden konnte.