Archiv für April, 2009

Apropos Frauenrechte und Heiraten in Afghanistan und Pakistan, AfgPak (Video)

Sonntag, 5. April 2009

Zur Diskussion über die Frauenrechte und Menscherechte im Islam, über den “Vergewaltigungs-Paragraphen” in Afghanistan und den Umgang mit Frauen und Mädchen in Afghanistan und Pakistan (AfgPak) dieser Videobeitrag, der das öffentliche Auspeitschen eines 17-jährigen Mädchens zeigt.

Ein 17 Jahre junges Mädchen wird ausgepeitscht von radikal-islamistischen Taliban im Nordwesten von Pakistan, in der Region Swat, wo seit Februar auf Grundlage einer Übereinkunft der örtlichen Regierung und der Al Qaida die Sharia als Rechtssystem herrscht, Soldatenglück.de berichtete darüber.

Ein lokaler Anführer der militanten Taliban in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion in Matta, einem Rückzugsgebiet der in Afghanistan aktiven Taliban, 25 Meilen von der pakistanischen Bezirkshauptstadt Mingora entfernt nördlich des Kyber Passes (Karte unten), klagte das Mädchen wegen Ehebruchs an und befahl das öffentliche Auspeitschen des Mädchens.
Die Bürger von Matta hingegen berichteten, dass der Taliban-Kommandant die Sharia-Verhandlung inszenieren ließ und die Bestrafung befahl, nachdem das Mädchen abgelehnt hatte, ihn zu heiraten und mit allen Pflichten der Sharia-Gesetze (inklusive köperlicher Züchtigung, ehelichem Geschlechtverkehr wann immer der Mann will usw.) seine Ehefrau zu werden.

Im Video hört man die junge Frau schreien: “Bitte! Genug! Genug!”, in Pashtu, die Sprache der Stämme, die den Nordwesten Pakistans und den Nordosten Afghanistans dominieren – jetzt das Hauptgebiet von Taliban- und Al Qaida Aktivitäten. An anderer Stelle im Video schreit die nach Sharia-Recht Verurteilte: “Ich bereue, mein Vater bereut, was ich getan habe und meine Großmutter bereut, was ich getan habe”.

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(Grafikquelle: CIA.gov)



Deutsches Containerschiff von Piraten vor Somalia gekapert, Fregatte RHEINLAND PFALZ mit voller Kraft voraus im Anmarsch

Sonntag, 5. April 2009

F 209 der Deutschen Marine

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MS Hansa Stavanger
von der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg

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Das Maritime Security Center Horn of Afrika der EU NAVFOR Somalia Operation ATALANTA meldet: A 20,000 tonne German container ship was hijacked early this morning 400 miles from the Somali town of Kismaayo between the Seychelles and the Kenyan coast (0240S 04603N). The attack was made by 6 men in a single skiff that was probably operating with other pirate vessels. The Op ATALANTA warship the RHEINLAND PFALZ is en route to the area and will arrive there this afternoon. The 24 man crew is believed to be safe. Shipping has been warned to stay at least 100nm clear of the area as further attacks are likely.

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(Textquelle: Maritime Security Center Horn of Africa MSC (HOA),
der EU NAVFOR Somalia;
Bildquelle: Marine.de;
Bildquelle: Containerschiff, Reederei-Flagge: Reederei Leonhardt & Blumberg.de)

Prager Frühling 2009: Die Existenz tausender Atomwaffen ist das gefährlichste Erbes des Kalten Krieges, so Barack Obama

Sonntag, 5. April 2009

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PRAGER FRÜHLING 2009

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Nachdem bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar schon ein sicherheitspolitisches Tauwetter eingeleitet wurde, ist nun in Prag der sicherheitspolitischer Frühling gekommen.
Die Existenz tausender Atomwaffen ist das gefährlichste Erbe des Kalten Krieges, so der U.S. Präsident Barack Obama. Ein Lichtblitz kann ganze Städte New York oder Moskau, Islamabad oder Mumbai, Tokyo oder Tel Aviv, Paris oder Prag und deren Menschen auslöschen. Wir brauchen ein weltweites Nichtverbreitungssystem. Als einzige Atommacht, die Nuklearwaffen eingesetzt hat, haben die USA die moralische Verpflichtung zu handeln. “Yes, we can”, eine atomwaffenfreie Welt erreichen, beteuerte Barack Obama in Prag. Soldatenglück.de berichtete über Obamas Ankündigung des Vorhabens beim NATO-Gipfel.

Zu Beginn seiner Rede (zum Video der Rede) vor der Prager Burg, dem Hradschin, bezeichnete Obama die historische, goldene Stadt Prag als Beleg für die Veränderung der Welt. Die Menschen in Tschechien und Osteuropa hätten keine Stimme gehabt zu Zeiten des Ost-West-Konfliktes, seit 10 Jahren sei Tschechien in der NATO und sei ein gleichberechtigter Partner der USA. Die Freiheit und das Streben nach Unabhängigkeit hätten sich gegen sowjetische Besatzer durchgesetzt, moralische Überlegenheit war stärker als militärische Macht. Barack Obama versprach, noch diesem Jahr werden die USA zusammen mit Russland einen Vertrag zur Reduzierung der bw-ob-pragstrategischen Atomwaffen vereinbaren, mit Dmitri Medwedew sei in London mit den Gesprächen begonnen worden. Das Engagement der Vereinten Staaten sei für Frieden und eine Welt ohne Atomwaffen, er sei nicht naiv, das werde Geduld und Beharrlichkeit erfordern. Er kündigte die Ratifizierung des Atomtest-Stop-Abkommens durch den U.S. Senat an. Strenge Regeln und internationale Kontrollmechanismen werden eingerichtet werden müssen. In Bezug zum Iran sagte Obama, die USA werden mit dem Iran mit gebührendem Respekt den Dialog aufnehmen, die friedliche Nutzung des Atomkraft soll dem Iran nicht verwehrt werden. Gleichwohl stellt das derzeitige iranische Atomprogramm eine Bedrohung dar, wenn das Iran-Atomprogramm kontrollierbar werde, dann erst sei auch ein Raketenabwehrschirm über Europa hinfällig. Al Qaida habe bereits die Absicht bekundet, Nuklearwaffen einzusetzen und diese Terroristen werden nicht zögern, sie einzusetzen. Auch darum bleibe Amerika selbstverständlich verteidigungsbereit.

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Spaltbares Material auf der Welt innerhalb von 4 Jahren sichern, die schwarzen Märkte für Atomtechnik unter Kontrolle bekommen, Nuklearterrorismus bekämpfen, Weiterverbereitung stoppen und eine Verbreitungssicherheits-Initiative, sind die Schritte, die Obama vor Augen hat. Ein globaler Gipfel zur nuklearen Sicherheitsoll binnen Jahresfrist in den USA stattfinden. Hier in Prag müssen wir unser Vergangenheit ehren, um uns für eine bessere Zukunft einzusetzen, schloß Obama seine Rede.

“Prager Frühling” ist die Bezeichnung für die Bemühungen der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei unter Alexander Dubcek im Frühjahr 1968, ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm auf der östlichen Seite des Eisernen Vorhangs durchzusetzen, sowie vor allem die Beeinflussung und Verstärkung dieser Reformbemühungen durch eine sich rasch entwickelnde kritische Öffentlichkeit.

Mit dem Begriff des Prager Frühlings verbinden sich zwei gegensätzliche Vorgänge: einerseits der Versuch, einen “Sozialismus mit menschlichem Antlitz” zu schaffen, andererseits aber auch die gewaltsame Niederschlagung dieses Versuchs durch am 21. August 1968 einmarschierende Truppen des Warschauer Paktes.

Der Prager Frühling 2009 des Barack Obama wird unseren Planeten sicherer und die Welt besser machen.

Das griffige Wortspiel “Prager Frühling” stammt von westlichen Medien und ist eine Fortführung des Begriffs Tauwetter-Periode, der wiederum auf das Buch Tauwetter von Ilja Ehrenburg zurückgeht. Die Tschechoslowaken verstanden unter “Prager Frühling” eher ein alljährlich im Frühjahr stattfindendes Musikfestival. Der heutige Tag war der Festival-Auftakt und Meilenstein für eine friedlichere Welt.

Hier zur vollständigen Rede

(Bild- und Grafikquellen: U.S. Embassy Prag.cz, EU2009.cz)

Barack Obama in Prag/Tschechische Republik – EU-USA-Gipfel

Sonntag, 5. April 2009

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Gestern Nachmittag um17:00 Uhr trafen Barack und Michelle Obama sowie Hillary Clinton mit der Air Force One aus Frankreich kommend in der tschechischen Hauptstadt Prag ein, um am EU-USA-Gipfel teilzunehmen.

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Der tschechische Präsident Václav Klaus und der amtierende Premierminister Mirek Topolánek begrüßten die Obamas im derzeit innenpolitisch bewegten Tschechien “im neuen Europa” am Flughafen von Prag.Viele der Teilnehmer des G-20 Krisengipfels in London und des NATO-Jubiläumsgipfels in Baden-Baden, Kehl und Straßburg werden sich in Prag wiedersehen. Barack Obama wird in Prag seine erste öffentliche Rede in Europa halten nachdem er am 20. Januar als 44. U.S. Präsident ins Amt eingeführt wurde.

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Heute um 10:00 Uhr wird Barack Obama auf dem Platz vor der Prager Burg, dem Hradschin und Präsidentensitz (Karte unten) über den Dächern von Prag vor dem riesigen teilweise über 1000 Jahre alten Burgkomplex, der die verschiedenen Epochen der böhmischen und europäischen Geschichte miterlebt hat, so fand dort 1618 der Zweite Fenstersturz statt, oberhalb der Moldau und der Karlsbrücke, seine mit Spannung erwartete erste Präsidenten-Rede in Europa halten. Im französischen Straßburg kündigte der U.S. Präsident am Freitag vor 3.000 jungen Menschen aus Frankreich, USA und Deutschland an, Soldatenglück.de berichtete darüber, dass er in Prag eine Agenda für eine vollständige atomare Abrüstung vorlegen und auf die Tagesordnung der Weltpolitik setzen werde, besonders nach dem aktuellen, weltweit verurteilten ballistischen Raktenstart Nordkoreas.
Der Auftritt des amerikanischen Präsidenten in der weltoffenen Stadt Prag als kulturelle und politische Metropolemit viel Flair ist umrahmt wie der eines Popstars, ab 07:00 Uhr in der Früh wird der Einlass durch die obligaten Sicherheitsschleusen möglich sein, vor 10:00 Uhr wird ein eu-usa-gipfelmusikalisches Vorprogramm die LuboÅ¡ AndrÅ¡t Blues Band bis zur Ankunft Präsident Obama’s am Hradschin-Platz spielen. Unterdessen führt Obama im Amtssitz des tschechischen Präsidenten Klaus bilaterale Gespräche, Tschechien ist ein Land ohne Amerikanismus. Nach dem Willkommensgruß die bluegrass band Druhá tráv, Großbildleinwände werden Obamas Rede von 10:00 bis 11:00 Uhr für die zehntausende von Menschen in der Prager historischen Innenstadt übertragen, Deutschland wird mit ARD, ZDF und PHEONIX live dabei sein. Die Rede wird in Prag und gewiss im Rest der Welt Beachtung finden, insbesondere in Moskau wird man die Ohren spitzen und ich schätze, dass er das historische Bild des Prager Frühlings und die Kraft des Freiheitswillen der Menschen in seine Rede einfließen lassen wird. Ab 11:15 ist die Ankunft der anderen Staats- und Regierungschefs der weiteren EU-USA-Gipfel-Teilnehmer im Prager Congress Center geplant, dann Familienfoto, Arbeitsessen und Konferenznachmittag. Ab 17:30 Uhr wird schließlich auch in Prag wieder Normalität einkehren, die Staatsoberhäupter und EU-Spitzen werden wieder abreisen.

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(Bild- und Grafikquellen: U.S. Embassy Prag.cz, EU2009.cz)

Amerikanisch-Europäisch-Islamischer Dialog der First Ladies beim NATO-Gipfel

Sonntag, 5. April 2009

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First Lady Michelle Obama and Hayrunnisa Gul, right, the wife of Turkey’s President Abdullah Gul, listen to a french interpretor during a tour at the Notre Dame Cathedral in Strasbourg, Fance, Saturday, April 4, 2009.

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First Lady Michelle Obama is joined by fellow spouses of NATO Summit leaders as they conclude a tour Saturday, April 4, 2009, of the Notre Dame Cathedral in Strasbourg, France.

(Bildquelle: White House.gov, Lawrence Jackson)



Bilder des Tages – “Passerelle de deux Rives”

Sonntag, 5. April 2009

Summit meetings of Heads of State and Government
in Strasbourg, France / Kehl, Germany

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Flyby by German and French airplanes displaying the NATO colours in the sky

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Gordon Brown, Prime Minister of the United Kingdom, Barack H. Obama, President of the United States of America; Nicolas Sarkozy, President of France; NATO Secretary General Jaap de Hoop Scheffer and Angela Merkel, Chancellor of the Federal Republic of Germany

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German soldiers with the ISAF German Operational Mentor and Liaison Team Six patrol the streets of Mazar-e-Sharif with Afghan soldiers from the 2nd Kandak, 1st Brigade, 209th Corps, Afghan National Army, Feb. 11. 2009.

(Bildquelle: NATO.int)

U.S. Präsident Obama aus der Air Force One: Der Wandel unserer Zeit (Video)

Samstag, 4. April 2009


The Challenges of Our Time

In this week’s address, filmed aboard Air Force One between vital diplomatic engagements abroad, the President discusses the breadth and depth of the global challenges we face. Recapping his trip, though, it is clear just how much opportunity lies in reshaping America’s relationships around the world. On everything from turning our economy around — which shed hundreds of thousands more jobs last month — to ending the threat of nuclear arms, “The only way forward is through shared and persistent efforts to combat fear and want wherever they exist.”

Soldatenglück.de berichtete über die Pläne Obamas, eine global vollständige atomare Abrüstung auf die Tagesordnung der Weltpolitik zu setzen.

(Textauzüge. White House.gov)

Anders Fogh Rasmussen bleibt gelassen, auch wenn´s schwer fällt (Video)

Samstag, 4. April 2009

Der designierte NATO Generalsekretär
ist mental resistent gegen Angriffe

Junge Kommunisten übergossen Dänemarks Premierminister Anders Fogh Rasmussen (und den dänischen Außenminister Per Stig Møller) am 18. März 2003 im dänischen Parlament mit roter Farbe, um gegen den Einsatz dänischer Truppen im Irak zu demonstrieren. Rasmussen blieb ruhig, defensiv und bewies Widerstandskraft.

Und er wird es doch: Anders Fogh Rasmussen zukünftiger NATO-Generalsekretär

Samstag, 4. April 2009

Gipfelstürmer Rasmussen

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bw-rasmussen-anders-fogh1Mit Erlaubnis aus der Türkei darf Anders Forgh Rasmussen NATO-Generalsekretär nach Jaap Hoop de Scheffer werden und vortreten und den 28 NATO-Mitgliedsstaaten vorstehen. Anders Fogh Rasmussen wird am 01. August neuer Generalsekretär, darauf einigten sich die 28 Mitgliedsländer der NATO. Erstmals stimmten auch Albanien und Kroatien als neue Mitglieder ab, die Türkei ließ sic nicht zuletzt durch Barack Obamas Intervention vom Festhalten an ihrem Veto gegen den dänischen Ministerpräsidenten Rasmussen abringen. Nur einstimmig war die Entscheidung zur Besetzung des NATO-Spitzenpostens möglich gewesen, möglicherwiese wurde dem türkischen Staatspräsidenten im Gegenzug die türkische Personalbesetzung eines beigeordneten Stellvertreters des NATO-GS versprochen.
“Allah sei gedankt”, wir sind jetzt wieder eine NATO, kein nerviger Streit über die nächsten Wochen bis Ende Juli, keine nationalen Töne aus Europas Hauptstädten gegen die Männer in Ankara, die gelegentlich zwischen den Stühlen sitzen auf der gemeinamen Allianz-Bank!
Wieder einer für alle und alle für einen … von Washington bis Tirana und von Kopenhagen bis Istanbul.

Soldatenglück.de hat die Nominierung und die Schwierigkeiten berichtend begleitet.

DER SPIEGEL berichtet dazu

Lebenslauf des Ministerpräsidenten von Dänemark, Anders Forgh Rasmussen

(Bildquelle: NATO.int, Nicolas Sarkozy im Vordergrund, dahinter links Anders Fogh Rasmussen;
Dänische Regierung.dk;
Grafikquelle: Anders Fogh.dk)

Osama bestimmt die NATO-Strategie und Mohammed den NATO-Spitzenposten? (Video)

Samstag, 4. April 2009

Anders Forgh Rasmussen hat seine erste Schlacht schon verloren,
noch bevor er NATO-Generalsekretär geworden ist

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Jyllands-Posten ist die dänische Zeitung, die die “beleidigenden Karikaturen” des Propheten Mohammed am 30. September 2005 zuerst veröffentlichte (Bildleiste rechts), am 17. Oktober veröffentlichte auch die bw-mohammed-karikaturägyptischen Zeitung Al Fager, die Karikaturen-Veröffentlichung zog einen immer wieder angefeuerten Entrüstungssturm in der islamischen Welt nach sich. Die Religionsfreiheit wird auch in Dänemark durch die Verfassung garantiert, am 27. Oktober 2005 erstatteten elf Vertreter dänischer islamischer Organisationen gemäß des Blasphemie-Paragraphen § 140 im dänischen Strafgesetzbuch Strafanzeige gegen Jyllands-Posten. Die letzte Verurteilung aufgrund des § 140 wurde in Dänemark 1938 gegen eine Gruppe dänischer Nationalsozialisten wegen Antisemitismus ausgesprochen. Am 06. Januar 2006 stellte die Staatsanwaltschaft in Viborg das Verfahren mit der Begründung ein, dass keine Hinweise auf eine Straftat nach dänischem Recht vorlägen. Anders Rasmussen (Jahrgang 1953) ist der dänische Ministerpräsident Dänemarks mit einer Bevölkerung von knapp 5,5 Millionen Menschen und Abdullah Gül (Jahrgang 1950, Bild oben mit Angela Merkel und Barack Obama beim NATO-Dinner in Baden-Baden am gestrigen Abend) ist der türkische Staatspräsident, der sich gegen Rasmussen als NATO-GS ausspricht, damit blockiert die Türkei durch ihr Veto die NATO-Entscheidung zur Neubesetzung seines Spitzenpostens. Das Bild unten zeigt die alljährliche Parade türkischer Streitkräfte am 30. August, dem Tag des Sieges.
Die propagandistisch mißbrauchte Rache durch das Osama bin Laden Terrornetzwerk Al Qaidas für die Veröffentlichung der Karikaturen und das Eintreten der dänischen Regierung für die westlichen Werte Presse- und Meinungsfreiheit, bescherrt gestern und heute und möglicherwiese die nächsten Wochen bis Juli dem NATO-Wunsch-Kandiaten Anders Forgh Rasmussen und damit dem westlichen Verteidigungs- und Wertebündnis Ungemach. Nach der Karikaturen-Veröffentlichung wurden Dänische Botschaften im arabischen und asiatischen Raum (z.B. in Pakistan) und auch eine Vertretung der Europäischen Union im Nahen Osten angegriffen und in Brand gesetzt, Menschen kam dabei ums Leben. Es gab offenbar sowohl in Europa als auch in der islamischen Welt organisierte extremistische Gruppen, die ein Interesse an einer Eskalation des Mohammed-Karikaturen-Streits hatten.

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bw-rasmussen-anders-foghWas dem dänischen Ministerpräsidenten (Bild links) vorzuwerfen ist, ist nicht sein Eintreten für die Pressefreiheit als wichtige Säule demokratischer Gesellschaften, erwarten könnne hätte man von ihm einVoraussehen dieser/seiner Personal-Krise, die sich an ihm festmachen könnte und nun auch tatsächlich mit Vorankündigung aus der Türkei festgmacht hat. Ein paar freundliche-versöhnliche Worte wie im Al Arabiya Interview unten oder ein persönlicher Besuch kombiniert mit einem vortrefflichen Koran-Zitat in Pressemikrofone in Richtung islamischem Teil der Welt und inbesondere an die Wähler in der Republik Türkei mit einer Bevölkerung von 71 Millionen Menschen, hätte das NATO-Generalsekretär-Amt wert sein können, die Wogen wären geglättet, ein Gesichtwahren der türkischen Glaubensbrüder gegenüber seinen Nachbar-Ländern und den innenpolitischen Befindlichkeiten ermöglicht (Soldatenglück.de berichtete von der SWP-Studie zum türkischen Kulturkampf).
Ein alternativer NATO-Generalsekretär-Kandidat ist noch nicht offiziell, bis Ende Juli ist theoretisch noch Zeit für Anders Forgh Rasmussen, ein Urlaub an der türkischen Riveria wäre auch ein Weg, sich der Türkei anzunähern, es bleibt spannend.
Jean Claude Juncker (Jahrgang 1953), der seit 1995 Premierminister von Luxemburg mit knapp 0,5 Millionen Einwohnern ist, hätte die Zeichen der Zeit vielleicht eher vorausgesehen, doch der ist für andere Aufgaben vorgesehen, für die Nachfolger des Spaniers Javier Solana als Chefdipolomat der Europäischen Union.

(Bildquelle: Dänische Regierung.dk, NATO.int, Abdullah Gül, President of Turkey; Angela Merkel, Chancellor of the Federal Republic of Germany and Barack H. Obama, President of the United States of America)