Schwedisches Friedensforschungsinstitut SIPRI berechnet für deutsche Rüstungsexporte 123 Prozent Zuwachsrate im Zeitraum 2003-2008

von Dirk ~ 27. April 2009. Zu lesen unter: Rüstungsindustrie.

Das unabhängige schwedische Friedensforschungsinstitut Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) hat in den vergangenen Jahren 2004-2008 einen Anstieg der deutschen Rüstungsexporte um 70 Prozent festgestellt. Deutschland baute seinen Weltmarktanteil am Waffenhandel im letzten Fünfjahres-Zeitraum demnach von sieben auf zehn Prozent aus. Mehr konventionelle Rüstungsgüter exportierten nur die USA mit einem Anteil von 31 Prozent und Russland mit 25 Prozent aus, Frankreich steht mit 8 Prozent an vierter Stelle hinter Deutschland und Großbritannen mit 4 Prozent nach den schwedischen Berechungen auf Platz 5 (siehe SIPRA-Grafik).bw-top-10-waffenexport

Die deutschen Rüstungsexporte an europäische Abnehmer stiegen rasant an, im Vergleich zum Fünfjahres-Zeitraum von 1998 bis 2003 nahmen sie um 123 Prozent zu. Einen Anteil von 13 Prozent der deutschen Rüstungsexporte gingen an den NATO-Mitgliedstaat Griechenland, vornehmlich Kampfpanzer Leopard 2 und U-Boote der Typ-Klasse 212 (von HDW in Kiel) gingen nach Südosteuropa, auch an die Türkei lieferte Deutschland Leos und 212er U-Boote, der Rüstungs-Import der NATO-Staaten Türkei und Griechenland wurde zu fast einem Drittel von Deutschland geliefert. Soldatenglück.de berichtete, Griechenland hatte zum Beispiel im Jahr 2003 170 Leopard 2 HEL bei Krauss-Maffei Wegmann (KMW) bestellt, 16 Nationen nutzen das Waffensystem Leopard, darunter auch Nicht-NATO-Staaten wie Singapur und Chile.

SIPRI-Grafik: Rüstungsexport-Länder

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Moderne konventionelle U-Boote der neuen Generation sind derzeit besonders gefragt und relativ kostenintenisiv. Deutschland gehört mit seiner professionellen Werftindustrie zu den führenden Anbietern, so haben auch Portugal und Südkorea mehrere U-Boote aus deutscher Herstellung geordert. Der rasante Anstieg der deutschen Rüstungsexporte wird von den SIPRI-Experten nicht als “spezielle Strategie” eingestuft, die Nachfrage konnte Deutschland als Marktführer mit den Rüstungsprodukten der gefragten Waffensystem befriedigen.

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Den Gesamtwert der deutschen Rüstungsexporte in den letzten fünf Jahren bezifferte SIPRI auf 8,7 Milliarden Euro. Dieser Wert übersteigt die offiziellen Angaben der Bundesregierung, da das schwedische Institut auch den Handel mit gebrauchter Ausrüstung sowie andere Formen der Militärhilfe mit einrechnet.

SIPRI-Grafik Rüstungsimport-Länder

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Das Forschungseinrichtung SIPRI wurde 1966 gegründet. Als Friedens- und Konfliktforschungistitut mit internationalen Mitarbeitern und Experten arbeitet SIPIRI mit den Schwerpunkten Abrüstung und Rüstungskontrolle, seit 1969 veröffentlicht SIPRI Forschungsberichte. Die Finanz-Zuwendungen kommen größtenteils aus dem schwedischen Staatshaushalt.

(Grafikquellen, Textauzüge: SIPRI ARMS TRANSFERS DATA, Stockholm International Peace Research Institute, SIPRI.org)

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2 Kommentare zu Schwedisches Friedensforschungsinstitut SIPRI berechnet für deutsche Rüstungsexporte 123 Prozent Zuwachsrate im Zeitraum 2003-2008

  1. Drachenstein

    Hi!

    Ich bin im Artikel auf etwas seltsames gestoßen: “auch an die Türkei lieferte Deutschland Leos und 214 U-Boote,”

    214 Uboote????
    Ich glaube das ist ein Schreibfehler.

    Grüße,
    Drachenstein

  2. Dirk

    @Drachenstein – Danke! Ja, der Bospurus und das Schwarze Meer werden durch eine massive türkisch-griechische Uboot-Sperre dicht gemacht …, nee, Du hast Recht, gemeint ist die Uboot Klasse 212, nicht die Anzahl 214, das verbessere ich gleich.

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