Ein Leser-Kommentar zum deutschen Marine-Einsatz bei EU NAVFOR Somalia Operation ATALANTA

von Dirk ~ 16. April 2009. Zu lesen unter: EU NAVFOR Somalia, EU-Missionen.

Ein informierter Soldatenglück.de-User aus Süddeutschland hat sich wie viele Bürger/innen bw-somalia-map-unitednationsin Deutschland Gedanken geamacht über den Bundeswehr-Einsatz am Horn von Afrika. Noch gestern hat die U.S. Außenministerin Hillary Clinton ein Statement abgegeben, wonach einer Erscheinung aus dem 17. Jahrhundert wie die Piraterie endlich mit den Mitteln und Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts begegnet werden müsse, der UN Special Representative for Somalia, Ahmed Ould-Abdalla, erläuterte zur Lage in Somalia, “Piraterie ist nur ein Aspekt der Somalia-Problematik”, über beides berichtete Soldatenglück.de.
Den von WoNeu übersandten Kommentar zur EU-Operation der Deutschen Marine im Rahmen der EU NAVFOR Operation ATALANTA, stelle ich hier gerne ein:

bw-eu_navfor_somalia-flagge

“Ich bin besorgt über die mangelnde Effektivität der Maßnahmen. Die SoldatInnen leisten Schwerstarbeit, aber aufgeschmissen von den Rahmenbedingungen, unter denen sie handeln müssen. Ich habe mich schon mehrmals an die Bürgerinformation der Bundeswehr gewandt, aber dort fehlen Kenntnisse und Verständnis. Zudem gibt es auch noch Kompetenzstreit, anstatt für eine Bündelung verfügbarer Einsatzmittel zu sorgen.
Dazu gehört m.E. auch der Einsatz von U-Booten, die auf Sehrohrtiefe getaucht den ein/auslaufenden Verkehr an den bekannten Piratennestern beobachten könnten, notfalls ebenfalls getaucht die Mutterschiffe verfolgen und beim Absetzen der Speedboats zuschlagen : zünden Torpedos unter kleinen Mutterschiffen? Laser-Beleuchter auf dem Sehrohr könnten auch Ziele markieren für bewaffnete Predator-Drohnen.

bw-u33

Jetzt muß die Bundesmarine sogar P-3C “Orion” von den Niederländern leihen, nachdem die Wartung der Breguet Atlantic vernachlässigt wurde!

bw-p-3c-orion-skizze

Auf den Internet-Seiten zu Atalanta vermisse ich auch Hinweise auf Eloka-Aktivitäten , das wäre aber nötig, da die Piraten mittlerweile in größeren Entfernungen agieren. Außerdem sollten sich die beteiligten Kriegsschiffe eine zweite Identität als Bulk Carrier oder Oil Tanker geben und sich als solche im Übewachungsnetz melden : die Piraten hören mit und laufen den Kriegsschiffen vielleicht direkt vor die Kanonen. Überschalljäger könnten ja zufällig mit Überschall über Piratenschiffe hinwegdonnern – geplatzte Trommelfelle sind reparabel. Also: kreativ Ideen entwickeln, das wird kein normales Manöver!

bw-tornado-f209

Reine militärische Maßnahmen, so auch meine Tips, und Säbelrasseln wie die Amerikaner sowie wohlfeile juristische Androhungen tun´s leider nicht.

Den Fischern an der Küste Somalias ist übel mitgespielt worden durch Fischereiflotten, sodaß sie verarmten. Piraterie darf aber nicht zur Einnahmequelle werden, obgleich die Piraten derzeit in ihrer Heimat hoch angesehen sind – allerdings bleibt von den Lösegeldern nicht allzuviel bei den ehemaligen Fischern, sondern landet auf Konten bei bekannten Banken … Fischerei-Politik muß kritisch durchdacht werden (auch wegen 40% Beifang!) und den Somalis die Kontrolle ihre Fischerei-Zone ermöglicht werden – hier sind die Ministerien für Entwicklungshilfe in der Pflicht, mit Amtshilfe durch BMVg!”

Dieser Kommentar ist von WoNeu, der vollständige Name und die Herkunft sind der Soldatenglück.de-Redaktion bekannt.

Stets aktuelle Informationen über den Piratenbekämpfungs-Einsatz bietet das Marine Security Centre Horn of Africa (MSCHOA) der EU NAVFOR Somalia Operation ATALANTA.

bw-msc-hoa-website

(Grafikquelle: MSCHOAF.eu, UN.org, Rat der Europäischen Union.eu;
Bilderquelle: Deutsche Marine.de, U33, P-3C ORION, TORNADO im Überflug über die Fregatte RHEINLAND-PFALZ F209

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