Bundeswehr-Auslandseinsatz KFOR: Brigadegeneral Fugger aus den Fugen geraten?
Donnerstag, 15. Januar 2009
Wenn deutsche Generale zu viel schwadronieren und lamentieren
anstatt zu kommandieren – Silvesterabend im Kosovo
Der Stellvertretender Kommandeur Multi-National Task Force South (MNTF S) in Prizren und Kontingentführer des 21. Deutschen Einsatzkontingents KFOR ist seit 29. Oktober 2008 der deutsche Brigadegeneral Harald Fugger. Am 31. Dezember 2008 hat General Fugger seine Rede gehalten, am 12. Januar war Medal Parade des Kontigentes. Auf dem Bild unten zeichnet der COM MNTF S, Brigadegeneral Thomas Starlinger (Geb.-Jahrgang 1963, mit Einsatzerfahrungen als Soldat u.a. in Belgien, Syrien, Iran, Zypern und Tadschikistan) von Österreichs Bundesheer internationale KFOR-Soldaten seiner Task Force South mit der “NATO Non-Article 5 Medal” aus, hier den Oberst Vuitel der Schweizer Armee. Neben den gemeinsamen guten und kameradschaftlichen Erlebnissen haben alle eine weitere kollektive aber unerfreuliche Erfahrung gemacht, sie haben die Silvester-Rede des deutschen Stellvtr Kdr im Generalsrang anhören müssen und erfahren, was der von “seinen” deutschen Soldaten und ihren Kameraden hält. DCOM MNTF S KFOR soll der BrigGen Fugger bis 31.05.2009 bleiben.

Brigadegeneral ist das “Endamt” des Herrn Fugger, der 1965 in Sonthofen in die Bundeswehr eintrat. Die mentalen Auflösungs-Erscheinungen einer Truppe im Dilemma zwischen ruhiger Lage in der AoR und ödem Lagerleben vor dem geordneten
Rückzug zeigen sich in der Moral der Soldaten und im vorläufig letzten (Wort-)Gefecht des Generals des deutschen Einsatzkontingents im Kosovo, dem mittlerweile 21. Seine letzte Truppenverwendung als Kommandeur und erster Mann und Vorbild einer Kampftruppe hatte der Bundeswehr-Offizier Fugger im Jahr 1990 als Kdr des aufgelösten PzAufklBtl 1 in Braunschweig. Danach war er in Generalsstabs-Verwendungen als Funktionsträger sowie Abteilungsleiter in nationalen, internationalen Stäben und BMVg. 2003 bis 2004 nochmal ein Schmanckerl auf die letzten Dienstjahre, eine akademische Ausbildung zum Master of Science am US Army War College in den Carlisle Barracks Garrison/Philadelphia (USAWC). Zuletzt war Fugger Stellvertretender Divisionskommandeur und Kdr der Divisionstruppen der 13. Panzergrenadierdivision und Standortältester in Leipzig/Sachsen, wieder mit Auflösungen (Bild rechts) befasst. Sein vermutlich letzter Auslands-Feldeinsatz ist aktuell anhaltend bis Ende Mai geplant, nach einer Verwendung bei EUFOR in Bosnien-Herzegowina als COM den MNTF Southeast in Mostar, nun ebenfalls von der leichteren Sorte als Stellvtr Kdr MNTF S bei KFOR unter einem österreichischen Brigadegeneral. Das deutsch-österreichische gleichsprachige Führungs-Duo machte im Feldlager Prizren von sich reden, mehr noch der deutsche Part. Die Bergfest-Organisatoren des 21. Einsatzkontingentes warben mit Postern für die Halbzeit-Feier (4 Monate Stehzeit, nach 8 Wochen Bergfest und dann rückwärts zählen), auf den Fest-Postern musste befehlsgemäß das Wort “Berg” gestrichen und durch das Wort “Kontingents” ersetzt werden. Oder ein anderer Fall der kleinen aber feinen Unterschiede, ein deutscher Stabsoffizier (OTL) ließ sich bei Eintreffen zum Auslandseinsatz im Kontingent und Stab des BG Fugger von der StOV seine Feldlager-Stube mit Holzwänden ausstatten, ist eben luxuriöser und fast wie daheim.
Der deutsche Brigadegeneral sah sonstige dienstliche Pflichten und die soldatischen Manneszucht im Einsatzland enger und politisch korrekter, viel enger und korrekter als am Heimatstandort, der Gang durch das Feldlager wurde für den gemeinen Obergefreiten, Unteroffizier und Feldwebel und rangniedrigen Offizier zum ZDv-Parcour. “Gruß-Meldung-Gruß in allen Lagen, Mützenpflicht auf dem Lokus”, Regelungen, unterschiedliche Spiritousen-Erlasse im Camp und im Airfield, Dienstzeit-Straffung, Lagerordnung, Lagerordung … – Truppe in der Etappe eben, durchhalten wie beim Einzelkämpfer-Lehrgang und schleifen wie in der Grundausbildung, was nicht zusammen passt. Denn draußen drohte nach (mangelhafter) sicherheitspolitischer Einschätzung der Bw-Generalität vor Ort keine akute Gefahr mehr, darum galt es den Schlendrian des Feldlager-Lebens zu bekämpfen – von innen heraus, den Feind in den eigenen Reihen besiegen.
“Es gibt zwar immer wieder kleinere Vorkommnisse, aber diese Region ist nicht unruhiger
oder gefährlicher als Hamburg, München oder Leipzig”, mit dieser Aussage brachte sich der Kommandeur des 21. Kosovo-Kontingents, Brigadegeneral Harald Fugger, schon zu Jahresbeginn in die deutschen Medien. Die mediale Signalgebung über NATO- oder Bundeswehr-Abzugspläne in einer schwierigen politischen Übergangssituation von UNMIK auf EULEX mit der sich der UN-Sicherheitsrat und die EU befasst, stand dem General nicht zu, die Einschätzung aus dem ruhigen Prizren am winterlichen Hang im Vollkasko-Feldlager gelegen aus der dritten Befehlsreihe KFOR mit vergleichbaren Presse-Kommentaren wie etwa zu einer Kasernenauflösung im Raum Leipzig war nicht seines Amtes. Die Neigung Einzelner aus der Generalität, kurz vor Ruhestand oder aus dem Ruhestand heraus ihre Wahrheiten und individuellen Lagebeurteilungen zu veröffentlichen, hat auch dieser BrigGen offenbart.
Der gelernte Panzeraufklärer-Offizier und Aufsteiger aus der Unteroffizierslaufbahn hat die mentale Lage nicht hinreichend aufgeklärt, bevor er 8 Tage nach seinem 62. Geburtstag am 31. Dezember 2008 vor
versammelter multi-nationaler Mannschaft anlässlich der offiziellen Kontingents-Silvesterfeier in der Mehrzweck-Sporthalle im Feldlager Prizren seine vermeintlich kernige Rede hielt mit Rückblick ins Jahr 2008 und Ausblick ins Jahr 2009. Anders als der österreichische COM MNTF S in seiner offiziellen Rede an seine Truppe, lobte der deutsche General Fugger nicht, dankte nicht für den Dienst fern der Heimat und machte keinen Mut, sondern warf pauschal “seinen” deutschen Bundeswehr-Soldaten im Beisein der internationalen Kameraden (Österreich, Schweiz, Bulgarien, Türkei) vor, die Einsatz-Realität nicht anehmen zu wollen, vielmehr dem Alkohol zuzusprechen (“wichtiger Hinweis am Silvesterabend”, Anm. d. Verfassers), disziplinlos zu sein, eine Verweigerungshaltung sei feststellbar und ein guter Wille allerorts nicht greifbar, den Neujahrgruß entsandte der Kontingents-Kommandeur selektiert den “Gutwilligen”, den – aus seiner Sicht (Unwilligen) – anderen nicht. Viele der Angesprochenen verließen darauf demonstrativ den Veranstaltungsort, einige setzten sich zusammen und schrieben an den Wehrbeauftragten, der mit dem Bundestagspräsidenten, Soldatenglück.de berichtete darüber, in der Vorwoche Prizren besuchte und gegenwärtig Eingaben zum Vorfall prüft. (Bild unten).

Die Unruhe und Verunsicherung über den Eklat im Feldlager Prizren hält bis heute an, die einen schämen sich, unter einem solchen General zu dienen, die anderen beklagen die angesprochenen Defizite des Soldatenalltags ebenso, Einigkeit besteht häufig darüber, dass es keine Glanzleistung der Inneren Führung war und der Herr General seine Kritik in dieser Art und Weise nicht an den Mann hätte bringen dürfen, denn er ist der erste deutsche Soldat in der Verantwortung für die Zustände und für den Abbau der Mißstände im deutschen Einsatzkontingent. Also Illoyalität von oben von einem “Vortragenden Brigadegeneral zweiter Klasse mit B6″, der leider Kdr DtEinsKtgt geworden ist?
Abschließend fragt sich, was das im Bau befindliche Millionen-teure, neue Wirtschaftsgebäude mitten im Feldlager noch soll, wenn doch der General von Reduzierung/Abzug und sicheren Zuständen im Einsatzland vergleichbar mit deutschen Großstädten spricht, aber darüber hätte er ja noch oben kritisieren müssen.
(Bildquelle: NATO.KFOR.int, Bundeswehr.de)
Das Bild ganz oben zeigt Prizren am 22. Dezember 2004 beim Besuch des damaligen COM JFC Naples Admiral Mike Mullen und dem damaligen Commander KFOR Yves de Kermabon; Mullen ist heute Chairman of the Joint Chiefs of Staff (CJS), Kermabon ist heute Head of Mission der EULEX-Kosovo Mission.


Kosovo Security Force (KSF) wird am 20. Januar die bisherigen kosovarischen Einheiten der Kosovo Protection Corps ablösen, das teilte NATO-Sprecher James Appathurai gestern in Brüssel mit. Die KSF sei leicht bewaffnet und solle Aufgaben wie Zivilschutz, Krisenreaktion und Bombenentschärfung übernehmen.
Zivilschutz und Bombenentschärfung übernehmen. Es werde einige Jahre dauern, bis die Einheiten voll einsatzbereit seien. Die NATO hatte im vorigen Jahr die Aufstellung der Einheiten vereinbart, um die Präsenz internationaler Kräfte in dem mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo zu reduzieren, das im Februar 2008 mit Unterstützung westlicher Länder seine Unabhängig von Serbien erklärt hatte. Da einige NATO-Länder wie Spanien die Unabhängigkeit des Kosovo bisher nicht anerkannt haben udn gegenüber Serbien udn Russland, machte die NATO deutlich, dass die KSF keine Armee sei und keine militärischen Aufgaben übernehme. Spanien lehnte eine Beteiligung an der Ausbildung der KSF-Kräfte ab.



gegen Israel aufgerufen. Nur so könne der zionistische Staat besiegt werden, sagte er. “Ich rufe die Jugend auf zusammenzukommen. Für einen Heiligen Krieg. Gegen die Koaliton der Eroberer und ihrer Agenten in der Region.”


