Archiv für Januar, 2009

Bild des Tages – F-22 Raptors – Alaska-Guam

Sonntag, 25. Januar 2009

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Largest deployment of F-22s under way

Maintainers prepare for the arrival of F-22 Raptors, deployed from Elmendorf Air Force Base, Alaska, at Andersen AFB, Guam. Andersen AFB officials received 12 F-22s and more than 250 Airmen for a three-month deployment. (U.S. Air Force photo/Master Sgt. Kevin J. Gruenwald, Jan.18, 2009)

(Bilderquelle: U.S. Air Force.mil)



US-Diplomaten für Afghanistan, Pakistan und Middle East werden im State Department von Hillary Clinton, Joe Biden und Barack Obama ernannt (Video)

Samstag, 24. Januar 2009

Richard Holbrooke und George Mitchell
vor enorm schwierigen Aufgaben

Secretary Clinton with Vice President Joe Biden announce Special Envoy for Middle East Peace George Mitchell and Special Representative for Afghanistan and Pakistan Richard Holbrooke, Jan. 22, 2009. STORY

Hillary Rodham Clinton beim Amtseid als Secretary of State

Samstag, 24. Januar 2009

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Swearing-In of Secretary of State Hillary Rodham Clinton

Secretary of State-Designate Hillary Rodham Clinton is being sworn in as the next Secretary of State after approval of her nomination. Her husband and former U.S. President, Bill Clinton, holds the Bible. State Department Photo by Michael Gross, Jan. 21, 2009, Washington D.C.

(Bildquelle: U.S. Department of State.gov)

Frankreich entsendet die Fregatte GERMINAL vor die Küste des Gaza-Streifens

Samstag, 24. Januar 2009

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bw-sarkozy-nicolas-elyseeDer Präsident der Republik Frankreich, Nicolas Sarkozy, hat gestern im Elysee-Palast per Communiqué bekannt gegeben, dass Frankreich zur Bekämpfung des Hamas-Waffenschmuggels eine Kriegsschiff vor die Küste des Gaza-Streifen in internationale Gewässer entsendet. Aus dem UNIFIL-Flottenverband wird die französischer Fregatte herausgelöst, die Fregatte GERMINAL (F 735, Indienststelllung: 20.05.1994) mit 100 Besatzungsmitliedern ist bewaffnet mit EXOCET, 100mm-Kanone und ausgerüstet mit dem Bordhubschrauber PANTHER.

Der Elysee-Palast teilte mit, die Fregatte solle dabei helfen, den Waffenschmuggel in das Palästinenser-Gebiet zu unterbinden. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy habe die Entsendung der Fregatte in Abstimmung mit Israel und Ägypten als Teil der “unmittelbaren Aktionen gegen den Waffenschmuggel in den Gazastreifen” angeordnet. Die Fregatte GERMINAL werde vor dem Gaza-Streifen patrouillieren. F735 GERMINAL werde “in wenigen Stunden” am Bestimmungsort erwartet, teilte der Generalstab der französischen Armee in Paris mit. Das Schiff war bislang im Rahmen der UN-Mission UNIFIL vor der libanesischen Küste im Einsatz. Die F735 GERMINAL hat den Heimathafen in La Rochelle am Atlantik.

Nicolas Sarkozy rief zu einer schnellen Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah vom Gaza-Streifen zu Ägypten auf. Frankreich sei bereit, sich in vollem Umfang an einer europäischen Kontrolle des Übergangs zu beteiligen. Frankreich engagiert sich bereits an der ägyptischen Grenze zum Gaza-Streifen. So ist zum Beispiel der Head of Mission der EUPAM Rafah ist der franzöische Gendamerie-Colonel Alain Faugeras. Die EU ist mit der European Union Border Assistance Mission in Rafah (EUPAM Rafah) präsent, auch deutsche Polizeibeamte tun dort Dienst (topografische Karte des Grenzverlaufes unten).

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(Bildquelle: Minstère de la Défence.fr, Elysee.fr, EUBAM Rafah.eu)

CBS mit einer Reportage über die US-Truppen und die Taliban in Afghanistan (Video)

Samstag, 24. Januar 2009

CBS EVENING NEWS mit Katie Couric



Bild des Tages – F-22

Samstag, 24. Januar 2009

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RAPTOR’S FLARE

A U.S. Air Force F-22 Raptor shoots out a flare during an air-combat training mission over Japan. The F-22 is deployed to Kadena Air Base, Japan, from the 27th Fighter Squadron on Langley Air Force Base, Va., in support of U.S. Pacific Command. Jan. 15, 2009, U.S. Air Force photo by Senior Airman Clay Lancaster

(Bildquelle: U.S. Department of Defence.mil)

Katholische (Militär)Seelsorge: Papst Benedikt XVI. hat ab heute eigenen Video-Blog bei YouTube (Video)

Freitag, 23. Januar 2009

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Papst Benedikt XVI. hat nun einen  Video-Blog bei Youtube. Mit Papstansprachen ist der Vatiakan online, Webcams und verschiedene gute Internetseiten im Vatikanstaat gab es schon, doch der Nachfolger des Heiligen Petrus war außer im Fernsehen nicht mit Bild und Ton zu sehen. “Auch der Papst ist auf Youtube angekommen”, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. “Viele wollen wissen, was der Papst über die Probleme von heute denkt.” Mit dem neuen Informationsmittel erhielten Internetnutzer weltweit eine weitere Möglichkeit, sich über die Aktivitäten des Papstes und des Vatikans zu informieren.

Der offizielle Vatikan-Kanal wird täglich Nachrichtenbeiträge über die Aktivitäten des Papstes und des Geschehens im Vatikan zeigen – unterlegt mit Audio-Inhalten und Texten auf Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch. Sein Debüt feierte der Kanal auf einer Pressekonferenz in der Sala Stampa des Heiligen Stuhls in Rom.
“Auch der Papst ist auf YouTube. Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages”, erklärte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi.
“Viele Menschen in der ganzen Welt wollen das, was der Papst denkt, besser studieren, wollen wissen, was die katholische Kirche zu den großen Problemen unserer Welt zu sagen hat. Mit dem neuen Kanal auf YouTube wird das ab heute einfacher sein.”
Die Nachrichtenclips werden eine Länge von bis zu zwei Minuten haben und jeden Tag produziert. Neuigkeiten über die Geschehnisse im Vatikan werden mit Material vom Fernsehzentrum des Vatikans (CTV) sowie von Journalisten und dem Internetteam von Radio Vatikan (RV) unterlegt. Die Übersetzung in die verschiedenen Sprachen leistet derzeit der katholische Nachrichtendienst H2Onews, der über das alltägliche Geschehen in der Kirche berichtet. Zu Großereignissen sollen auch umfassendere Beiträge im Originalton verbreitet werden.

(weiter…)

Deutschland und Afghanistan – Rundblick im Januar 2009

Freitag, 23. Januar 2009

(Argumente auf) Jute

“Deutschland hilft Afghanistan”, so steht es auf dem Jute-Sack, den die Bundesregierung in Deutschland neuerdings verteilt, ein solches Exemplar bekam ich im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Viele Besuchergruppen von Bundestagsabgeordenten, die sich über aus dem jeweiligen Wahlkreis im ganzen Land kommend, über die Politik in der Bundeshauptstadt Berlin informieren lassen, bekommen solche bedruckten Säcklein in die Hand gedrückt, vom Jute-Auslandseinsatz-Werbe-Sack habe ich aus dem HQ Soldatenglück.de mit Blick auf Parlament und Bundeskanzleramt mal ein Foto (oben) geschossen.

Übrigens, die in Afghanistan angebauten Drogen werden auch in Jute-Säcke abgepackt (ISAF-Bild unten, STORY).

Auf den drogenfreien Jute-Säcken der Bundesregierung sind zu sehen:
ein Bundeswehr-Soldat der ISAF-Truppe mit Schutzweste und Sturmgewehr umringt von afghanischen Kindern,
ein EUPOL Afghanistan Polizist aus Deutschland umringt von afghanischen Polizisten der Afghan National Police (ANP),
afghanische Kinder mit Lehrerein in der Schule und
ein technisches Hilfsprojekt mit einem Deutschen, der Afghanen deutsche Technik erklärt.

Der politische Erklärungsbedarf des deutschen oder internationalen Einsatzes für und in Afghanistan geht hier wie dort aber über ein Bilder-Quadrat auf Jute-Säcken hinaus.

Blog-Kamerad Boris Barschow vom PHOENIX Afghanistan-Blog hat am 16. Januar eine 10-Fragen-Umfrage bei den Vorsitzenden der im Deutschen Bundestag vertretendenen Parteien gestartet mit interessanten und gleichfalls “kriegsentscheidenden” Fragen zum deutschen Afghanistan-Einsatz. Antworten mit Substanz stehen noch aus, auch wenn der Afghanistan-Einsatz für die Soldaten auf Hochtouren Tag für Tag 24 Stunden weiter läuft.

Unterdessen hat die NATO für den militärischen Einsatz in Afghanistan neue Rules of Engagements (RoE) erlassen, um zivile Verluste bei Kampfeinsätzen zu vermeiden. Demnach sollen nur noch afghanische Soldaten Häuser und Moscheen in Kampfgebieten durchsuchen dürfen. Afghanistans Präsident Karzai hatte die NATO wiederholt gebeten udn aufgefordert, bei den Kampfeinsätzen Rücksicht auf die Bevölkerung zu nehmen. Jüngst forderte Karzai eine Überprüfung der NATO-Strategie im Gespräch mit dem neuen US-Vizepräsidenten Joe Biden, der wenige Tage vor seiner Amtseinführung Kabul besuchte. Die Zahl der versehentlich bei NATO- und US-Luftangriffen getöteten Zivilpersonen müsse dringend gesenkt werden. Allein im letzten Jahr sollen von insgesamt 5.000 Kriegstoten 2.000 Zivilisten gewesen sein. Biden schlug vor, eine bilaterale Kommission (US-AFGH) solle die Problematik untersuchen.

Der deutsche Vier-Sterne-General Egon Ramms (Jahrgang 1948) ist für seine Vernuftbegabung bekannt, er ist NATO-Befehlshaber des Allied Joint Force Command (JFC) Brunssum, NL, dem die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan untersteht, äußerte sich deutlich, für manche zu deutlich. Die Meldungen der amerikanischen Streitkräfte, die oft die Anzahl getöteter Aufständischer wie eine Erfolgsbilanz präsentieren, widersprechen nach Ansicht des Vier-Sterne-Generals “jedem humanitären Denken”. “Wir töten doch nicht Aufständische zum Selbstzweck”, sagte Ramms. Die NATO-Truppen in Afghanistan überall präsent zu sein, “wir müssen nicht das ganze Land flächendeckend einnehmen, sondern dort Sicherheit schaffen, wo der Großteil der Menschen lebt”. Das forderte der deutsche Bundeswehr-General bei der NATO in der letze Woche erschienenen Wochenzeitschrift stern. Afghanistan ist Schauplatz von zwei Militäroperationen: Da ist zum einen die internationale Schutztruppe ISAF, die mit starker deutscher Beteiligung in erster Linie den zivilen Wiederaufbau militärisch absichern soll. Demgegenüber hat die US-geführte Operation Enduring Freedom (OEF) das Ziel, Aufständische zu verfolgen. Über die OEF-Soldaten merkte Ramms im stern-Interview kritisch an: “Wir sehen bisweilen Fehlentwicklungen, die weder gesundem Menschenverstand entsprechen noch rechtlich in Ordnung sind.”

Ramms hat den wichtigsten Verbündeten, die USA, offenbar derart verärgert, dass man dem kritischen Bundeswehr-General nun einen Maulkorb verpasste, eine zeitnah nach dem stern-Interview angesetzte Pressekonferenz wurde fadenscheinig begründet abgesagt. Der Befehlshaber des alliierte Oberkommandos (SHAPE) in Europa, Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), US-General John Craddock, zeigte sich pikiert (Bild unten), auch die politische Spitzen des Brüsseler NATO-HQ waren wenig amüsiert.

General Egon Ramms fand auch mit seinen Ziel-Vorstellungen über die Truppenstärke der ISAF-Soldaten wenig Zustimmung. Er fordert zwar auch mehr Truppen am Hindukusch, aber die USA verlangt 25.000 Soldaten mehr, davon einen merklichen Anteil von seinen Bündnispartnern, insbesondere von Deutschland. Der deutsche Befehlshaber Ramms bewegt sich bei seiner gemäßigteren Truppenforderung auf der Bedarfsgrundlage anhand NATO-Schätzungen, die 8.000 bis 10.000 zusätzliche Soldaten für völlig ausreichend halten.

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Auch der Gegener entwickelt sich weiter, kanadische Experten stellten kürzlich fest, dass die Taliban zunehmend neuere, größere und technologisch ausgereiftere Sprengkörper gegen die NATO-Truppen einsetzen. In der umkämpften Provinz Kandahar im Süden Afghanistans, in der 2.700 kanadische Soldaten stationiert sind, hätten die Taliban in diesem Winter ihre Sprengfallen im Vergleich zu 2007 verdoppelt. Über 180 Anschläge seien zwischen September und Dezember 2008 registriert worden, 2007 seien es 75 Anschläge gewesen. Kanada schaut genau hin, denn seit 2002 wurden 107 kanadische Soldaten in Afghanistan getötet, über die Hälfte davon durch Sprengkörper. Eine gewaltige Autobomben-Explosion brachte in der Vorwoche die Deutsche Botschaft in Kabuls Diplomaten- und Regierungsviertel zum Erbeben, mindestens 4 Menschen verloren dabei ihr Leben und über 23 wurden verletzt.

Russland springt auf die internationale Afghanistan-Hilfe auf und verspricht Unterstützung, der russische Präsident Dimitri Medwedjew hat der afghanischen Regierung “Militärhilfe” zugesagt hat, “um zur Sicherheit in der Region beizutragen”. Präsident Karzai hatte offenbar um diese Hilfe gebeten. Internationale Beobachter vermuten, dass er damit seiner Unzufriedenheit mit der zögerlichen materiellen Unterstützung durch die USA und die NATO Ausdruck geben will. Noch immer seien die afghanischen Truppen überwiegend mit veralteten Waffen und Gerät aus Sowjetzeiten ausgerüstet. Ein Sprecher Karzais betonte, dass eine Kooperation mit Russland nichts mit Misstrauen gegen die NATO zu tun habe. “Aber unsere Hubschrauber und Panzer stammen nun mal aus Russland, unsere Bitte hat deshalb vor allem technische Gründe.”

Aus den USA hat Präsident Barack Obama angekündigt mit Power gegen Osama bin Laden vorzugehen. Er werde es nicht dulden, dass Osama Bin Laden die afghanisch-pakistanische Grenzregion weiter als Rückzugsgebiet nutze. Bin Laden und die Al-Qaida-Terroristen seien die größte Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten.
Auch in Pakistan herrschen “afghanische Verhältnisse”, die NATO-Nachschubwege werden von den Taliban ständig durch Anschläge und Überfälle unter Feuer genommen. Pakistanische Schülerinnen sind im Nordwesten des Landes mit dem Tod bedroht worden. Radikale Islamisten haben Mädchen, die zur Schule gehen wollten, mit dem gedroht, wenn sie wieterhin die Schulen besuchen, werde man sie umbringen. Rund 400 Privatschulen im Swat-Tal sollen jetzt geschlossen und nicht wieder geöffnet werden. Von den Schließungen sind 50.000 Schüler betroffen.
NATO Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer besucht seit gestern und heute Pakistan, er trifft Präsident Zardari, Premierminister Gilani, Außenminister Qureshi, Verteidigungsminister Mukhtar und General Kayani, den Chef des Generalstabes der pakistanischen Streitkräfte und spricht die Probleme an der afghanisch-pakistanischen Grenze und die Unterstützungsmöglichkeiten für die NATO-Truppen im benachbarten Afghanistan an.

(Bilderquellen: ISAF.NATO.int, JFCBS.NATO.int, SHAPE.NATO.int, U.S. Department of Defence.mil, CIA.gov)

ISAF meldet: Mittäter und Anstifter des Bombenanschlages auf Deutsche Botschaft Kabul festgenommen bzw. vernichtet

Freitag, 23. Januar 2009

Afghanistan – Das ISAF Hauptquartier in Kabul meldet heute, dass in der Nacht in der Provinz Logar (Karte Bw-ISAF Logo klunten) südlich von Kabul durch Afghan National Security Forces (ANSF) mit Unterstützung von NATO-geführten ISAF-Kräften (Bild oben) die Hauptverdächtigen und Mittäter des Sprengstoff-Selbstmordanschlages vor der Deutschen Botschaft Kabul am 17. Januar mit mehreren Todesopfern, darunter ein US-Soldat und mindest drei afghanische Passanten sowie eine Vielzahl von verletzten afghanischen Zivilisten und deutschen Botschaftsmitarbeitern, aufgespürt wurden.

Bei dem Zugriff kam es zum Gefecht, wobei ein hochrangiger Taliban-Kommandant als Verdächtiger für die Tatbeteiligung und Anstiftung getötet wurde, ein weiterer Hauptverdächtiger, der den Sprengstoff und Bombentechnik besorgt haben soll, konnte festgenommen werden.
Soldatenglück.de berichtete mit einem Artikel und einem Video vom Anschlagsort.

Die ISAF-Mitteilungen hat den Zusatz, dass Zivilisten bei der Operation weder verletzt noch getötet und auch keine Gebäude beschädigt wurden.

(Kartenquelle: Afghanistan Hilfs- und Entwicklungsdienst.de)

Hintergrundinformationen, Bildquelle: NATO.ISAF.int

GORCH FOCK Drama war tragisches Unglück

Freitag, 23. Januar 2009

Der Tod der 18-jährigen Marinesoldatin, die am 03. September 2008 vom Segelschulschiff GORCK FOCK über Bord ging und erst nach einigen Tagen geborgen werden konnte, war wohl ein Unglück. Soldatenglück.de berichtete darüber.
Keine Straftat, kein Selbstmord, sondern ein tragisches Unglück, so die Kieler Staatsanwaltschaft nach monatelangen Untersuchungen, die Justiz hat nun ihre Ermittlungen eingestellt. Analog liefen auch Untersuchungen der Marine.

Die Marineoffiziersanwärterin und Seekadettin Jenny B. aus Nordrhein-Westfalen war in der Nacht zum 04. September vor Norderney während ihrer Wache von Bord des Schiffes in die Nordsee gestürzt.
Die Ursache für den Todesfall konnte nicht abschließend geklärt werden“, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick.

DGzRS Rettungsboote und Marineschiffe, Flugzeuge und Hubschrauber von Marine und Bundespolizei hatten nach dem Überbordgehen mehrere Tage vergeblich nach der Soldatin auf See und aus der Luft gesucht. Erst elf Tage später entdeckte die Besatzung eines Fischereiaufsichtsbootes ihre Leiche 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland. Rund 600 Menschen nahmen im September 2008 bei einer bewegenden Trauerfeier in ihrer Heimatstadt Geilenkirchen-Teveren Abschied von der Soldatin, deren Tod die Besatzung der GORCH FOCH und die Marine tief erschüttert hatte.

Am 03. September zwischen 23:30 und 24:00 Uhr etwa 15 Kilometer nördlich von Norderney ging Jenny B. über Bord in die Nordsee. Laut Staatsanwaltschaft trug die junge Offz-Anwärterin keine Sicherungs- und Rettungsmittel, was sie angesichts der Witterungsbedingungen und nach Vorschriftenlage auch nicht mußte. Deshalb könne den Vorgesetzten an Bord auch kein fahrlässiges Handeln vorgeworfen werden, gab die Staatsanwaltschaft an. Nur bei schwerer See hätten sich die GORCH FOCK Besatzungsmitglieder sichern müssen.

Nach dem Todesfall leitete die Staatsanwaltschaft umfangreiche Vorermittlungen ein, 82 Vernehmungen bei Stammcrew und Ausbildungsmannschaft der GORCK FOCK in Wilhemshaven, den nächsten Stützpunkt hat das Schiff nach dem Unglück sofort angelaufen, an Bord des Dreimasters wurden durchgeführt, die Ereignisse aus der Unglücksnacht wurden rekonstruiert.
Die kriminapolizeilichen Vernehmungen und Ermittlungen sowie die rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen ergaben Oberstaatsanwalt Wick zufolge keine “zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer verfolgbaren strafrechtlichen Verantwortlichkeit für den Tod der Seekadettin“.

(Bilderquelle: PIZ Marine.de)