GORCH FOCK Drama war tragisches Unglück
von Dirk ~ 23. Januar 2009. Zu lesen unter: Bundeswehr, Marine, SSS GORCH FOCK.
Der Tod der 18-jährigen Marinesoldatin, die am 03. September 2008 vom Segelschulschiff GORCK FOCK über Bord ging und erst nach einigen Tagen geborgen werden konnte, war wohl ein Unglück. Soldatenglück.de berichtete darüber.
Keine Straftat, kein Selbstmord, sondern ein tragisches Unglück, so die Kieler Staatsanwaltschaft nach monatelangen Untersuchungen, die Justiz hat nun ihre Ermittlungen eingestellt. Analog liefen auch Untersuchungen der Marine.
Die Marineoffiziersanwärterin und Seekadettin Jenny B. aus Nordrhein-Westfalen war in der Nacht zum 04. September vor Norderney während ihrer Wache von Bord des Schiffes in die Nordsee gestürzt.
“Die Ursache für den Todesfall konnte nicht abschließend geklärt werden“, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick.
DGzRS Rettungsboote und Marineschiffe, Flugzeuge und Hubschrauber von Marine und Bundespolizei hatten nach dem Überbordgehen mehrere Tage vergeblich nach der Soldatin auf See und aus der Luft gesucht. Erst elf Tage später entdeckte die Besatzung eines Fischereiaufsichtsbootes ihre Leiche 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland. Rund 600 Menschen nahmen im September 2008 bei einer bewegenden Trauerfeier in ihrer Heimatstadt Geilenkirchen-Teveren Abschied von der Soldatin, deren Tod die Besatzung der GORCH FOCH und die Marine tief erschüttert hatte.

Am 03. September zwischen 23:30 und 24:00 Uhr etwa 15 Kilometer nördlich von Norderney ging Jenny B. über Bord in die Nordsee. Laut Staatsanwaltschaft trug die junge Offz-Anwärterin keine Sicherungs- und Rettungsmittel, was sie angesichts der Witterungsbedingungen und nach Vorschriftenlage auch nicht mußte. Deshalb könne den Vorgesetzten an Bord auch kein fahrlässiges Handeln vorgeworfen werden, gab die Staatsanwaltschaft an. Nur bei schwerer See hätten sich die GORCH FOCK Besatzungsmitglieder sichern müssen.
Nach dem Todesfall leitete die Staatsanwaltschaft umfangreiche Vorermittlungen ein, 82 Vernehmungen bei Stammcrew und Ausbildungsmannschaft der GORCK FOCK in Wilhemshaven, den nächsten Stützpunkt hat das Schiff nach dem Unglück sofort angelaufen, an Bord des Dreimasters wurden durchgeführt, die Ereignisse aus der Unglücksnacht wurden rekonstruiert.
Die kriminapolizeilichen Vernehmungen und Ermittlungen sowie die rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen ergaben Oberstaatsanwalt Wick zufolge keine “zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer verfolgbaren strafrechtlichen Verantwortlichkeit für den Tod der Seekadettin“.
(Bilderquelle: PIZ Marine.de)





















